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Chartres: Der Schöpfungszyklus des mittleren Portals (Marienportal) der Nordvorhalle

Title: Chartres: Der Schöpfungszyklus des mittleren Portals (Marienportal) der Nordvorhalle

Term Paper (Advanced seminar) , 2012 , 54 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Ann-Sophie Parker (Author)

Art - Architecture / History of Construction

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Summary Excerpt Details

Am 11. Juni 1194 entstand, zufolge wissenschaftlichen Überlieferung, ein Großbrand in der Stadt Chartres und zerstörte einen Großteil der dort ansässigen Kathedrale. Nur die Kirchenfront und ihre Krypta blieben von den Flammen bewahrt. Wie aus zeitgemäßen Urschriften abzuleiten ist, betrauerte man keinesfalls nur die Schädigung der Kirche. Man bangte außerdem das Flammenmeer habe jene Überreste zunichtemachte, die der Region bisher ihre Stellung als Wallfahrtsort unangreifbar machte: Ein Hemd, von dem man unterstellte, dass es damals die Ehrwürdige Jungfrau Maria besessen habe. Bis zum Augenblick des Feuers wurde diese Reliquie in der Krypta der Kirche sichergestellt und sollte dereinst intakt wieder entdeckt werden. Retrospektiv würde es spärlich verblüffen, wenn eine Stadt, anschließend sie abermalig von massiven Bränden gepeinigt wurde, sich in eine schöpferische Entkräftung desertierte. In der Problematik von Chartres war diesbezüglich überhaupt nichts zu beobachten. Im Gegensatz, man erachtete den Brand als ein heiliges Mittel, als ein Zeichen dahingehend, dass die Heilige Jungfrau einer voluminöseren Kathedrale benötigte. Infolgedessen machte man sich geschwind wiederholt an die Aufgabe. Das Resultat ist eine Konstruktion, die ebenfalls gegenwärtig noch zu einem der beachtlichsten Mariendenkmäler Frankreichs gehört.

Obwohl es keine schriftlichen Informationsquellen existieren, die uns einen treuen Auskunft über den exakten Bauprozess der Kirche zeigen könnte, wissen wir dank des Chronisten Guillaume le Breton Bescheid, dass die Bauarbeiten schon 1220 die Kathedrale größtenteils beendet wurden.

In meiner Arbeit möchte ich den Genesiszyklus an den Archivolten der Nordvorhalle näher beschreiben, analysieren und auf einige daraus resultierenden Fragestellungen eingehen. Bedeutend für jeglichen Auslegungen ist, dass es sich bei den ersten beiden Artikeln der Genesis keineswegs um einen beispiellosen, stetig stringenten Erzählzusammenhang geht, jedoch um zwei unterschiedliche Darlegungen, die durchaus nicht auf Anhieb zusammen in Gleichförmigkeit zu schaffen sind. Gleich zu Anfang möchte ich deshalb betonen, dass die zu bearbeitende Thematik vielfältig und weitreichend ist. Eine weitere intensivere Bearbeitung von bestehenden Fragestellungen würde den Rahmen der Arbeit sprengen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Zum Anliegen

2. Die Vorhallen

3. Die Darstellung der Schöpferfiguren der Genesisarchivolten in Chartres

4. Der erste Tag der Schöpfung

5. Der "Fremdling" (2. Bildstein, linke Archivolte)

6. Offene Fragen

7. Auf den Punkt gebracht

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die künstlerische Gestaltung des Schöpfungsaktes an der Genesisarchivolte der Kathedrale von Chartres. Ziel ist es, die ikonographische Bedeutung der Schöpferfiguren zu analysieren und im Vergleich zu anderen sakralen Werken, wie der Cotton Genesis oder den Mosaiken von San Marco, eine Einschätzung über die theologischen, pragmatischen und künstlerisch-ästhetischen Aspekte der Portalgestaltung vorzunehmen.

  • Architektur und Funktion mittelalterlicher Vorhallen
  • Ikonographie der Schöpfergestalten in Chartres
  • Vergleichende Analyse der Darstellung des ersten Schöpfungstages
  • Deutung der "Fremdling"-Figur als Denkfigur oder ruhender Gott
  • Einfluss der Kathedralschule von Chartres auf die bildhauerische Formensprache

Auszug aus dem Buch

3. Die Darstellung der Schöpferfiguren der Genesisarchivolten in Chartres:

Der Zyklus der Weltschöpfung wird in zwei nebeneinanderlaufenden Archivolten dargestellt: Außen befindet sich der Schöpfer und innen nimmt der Wille des Schöpfers Gestalt an. Die Bogensteine sind konkav ausgerichtet.17

Die Schöpferfiguren agieren durch ihre Gesten. Büchsel gruppiert deshalb die Figuren des Portals auf der Grundlage von drei Grundschemata der Gestik. Diese nachfolgenden drei Typen der Gestaltungsform wurden vorrangig bei romanischen Schöpferdarstellungen verwendet:

Zum einen existierte die Form der Darstellung von frontalen Figuren. Die Gestik der beiden Hände ist identisch bzw. ihr wird nicht eine bedeutungsdifferenzierende Unterscheidung beigemessen. Der Schwerpunkt der Drapierung des Gewandes wird zudem auf die Mittelachse der Figur gelegt.

