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Die Macht der Diagnose. Macht die Diagnose einer "psychischen Erkrankung" den von ihr Betroffenen erst krank?

Eine qualitative Durchführung, Darstellung und Interpretation zweier Interviews mit Menschen, die als "bipolar" diagnostiziert worden sind

Titel: Die Macht der Diagnose. Macht die Diagnose einer "psychischen Erkrankung" den von ihr Betroffenen erst krank?

Bachelorarbeit , 2013 , 70 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Charlotte Fritsch (Autor:in)

Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik

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Zusammenfassung Leseprobe Details

"Es sind nicht die Menschen die sich ändern. Es sind die Labels. Nicht die Zahl psychischer Erkrankungen nimmt zu, sondern die Bezeichnungen für sie" - so der US-Psychiater Allen Frances in einem Focus-Interview (2013, Nr. 18).
Jenes Zitat soll den Ausgangspunkt dieser Arbeit bilden, die sich mit der spannenden Frage beschäftigt, welche Auswirkungen die Diagnose einer "psychischen Erkrankung" auf den Diagnostizierten hat. Welche Macht hat eine solche Diagnose - macht sie den Menschen erst "krank", indem sie ihn für "krank" erklärt? Zunächst werden relevante theoretische Ansätze angerissen, um deren Position zu psychiatrischen Diagnosen herauszuarbeiten. Die Diagnose einer "psychischen Erkrankung" wird unter dem Gesichtspunkt des Labeling Approach untersucht - einer soziologischen Sichtweise, die die Entwicklungsmöglichkeiten eines Menschen durch die Etikettierung mit einer solchen Diagnose als stark eingeschränkt sieht. Anhand der sozial-konstruktivistischen Sicht wird die Diagnose als etwas, das Wirklichkeit erzeugt, vorgestellt. Daraufhin wird der Aspekt der Stigmatisierung, die zu Selbststigmatisierung führen kann, erläutert. Es folgt eine Auseinandersetzung mit personenbezogenen Sichtweisen - insbesondere der medizinischen - die eine "Störung" im Menschen verankert und somit die Diagnose als gerechtfertigte Kategorisierung für die Auswahl der "richtigen" Behandlung sieht. Kritik wird dabei am defizitorientierten Klassifikationssystem ICD-10 und einer zu starken Fixierung auf "genetisch bedingte" Ursachen einer "psychischen Erkrankung" geübt. Zuletzt wird die systemische Sichtweise auf psychiatrische Diagnosen mit einbezogen - wobei deutlich wird, dass nach diesem Ansatz nicht der Einzelne als "krank" diagnostiziert werden kann, sondern als "krank" erlebtes Verhalten immer nur innerhalb eines bestimmten Kontextes betrachtet und erklärt werden kann.
Aufbauend auf dieser theoretischen Grundlage werden folgende Hypothesen anhand zweier Interviews, mit Menschen, die als "bipolar" diagnostiziert wurden, untersucht: "Die Diagnose einer 'psychischen Erkrankung' schränkt bei dem 'Etikettierten' das Gefühl der Selbstwirksamkeit ein und hat deshalb einen negativen Einfluss auf Selbstwahrnehmung, Selbstwertgefühl und die eigene Entwicklung", "In Familien, in denen die gleiche Diagnose mehrfach auftritt, wird nicht die 'Erkrankung' sondern die Diagnose weitergegeben" und "Die Diagnose 'bipolar' macht aus einem vorübergehenden Zustand eine chronische Erkrankung."

