Diese Hausarbeit möchte beleuchten, wie Mode genutzt wird, um die eigene Persönlichkeit herauszustellen oder um sie in den Hintergrund treten zu lassen. Zu diesem Zweck wird ein Essay von Siri Hustvedt mit einem Essay von Elfriede Jelinek verglichen. Beide schreiben darüber, was Mode für sie persönlich bedeutet. Auf den ersten Blick wirken die Modekonzepte grundsätzlich verschieden. Nutzt die österreichische Schriftstellerin die Mode als Möglichkeit, um sich selbst dahinter zu verstecken, so ist „ideale“ Mode für die amerikanische Autorin dagegen in der Lage die eigene Persönlichkeit optimal zu verkörpern.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Analysen
2.1 Analyse von Elfriede Jelineks Essay „Mode“
2.2 Analyse von Siri Hustvedts Essay „Outside the mirror“
3. Vergleich der Modekonzepte
3.1 Unterschiede der Modekonzepte
3.2 Gemeinsamkeiten der Modekonzepte
4. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die unterschiedlichen Funktionen von Mode als Ausdrucksmittel der Persönlichkeit, indem sie die Essays von Elfriede Jelinek und Siri Hustvedt vergleicht. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, inwiefern Mode zur Inszenierung, Verschleierung oder Selbstfindung genutzt wird und wie diese Prozesse durch psychologische Konzepte, wie das Selbst und die Identität, begründet werden können.
- Psychologische Grundlagen des Selbstbegriffs in der Integrativen Therapie
- Analyse der modischen Konzepte bei Elfriede Jelinek
- Analyse der modischen Konzepte bei Siri Hustvedt
- Gegenüberstellung von Strategien der Selbstinszenierung und Verhüllung
- Kritische Reflexion gesellschaftlicher Weiblichkeitsvorstellungen durch Mode
Auszug aus dem Buch
2.2 Analyse von Siri Hustvedts Essay „Outside the mirror“
Siri Hustvedt beginnt ihren Essay mit einer Alltagsbeobachtung, die jedem bekannt sein dürfte – sich selbst kann man immer nur in Ausschnitten wahrnehmen. Die Menschen mit denen wir in Kontakt stehen erleben uns als Ganzes in Bewegung, wir selbst sehen uns jedoch nur statisch auf Fotos oder im Spiegel oder eben bruchstückhaft die Körperteile, die in unser Sichtfeld gelangen. Für Hustvedt bedeutet diese Tatsache ein Segen. Ein vollständiges Bewusstsein unseres jeweiligen Auftretens würde uns zu Sklaven unserer eigenen Unsicherheit und Selbstkritik machen. Statt also ein genaues Bild von uns zu haben, haben wir eine „Idee“ von uns selbst, Hustvedt nennt es body image oder body identity. Dass diese Idee von der Realität abweichen kann, ist nicht nur in der Psychologie bekannt, sondern erneut ein Phänomen, dass jeder im Alltag erlebt.
Im darauf folgenden Abschnitt geht es nun um den persönlichen Stil beziehungsweise Geschmack. Manche Arten von Kleidung oder Schmuck scheinen einfach nicht zu der eigenen Person zu passen. Objektiv betrachtet, fiele es vielleicht niemandem auf, diese trotzdem zu tragen, aber die Person selbst fühlt sich unwohl und einfach nicht wie sie selbst. Die Autorin des Essays stellt zum Schluss dieses Abschnitts die berechtigte Frage, worum es sich dabei eigentlich handelt, dieses „ich selbst sein“. Als logische Schlussfolgerung aus diesen Emotionen zieht sie, dass jede Person ein ideal gekleidetes Selbst haben muss, Kleidung in der sich die Person wohl und ganz „wie sie selbst“ fühlt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der modischen Selbstdarstellung anhand der Essays von Jelinek und Hustvedt unter Einbezug psychologischer Grundlagen zum Selbstverständnis.
2. Analysen: Detaillierte Untersuchung der individuellen Modeverständnisse der beiden Autorinnen in zwei getrennten Unterkapiteln.
2.1 Analyse von Elfriede Jelineks Essay „Mode“: Betrachtung von Jelineks Ansatz, Mode als Mittel zur bewussten Verhüllung und Distanzierung von der eigenen Person zu nutzen.
2.2 Analyse von Siri Hustvedts Essay „Outside the mirror“: Untersuchung von Hustvedts Konzept, Mode zur Unterstreichung des Charakters und zur spielerischen Identitätsfindung einzusetzen.
3. Vergleich der Modekonzepte: Synthese der vorangegangenen Analysen durch Gegenüberstellung der Arbeitsweisen und Motive der beiden Autorinnen.
3.1 Unterschiede der Modekonzepte: Herausarbeitung der gegensätzlichen Ansätze hinsichtlich der Kleidungsstile und der Zielsetzung der modischen Selbstdarstellung.
3.2 Gemeinsamkeiten der Modekonzepte: Identifikation übergreifender Aspekte, wie die Nutzung von Kleidung als Maskierung und das Potential zur Identitätswandlung.
4. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Mode als Inszenierungsmittel zwischen Selbstschutz und ästhetischem Ausdruck.
Schlüsselwörter
Mode, Identität, Selbst, Selbstbild, Elfriede Jelinek, Siri Hustvedt, Integrative Therapie, Rollen-Selbst, Leib-Selbst, Kleidung, Inszenierung, Körperwahrnehmung, Body Image, Verkleidung, Weiblichkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie zwei verschiedene Autorinnen, Elfriede Jelinek und Siri Hustvedt, Mode nutzen, um ihre Persönlichkeit entweder zu präsentieren oder zu verbergen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen sind das Verhältnis von Mode zur Identitätsbildung, das psychologische Konzept des Selbst und die kritische Auseinandersetzung mit Selbstdarstellung.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Modekonzepten der beiden Autorinnen herauszuarbeiten und zu analysieren, welche Funktion Mode in ihrem Leben als Schriftstellerinnen einnimmt.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Analyse verwendet?
Es wurde eine literaturwissenschaftliche Essay-Analyse durchgeführt, die durch psychologische Theorien aus dem Bereich der Integrativen Therapie gestützt wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der Essays der beiden Autorinnen sowie einen anschließenden Vergleich, der sowohl Unterschiede als auch Gemeinsamkeiten aufzeigt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Identität, Mode, Selbstbild, Selbstschutz, Inszenierung und Körperwahrnehmung.
Warum nutzt Jelinek Mode anders als Hustvedt?
Jelinek nutzt Mode vorwiegend als eine Art „Maske“ zur Verhüllung, um sich vor der Außenwelt und dem Blick auf ihre Person zu schützen, während Hustvedt Mode eher zur Charakterisierung und spielerischen Identitätsfindung einsetzt.
Welche Rolle spielt die „Integrative Therapie“ in der Argumentation?
Sie dient als theoretisches Fundament, um Begriffe wie „Leib-Selbst“ und „Rollen-Selbst“ zu definieren und so ein tieferes Verständnis dafür zu schaffen, wie Menschen sich über ihren Körper und ihre Kleidung in der Welt verorten.
- Quote paper
- Lea Freudenstein (Author), 2013, Mode und Persönlichkeit. Vergleich zweier Essays von Elfriede Jelinek und Siri Hustvedt, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/274805