Durch die zunehmende Internationalisierung und Globalisierung in der Wirtschaft nehmen die globalen sowie ökonomischen Verflechtungen und Beziehungen verschiedener Staaten der Erde zu. Als Teilbereich der Volkwirtschaftstheorie gewinnt die Außenwirtschaftstheorie, die sich mit den internationalen Wirtschaftsbeziehungen zwischen Ländern als auch Regionen befasst, dadurch eine immer größere Bedeutung. Sie ist untergliedert in Modelle der realen und Modelle der monetären Außenwirtschaftstheorie. Während die reale Außenwirtschaftstheorie Fragestellungen des internationalen Handels und der Handelspolitik untersucht und analysiert, rücken in Modellen der monetären Außenwirtschaftstheorie die Existenz unterschiedlicher Währungen, die Betrachtung des interna-tionalen Handels von Gütern und Dienstleistungen sowie der Kapitalverkehr in den Vordergrund.
Diese Arbeit befasst sich innerhalb der realen und monetären Außenwirtschaftstheorie mit den globalen Handels- und Kapitalströmen der zwei größten Volkswirtschaften der Welt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Einführung
1.2 Problemstellung und Zielsetzung
2 Die Zahlungsbilanz und ihre Teilbilanzen
2.1 Leistungsbilanz und Leistungsbilanzkonzept
2.2 Bilanz der Vermögensübertragungen
2.3 Kapitalbilanz
2.4 Devisenbilanz
2.5 Bilanz der Restposten
3 Die Theorie des internationalen Handels
4 Globale Handels- und Kapitalströme am Beispiel der USA und ihrem größten Gläubiger China
4.1 Internationaler Handel als funktionierendes Bündnis
4.2 Außenwirtschaftliches (Un-) Gleichgewicht 1990-2012
4.3 Kapitalströme: Finanzierungen und Investitionen 2012
4.4 Ursachen und Folgen des außenwirtschaftlichen (Un-) Gleichgewichts
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die ökonomischen Abhängigkeiten und die Handels- und Kapitalverflechtungen zwischen den USA und China. Das primäre Ziel ist es, die Nachhaltigkeit der bestehenden Handelsungleichgewichte vor dem Hintergrund der gegenseitigen politischen und ökonomischen Abhängigkeit kritisch zu hinterfragen.
- Analyse der US-amerikanischen Haushalts- und Leistungsbilanzdefizite
- Untersuchung der Finanzierung US-amerikanischer Defizite durch chinesische Kapitalzuflüsse
- Anwendung theoretischer Modelle der Außenwirtschaft auf das bilaterale Verhältnis
- Diskussion ökonomischer Ansätze zur Erklärung globaler Ungleichgewichte
- Kritische Würdigung der "Chimerica"-Symbiose
Auszug aus dem Buch
4.1 Internationaler Handel als funktionierendes Bündnis
Anhand des Zwei-Länder-Modells in Kapitel 3 - Die Theorie des internationalen Handels - wurde die Weltmarktpreisbildung auf Grund von Angebot und Nachfrage erläutert. Wird im Beispiel 1 China als Land 1 und USA als Land 2 angenommen, so ergibt sich vereinfacht ein Außenhandelsmodell der beiden Länder, welches der Realität sehr nahe kommt. In diesem Modell bietet China ein relativ günstigeres Produkt am Weltmarkt an, welches die USA aus Gründen, wie sie in Kapitel 3 genannt wurden, nicht selbst produziert und verkauft und deshalb von China importiert. Zusätzlich ergibt sich die in Kapitel 3 erläuterte unausgeglichene Leistungsbilanz. Die USA importiert weltweit, und insbesondere von China, mehr Waren als sie exportiert. Daraus ergibt sich ein Importüberschuss der USA, wohingegen China mehr Waren exportiert als es importiert. Weltweit gesehen hat die USA mit einer großen Dynamik über die Zeit den höchsten Importüberschuss aufgebaut. China hingegen besitzt die weltweit größte Exportstärke.
