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Die Problematik freiheitsentziehender Maßnahmen nach § 1906 Abs. 4 BGB in Pflegeheimen

Title: Die Problematik freiheitsentziehender Maßnahmen nach § 1906 Abs. 4 BGB in Pflegeheimen

Term Paper , 2014 , 32 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Michael Hubert (Author)

Social Work

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Summary Excerpt Details

A. hat vor Kurzem seine Ausbildung zum Altenpfleger begonnen. Heute hat er Spätschicht und bringt zum ersten Mal den demenziell erkrankten Bewohner O. zu Bett. A. stellt fest, dass O. wieder aufstehen möchte. So fragt er Schwester K.: „Machen wir bei Herrn O. das Bettgitter hoch?“. K. antwortet ihm: „Ja, mach´ mal lieber, sonst ist die Nachtschicht ja nur noch im Stress!“

Was ist geschehen? Soeben wurde einem Menschen die Freiheit entzogen. Konnte sich A. darauf verlassen, dass das, was er tut, rechtmäßig ist? Hat er sein Handeln und die damit verbundenen Folgen für den Bewohner, aber auch für sich, womöglich gar nicht reflektiert?

Für Pflegeheime stellen demenziell Erkrankte eine besondere Herausforderung dar. So nimmt die Grundpflege bei dieser Personengruppe häufig mehr Zeit in Anspruch als bei nicht demenziell Erkrankten. Beispielsweise verstehen die Betroffenen nicht, warum sie jetzt zum Essen oder zum Schlafen gehen sollen, sie reagieren ängstlich oder aggressiv, da sie die Situation vielfach nicht einordnen können. Auf der anderen Seite wird der Personalschlüssel anhand der Anzahl der Heimbewohner und deren Pflegestufe berechnet. Da bei der Feststellung der Pflegestufe vorrangig der Aufwand für pflegerische Tätigkeiten berücksichtigt wird, zahlen die Pflegekassen für demenziell Erkrankte weniger. Die Folge ist, dass demente Heimbewohner oftmals nicht adäquat betreut werden können. Für das Heimpersonal ist es dadurch schwierig, die Betroffenen in den Heimalltag zu integrieren, da sie auch auf andere Heimbewohner störend wirken (können). In der Konsequenz sind demente Heimbewohner oftmals alleine, da sie beispielsweise im Zimmer zurückgelassen werden. Sie haben dadurch Angst, fühlen sich unverstanden und reagieren dementsprechend unruhig, laut, aggressiv oder versuchen wegzulaufen.

Heime sind daher in der Praxis oftmals geneigt, bei „schwierigen“ Bewohnern freiheitsentziehende Maßnahmen beim zuständigen Betreuungsgericht zu „beantragen“ bzw. anzuregen. Freiheitsentziehende Maßnahmen gehören somit zum Pflegealltag. Sie werden damit begründet, die Betroffenen vor Stürzen und anderen Gefahren schützen zu wollen. „Grund für die Fixierung[en] ist [auch] die Angst vor Haftung, … denn nach einem Sturz des Bewohners, der mit Behandlungskosten verbunden ist, kommt schnell der böse Brief der Krankenkassen.“

Diese Studienarbeit soll sich mit der Problematik freiheitsentziehender Maßnahmen in Pflegeheimen beschäftigen und welche Aufgaben sich daraus …

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Rechtliche Betreuung

2.1 Unterbringung, ärztliche Zwangsmaßnahme und unterbringungsähnliche Maßnahmen

3 Freiheitsentziehung nach § 1906 BGB

3.1 Unterbringungsähnliche Maßnahme nach § 1906 Abs. 4 BGB

3.2 Problematiken im Pflegeheim

3.3 Sind freiheitsentziehende Maßnahmen immer notwendig?

4 Aufgaben für die Soziale Arbeit

4.1 ReduFix

4.2 Werdenfelser Weg

5 Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Problematik von freiheitsentziehenden Maßnahmen (FEM) in Pflegeheimen, insbesondere auf Basis des § 1906 BGB. Ziel ist es, die rechtlichen Rahmenbedingungen und die Praxis in Pflegeeinrichtungen kritisch zu hinterfragen, die negativen Folgen für Betroffene und Pflegekräfte aufzuzeigen sowie alternative, menschenwürdigere Ansätze für die Soziale Arbeit zu diskutieren.

  • Rechtliche Grundlagen der Betreuung und des § 1906 BGB
  • Herausforderungen und Problematiken durch Fixierungen in Pflegeheimen
  • Kritische Reflexion der Notwendigkeit von freiheitsentziehenden Maßnahmen
  • Rolle und Aufgaben der Sozialen Arbeit in diesem Kontext
  • Vorstellung innovativer Konzepte wie ReduFix und Werdenfelser Weg

