Um langfristig ein Produktdesign bzw. ein Marketingkonzept effektiv zu gestalten, darf die Embodimentperspektive nicht ausgeklammert werden.
Um ein effektives Embodiment betreiben zu können, müssen verschiedene Rahmenbedingungen erfüllt werden.
Diese Arbeit hat sich zum Ziel gesetzt, diese darzustellen. Die Arbeit beschreibt, wie wichtig der Körper im Zusammenhang mit Marketing ist und dass der Körper zu weitaus mehr fähig ist, als man denkt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Ausgangssituation und Problemstellung:
1.2 Zielsetzung und Forschungsfragen
1.3 Methodik der Arbeit
1.4 Aufbau der Arbeit
2 Definitionen und Konzept
2.1 Definition von Embodiment
2.2 Das Konzept Embodiment
3 Psychologische Forschungsansätze
3.1 Körper und Psyche
3.1.1 Paul Eckman und das Facial Feedback
3.1.2 Körperhaltung und Emotion
3.1.3 Kopfbewegung und Einstellung
3.2 Abschließendes
4 Embodiment im Marketing
4.1 Die geheime Sprache der Produkte
4.2 Handlungen sind Codes
4.3 Marken sind Objekte
4.4 Packvertising
4.5 Die Codes der Verpackung zielgenau steuern
5 Conclusio
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Bedeutung des Körpers im Kontext von Marketingprozessen zu untersuchen und aufzuzeigen, wie Embodiment-Prinzipien effektiv in der Produkt- und Markenkommunikation eingesetzt werden können, um das Kaufverhalten positiv zu beeinflussen.
- Grundlagen des Embodiment-Konzepts
- Psychologische Wechselwirkungen zwischen Körper und Geist
- Einfluss motorischer Abläufe auf Emotionen und Einstellungen
- Strategische Anwendung von Produkt-Codes im Marketing
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Paul Eckman und das Facial Feedback
Durch Zufall stießen Paul Eckman und sein Kollege Wally Friesen auf eine erstaunliche Entdeckung, als sie gemeinsam die Techniken für das FACS (Facial Action Coding System) begründeten. Das FACS wurde von den Psychologen genuin dazu entwickelt, um Gesichtsbewegungen zu vermessen.
Sie waren derart perfektionistisch, dass sie nicht davor zurückschreckten, Nadeln in die eigene Gesichtshaut zu bohren um spezielle Muskeln durch Elektrostimulation zum Kontrahieren zu bringen, um einen speziellen Gesichtsausdruck herzustellen. Eckman (2003) hält fest über 10000 Gesichtsausdrücke entdeckt zu haben.
Das Erstaunliche daran war allerdings, dass Eckman, sobald er einen bestimmten Gesichtsausdruck herstellen konnte, ebenfalls eine bestimmte Emotion hervorgerufen werden konnte. Friesen bestätigte diesen Zusammenhang, der in der gleichen Art und Weise, wie bei Eckman auftrat. Eckman selbst versicherte: „our crazy idea that simply making expressions would produce changes in peoples autonomic nervous system.“ (2003, S.36).
Diese erstaunliche Beobachtung trieb ihn an, sich weiterhin diesem Zusammenhang zu widmen und so nannte er das Phänomen, Emotionen willentlich zu erschaffen das „Facial feedback“. Die Hypothese impliziert, dass durch das gezielte Anspannen von bestimmten Muskelpartien im Gesicht die passende Emotion im Gehirn ausgelöst wird. Dieses Resultat konnte in zahlreichen Studien nachgewiesen werden. (vgl. Storch, S.40)
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Beleuchtet die vernachlässigte Rolle des Körpers in der Marketingkommunikation und definiert das Ziel, Embodiment als Einflussfaktor auf das Kaufverhalten zu analysieren.
2 Definitionen und Konzept: Erläutert das theoretische Fundament von Embodiment und die untrennbare Wechselwirkung zwischen Körper und Psyche.
3 Psychologische Forschungsansätze: Präsentiert zentrale Studien zur Verbindung von Motorik, Mimik und Haltung mit emotionalen Zuständen und Einstellungen.
4 Embodiment im Marketing: Überträgt die psychologischen Erkenntnisse auf die Praxis, insbesondere auf die Wirkung von Verpackungsdesign und Produktgestaltung.
5 Conclusio: Fasst die Relevanz des Körpers für Marketingaktivitäten zusammen und plädiert dafür, den Konsumenten nicht nur mental, sondern auch körperlich anzusprechen.
Schlüsselwörter
Embodiment, Marketing, Psychologie, Produktkommunikation, Körperhaltung, Mimik, Emotionen, Facial Feedback, Kaufverhalten, Verpackungsdesign, Konsument, Mentale Konzepte, Leib-Seele-Problem, Markenkommunikation, Gehirnaktivierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die wissenschaftliche Perspektive des Embodiments und deren Anwendungsmöglichkeiten im Bereich Marketing.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die psychologische Wechselwirkung zwischen Körper und Psyche sowie die Bedeutung des körperlichen Erlebens für die Produkt- und Markenkommunikation.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Produkte und deren Präsentation durch Embodiment-Prinzipien gestaltet werden können, um unbewusste Entscheidungsprozesse der Konsumenten gezielt zu beeinflussen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer intensiven Literaturrecherche wissenschaftlicher Texte, Fachbücher und internationaler Studien zur Embodiment-Forschung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, psychologische Forschungsansätze zur Verbindung von Körper und Geist sowie die spezifische Anwendung dieser Erkenntnisse im Marketing-Mix.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Embodiment, Produktkommunikation, Facial Feedback, Konsumentenpsychologie und kognitive Prozesse.
Was bedeutet "Facial Feedback" in diesem Kontext?
Es beschreibt das Phänomen, dass das willentliche Anspannen bestimmter Gesichtsmuskeln dazu führt, dass die entsprechende Emotion im Gehirn ausgelöst wird.
Wie beeinflusst das Verpackungsdesign laut der Arbeit den Kauf?
Die Gestaltung einer Verpackung (Farben, Formen, Platzierung) kann beim Konsumenten unbewusste motorische Programme aktivieren, die eine Kaufentscheidung entweder fördern oder hemmen können.
Kann der Körper durch das Marketing beeinflusst werden?
Ja, durch gezielte Reize, die eine bestimmte Körperreaktion (wie Kopfnicken oder eine bestimmte Haltung) hervorrufen, kann die Einstellung gegenüber einem Produkt oder einer Marke positiv beeinflusst werden.
- Quote paper
- Lukas Sticksel (Author), 2013, Embodiment und Marketing, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/270864