2011 kamen über 50 % der Importgüter der USA, insbesondere Kapital- (55,8 %) und Konsumgüter (62,2 %), aus Asien. China war mit 18,4 % der importierten Güter das wichtigste Importland der USA, während die größte Wirtschaftsmacht der Welt lediglich 7 % ihrer Waren nach China exportierte. In Zahlen ergibt das 2011 ein Defizit der USA gegenüber China von 295,5 Mrd. US$ (2012: 315,1 Mrd. US$). Da die USA nicht nur gegenüber China eine negative Handelsbilanz aufweist, sondern im Gesamten betrachtet mehr Güter importiert als exportiert (siehe 4.2 Außenwirtschaftliches (Un-) Gleichgewicht), kann die USA ihre Ausgaben nicht mit den Einnahmen aus dem außenwirtschaftlichen Handel decken. Um jedoch weiter ihre (Staats-) Angestellten bezahlen und öffentliche Güter bereitstellen zu können, leihen sich neben dem Staat ebenso die Unternehmen und die Privatpersonen Kapital, zum Beispiel in Form von Importen aus dem Ausland. Der größte Auslandsgläubiger der USA im Jahr 2011 nach Ländern war China mit 1.160 Milliarden US-Dollar (2012: 1.264 Mrd. US$) von insgesamt 4,5 Billionen geliehenen US$.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die zunehmende wirtschaftliche Globalisierung ein und definiert die Problemstellung der wechselseitigen Abhängigkeit zwischen den USA und China.
2 Die Zahlungsbilanz und ihre Teilbilanzen: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Zahlungsbilanz als Instrument zur Erfassung ökonomischer Transaktionen und definiert deren Teilbilanzen.
3 Die Theorie des internationalen Handels: Hier werden die theoretischen Modelle des internationalen Handels sowie die Grundlagen der Weltmarktpreisbildung und Kostenvorteile dargestellt.
4 Globale Handels- und Kapitalströme am Beispiel der USA und ihrem größten Gläubiger China: Das Hauptkapitel analysiert das bilaterale Handelsverhältnis, diskutiert das Phänomen "Chimerica" und erörtert verschiedene ökonomische Theorien zu den Ursachen der Ungleichgewichte.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit gemeinsamer politischer Maßnahmen zur Reduzierung der Handelsungleichgewichte.
Schlüsselwörter
Zahlungsbilanz, Leistungsbilanz, Handelsbilanz, Kapitalbilanz, Außenwirtschaft, USA, China, Globalisierung, Chimerica, Außenwirtschaftliches Ungleichgewicht, Weltmarktpreis, Staatsverschuldung, Zwillingsdefizit, Sparschwemme, Kapitalströme
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit behandelt die ökonomischen Verflechtungen und globalen Handels- sowie Kapitalströme zwischen den USA und China.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Leistungsbilanz, das außenwirtschaftliche (Un-) Gleichgewicht, die Rolle Chinas als Hauptgläubiger der USA und die ökonomische Nachhaltigkeit dieser Beziehung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die wachsenden Handels- und Kapitalströme zwischen den beiden Nationen aufzuzeigen und die ökonomische Nachhaltigkeit dieser wechselseitigen Abhängigkeit kritisch zu hinterfragen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Analyse der Zahlungsbilanz sowie die Anwendung monetärer und realer Außenwirtschaftstheorien zur Verdeutlichung der ökonomischen Zusammenhänge.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Handelsbeziehungen, das Ungleichgewicht von 1990 bis 2012, die Rolle von Kapitalströmen und die Erklärungsansätze führender Ökonomen wie Bernanke, Eichengreen und Krugman.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe wie Außenwirtschaftliches Ungleichgewicht, Leistungsbilanz, Kapitalströme, Chimerica und Zwillingsdefizit stehen im Zentrum der Untersuchung.
Was versteht man unter dem in der Arbeit genannten "Twin Deficit"?
Das Zwillingsdefizit beschreibt Volkswirtschaften wie die USA, die gleichzeitig ein Haushaltsdefizit (Staatsdefizit) und ein Leistungsbilanzdefizit aufweisen.
Welchen Einfluss hat die chinesische Geldpolitik auf die USA?
China agiert als größter Gläubiger der USA und finanziert durch den Kauf von US-Staatsanleihen maßgeblich den US-Konsum und das US-Staatsdefizit.
- Arbeit zitieren
- Matthias Ackermann (Autor:in), 2014, Der Kreislauf globaler Handels- und Kapitalströme am Beispiel der USA und ihres größten Gläubigers China, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/274248