Auszug aus dem Buch

3.2 Problematiken im Pflegeheim

Der Alltag in Pflegeheimen ist, dass jeden Tag in Deutschland ca. 400.000 Fixierungen angewandt werden, wobei viele davon kurzfristig sind und daher keiner Genehmigung bedürfen. Mehrere Untersuchungen konnten zudem aufzeigen, dass ca. 50 % der Pflegeheimbewohner von freiheitsentziehenden Maßnahmen betroffen sind. Eine weitere Untersuchung von Klie von 2001 und 2002 kam zu dem Schluss, dass bei rund 40 % der Heimbewohner freiheitsentziehende Maßnahmen durch mechanische Mittel durchgeführt wurden, über 50 % bekamen Psychopharmaka verabreicht. Eine andere Untersuchung von Hollwig und Wojnar zeigte zudem, dass das Hochstellen von Bettgittern mit rund 62 % die häufigste Maßnahme war. Festgestellt wurde auch, dass es eine Diskrepanz zwischen der Anzahl der freiheitsentziehenden Maßnahmen in Pflegeheimen und den gerichtlichen Verfahren nach § 1906 Abs. 4 BGB gibt. So werden zwar viele Genehmigungen für mehrere Maßnahmen und einen längeren Zeitraum ausgesprochen, jedoch ist es sehr wahrscheinlich, dass viele Maßnahmen in Pflegeheimen ohne richterliche Genehmigung und damit rechtswidrig durchgeführt werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Praxis der Fixierung in Pflegeheimen anhand eines Fallbeispiels und umreißt die Zielsetzung der Studienarbeit.

2 Rechtliche Betreuung: Dieses Kapitel erläutert die gesetzlichen Grundlagen der rechtlichen Betreuung sowie die spezifischen Voraussetzungen für Unterbringungen und ärztliche Zwangsmaßnahmen.

3 Freiheitsentziehung nach § 1906 BGB: Das Kapitel definiert den Begriff der Freiheitsentziehung und analysiert kritisch die Praxis und Probleme bei der Anwendung von Maßnahmen nach § 1906 BGB in Pflegeheimen.

4 Aufgaben für die Soziale Arbeit: Hier werden die Rolle der Sozialen Arbeit bei der Beratung und Vermittlung von Alternativen sowie die Konzepte "ReduFix" und "Werdenfelser Weg" vorgestellt.

5 Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung fasst die Problematik zusammen, plädiert für eine kritische Hinterfragung und den Ausbau von Alternativkonzepten zur Vermeidung von Fixierungen.

Schlüsselwörter

Freiheitsentziehende Maßnahmen, FEM, Pflegeheim, § 1906 BGB, rechtliche Betreuung, Fixierung, Altenpflege, Soziale Arbeit, ReduFix, Werdenfelser Weg, Demenz, Betreuungsrecht, Patientensicherheit, Haftungsrisiken, Lebensqualität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Studienarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung von freiheitsentziehenden Maßnahmen in Pflegeheimen und der damit verbundenen rechtlichen sowie ethischen Problematik.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen sind die rechtlichen Grundlagen (§ 1906 BGB), die Häufigkeit und Auswirkungen von Fixierungen, die Belastung für Pflegekräfte sowie Möglichkeiten zur Reduzierung dieser Maßnahmen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, ein Bewusstsein für die Problematik von Fixierungen zu schaffen und aufzuzeigen, wie durch eine stärkere Einbindung der Sozialen Arbeit und alternative Konzepte die Freiheit von Pflegebedürftigen gewahrt werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Studienarbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und der Auswertung von Gesetzesgrundlagen sowie Fachstudien basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die rechtlichen Rahmenbedingungen der Unterbringung, die praktische Problematik in Heimen, die negativen physischen und psychischen Folgen von Fixierungen sowie ökonomische Aspekte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Freiheitsentziehende Maßnahmen (FEM), § 1906 BGB, Altenpflege, Fixierung, Soziale Arbeit, ReduFix und der Werdenfelser Weg.

Welche Bedeutung hat das Konzept "ReduFix"?

ReduFix ist ein Schulungsprogramm, das durch einen strukturierten, multidisziplinären Entscheidungsprozess dazu beitragen soll, Fixierungsraten zu verringern und Qualität in der Pflege zu sichern.

Was ist das Besondere am "Werdenfelser Weg"?

Der Werdenfelser Weg setzt auf spezialisierte Verfahrenspfleger, die als Interessenvertreter für die Betroffenen fungieren und gemeinsam mit den Pflegeverantwortlichen vor Ort nach Alternativen zu Fixierungen suchen.

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Details

Title
Die Problematik freiheitsentziehender Maßnahmen nach § 1906 Abs. 4 BGB in Pflegeheimen
College
SRH University of Heidelberg  (Fakultät für Sozial- und Rechtswissenschaften)
Course
Soziale Arbeit mit alten und behinderten Menschen
Grade
1,0
Author
Michael Hubert (Author)
Publication Year
2014
Pages
32
Catalog Number
V274979
ISBN (Book)
9783656673224
ISBN (eBook)
9783656673248
Language
German
Tags
freiheitsentziehende Maßnahmen § 1906 Abs. 4 BGB Pflegeheim Altenpflegeheim Altenheim Demenz Heimbewohner Betreuung Betreuungsgericht Fixierungen Soziale Arbeit Rechtliche Betreuung unterbringungsähnliche Maßnahmen Bettgitter Ruhigstellen Medikamente Bettnest Genehmigungsverfahren Leibgurt Pflegekraft ReduFix Werdenfelser Weg Sebastian Kirsch Josef Wassermann Leitlinie FEM Initiative zur Vermeidung freiheitseinschränkender Maßnahmen in der beruflichen Altenpflege Ablaufhilfe für freiheitsentziehende Maßnahmen in Einrichtungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Hubert (Author), 2014, Die Problematik freiheitsentziehender Maßnahmen nach § 1906 Abs. 4 BGB in Pflegeheimen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/274979
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