Zum anderen gibt es auch eine Darstellungsweise, die anhand der unterschiedlichen Gesten bei den Schöpferfiguren eine Differenzierung ausdrückt. Die Intention des Sinngehalts wird durch die Komposition der Querfalten des Gewandes veranschaulicht. Hauptaugenmerk bilden dabei die Faltenwürfe des Gewandstücks, die besonders von den Knien ausgehen.

Ein drittes charakteristisches romanisches Schema ist die Schöpferdarstellung im Dreiviertelprofil mit überschlagenen Beinen. Auf diesen Typus griff zum Beispiel noch das Hiob-Salomo Portal von Chartres zurück. Durch den Ausdruck der Gestik wird hierbei besonders die Dynamik betont.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Zum Anliegen: Diese Einleitung erläutert die Bedeutung der Schöpfungsthematik im Christentum und führt die Kathedrale von Chartres als primäres Forschungsobjekt für die Untersuchung künstlerischer Gestaltung ein.

2. Die Vorhallen: Das Kapitel beleuchtet die historische Entwicklung und die vielfältigen Funktionen von Vorhallen in der sakralen Architektur vom alten Ägypten bis hin zum Mittelalter.

3. Die Darstellung der Schöpferfiguren der Genesisarchivolten in Chartres: Hier werden die spezifischen Gestaltungsschemata der Schöpferfiguren analysiert, wobei besonders die Bedeutung von Gestik, Haltung und Faltenwurf hervorgehoben wird.

4. Der erste Tag der Schöpfung: Die Untersuchung konzentriert sich auf die spezifische Darstellung des ersten Schöpfungstages und diskutiert die ikonographische Eigenheit der wellenförmigen "fluktuierenden Masse" als Chaos-Darstellung.

5. Der "Fremdling" (2. Bildstein, linke Archivolte): Dieses Kapitel analysiert eine rätselhafte, melancholisch wirkende Figur, deren Interpretation als ruhender Gott oder Denkerfigur kritisch diskutiert wird.

6. Offene Fragen: Hier wird die Frage nach dem Einfluss des Pariser Stils und der Rolle der Kathedralschule auf die künstlerische Ausführung des Portals sowie die Methodik der Interpretation von Archivoltenreliefs erörtert.

7. Auf den Punkt gebracht: Das abschließende Kapitel fasst die Entwicklung der mittelalterlichen Bildhauerei zusammen und betont die Bedeutung von Chartres als wegweisendes Beispiel für ein theologisch geschlossenes Bildprogramm.

Schlüsselwörter

Chartres, Kathedrale, Genesisarchivolte, Schöpfungsakt, Mittelalter, Skulptur, Sakralbau, Ikonographie, Gestik, Stilistik, Hexaemeron, Vorhalle, Schöpferfigur, Buchillustration, labor Dei

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der künstlerischen und ikonographischen Darstellung der Weltschöpfung an der mittleren Nordvorhalle der Kathedrale von Chartres.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die Architekturgeschichte der Vorhallen, die Analyse spätromanischer und frühgotischer Skulpturengestaltung sowie die Verknüpfung von theologischen Inhalten mit künstlerischen Ausdrucksmitteln.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Es soll untersucht werden, inwieweit inhaltliche, pragmatische oder rein ästhetische Aspekte die Gestaltung des Marienportals in Chartres beeinflusst haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine kunsthistorische Untersuchung, die auf Vergleichen mit anderen Kunstwerken (z.B. Cotton Genesis, Mosaike von San Marco) und der Analyse fachwissenschaftlicher Literatur basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die Gestaltung der Schöpferfiguren, die Besonderheiten bei der Darstellung des ersten Schöpfungstages und die Interpretation der rätselhaften "Fremdling"-Figur.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die zentralen Begriffe sind Kathedrale von Chartres, Schöpfungszyklus, Genesisarchivolte, romanische und gotische Stilistik sowie ikonographische Programmatik.

Welche Bedeutung hat die sogenannte "fluktuierende Masse" bei der Darstellung des Schöpfers?

Die wellenförmige Masse stellt nach Auffassung der Autorin das Chaos dar, auf dem Gott thront, bevor die Welt und der Himmel erschaffen wurden.

Wie wird die Figur des "Fremdlings" interpretiert?

Die Figur wird als ein in sich gekehrter, melancholischer Charakter verstanden, wobei die Forschung zwischen der Darstellung des ruhenden Gottes nach dem Schöpfungsakt und einer philosophischen "Denkerfigur" diskutiert.

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Details

Title
Chartres: Der Schöpfungszyklus des mittleren Portals (Marienportal) der Nordvorhalle
College
University of Frankfurt (Main)  (Kunstgeschichtliches Institut (Fachbereich 9))
Course
Zu Adam und Eva. Bilderzählungen von Schöpfung und Sündenfall
Grade
2,0
Author
Ann-Sophie Parker (Author)
Publication Year
2012
Pages
54
Catalog Number
V270743
ISBN (Book)
9783656623793
ISBN (eBook)
9783656623809
Language
German
Tags
Adam Eva Schöpfung Sündenfall Chartres Genesiszyklus Nordvorhalle Genesis
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ann-Sophie Parker (Author), 2012, Chartres: Der Schöpfungszyklus des mittleren Portals (Marienportal) der Nordvorhalle, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/270743
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