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ATP/CTP Simulation in Supply Networks

Titel: ATP/CTP Simulation in Supply Networks

Masterarbeit , 2013 , 72 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Marcel Heisig (Autor:in)

Informatik - Wirtschaftsinformatik

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Im Wettbewerb der Supply Chains konzentrieren sich Unternehmen immer stärker auf ihre Kernkompetenzen und reduzieren ihre Wertschöpfungstiefe. Das Eingehen von strategischen Kooperationen mit Zulieferern und Kunden spannt ein weit verzweigtes und mehrstufiges Beschaffungsnetzwerk. Losgelöst von der veralteten und starren Sichtweise einer Lieferkette wächst mit dem modernen Ansatz des Supply Networks die Komplexität überbetrieblicher Aktivitäten. Aufgrund einer globalen Vernetzung rückt die Informationsbereitstellung immer mehr in den Fokus der Unternehmen. Die neue Disziplin des Information Supply Chain Management hat sich etabliert. Die IT gilt als Enabler überbetrieblicher Koordination. ERP-Systeme werden mit Advanced-Planning-Systemen gekoppelt und standardisierte zwischenbetriebliche Schnittstellen gewähren eine netzweite adressatengerechte Informationsversorgung, ohne die ein flexibles Reagieren auf wechselnde Kundenbedürfnisse nicht möglich ist. Die beiden Konzepte Available to Promise und Capable to Promise dienen einer globalen Verfügbarkeitsprüfung. Advanced Available to Promise klassifiziert den ATP-Ansatz und führt durch Einbezug der Supply Chain Ressourcen und dem Generieren verlässlicher Zusagen zu einer Verbesserung der fristgerechten Lieferung. Im Sinne des SCM und eines aufgespannten Supply Networks fungieren die beiden Konzepte ATP und CTP als Koordinationsinstrumente zwischen den beteiligten Unternehmen.
Die Simulation spielt bei der Analyse von Prozessen eine große Rolle, deshalb findet diese Technik auch ihre Anwendung in der Logistik. Ein reales oder geplantes System mit seinen dynamischen, ereignisorientierten Prozessen, wird mit einem gewissen Detaillierungsgrad in einem Modell abstrahiert. In Beschaffungsnetzwerken findet die Simulation als unterstützendes Instrument ihre Anwendung bei der Entscheidungsfindung in der Planung und Koordination von Material- und Informationsflüssen.
Sofort verfügbare und aktuelle Informationen sind essentiell für den reibungslosen Ablauf unternehmensübergreifender Prozesse. In einem mehrstufigen Beschaffungsnetzwerk ermöglicht die Kopplung der IT-Systeme der Unternehmen eine adressatengerechte Informationsversorgung. Im Hinblick auf eine globale Informationsbereitstellung und Gewährleistung eines netzweiten Informationsflusses ist die Information als neuer Wettbewerbsfaktor anzusehen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Information als neuer Wettbewerbsfaktor

