Im Zuge des Seminars „Männerberatung. Zur Aktualität geschlechtsspezifischer Beratungsarbeit“ mussten wir uns mit dem Thema „Männlichkeit“ beschäftigen. Zu Beginn dachte ich, dass dies eine einfache Prozedur wird, jedoch wurde ich eines besseren belehrt.
Um die Relevanz dieser Thematik näher zu definieren, beschäftige ich mich in meiner Seminararbeit mit der Fragestellung „was man unter (hegemonialer) Männlichkeit versteht?“
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Erste Schritte – „men’s studies“
Homosozialität
Hegemoniale Männlichkeit
Bedrohte Männlichkeiten
Geschlecht als soziale Rolle oder Konstruktion?
Fazit
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Seminararbeit untersucht das Konzept der Männlichkeit mit einem besonderen Fokus auf den Begriff der hegemonialen Männlichkeit. Das primäre Ziel ist es, ein besseres Verständnis dafür zu entwickeln, wie Männlichkeit konstruiert wird, welche Rolle soziale Strukturen und Prozesse wie Homosozialität dabei spielen und wie durch die Definition von Normen bestimmte Formen von Männlichkeit marginalisiert oder bedroht werden.
- Grundlagen und Entstehung der Men’s Studies
- Bedeutung der Homosozialität für männliche Identität
- Konstruktionsprinzipien hegemonialer Männlichkeit
- Differenzierung zwischen hegemonialen und marginalisierten Männlichkeiten
- Geschlecht als soziale Konstruktion vs. soziale Rolle
Auszug aus dem Buch
Hegemoniale Männlichkeit
Wenn man sich der Männerforschung oder der men’s studies etwas intensiver beschäftigt, kommt man um den Begriff der „hegemonialen Männlichkeit“ nicht umher.
Dieser Begriff wurde Mitte der achtziger Jahre von den australischen Soziologen Carrigan, Connell und Lee in die Diskussion der zu dieser Zeit entstehenden men’s studies eingebracht und prägt die Männerforschung bis heute noch (vgl. Meuser/Scholz 2005: 211).
„ […] hegemoniale Männlichkeit als ein generatives Prinzip der Konstruktion von Männlichkeit zu verstehen, das sich gleichermaßen, wenn auch in unterschiedlicher Ausprägung, sowohl in perfekten Verkörperungen hegemonialer Männlichkeit […] als auch in den sehr viel häufiger verbreiteten untergeordneten Männlichkeiten auffinden läßt.“ (Meuser/Scholz 2005: 212)
Connell geht davon aus, dass jede Gesellschaft ein hegemoniales Männlichkeitsbild schafft, diesem ist die Weiblichkeit und alle anderen Formen der Männlichkeit untergeordnet. Genau so werden auch Männlichkeitsideale geschaffen, jedes jeweilige Ideal fungiert in der alltäglichen Praxis als sogenanntes regulatorisches Ideal für das Handeln des Mannes. Indem das Handeln an diesem Ideal orientiert wird, wird auch Männlichkeit reproduziert. Aus der Perspektive der Männer handelt es sich beim regulatorischen Ideal um ein allgemeines Ideal, es wird nicht erkannt, dass andere Faktoren Einfluss nehmen, wie beispielsweise die soziale Zugehörigkeit, die soziale Herkunft, Generationen oder Ethnizität (vgl. Meuser/Scholz 2005: 212f.).
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung führt in die Themenstellung „(hegemoniale) Männlichkeit“ ein und skizziert den Aufbau der Arbeit, beginnend bei den Men’s Studies bis hin zur Betrachtung von Geschlecht als soziale Konstruktion.
Erste Schritte – „men’s studies“: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung der Männerforschung in den späten 1980er Jahren als Erweiterung der bisher primär auf Frauen fokussierten Geschlechterforschung und beschreibt die Dekonstruktion des Mannes als vermeintliches „Normales“.
Homosozialität: Der Autor beschreibt homosoziale Gemeinschaften als Orte, an denen männliche Identität geformt wird, und untersucht deren verstärkende Funktion für hegemoniale Männlichkeit.
Hegemoniale Männlichkeit: Hier wird der von Connell geprägte Begriff der hegemonialen Männlichkeit als regulatives Ideal eingeführt, das soziale Hierarchien zwischen und innerhalb der Geschlechter konstituiert.
Bedrohte Männlichkeiten: Das Kapitel kategorisiert marginalisierte Männlichkeitsformen, etwa durch sozialen Status, Ethnizität oder abweichende Sexualität, die sich von der hegemonialen Norm abgrenzen müssen.
Geschlecht als soziale Rolle oder Konstruktion?: Der Abschnitt beleuchtet die Perspektive auf Geschlecht als interaktiv hergestellte soziale Konstruktion und hinterfragt traditionelle rollentheoretische Ansätze.
Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Komplexität der Männerforschung sowie die Bedeutung der hegemonialen Männlichkeit als generatives Prinzip.
Schlüsselwörter
Männerforschung, Men’s Studies, Männlichkeit, Hegemoniale Männlichkeit, Homosozialität, Geschlechtsrolle, Soziale Konstruktion, Identität, Marginalisierung, Macht, Gesellschaft, Sozialisation, Geschlechterdifferenz, Männerberatung, Connell
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Auseinandersetzung des Konzepts „Männlichkeit“ im Kontext der Männerforschung und der Männerberatung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind die Entwicklung der Men’s Studies, die Funktion von Homosozialität, das Konzept der hegemonialen Männlichkeit sowie die soziale Konstruktion von Geschlecht.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel der Arbeit ist es, zu definieren, was unter (hegemonialer) Männlichkeit verstanden wird und wie diese durch gesellschaftliche Praktiken konstruiert und reproduziert wird.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Der Autor führt eine Literaturanalyse durch, um zentrale soziologische Begrifflichkeiten und theoretische Konzepte der Männerforschung aufzuarbeiten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil behandelt die historische Einordnung der Männlichkeitsforschung, die Bedeutung homosozialer Räume, die Definition von hegemonialer Männlichkeit und deren Abgrenzung gegenüber marginalisierten Männlichkeitsformen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie hegemoniale Männlichkeit, soziale Konstruktion, Homosozialität und Männerforschung charakterisiert.
Welche Rolle spielt die „Vaterrolle“ in der Argumentation des Autors?
Die Vaterrolle wird als Grundstein der sozialen Struktur und als doppelte Verbindung zwischen familiären und öffentlichen Rollen dargestellt, die maßgeblich zur männlichen Sozialisation beiträgt.
Warum ist laut der Arbeit ein „eindeutiger hegemonialer Männertyp“ schwer zu definieren?
Der Autor argumentiert, dass Männlichkeitsvorstellungen stark durch historische, regionale, schicht- und milieuspezifische Faktoren variieren, weshalb kulturtypische Unterschiede berücksichtigt werden müssen.
- Arbeit zitieren
- Armina Dulic (Autor:in), 2012, Hegemoniale Männlichkeit, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/272108