Im modernen Wirtschaftsgeschehen wird Wissen zunehmend als wettbewerbsentscheidende Ressource angesehen. Doch alle Bemühungen um Generierung und Akquisition von Wissen bleiben allein wenig sinnvoll (vgl. Nohr, 2000). Das Wissen über Absatzmärkte, Marktanteile und Mitbewerber stellt zwar einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil für ein Unternehmen dar, jedoch kann dieser nur durch den schnellen und umfassenden Zugriff auf die relevanten Informationen genutzt werden. Erschwerend wirkt sich dabei die zunehmende Informationsflut aus. So ist die verfügbare Informationsmenge in den letzten Jahren stark gewachsen, insbesondere durch das Informationsaufkommen im Internet. Darüber hinaus produzieren die Unternehmen selbst täglich neue Informationen und neues Wissen (vgl. Niethbet, 2002). Aus diesem Grund ist es notwendig eine Strukturierung der verfügbaren Informationen bzw. des verfügbaren Wissens vorzunehmen. Die entstandene Wissensstruktur kann anschließend durch so genannte Wissensstrukturkarten abgebildet werden. Dadurch können neben dem schnellen Zugriff auf Wissen auch Beziehungen, Zusammenhänge und Abhängigkeiten zwischen Sachverhalten sichtbar gemacht werden (vgl. Nohr, 2000). In dieser Arbeit wird die Entwicklung von Wissensstrukturkarten anhand eines geeigneten Vorgehensmodells beschrieben. Neben der Analyse der einzelnen Phasen wird zudem untersucht, inwieweit sich das Werkzeug OntoEdit zur Entwicklung von Wissensstrukturkarten eignet. Dieses wird durch die Entwicklung einer eigenen Wissensstrukturkarte ermittelt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Definitionen und theoretische Grundlagen
2.1 Wissensstrukturkarten
2.2 Ontologien
3 Vorgehensmodelle
3.1 Entwicklung einer Wissenskarte
3.2 Entwicklung einer Ontologie
3.3 Entwicklung einer Wissensstrukturkarte
4 Phasen und Aufgaben
4.1 Strategiephase
4.2 Analysephase
4.3 Kickoff
4.4 Verfeinerung
4.5 Evaluierung
4.6 Erweiterung & Anpassung
4.7 Zusammenfassung
5 Entwicklung einer eigenen Wissensstrukturkarte mit dem Werkzeug OntoEdit
5.1 Das Werkzeug OntoEdit
5.2 Strategiephase und Analysephase
5.3 Kickoff
5.4 Verfeinerung
5.5 Evaluierung , Erweiterung und Anpassung
6 Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung und Forschungsfragen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die methodische Entwicklung von Wissensstrukturkarten darzulegen und deren praktische Umsetzung mithilfe des Werkzeuges OntoEdit zu evaluieren. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, inwieweit sich dieses Werkzeug als Unterstützung für den Modellierungsprozess und die Formalisierung von Wissensstrukturen eignet.
- Analyse theoretischer Grundlagen zu Wissenskarten und Ontologien.
- Erarbeitung eines integrierten Vorgehensmodells zur Entwicklung von Wissensstrukturkarten.
- Detaillierte Beschreibung der Phasen im Entwicklungsprozess.
- Praktische Fallstudie zur Erstellung einer Weinontologie mit OntoEdit.
- Bewertung der Eignung und Funktionalität des Softwarewerkzeuges.