2 Supply Chain Management

2.1 Definition

2.2 Information Supply Chain Management

2.3 Koordination im Supply Chain Management

2.4 Supply Network

2.4.1 Herausforderungen an das Supply Chain Management

2.4.2 Rolle der IT im Supply Chain Management

3 Advanced Planning and Scheduling

3.1 Definition

3.2 Advanced Planning in Supply Networks

3.3 Globale Verfügbarkeitsprüfung

3.3.1 Available to Promise

3.3.2 Capable to Promise

3.3.3 Profitable to Promise

3.3.4 Advanced Available to Promise

4 Simulation in der Logistik

4.1 Begriffsabgrenzung

4.1.1 Simulation

4.1.2 Modellierung

4.2 Anwendungsgebiete und Ziele der Simulation

4.3 Grenzen der Simulation

4.4 Simulation in der Planung von Supply Networks

4.5 Technik zur Umsetzung von Simulationsmodellen

4.5.1 Petri-Netze

4.5.2 Simulationstool PACE

5 Simulation des ATP/CTP-Konzepts

5.1 ATP als Koordinationsinstrument

5.2 Umsetzung in ein Simulationsmodell

5.2.1 Szenario 1: Grundmodell

5.2.2 Szenario 2: Dezentrale Koordination

5.2.3 Szenario 3: Zentrale Koordination

5.2.4 Szenario 4: Dezentrale Koordination mit Teillieferungen

5.3 Auswertung der Simulationsmodelle

5.4 Erweiterungsmöglichkeiten

6 Management Summary

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Eignung der Konzepte Available to Promise (ATP) und Capable to Promise (CTP) als Koordinationsinstrumente innerhalb komplexer Supply Networks. Das primäre Ziel ist die Entwicklung eines Simulationsmodells, um das Verhalten verschiedener Akteure bei ATP/CTP-Anfragen zu analysieren und zu prüfen, inwieweit eine netzweite Informationsbereitstellung die Koordination und Effizienz verbessern kann.

  • Grundlagen des Supply Chain Managements und der Informationstransparenz
  • Methodik der Simulation in der Logistik mittels Petri-Netzen
  • Detaillierte Analyse von ATP- und CTP-Konzepten zur Verfügbarkeitsprüfung
  • Vergleichende Untersuchung verschiedener Koordinationsszenarien (zentral vs. dezentral)
  • Bewertung von Optimierungspotenzialen in Beschaffungsnetzwerken

Auszug aus dem Buch

3.3.1 Available to Promise

Dem Begriff Available to Promise werden mehrere Bedeutungen zugesprochen. Zum einen steht er für einen frei verfügbaren Bestand, auf dessen Basis eine Zu- oder Absage an eine Kundenanfrage mit einem gewünschten Liefertermin erteilt wird. Zum anderen bezeichnet er den Prozess einer Abfragefunktion im Supply Chain Management [BRET07b, S. 1]. Wie in Kapitel 3.1 erwähnt ist Available to Promise in dem Modul der globalen Verfügbarkeitsprüfung eines Advanced Planning Systems eingebettet und die direkte Schnittstelle zum Kunden [O.V.13b]. Die Überprüfung erfolgt entlang der kompletten Supply Chain, sprich über mehrere Standorte und ERP-Systeme hinweg. Dies bringt den Vorteil, dass die nach einer Kundenanfrage folgende überbetriebliche Bestands- und Terminprüfung bei Nichterfüllbarkeit durch Alternativvorschläge hinsichtlich Terminen, Produkten oder Transportmitteln ergänzt und dem Kunden als Alternativlösung unterbreitet werden kann [O.V.13b].

Available to promise im engeren Sinne ist trivial gestaltet. Die Verfügbarkeitsprüfung beschränkt sich nur auf den Lagerbestand sowie geplante Zugänge und Kundenaufträge werden nach dem first-come, first-served (FCFS) – Prinzip abgearbeitet [BRET07b, S. 4]. Werden Kriterien zum Priorisieren von Aufträgen eingeführt, beispielsweise nach Kundenbedeutung, wird ATP zu einem komplexen Verfahren. Kunden werden in unterschiedliche Hierarchiestufen eingeteilt (A, B, C-Kunde) und um Konflikte zu vermeiden, werden Bestände reserviert, was wiederum eine Prognosefähigkeit voraussetzt [BRET07b, S. 5]. Diesen Ablauf zu automatisieren ist schwierig, da viele Möglichkeiten einer Abwicklung bestehen und die Entscheidung sich auf andere Kundenstufen auswirkt. Eine höhere Servicequalität gegenüber A-Kunden bewirkt eine schlechtere Versorgung der C-Kunden [BRET07b, S. 5].

Zusammenfassung der Kapitel

1 Information als neuer Wettbewerbsfaktor: Dieses Kapitel erläutert die wachsende Bedeutung von Informationen als strategischer Rohstoff und kritischer Erfolgsfaktor in global vernetzten Wirtschaftsprozessen.

2 Supply Chain Management: Das Kapitel führt den modernen Ansatz des Supply Networks ein und diskutiert die notwendige Koordination sowie die Rolle der IT bei der Bewältigung der steigenden Komplexität in Lieferketten.

