In unserer von gesellschaftlichem Wandel geprägten Gegenwart, die sich mehr denn je veränderten Familien-, Lebens- und Informationsstrukturen sowie der Konstituierung einer breiten Bildungsteilhabe gegenübersieht, nimmt eine gut gelingende Kooperationen von Schulsozialarbeit und Schule eine wichtige und nachhaltige Funktion ein. In der vorliegenden Arbeit wird nach den Möglichkeiten und Grenzen einer gelingenden Zusammenarbeit von Schulsozialarbeit und Schule gefragt.
Auf einer theoretischen Grundlagen und anhand eines am Kasseler Wilhelmsgymnasium durchgeführten Experteninterviews konnten Parameter für und wider eine gelingende Zusammenarbeit eruiert werden. Mittels der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring wurde das Interview ausgewertet. Daraus ist hervorgegangen, dass sich die Parameter insbesondere in der strukturellen Offenheit beider Professionen und insbesondere seitens der Schule konstatieren lassen. Auch der persönliche Nutzen muss für alle Beteiligten transparent sein.
Es muss in Betracht gezogen werden, ob eine gelingende Zusammenführung der Professionen einer interprofessionellen Unterstützung bedarf, da Versuche von Kooperationen häufig
ergebnislos bleiben und auf eine Trennung der Kooperationspartner hinauslaufen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Exposition
1.2 Motivation
1.3 Struktur der Arbeit
2 Grundlagen
2.1 Zum Begriff der Schulsozialarbeit
2.2 Definition zur Schulsozialarbeit nach Drilling
Diskussion: Theorie und Praxis
2.3 Warum Schulsozialarbeit?
2.3.1 Alltagspraktische Begründungsmuster zur Schulsozialarbeit
Exkurs: Professionalisierung mit Offenheit – ein Oxymoron?
2.3.2 Theoretische Begründungsmuster zur Schulsozialarbeit
2.4 Schlüsselaspekte der Schulsozialarbeit
2.4.1 Aufgaben und Zuständigkeiten
2.4.2 Profil und Rolle
2.4.3 Kooperation
2.5 Zusammenfassung
3 Methode
3.1 Vorbereitung
3.2 Qualitatives Design
3.2.1 Erhebungsmethode – Experteninterview
3.2.2 Interviewpartner
3.2.3 Durchführung des Interviews
3.3 Methodisches Vorgehen
3.3.1 Qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring
3.3.2 Kategoriensystem
4 Ergebnisse
4.1 Darstellung der Ergebnisse
4.2 Interpretation der Ergebnisse
4.3 Zusammenfassung der Ergebnisse
5 Diskussion und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Bachelor-Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Grenzen einer gelingenden Zusammenarbeit zwischen Schulsozialarbeit und Schule, um dem aktuellen Dissens zwischen diesen beiden Professionen entgegenzuwirken. Basierend auf einer theoretischen Fundierung und einem Experteninterview am Wilhelmsgymnasium in Kassel wird die Forschungsfrage beantwortet, welche Parameter eine transparente und ganzheitliche Kooperation fördern oder behindern.
- Analyse von Begründungsmustern für den Einsatz von Schulsozialarbeit
- Strukturelle und organisatorische Voraussetzungen für Kooperationen
- Rollenklärung von Lehrkräften und Schulsozialarbeitern
- Identifikation von Hemmnissen und Erfolgsvariablen in der Schulpraxis
Auszug aus dem Buch
1.1 Exposition
Der folgende Abschnitt orientiert sich an den Inhalten der obligatorischen Einführung eines jeden Dramas. Diese informiert das Publikum im Vorfeld über Protagonisten, Verhältnisse und Zustände und führt es an den zentralen Konflikt des jeweiligen Theaterstücks heran. Die perspektivische Transparenz, die dem Publikum an dieser Stelle vermittelt wird, lässt sich auf erste Schlüsselprobleme der Schulsozialarbeit übertragen. Der generelle Wunsch nach mehr Transparenz hinsichtlich des fachlichen Profils, der Berufsrolle, dem Zusammenwirken der Berufsgruppen oder auch einer Umkehr willkürlich praktizierter Schulsozialarbeit in konzeptionelle Wohlstruktur, ist weit gestreut und repräsentiert auch heute noch Brisanz und Aktualität.
