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Medizinische Vorstellungen des Mittelalters und ihre Umsetzung in der Nürnberger Kuchemaistrey

Title: Medizinische Vorstellungen des Mittelalters und ihre Umsetzung in der Nürnberger Kuchemaistrey

Term Paper , 2014 , 20 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Franziska Riedel (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies

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Heutzutage sind Kochbücher etwas ganz Gewöhnliches. Nahezu jeder Haushalt besitzt mindestens ein Exemplar über die heimische Küche, hinzu kommen oft länderspezifische Kochbücher – das Angebot ist sehr groß. Doch was heute völlig normal und kaum nennenswert erscheint, musste sich erst im Laufe der Zeit entwickeln. Im Mittelalter waren Kochbücher eine Rarität; nicht jeder Mensch konnte lesen und schreiben, zudem war Papier ein teurer Gegenstand, auf dem man wichtigere Dinge als Kochrezepte verewigte, weshalb die Weitergabe solch alltäglicher Angelegenheiten meist nur mündlich erfolgte . Doch gerade ihre Seltenheit macht mittelalterliche Kochbücher zu einem bedeutenden historischen Dokument. Sie geben zum Beispiel Auskunft darüber, welche Lebensmittel welcher Gesellschaftsschicht zur Verfügung standen, welche Zubereitungsmöglichkeiten die Menschen hatten und nicht zuletzt, welche medizinischen Vorstellungen bei der Nahrungszusammenstellung eine Rolle spielten. Genau diese sollen hier näher betrachtet werden.
Im ersten Teil der Arbeit werden die medizinischen Lehren des Mittelalters auf Grundlage medizinhistorischer Literatur dargestellt. Sie bilden die Basis für die Untersuchung des ersten gedruckten mittelalterlichen Kochbuchs, der Nürnberger Kuchemaistrey , welche den zweiten Teil der Arbeit bestimmen wird. Mithilfe literaturwissenschaftlicher Literatur soll zuerst eine historische und sprachliche Betrachtung stattfinden, um dieses Kochbuch in den geschichtlichen Kontext einordnen zu können. Anschließend sollen medizinhistorische und literaturwissenschaftliche Literatur kombiniert werden, um den Originaltext möglichst breit gefächert auf folgende Frage hin untersuchen zu können: Inwiefern wurden die herausgearbeiteten medizinischen Vorstellungen in der Kuchemaistrey verarbeitet? Die Beantwortung dieser Frage kann vielleicht Aufschluss darüber geben, ob Parallelen zu heutigen Gesundheitslehren bestehen oder es sich bei den medizinischen Ideen des Mittelalters in Europa doch um eine rein historische Angelegenheit handelt. Ein abschließendes Fazit wird die Ergebnisse der Betrachtungen kurz zusammenfassen und versuchen, die Leitfrage zu beantworten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das medizinische Denken im europäischen Mittelalter

3 Die Nürnberger Kuchemaistrey

3. 1 Historische und sprachliche Einordnung

3. 2 Die Umsetzung medizinischer Vorstellungen in der Kuchemaistrey

4 Die Bedeutung der Humoralpathologie für die heutige Medizin

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht, inwiefern die medizinischen Lehren der Humoralpathologie in das erste gedruckte Kochbuch in deutscher Sprache, die "Nürnberger Kuchemaistrey", integriert wurden und ob sich Parallelen zu heutigen Gesundheitslehren ziehen lassen.

  • Grundlagen des mittelalterlichen medizinischen Denkens (Humoralpathologie)
  • Historische und sprachliche Einordnung der "Nürnberger Kuchemaistrey"
  • Analyse der medizinischen Aspekte in Rezepturen und diätetischen Empfehlungen
  • Vergleich mittelalterlicher Ernährungsgrundsätze mit modernen Erkenntnissen
  • Die Verknüpfung von medizinischen und religiösen Aspekten in der Kochkunst

Auszug aus dem Buch

3. 2 Die Umsetzung medizinischer Vorstellungen in der Kuchemaistrey

Dass die Nürnberger Kuchemaistrey einen medizinischen Anspruch hat, ist bereits aus der Vorrede ersichtlich: ein ordenlicher koch mit wol bereitter natrlicher speiß ist hie in disser zeit der best arzt und hilft dabei, dass der mensch solche speiße vn̄ getranck nit vberflssig sunder sich des ordenlichen vnnd zu rechter zeit gebraucht.

Ohne dass schon auf bestimmte Gerichte eingegangen würde, wird dem Leser klargemacht, dass die richtige Nahrung entscheidend für die Gesundheit eines Menschen ist und ein guter Koch am besten zu ihrer Erhaltung beiträgt. Zudem wird sofort darauf verwiesen, dass man sich der Nahrungsmittel nicht übermäßig, sondern mit Bedacht bedienen sollte, was in den meisten heutigen Kochbüchern, bei denen es vorrangig um Genuss geht, eher unüblich wäre. Die Humoralpathologie aber schätzt das Fasten sehr hoch, was den Hinweis auf Mäßigung nur logisch macht.