3 Advanced Planning and Scheduling: Hier werden APS-Systeme als Werkzeuge zur integrierten Planung definiert und die Konzepte Available to Promise sowie Capable to Promise als Methoden der globalen Verfügbarkeitsprüfung detailliert vorgestellt.

4 Simulation in der Logistik: Dieses Kapitel widmet sich der Simulation als Planungsinstrument, erläutert die Modellbildung mittels Petri-Netzen und beschreibt die Anwendung des Simulationstools PACE.

5 Simulation des ATP/CTP-Konzepts: Der Kernteil der Arbeit präsentiert die Entwicklung und Analyse verschiedener Simulationsszenarien zur Untersuchung des ATP-Konzepts als Instrument für eine effiziente netzweite Koordination.

6 Management Summary: Das abschließende Kapitel fasst die wesentlichen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und hebt die Bedeutung von Informationstransparenz und IT-gestützter Koordination für den Wettbewerb hervor.

Schlüsselwörter

Supply Chain Management, Supply Network, Advanced Planning and Scheduling, Simulation, ATP, CTP, Informationstransparenz, Logistik, Petri-Netze, PACE, Bestandsmanagement, Koordination, Verfügbarkeitsprüfung, Beschaffungsnetzwerk, Information Supply Chain Management

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Optimierung von Planungsprozessen in globalen Lieferketten durch den Einsatz von Simulationsmodellen und IT-gestützten Verfügbarkeitsprüfungen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Themen sind Supply Chain Management, die Anwendung von Advanced Planning and Scheduling (APS) sowie die Simulation logistischer Prozesse zur Verbesserung der Koordination.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Ziel ist die Analyse, ob und wie die Konzepte Available to Promise (ATP) und Capable to Promise (CTP) als dezentrale Koordinationsinstrumente innerhalb von Supply Networks zur Effizienzsteigerung beitragen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Untersuchung verwendet?

Die Arbeit nutzt die Technik der Simulation. Dabei werden Modelle mittels Petri-Netzen erstellt und mit dem Software-Tool PACE in verschiedenen Szenarien getestet.

Welche Inhalte werden schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen des Supply Chain Managements und APS-Systeme, die methodische Einführung in die Simulation sowie die konkrete Modellierung und Auswertung verschiedener Kooperationsszenarien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Supply Network, Simulation, ATP/CTP, Koordination, Informationstransparenz und Prozessmodellierung.

Wie unterscheidet sich "Available to Promise" (ATP) von "Capable to Promise" (CTP)?

Während ATP primär den bereits verfügbaren Lagerbestand für Kundenanfragen prüft, bezieht CTP zusätzlich freie Kapazitäten in die Planung ein, was eine dynamischere Reaktion auf neue Aufträge ermöglicht.

Was ist das zentrale Ergebnis der durchgeführten Simulations-Szenarien?

Die Simulation zeigt, dass eine koordinierte Zusammenarbeit (dezentral oder zentral) zwischen konkurrierenden Lieferanten die Lagerbestände signifikant senken und die Kundenzufriedenheit erhöhen kann, sofern ein gewisses Maß an Informationstransparenz besteht.

Warum ist das "Supply Network" ein wichtigerer Begriff als die "Lieferkette"?

Das Supply Network bildet die Realität komplexer, verflochtener Beziehungen zwischen vielen Partnern besser ab, wohingegen die klassische Lieferkette oft als zu starr und einseitig betrachtet wird.

Welche Rolle spielt die IT bei der Umsetzung dieser Konzepte?

IT-Systeme wie APS dienen als unverzichtbarer "Enabler", da sie die notwendige netzweite Transparenz und den schnellen Informationsaustausch zwischen den Akteuren erst technisch ermöglichen.

Ende der Leseprobe aus 72 Seiten  - nach oben

Details

Titel
ATP/CTP Simulation in Supply Networks
Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Note
1,3
Autor
Marcel Heisig (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
72
Katalognummer
V271759
ISBN (Buch)
9783656628507
ISBN (eBook)
9783656628521
Sprache
Deutsch
Schlagworte
atp/ctp simulation supply networks
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Marcel Heisig (Autor:in), 2013, ATP/CTP Simulation in Supply Networks, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/271759
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Leseprobe aus  72  Seiten
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