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Übersichten erhaltener Werke antiker Autoren - Band 4: Platon

Title: Übersichten erhaltener Werke antiker Autoren - Band 4: Platon

Textbook , 2014 , 75 Pages

Autor:in: Hans Belde (Author)

Philosophy - Philosophy of the Ancient World

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Summary Excerpt Details

Was hat uns Platon über den Sinn des Lebens zu sagen? Was hat es mit dem Aufstieg zum Schönen und den Platonischen Körpern auf sich? Wo lag Atlantis? War Platon pädophil? Diese und andere Fragen beantworte der Autor – oder besser: läßt der Autor hier Platon selber beantworten.

In seinen Übersichten erhaltener Werke antiker Autoren erzählt Hans Belde die Werke nach und zitiert dabei die wichtigsten Stellen. Mehr noch: er versucht, durch Zusammenstellung von Zitaten nachzuerzählen. Wenn die Texte zusammenrücken, ergeben sich oft überraschende Beziehungen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Platon

In den letzen Jahren des peloponnesischen Krieges

Lysis, Charmides

Protagoras

Die Kunst und der Mythos von Protagoras

Erster Dialog über die Einheit der Tugenden und Zwischenspiel

Ein Gedicht wird interpretiert

Zweiter Dialog über die Einheit der Tugenden: Die Tapferkeit

Zeit der Unsicherheit

Laches, Ion, Euthyphron, Theaetet (Ältester Teil)

Gorgias

Kallikles

Die Kritik der Athener Politik

Apologie, Kriton

Große Reise und Schulgründung

Menexenos

Timaios, Kritias

Die Ankündigung des Berichtes von Urathen und Atlantis

Die Rede des Timaios

Der Bericht von Urathen und Atlantis

Kratylos

Menon

Die Ideenlehre

Symposion

Phaidros

Noch drei Liebesreden

Die Redekunst

Phaidon

Der Staat

Thrasymachos (I)

Der gerechte Staat (II-VII)

Die Erziehung der Wächter (II-IV) – Die Gerechtigkeit

Die Stellung der Frauen und Kinder (V)

Die Herrschaft der Philosophen (V-VII) – Die Idee des Guten

Der ungerechte Staat (VIII-IX)

Das X. Buch

Die letzten zwanzig Jahre

Euthydemos

Theaetet (Der Exkurs über den Satz des Protagoras)

[Kratylos, Theaetet,] Parmenides, Sophistes, Politikos

Philebos

Gesetze

Das Ziel der Gesetzgebung: Die Erziehung der Gefühle (I-III)

Der Nutzen der Symposien für die Erziehung (I-II)

Geschichtliche Beispiele für die Folgen schlechter Erziehung (III)

Was ist Gerechtigkeit? (IV-VI)

Die Gesetze VI-XII

Der siebente Brief

Wahrscheinlich nicht von Platon stammende Werke

Von der Gerechtigkeit, Über die Tugend, Demodokes, Sisyphos

Hipparchos, Minos, Alkibiades

Theages, Alkibiades II, Kleitophon

Die Nebenbuhler, Eryxias, Axiochos

Hippias I, Hippias II

Philippos aus Opus: Epinomis

Zielsetzung & Themen

Das vorliegende Werk analysiert das philosophische Gesamtwerk Platons unter dem zentralen Fokus der fundamentalen ethischen Fragestellung „Wie soll ich leben?“. Die Arbeit untersucht, wie Platon in seinen verschiedenen Dialogen versucht, den Abgrund zwischen dem menschlichen Sein, dem Urteilsvermögen und den objektiven Strukturen der Welt durch Vernunft, Mathematik und Ideenlehre zu überbrücken.

  • Die systematische Entwicklung von Platons Gerechtigkeitsbegriff in Abhängigkeit von den gesellschaftlichen und politischen Verhältnissen.
  • Die kritische Untersuchung der sophistischen Rhetorik und ihre Bedeutung für die Wahrheitsfindung.
  • Die Rolle der Erziehung, der Besonnenheit und der Mathematik als Grundlagen für eine gerechte Staatsführung.
  • Die Analyse der platonischen Dialoge hinsichtlich ihrer dialektischen Methoden und der Suche nach einer metaphysischen Begründung von Werten.