Dieser defizitäre Zustand wirkt dem obigen Anspruch von Thimm entgegen. Mögliche Gründe dafür sind darin zu sehen, „dass sich ... die unterschiedlichen Rollen in der Praxis kaum trennen lassen [gram. Änderung, YY], [weil, Ergänzung, YY] ein schneller Rollenwechsel und die kontinuierliche (Neu-)Definition der eigenen Rolle gegenüber den Jugendlichen und den LehrerInnen den Alltag der Schulsozialarbeit prägt [gram. Änderung, YY]“ (Baier zitiert nach Thimm 2010:85f.). Auch die Schülerparteilichkeit der SchulsozialarbeiterInnen und ihr Bestreben nach Autonomie als eigenständige Profession wird als Erzeuger mangelnder Transparenz ausgewiesen. Aber gerade die geforderte „Professionalität definiert vor allem Zuständigkeiten und Nicht-Zuständigkeiten“ (Thiersch 2002:194).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Dissonanz zwischen Schule und Schulsozialarbeit und stellt die zentrale Forschungsfrage nach deren Möglichkeiten und Grenzen.
2 Grundlagen: Dieses Kapitel erarbeitet theoretische Begründungsmuster und Konzepte, die für ein Verständnis der Schulsozialarbeit und ihrer Einbettung in das System Schule erforderlich sind.
3 Methode: Die Methodik beschreibt das qualitative Forschungsdesign unter Verwendung von Experteninterviews und deren Auswertung mittels der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring.
4 Ergebnisse: Hier werden die durch das Interview gewonnenen Daten dargestellt, interpretiert und auf die theoretischen Annahmen aus Kapitel 2 bezogen.
5 Diskussion und Ausblick: Das abschließende Kapitel diskutiert die Übertragbarkeit der Ergebnisse auf andere Schulen und leitet Handlungsempfehlungen für die Gestaltung gelingender Kooperationen ab.
Schlüsselwörter
Schulsozialarbeit, Schule, Transparenz, Begründungsmuster, Kooperation, Profil, Rolle, Möglichkeiten, Grenzen, Offenheit, Unterstützung, Schulseelsorge, Bildungsstandards, Professionalisierung, Evaluation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelor-Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die Zusammenarbeit von Schulsozialarbeit und Schule, insbesondere warum diese in der Praxis oft problematisch verläuft und welche Faktoren zu einer gelingenden Kooperation beitragen können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Zentrum stehen die Aufgabenteilung zwischen den Professionen, das fachliche Profil der Schulsozialarbeit, die Rolle der Lehrkräfte sowie die Kooperationsdefizite in der Schulpraxis.
Welches primäre Ziel verfolgt die Untersuchung?
Das Ziel ist es, Möglichkeiten und Grenzen der Kooperation aufzuzeigen und Parameter zu identifizieren, die eine transparente und ganzheitlich funktionierende Zusammenarbeit zwischen beiden Professionen ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?
Die Arbeit nutzt ein qualitatives Forschungsdesign, bestehend aus einer Einzelfallanalyse am Wilhelmsgymnasium in Kassel, und wertet ein Experteninterview mittels der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring aus.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung von Begründungsmustern für Schulsozialarbeit (Kapitel 2) und die empirische Analyse eines Experteninterviews (Kapitel 3 und 4).
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Schulsozialarbeit, Transparenz, Kooperation, Rollenverständnis, Professionalisierung und Schulseelsorge.
Welche spezifische Rolle spielt die Schulseelsorge in der Untersuchung?
Die Schulseelsorge am untersuchten Gymnasium dient als Fallbeispiel, um zu verdeutlichen, wie pädagogische Unterstützung ohne systematische Einbettung in das Schulkonzept an Grenzen stößt und zur Stigmatisierung führen kann.
Warum konnte am Wilhelmsgymnasium keine dauerhafte Schulsozialarbeit installiert werden?
Die Untersuchung macht deutlich, dass ein leistungsorientiertes Selbstverständnis der Schule, Zeitdruck bei den Lehrkräften und fehlende strukturelle Unterstützung der Schulleitung die dauerhafte Integration von externen Kooperationspartnern erschweren.
- Arbeit zitieren
- Yasin Yilmaz (Autor:in), 2010, Möglichkeiten & Grenzen der Schulsozialarbeit, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/272502