Die Hausarbeit beschreibt verschiedene Untersuchungen zur Entwicklung des Gottesbildes bei Kindern und Jugendlichen. Aus diesen Untersuchungen sollen Schlüsse für die didaktische Praxis im Religionsunterricht gezogen werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Empirische Forschung und Theorien zur Entwicklung des Glaubens
2.1 Empirische Forschung
2.1.1 Helmut Hanisch
2.1.2 Stephanie Klein
3. Religionspädagogische Konsequenzen
4. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit untersucht, inwiefern das Wissen über individuelle Gottesvorstellungen genutzt werden kann, um religiöse Lernprozesse bei Kindern und Jugendlichen gezielt und verantwortungsvoll zu beeinflussen, ohne dabei die Persönlichkeitsrechte zu verletzen.
- Analyse empirischer Studien zu kindlichen Gottesbildern (Helmut Hanisch, Stephanie Klein)
- Unterschiede zwischen religiös und nicht-religiös geprägten Milieus
- Die Rolle der psychologischen Entwicklung versus gesellschaftlicher Einflüsse
- Religionspädagogische Implikationen und praktische Anwendungsmöglichkeiten
- Integration der Ergebnisse in verschiedene Lernorte (Familie, Schule, Gemeinde)
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Helmut Hanisch
In seiner Studie untersucht Helmut Hanisch in zwei 1992 erstellten Stichproben gezeichnete Gottesbilder von 7 bis 16jährigen Kindern und Jugendlichen. Die erste Stichprobe mit 1472 Teilnehmern ist in einem intakten volkskirchlichen Milieu durchgeführt worden, nämlich in Heidenheim in der Schwäbischen Alb. Die zweite Stichprobe mit 1187 Probanden hat in Leipzig, Dresden und Zwickau stattgefunden, also einem hauptsächlich nicht-religiösen bzw. atheistischen Milieu. Hanisch hat die Gelegenheit erkannt, die sich nach der Wiedervereinigung in Deutschland für eine derartige Untersuchung anbot.
In den neuen Bundesländern leben nicht nur viele Kinder und Jugendliche ohne Beziehung zur Kirche oder zu kirchlichem Leben, sondern auch ihre Eltern haben, aufgrund der Vergangenheit in der DDR, nur wenig Bezug zu Religion und Kirche, weshalb er davon ausgeht, dass innerhalb dieser Familien keine religiösen Fragen behandelt werden. Diese Behauptung belegt er anhand einer Studie von 1994 aus dem Bundesland Sachsen, der zufolge 46% der Kinder und Jugendlichen der Klassen 5, 6, 9 und 10 nicht getauft sind, 43% nie an religiösem Unterricht teilgenommen haben, 74% nie einen Kindergottesdienst besucht haben und 33% angeben, dass niemand aus ihrer Familie sonntags in einen Gottesdienst geht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Relevanz des Gottesbildes für die Religiosität ein und skizziert das Vorhaben, empirische Studien zur Gottesvorstellung für die pädagogische Praxis nutzbar zu machen.
2. Empirische Forschung und Theorien zur Entwicklung des Glaubens: Dieser Teil präsentiert die Studien von Hanisch und Klein, welche die Gottesbilder von Kindern und Jugendlichen anhand von Zeichnungen und Gesprächen in verschiedenen sozialen Milieus untersuchen.
3. Religionspädagogische Konsequenzen: Das Kapitel erläutert, wie durch einen reflektierten Dialog auf Augenhöhe und die Prinzipien der Kindertheologie eine Weiterentwicklung der Gottesvorstellungen angeregt werden kann.
4. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass eine Beeinflussung der Gottesvorstellung zwar möglich und sinnvoll ist, aber aufgrund der hohen Persönlichkeit des Themas ein hohes Maß an Sensibilität und Vertrauen erfordert.
Schlüsselwörter
Gottesbilder, Religionspädagogik, Kindertheologie, Empirische Forschung, Glaubensentwicklung, Anthropomorphe Darstellung, Symbolik, Religiöse Erziehung, Kindliche Vorstellungswelt, Theodizee, Jugendtheologie, Religionsunterricht, Religiöse Praxis.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit befasst sich mit der zentralen Bedeutung des Gottesbildes für die individuelle Religiosität und untersucht, ob und wie pädagogisch Einfluss auf diese Vorstellungen genommen werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der empirischen Erforschung von Gottesbildern bei Kindern und Jugendlichen, dem Vergleich verschiedener sozialer Umfelder und der praktischen Anwendung dieses Wissens in religionspädagogischen Kontexten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es zu erörtern, ob es sinnvoll und ratsam ist, die Gottesvorstellung von Lernenden in die religionspädagogische Arbeit zu integrieren und welchen Nutzen diese Forschung für die Praxis bietet.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf die Sekundäranalyse empirischer Studien, insbesondere auf die zeichnerischen Untersuchungen von Helmut Hanisch sowie die gesprächsbasierten Ansätze von Stephanie Klein.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der empirischen Forschungsergebnisse zu Gottesbildern und die Ableitung konkreter Konsequenzen für die religionspädagogische Praxis.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Gottesbilder, Religionspädagogik, Kindertheologie, Glaubensentwicklung und die Unterscheidung zwischen anthropomorphen und symbolischen Darstellungen.
Welchen Einfluss hat das familiäre Milieu nach Hanisch?
Hanisch stellt fest, dass das Elternhaus einen massiven Einfluss auf die Gottesvorstellung ausübt, besonders in den frühen Lebensjahren, während die Grundschule im Vergleich dazu eine eher untergeordnete Rolle spielt.
Wie gehen Mädchen mit der Darstellung Gottes um, laut Stephanie Klein?
Klein beobachtet, dass Mädchen Gott zwar häufig männlich als "Vater" denken, aber eine weibliche Komponente als Ergänzung suchen, um das Gottesbild als vollkommen zu empfinden.
- Arbeit zitieren
- Christoph Kurth (Autor:in), 2011, Gottesbilder in der Religionspädagogik, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/272179