Auszug aus dem Buch

Lysis, Charmides

Sokrates erzählt, wie er den Knaben Hippothales trifft, der ihn von seiner Verliebtheit in Lysis berichtet. Sokrates tadelt ihn, daß er mit seinem überschwenglichen Lob Lysis eingebildet und hochmütig macht und will ihm die rechte Weise zu Reden vorführen. Sie treffen Lysis mit Menexenos spielend auf den Stufen eines Tempels. Menexenos wird fortgerufen und Sokrates fragt Lysis, ob ihn seine Eltern lieben und ob sie wollen das er glücklich sei. Beides bejaht er. „Scheint dir aber der glücklich zu sein, welcher dient und nichts tun darf, wozu er Lust hat? / Beim Zeus, mir nicht. / (…) Sie [deine Eltern] lassen dich also tun (…) wozu du Lust hast?“ (207e)

Das muß er verneinen: Er darf keinen Wagen selber führen und wird selbst von einem Knabenführer regiert. Lysis ist nur das erlaubt, worauf er sich versteht, darin geht es ihm nicht anders als selbst dem ältesten Sohn des Großkönigs. (209d) „Werden wir also jemanden lieb sein und wird uns jemand lieben in Hinsicht auf dasjenige, wozu wir unnütz sind? / Nicht füglich, sagte er. (…) [Dazu berichtet Sokrates] Als ich dies von ihm hörte, sah ich mich um nach den Hippothales, und beinahe hätte ich mich verredet. Denn ich war schon im Begriff, ihm zu sagen: So, o Hippothales, muß man mit dem Liebling reden, ihn demütigend und zu Ordnung bringend, nicht aber wie du, ihn aufblähend und verwöhnend.“ (210cf)

Zusammenfassung der Kapitel

Platon: Einleitende biografische Betrachtung der Familie Platons und ihres politischen Umfelds im antiken Athen.

In den letzen Jahren des peloponnesischen Krieges: Beschreibung des jugendlichen Platon und seiner Auseinandersetzung mit der sokratischen Methode sowie frühe Dialogformen.

Lysis, Charmides: Untersuchung der Themen Freundschaft und Besonnenheit anhand sokratischer Gespräche mit der Jugend Athens.

Protagoras: Analyse der sophistischen Lehren über die Lehrbarkeit der Tugend und die Bedeutung des Rechts.

Zeit der Unsicherheit: Darstellung der politischen Instabilität nach 404 v. Chr. und deren Einfluss auf Platons Dialoge.

Laches, Ion, Euthyphron, Theaetet (Ältester Teil): Dialoge über die Tugenden Tapferkeit und Frömmigkeit sowie die Natur der Erkenntnis.

Gorgias: Kritische Auseinandersetzung mit der Rhetorik und der moralischen Verantwortung des Politikers.

Apologie, Kriton: Verteidigung des Sokrates vor Gericht und sein konsequentes Festhalten an den Gesetzen trotz Todesurteils.

Große Reise und Schulgründung: Bericht über Platons Reisen nach Ägypten, Italien und Syrakus sowie die Etablierung seiner Akademie.

Menexenos: Eine satirische Auseinandersetzung mit der zeitgenössischen athenischen Leichenrede und Politik.

Timaios, Kritias: Untersuchung kosmologischer Fragen und der berühmte Mythos von Atlantis als Kritik an athenischer Machtpolitik.

Kratylos: Erörterung der sprachphilosophischen Frage nach der natürlichen Richtigkeit von Namen.

Menon: Untersuchung der Wiedererinnerung (Anamnesis) und der grundlegenden Frage nach der Lehrbarkeit der Tugend.

Die Ideenlehre: Einführung in die metaphysische Lehre Platons, die den Kern seiner reiferen Philosophie bildet.

Symposion: Eine Sammlung von Festreden über die Liebe (Eros) und ihr Streben nach Unsterblichkeit.

Phaidros: Weiterführung der Diskussion über die Liebe, Wahnsinn und die Rhetorik als Seelenführung.