Auszug aus dem Buch
4.2 Analysephase
Aufgaben: Diese Phase dient der Erfassung des Problembereiches. Das Modell des Problembereiches ist später von entscheidender Bedeutung, weil es die Problemlösung direkt beeinflusst. Werden hier Fehlentscheidungen getroffen, muss ein erheblicher Aufwand betrieben werden, um den Fehler später wieder zu beheben. (vgl. Martinsried.com-Homepage, 2004) Die Analysephase umfasst 3 große Hauptaufgaben. Zunächst muss der Gegenstandsbereich analysiert werden. Anschließend werden die Anforderungen definiert und in einem letzten Schritt müssen Lösungsvorschläge entwickelt werden. (vgl. Düwel, 1998)
Gegenstandsbereich analysieren: Um eine Wissensstrukturkarte im Unternehmen einsetzen zu können, muss sie in die bestehende Organisation integriert werden. Deshalb ist es notwendig zu wissen, wie die Organisation aufgebaut ist und wie der Umgang mit Wissen innerhalb der Organisation gehandhabt wird. So muss zunächst die Unternehmensstruktur (funktional, divisional, Matrixorganisation) ermittelt werden, denn diese beeinflusst die Sicht der Mitarbeiter auf das im Unternehmen vorhandene Wissen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Arbeit motiviert die Bedeutung von Wissensmanagement im modernen Wirtschaftsleben und stellt die Zielsetzung der Entwicklung von Wissensstrukturkarten vor.
2 Definitionen und theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Wissensstrukturkarten und Ontologien und zeigt deren wechselseitige Bedeutung auf.
3 Vorgehensmodelle: Hier werden bestehende Modelle zur Entwicklung von Wissenskarten und Ontologien diskutiert und zu einem integrierten Modell für Wissensstrukturkarten zusammengeführt.
4 Phasen und Aufgaben: Dieses Kapitel erläutert detailliert die einzelnen Projektschritte von der Strategie- und Analysephase bis hin zur Erweiterung und Instandhaltung.
5 Entwicklung einer eigenen Wissensstrukturkarte mit dem Werkzeug OntoEdit: Die praktische Anwendung wird anhand des Beispiels einer Weinontologie und des Werkzeuges OntoEdit aufgezeigt und analysiert.
6 Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert zukünftige Herausforderungen hinsichtlich Standardisierung und Werkzeugunterstützung.
Schlüsselwörter
Wissensmanagement, Wissensstrukturkarten, Ontologien, Wissenskarten, OntoEdit, Vorgehensmodell, Wissensmodellierung, Wissensrepräsentation, Semantic Web, Informationstechnik, Wissensdomänen, Wissensstrukturierung, Wissensbestand, Formalisierung, Wissensakquisition.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der systematischen Entwicklung von Wissensstrukturkarten und der praktischen Anwendung von IT-Werkzeugen zur Visualisierung und Formalisierung von Wissen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Kerngebiete umfassen das Wissensmanagement, die Ontologie-Entwicklung sowie die Anwendung von Vorgehensmodellen zur Erstellung strukturierter Wissenslandkarten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Entwicklungsprozess von Wissensstrukturkarten zu strukturieren und die Praxistauglichkeit des Werkzeuges OntoEdit für diesen Prozess kritisch zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse zu Vorgehensmodellen sowie einer praktischen Fallstudie, in der ein eigener Prototyp (Weinontologie) entwickelt und evaluiert wurde.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Phasenbeschreibung der Entwicklung und die empirische Analyse des Werkzeuges OntoEdit anhand einer konkreten Implementierung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Ontologien, Wissensstrukturkarten, OntoEdit, Wissensmanagement und Modellierung.
Warum wurde das Beispiel einer Weinontologie gewählt?
Das Thema Wein dient als praxisnahes, überschaubares Beispiel, um die Erstellung von Konzepten, Instanzen und Relationen innerhalb von OntoEdit ohne übermäßige Komplexität zu demonstrieren.
Welche Einschränkungen beim Werkzeug OntoEdit nennt der Autor?
Der Autor stellt fest, dass OntoEdit primär für die Formalisierung eingesetzt wird und in den frühen Phasen wie der Strategie- oder Analysephase keine direkte Unterstützung bietet, wobei zudem einige spezifische Plug-ins für eine vollständige Prozessbegleitung fehlten.
- Quote paper
- Dipl.-Wirtsch.-Inf. Matthias Bauer (Author), 2004, Entwicklung von Wissensstrukturkarten am Beispiel des Werkzeuges OntoEdit, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/27146