Die Rollenbilder von Frauen in den 20er Jahren, sowie die Frau im Beruf, in der Ehe und Familie und als Verführerin werden erläutert. Es folgt eine Charakterisierung von Doris, sowie eine Erläuterung, inwieweit Doris der neuen Frauenrolle entspricht. Ein Schlusswort fasst die wesentlichen Aspekte und Ergebnisse zusammen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Rollenbilder von Frauen in den 20er Jahren
2.1 Die Frau im Beruf
2.2 Die Frau in der Ehe und Familie
2.3 Die Frau als Verführerin
3. Die kunstseidene Doris
3.1 Charakterisierung von Doris
3.2 „Inwieweit entspricht Doris der Neuen Frauen?“
4. Schlusswort
5. Literaturverzeichnis:
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Frauenbild der Weimarer Republik am Beispiel der Romanfigur Doris aus Irmgard Keuns „Das kunstseidene Mädchen“. Ziel ist es, zu analysieren, inwieweit die Protagonistin den Anforderungen und dem Konzept der „Neuen Frau“ jener Zeit tatsächlich gerecht wird oder ob ihre Identifikation damit lediglich oberflächlich bleibt.
- Historische Einordnung der „Neuen Frau“ in den 1920er Jahren.
- Rollenbilder: Frau im Beruf, Ehe/Familie und als Verführerin.
- Detaillierte Charakterisierung von Doris als Protagonistin.
- Analyse der Diskrepanz zwischen öffentlichem Auftreten und inneren Werten.
- Synthese der Ergebnisse im Kontext des historischen Wandels.
Auszug aus dem Buch
Charakterisierung von Doris
Zu Beginn des Romans lebt die 18-jährige Protagonistin der Romanhandlung, Doris, in Köln gemeinsam mit ihren Eltern. Doris kommt aus ärmlichen Verhältnissen, denn ihre Mutter arbeitet als Garderobiere am Theater und ihr Vater ist arbeitslos. Doris fühlt sich als etwas Besonderes, was gleich im ersten Satz des Romans deutlich wird: „Das war gestern abend so um zwölf, da fühlte ich, daß etwas Großartiges in mir vorging.“ (KM, S. 7).
Weiterhin, fühlt sie, dass sie „ganz verschieden von anderen Mädchen [sei].“ (KM, S.8). Sie ist nämlich lebenshungrig und sehnt sich nach einem Leben wie Kino. Daher „will [sie ihr Tagebuch] schreiben wie Film, denn so ist [ihr] Leben und wird noch mehr so sein.“ (KM, S. 8).
Zu Doris Äußerem ist zu sagen, dass sie ihrer eigenen Ansicht nach Ähnlichkeit mit der Schauspielerin Colleen Moore hat „wenn sie Dauerwellen hätte und die Nase mehr schick ein bißchen nach oben.“ (KM, S. 8).
Ferner arbeitet Doris, als Stenotypistin in einer Anwaltskanzlei, ist aber mit ihrer Arbeitsstelle unzufrieden. Das liegt einerseits daran, dass Doris weder ein ehrgeiziger Mensch ist, noch aus Freude ihren Beruf ausübt, sondern nur aus Habgier, da ihrer Meinung nach „Geld kriegen einem mit am meisten gut tut.“ (KM, S. 10). Andererseits liegt es daran, dass Doris, bedingt durch ihre soziale Herkunft, über keine gute Allgemeinbildung verfügt, worüber sie sich durchaus bewusst ist. „Ich weiß ja, dass ich dumm bin.“ (KM, S. 40), heißt es in Doris Tagebuch.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel verortet den Roman historisch in der Weimarer Republik und führt in die Fragestellung zur Rolle der „Neuen Frau“ ein.
2. Rollenbilder von Frauen in den 20er Jahren: Hier werden die drei Kernkonzepte der berufstätigen Frau, der Frau in der Familie und der Verführerin theoretisch definiert und erläutert.
3. Die kunstseidene Doris: Das Hauptkapitel analysiert die Romanfigur Doris sowie ihre Übereinstimmungen und Brüche mit dem Leitbild der „Neuen Frau“.
4. Schlusswort: Das Fazit stellt fest, dass das Konzept der „Neuen Frau“ in der Realität der 30er Jahre bereits wieder an Bedeutung verloren hatte und Doris eine komplexe, widersprüchliche Figur bleibt.
5. Literaturverzeichnis:: Dieses Verzeichnis listet sämtliche verwendete Primär- und Sekundärquellen der Arbeit auf.
Schlüsselwörter
Weimarer Republik, Irmgard Keun, Das kunstseidene Mädchen, Neue Frau, Frauenrolle, 20er Jahre, Rollenbilder, Literaturanalyse, Doris, Geschlechtermoral, Emanzipation, Identität, Sozialer Aufstieg, Moderne, Weiblichkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Hausarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Frauenbild in der Weimarer Republik und vergleicht dieses mit der Romanfigur Doris aus dem Werk „Das kunstseidene Mädchen“ von Irmgard Keun.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind das historische Konzept der „Neuen Frau“, die verschiedenen gesellschaftlichen Rollenbilder der 1920er Jahre sowie die literarische Analyse der Protagonistin.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, inwieweit Doris den Anforderungen und dem Zeitgeist der „Neuen Frau“ tatsächlich entspricht oder ob ihr Streben nur ein oberflächliches Konstrukt ist.
Welche wissenschaftliche Methode wurde angewandt?
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Roman in einen historischen Kontext setzt und unter Zuhilfenahme von Sekundärliteratur interpretiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Rollenbilder (Beruf, Familie, Verführerin) dargelegt, gefolgt von einer tiefgehenden Charakterisierung der Figur Doris.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie „Neue Frau“, „Weimarer Republik“, „Irmgard Keun“, „Frauenrolle“ und „Identitätssuche“ definieren.
Warum versucht Doris, ihre bürgerliche Herkunft zu verbergen?
Doris strebt nach dem Ideal des „Glanzes“ und möchte aus ihren ärmlichen Verhältnissen entkommen, um in der Gesellschaft aufzusteigen und nicht mehr als minderwertig angesehen zu werden.
Inwiefern zeigt Doris am Ende des Romans eine persönliche Entwicklung?
Doris erkennt durch ihre Beziehung zu Ernst und das Scheitern ihrer Träume, dass materielle Dinge wie der „Glanz“ weniger wichtig sind als menschliche Geborgenheit, auch wenn ihre persönliche Zukunft am Ende ungewiss bleibt.
- Quote paper
- Hendrik Kahlbach (Author), 2012, Das "kunstseidene Mädchen" Doris bei Irmgard Keun, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/271094