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretische Grundlagen

2.1 Die Diagnose einer "psychischen Erkrankung" unter dem Gesichtspunkt des Labeling Approach

2.2 Die Diagnose einer "psychischen Erkrankung" aus sozial-konstruktivistischer Sicht

2.3 Die Folgen von Stigmatisierung und Selbststigmatisierung aufgrund der Diagnose einer "psychischen Erkrankung"

2.4 Die Diagnose einer "psychischen Erkrankung" aus personenbezogener Sicht

2.5 Die Diagnose einer "psychischen Erkrankung" aus systemischer Sicht

2.6 Zusammenfassung und Ableitung der Hypothesen

3 Praxisteil: Welche Auswirkungen hat die Diagnose "bipolar" auf die von ihr Betroffenen?

3.1 Methodendarstellung und Interviewpartner

3.2 Ergebnisdarstellung

3.2.1 Umgang mit der Theorie der "genetischen Vorbelastung"

3.2.2 Persönliche Bedeutung der Diagnose und Selbstbild

3.2.3 Konsequenzen der Diagnose auf die berufliche Situation

3.2.4 Reaktionen anderer

3.2.5 Eigene Erklärungen der Probleme und ihrer Lösungsmöglichkeiten

3.3 Interpretation der Ergebnisse

3.3.1 Hypothese 1

3.3.2 Hypothese 2

4 Zusammenfassung und Schlussfolgerungen

5 Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Macht psychiatrischer Diagnosen und geht der zentralen Forschungsfrage nach, ob die Zuweisung einer Diagnose wie "bipolar" den betroffenen Menschen erst krank macht oder dessen psychischen Zustand negativ beeinflusst. Mittels einer qualitativen Analyse von zwei Experteninterviews wird erforscht, inwieweit die Etikettierung zu Selbststigmatisierung, eingeschränkter Selbstwirksamkeit und einer Fixierung auf einen chronischen Krankheitsverlauf führt.

  • Die Macht von psychiatrischen Diagnosen und das Phänomen der Etikettierung (Labeling Approach).
  • Sozial-konstruktivistische und systemische Sichtweisen auf psychische Erkrankungen.
  • Die Rolle von Stigmatisierung und Selbststigmatisierung bei Betroffenen.
  • Auswirkungen der Diagnose auf das Selbstbild und die berufliche Lebensplanung.
  • Die kritische Auseinandersetzung mit genetischen Erklärungsmodellen („genetische Vorbelastung“).

Auszug aus dem Buch

3.2.2 Persönliche Bedeutung der Diagnose und Selbstbild

M. hatte bereits vor der Diagnose den Verdacht "bipolar" zu sein, da sie nach ihrer Aussage seitdem sie 12 Jahre alt war jedes Jahr zwei "Krankheitsphasen" hatte. In ihrer Ausbildung zur Fachkrankenschwester für Psychiatrie und Neurologie lernte sie das "Krankheitsbild" kennen und erkannte sich selbst darin wieder (Appendix, Interview mit M., 14). Für sie war die Diagnose das "Beste was ihr passieren konnte," weil sie dadurch den Beweis hatte, dass sie "kein Versager" - nicht "einfach nur faul" - sei, sondern eine "richtige Krankheit" hatte (44 - 47). Ebenso fand sie es positiv, dass sie durch die Diagnose merkte, mit ihren Problemen nicht allein zu sein, weil es noch andere gibt, denen es genauso geht wie ihr. Mit anderen Betroffenen konnte sie erstmals über ihre Probleme sprechen, fand auch eine Selbsthilfegruppe, die ihr einen Austausch über gemeinsame Probleme ermöglichte (47 - 52). Sie erhoffte sich durch die Diagnose Verständnis und sah diese als Möglichkeit, endlich durch Medikamente Hilfe zu bekommen (53 - 57). Eine andere Option, außer einer medikamentösen Behandlung, hat ihr die Diagnose aber damals (Jahr 1990) nicht eröffnet - in ihrer Ausbildung hat sie gelernt, dass diese Krankheit nur mit Medikamenten behandelt wird und Psychotherapie sogar als kontraproduktiv angesehen wird (62 - 65). Dass es noch andere Möglichkeiten gibt, hatte sie erst später erfahren.

Mit der Diagnose konnte sie sich vollends identifizieren - alles, was sie über die "bipolare Erkrankung" gelesen hat, hat auf sie zugetroffen, es gibt nichts, worin sie sich nicht wiedererkannt hat; was sie "einfach nur toll" gefunden hat (193 - 198). Die Diagnose stellte für sie eine volle Bestätigung und auch Entlastung - in dem Sinne, dass sie "krank" ist und nicht einfach nur "schlechte Eigenschaften" hat - dar.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Macht von psychiatrischen Diagnosen und stellt die Ausgangsfrage, ob diese den Menschen erst krank machen.