Phaidon: Philosophische Betrachtung über die Unsterblichkeit der Seele im Kontext von Sokrates' Sterbestunde.

Der Staat: Platons umfassender Entwurf einer idealen Staatsverfassung basierend auf Gerechtigkeit und Vernunft.

Die letzten zwanzig Jahre: Späte philosophische Entwicklungen und Platons Auseinandersetzung mit dem Hedonismus.

Euthydemos: Kritik an sophistischen Eristik-Spielchen und Ermahnung zur wahren Philosophie.

Gesetze: Platons pragmatische Auseinandersetzung mit der Gesetzgebung und der Erziehung der Bürger.

Der siebente Brief: Ein autobiografisch bedeutsames Dokument, das Platons Scheitern in Syrakus und seine Skepsis gegenüber der Schriftlichkeit reflektiert.

Wahrscheinlich nicht von Platon stammende Werke: Kurze Vorstellung von Dialogen und Schriften, deren platonische Autorschaft zweifelhaft ist.

Schlüsselwörter

Platon, Sokrates, Gerechtigkeit, Tugend, Ideenlehre, Erkenntnistheorie, Politik, Staat, Rhetorik, Seele, Unsterblichkeit, Erziehung, Dialektik, Gesetzgebung, Philosophie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit bietet eine tiefgehende systematische Analyse des platonischen Gesamtwerks unter der Leitfrage „Wie soll ich leben?“ und untersucht dabei die ethische, politische und erkenntnistheoretische Entwicklung des Philosophen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit deckt ein breites Spektrum ab: von der politischen Philosophie und Staatskritik bis hin zu metaphysischen Fragen der Ideenlehre, der Seelenwanderung und der erkenntnistheoretischen Funktion von Mathematik und Dialektik.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, Platons Versuche zu dokumentieren, eine fundierte Begründung für menschliches Handeln zu finden, die über rein vertragliche oder rein lustorientierte Ansätze hinausgeht und eine objektive Ordnung anstrebt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine philosophische und textgeschichtliche Analyse, die die Dialoge in ihrem historischen Kontext betrachtet und systematisch auf ihre Argumentationsstruktur hin untersucht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich chronologisch und thematisch in die Analyse der frühen Sokratischen Dialoge, die metaphysischen Höhepunkte (wie den Staat und die Ideenlehre) sowie die späte Auseinandersetzung mit Gesetzgebungsfragen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Platon, Gerechtigkeit, Ideenlehre, Erkenntnis, Politik, Seele, Tugend, Dialektik, Gesetzgebung, Erziehung, Sokrates.

Wie bewertet der Autor Platons Kritik an der athenischen Politik?

Der Autor zeigt auf, dass Platon durch Mythen (wie Atlantis) und fiktive Gespräche eine bittere Abrechnung mit den Zeitgenossen und den politischen Verhältnissen Athens vornimmt, die er für das Scheitern an der Vernunft verantwortlich macht.

Warum spielt die Mathematik eine so zentrale Rolle bei Platon?

Für Platon dient die Mathematik als notwendige propädeutische Wissenschaft, die den Geist vom Sinnlich-Wahrnehmbaren zum Denken des objektiven Seienden und der Ideenwelt führt.

Welche Funktion haben die Mythen in den Dialogen?

Platon nutzt Mythen dort, wo systematische Erkenntnis oder logischer Beweis an Grenzen stoßen, um abstrakte Wahrheiten über die Seele, das Jenseits oder den Ursprung der Welt anschaulich und wirkungsmächtig zu vermitteln.

Excerpt out of 75 pages  - scroll top

Details

Title
Übersichten erhaltener Werke antiker Autoren - Band 4: Platon
Author
Hans Belde (Author)
Publication Year
2014
Pages
75
Catalog Number
V272050
ISBN (Book)
9783656641902
ISBN (eBook)
9783656641926
Language
German
Tags
übersichten werke autoren band platon
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Hans Belde (Author), 2014, Übersichten erhaltener Werke antiker Autoren - Band 4: Platon, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/272050
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