Eingeführt durch Gérard Genette erhielt der Begriff Paratext 1986 Einzug in die Literaturwissenschaft. Aber auch die Medienwissenschaft beschäftigt sich seit geraumer Zeit mit dem Phänomen der Paratexte. So stellen Klaus Kreimeier und Georg Stanitzek beispielsweise fest, dass „in vielen medialen Kontexten […] eine rasante Ausdifferenzierung paratextueller Strategien zu beobachten“ ist. Diese Arbeit wird diese These auf ihren Wahrheitsgehalt in Bezug auf den Film überprüfen, den Begriff der Paratextualität näher erläutern und anhand der The Ultimate Matrix Collection verdeutlichen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Paratexte
2.1 Peri- und Epitexte
3. Paratexte des Films
4. The Ultimate Matrix Collection
4.1 Peritexte der DVD-Box
4.1.1 Titel
4.2 Epitexte der DVD-Box
4.2.1 Vorwort
4.2.2 Trailer
4.2.3 Making of
5. Schluss
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die Anwendbarkeit des literaturwissenschaftlichen Paratext-Konzepts von Gérard Genette auf das Medium Film. Dabei wird analysiert, wie paratextuelle Elemente wie Titel, Vorworte, Trailer und Making-of-Dokumentationen die Rezeption des Zuschauers bei der DVD-Box The Ultimate Matrix Collection steuern und beeinflussen.
- Übertragung des Paratext-Begriffs auf das Medium Film
- Unterscheidung zwischen Peritext und Epitext im filmischen Kontext
- Analyse von DVD-spezifischen Elementen als Steuerungsinstrumente der Rezeption
- Untersuchung der Autorenschaft und Inszenierung im Filmgeschäft
- Bedeutung von Zusatzmaterial für die Narration und Werbewirkung
Auszug aus dem Buch
4.2.2 Trailer
Ebenso enthält die DVD-Box zahlreiche Trailer zu den MATRIX-Filmen. Unter dem Titel The media of the matrix in den Archiven Zions kann der Zuschauer zwischen diversen Trailern wählen. Als Trailer (zu deutsch: Nachspann) bezeichnete man ursprünglich solche Filme, die in den Kinosälen nach dem Hauptfilm als Vorschau für das kommende Kinoprogramm verwendet wurden. Heute ist er einer der wichtigsten Werbeträger der Filmwirtschaft und präsentiert den Hauptfilm. Und auch seine Inhalte haben sich mit der Zeit verändert:
In der klassischen Ära verhalten sich die Produzenten – und auf ihre Anweisungen die Filmwerber – so, als wäre die Story etwas, was von Film zu Film neu erfunden werden muss […]. Von der neueren Filmwerbung hingegen wird die Story in einer standardisierten Form vorausgesetzt […]. Stärker vorgehoben wird dagegen vor diesem Hintergrund des Standardplots die Originalität der Umsetzung
Auch wenn die Narration mittlerweile eine untergeordnete Rolle einzunehmen scheint, besteht ein Trailer „hauptsächlich aus Zitaten des Films“. Er erzählt also weiterhin die Geschichte des Films und repräsentiert ihn zugleich in seinem Ganzen, wodurch die Rezeption des Films maßgeblich beeinflusst wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in das Thema Paratexte und die Zielsetzung der Arbeit anhand der The Ultimate Matrix Collection.
2. Paratexte: Theoretische Definition des Paratext-Konzepts nach Gérard Genette, inklusive der Differenzierung von Peri- und Epitexten.
3. Paratexte des Films: Diskussion über die Übertragbarkeit des literarischen Paratext-Begriffs auf Filme und die Problematik der Autorenschaft im Film.
4. The Ultimate Matrix Collection: Vorstellung der DVD-Box als Untersuchungsgegenstand mit Fokus auf einzelne paratextuelle Elemente.
4.1 Peritexte der DVD-Box: Analyse des Titels als paratextuelles Element der DVD-Box.
4.1.1 Titel: Untersuchung der Funktionen der Matrix-Filmtitel bezüglich Identifikation, Differenzierung und Zusammengehörigkeit.
4.2 Epitexte der DVD-Box: Untersuchung von Elementen außerhalb des eigentlichen Films.
4.2.1 Vorwort: Analyse des Vorworts der Wachowski-Brüder als Mittel zur Steuerung der Rezeption.
4.2.2 Trailer: Untersuchung der Trailer als Werbeträger und deren Einfluss auf die Erwartungshaltung des Zuschauers.
4.2.3 Making of: Analyse des Making-of-Formats als Instrument der Filmindustrie, um Einblicke in Produktionsabläufe zu geben und das Image des Films zu formen.
5. Schluss: Fazit der Untersuchung und Ausblick auf die Rolle des Internets als zukünftige paratextuelle Instanz.
Schlüsselwörter
Paratext, Filmwissenschaft, Gérard Genette, Peritext, Epitext, Rezeption, The Ultimate Matrix Collection, DVD, Trailer, Making of, Autorenschaft, Filmanalyse, Medienwissenschaft, Lektüreanweisung, Filmwerbung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen des Paratext-Begriffs und wendet diese auf audiovisuelle Medien, speziell die DVD-Box The Ultimate Matrix Collection, an.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die paratextuelle Rahmung von Filmen, die Unterscheidung zwischen Peri- und Epitexten sowie die filmische Werbepraxis.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu belegen, dass das Konzept des Paratextes auch auf komplexe Film-Editionen anwendbar ist, um zu verstehen, wie Begleitmedien die Wahrnehmung des Hauptwerks steuern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine literatur- und medienwissenschaftliche Analyse auf Basis der Theorie von Gérard Genette durchgeführt, ergänzt durch aktuelle medientheoretische Ansätze zum Film.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden spezifische Elemente der The Ultimate Matrix Collection – Titel, Vorwort, Trailer und Making-of – als Peritexte oder Epitexte kategorisiert und auf ihre Funktion hin analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Paratext, Rezeptionssteuerung, Filmwissenschaft und DVD-Editionen charakterisiert.
Wie unterscheidet der Autor zwischen Peritext und Epitext im Kontext einer DVD?
Peritexte befinden sich direkt im unmittelbaren Umfeld des Films (z.B. Titel), während Epitexte eher außerhalb des eigentlichen Werks angesiedelt sind, wie etwa Trailer oder ausführliche Making-of-Dokumentationen im Zusatzmaterial.
Warum spielt die Autorenschaft bei Filmen eine so komplexe Rolle?
Im Gegensatz zu Büchern gibt es beim Film oft mehrere Entscheidungsträger (Studio, Regisseur, Produzent), was die Zuordnung einer eindeutigen "auktorialen" Stimme im Sinne der Genette'schen Theorie erschwert.
Welche Bedeutung kommt dem Making of zu?
Das Making of dient sowohl der Information über Produktionsabläufe als auch als Instrument der Produktwerbung, um die Zuschauerbindung an das Werk zu festigen.
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- Christian Kresse (Author), 2010, The Ultimate Matrix Collection: Der Rezipient zwischen Paratext und Film, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/272945