2 Theoretische Grundlagen: Es werden soziologische, sozial-konstruktivistische und systemische Ansätze sowie die Folgen von Stigmatisierung und der Einfluss von medizinischen Modellen theoretisch beleuchtet.

3 Praxisteil: Welche Auswirkungen hat die Diagnose "bipolar" auf die von ihr Betroffenen?: Mittels qualitativer Interviews wird untersucht, wie Betroffene mit ihrer Diagnose umgehen und welche individuellen Auswirkungen diese auf ihr Selbstbild und ihre Lebenswelt hat.

4 Zusammenfassung und Schlussfolgerungen: Die zentralen Erkenntnisse aus Theorie und Praxis werden zusammengeführt, um die Ausgangsfrage zu beantworten und die ambivalente Wirkung von Diagnosen kritisch zu hinterfragen.

5 Ausblick: Es wird diskutiert, wie ein reflektierterer Umgang mit Diagnosen aussehen kann, um die Gefahr der Festschreibung auf ein "Krankheitsbild" zu minimieren.

Schlüsselwörter

Psychische Erkrankung, Diagnose, Bipolar, Labeling Approach, Stigmatisierung, Selbststigmatisierung, Konstruktivismus, Systemische Sichtweise, Identität, Selbstbild, Genetische Vorbelastung, Qualitative Forschung, Psychotherapie, Krankheitsverständnis, Krankheitsverlauf.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Macht und die Auswirkungen der Zuweisung einer psychiatrischen Diagnose auf die betroffene Person.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind Etikettierungsprozesse, Stigmatisierung, die Rolle von medizinischen Diagnosen im Alltag sowie die Bedeutung von Kontext und Identität.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist herauszufinden, ob Diagnosen zur Selbststigmatisierung beitragen und ob sie – im Sinne einer selbsterfüllenden Prophezeiung – einen chronischen Krankheitsverlauf begünstigen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es wurde ein qualitatives Forschungsdesign gewählt, das zwei offene Interviews mit Betroffenen einer "bipolar"-Diagnose umfasst.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Auseinandersetzung und einen Praxisteil, in dem Interviewergebnisse zu Themen wie "genetische Vorbelastung", Selbstbild und berufliche Konsequenzen interpretiert werden.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Labeling Approach, Selbstwirksamkeit, chronischer Verlauf und systemische Sichtweise.

Warum unterscheidet sich das Erleben der Diagnose zwischen den beiden Interviewten (M. und B.)?

Die Arbeit zeigt, dass die subjektive Bedeutung und die Bewertung der Diagnose entscheidend sind; während M. die Diagnose als Entlastung empfand, führte sie bei B. zu einer schweren Identitätskrise und Selbststigmatisierung.

Welche Kritik übt die Autorin am medizinischen Diagnose-Vorgang?

Die Autorin kritisiert die zu schnelle Vergabe von Diagnosen (z.B. mittels Fragebögen) sowie die oft einseitige Fixierung auf biologische Ursachen („genetische Vorbelastung“), die individuelle Lebenskontexte vernachlässigt.

Ende der Leseprobe aus 70 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Macht der Diagnose. Macht die Diagnose einer "psychischen Erkrankung" den von ihr Betroffenen erst krank?
Untertitel
Eine qualitative Durchführung, Darstellung und Interpretation zweier Interviews mit Menschen, die als "bipolar" diagnostiziert worden sind
Hochschule
Universität Erfurt
Note
1,3
Autor
Charlotte Fritsch (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
70
Katalognummer
V273037
ISBN (Buch)
9783656647409
ISBN (eBook)
9783656647430
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Diagnose psychische Erkrankung bipolar Psychologie systemisch Charlotte Fritsch manisch-depressiv Stigmatisierung Selbststigmatisierung Labeling approach Konstruktivismus Interview Ettikettierung chronische Erkrankung qualitative Untersuchung Palmowski
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Charlotte Fritsch (Autor:in), 2013, Die Macht der Diagnose. Macht die Diagnose einer "psychischen Erkrankung" den von ihr Betroffenen erst krank?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/273037
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Leseprobe aus  70  Seiten
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