Ein Blick auf einige Rezepte und im Buch enthaltene Hinweise soll zeigen, welche Nahrungsmittel in welcher Form kombiniert wurden und was die Zusammenstellungen über die medizinischen Vorstellungen verraten.

Im ersten Teil der Kuchemaistrey geht es um Fastenspeisen. Da in der Fastenzeit kein Fleisch gegessen werden durfte, griff man auf Fisch und Krebse zurück. In einem Rezept heißt es:

Item ein ander Galradt zu den ein gemachten krebsen/Nim krebß wie vil du wilt sed sie ab in wein vn̄ essig. thu die schalē ab. vn̄ thu dz butter auß den kopffen schel die schere und die bech. thu sie in ein morsser und mandel und ein weißbrosemlein brotz darzu. stoß wol mit guttē wein. treib es durch ein tuch. vn̄ thu es in ein pfanne un̄ schmalz darein. und mach es ab mit wurtzē und saltz. versuchß. wer es den zu starck. so temperirs mit wasser. also dz essig. wein un̄ wurtz recht maß habn̄. Gib sie auf. setz sie fr kalt ođ warm bestrewe sy mit welschē weinbern. ođ mit frischem ingwer so du sie warm gibst. wiltu sie kalt geben vn̄ wol gestandē sey so besteck sie mit mandel.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Bedeutung mittelalterlicher Kochbücher als historische Quelle und definiert die Zielsetzung der Untersuchung hinsichtlich der medizinischen Lehren im Kontext der Kuchemaistrey.

2 Das medizinische Denken im europäischen Mittelalter: Dieses Kapitel beschreibt die Humoralpathologie als grundlegende Krankheitslehre des Mittelalters und erklärt das System der vier Säfte, Elemente, Qualitäten und Temperamente.

3 Die Nürnberger Kuchemaistrey: Das Kapitel widmet sich der historischen Einordnung des ersten gedruckten deutschen Kochbuchs und analysiert die praktische Anwendung humoralpathologischer Konzepte in den Rezepten.

4 Die Bedeutung der Humoralpathologie für die heutige Medizin: Hier werden Kontinuitäten und Unterschiede zwischen der mittelalterlichen Lehre und modernen medizinischen Erkenntnissen sowie heutigen Ernährungsgewohnheiten aufgezeigt.

5 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Humoralpathologie das zentrale Fundament des Kochbuchs bildet und viele Präventionsmethoden bis heute Bestand haben.

Schlüsselwörter

Humoralpathologie, Kuchemaistrey, Mittelalter, Ernährung, Vier-Säfte-Lehre, Diätetik, Temperieren, Medizin, Gesundheitslehre, Kochkunst, Fastenspeisen, Lebensmittelkombination, Geschichte der Medizin, Frühneuhochdeutsch, Prävention.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Verbindung zwischen mittelalterlicher Medizin, speziell der Humoralpathologie, und den kulinarischen Anweisungen in der "Nürnberger Kuchemaistrey".

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder sind die medizinischen Lehren des Mittelalters, die historische Bedeutung des Kochbuchs sowie der Einfluss der Vier-Säfte-Lehre auf die Nahrungszusammenstellung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, nachzuweisen, dass medizinische Vorstellungen des Mittelalters die Basis des Kochbuchs bildeten und eine belehrende Funktion zur Gesundheitserhaltung ausübten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine Kombination aus medizinhistorischer Recherche und literaturwissenschaftlicher Textanalyse angewandt, um das Kochbuch in seinen geschichtlichen Kontext einzuordnen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Erläuterung der Humoralpathologie und die Untersuchung konkreter Rezeptbeispiele aus der Kuchemaistrey hinsichtlich ihrer medizinischen Zielsetzung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Humoralpathologie, Vier-Säfte-Lehre, Kuchemaistrey, Temperieren und mittelalterliche Diätetik.

Welche Rolle spielen Gewürze laut der Analyse?

Gewürze dienten nicht nur dem Geschmack oder der Statussymbolik, sondern waren wesentliche Instrumente zur Temperierung kalter Speisen, um das Säftegleichgewicht zu wahren.

Warum spielt die Religion in diesem medizinischen Kontext eine Rolle?

Das Kochbuch fungiert nicht nur als kulinarischer Ratgeber, sondern verknüpft durch religiöse Bezüge und die Vorstellung des Imports von Gewürzen aus paradiesischen Regionen das irdische Leben mit dem Jenseits.

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Details

Title
Medizinische Vorstellungen des Mittelalters und ihre Umsetzung in der Nürnberger Kuchemaistrey
College
Martin Luther University  (Institut für Germanistik)
Course
Kochbücher im späten Mittelalter
Grade
1,7
Author
Franziska Riedel (Author)
Publication Year
2014
Pages
20
Catalog Number
V274055
ISBN (eBook)
9783656837770
ISBN (Book)
9783656837787
Language
German
Tags
Mediävistik Kochbuch Altgermanistik Küchenmeisterei Medizin Mittelalter Galenismus Humoralpathologie Vier-Säfte-Lehre
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Franziska Riedel (Author), 2014, Medizinische Vorstellungen des Mittelalters und ihre Umsetzung in der Nürnberger Kuchemaistrey, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/274055
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