Die folgende Facharbeit soll die Frage klären, warum der kubanische Sport international so erfolgreich geworden ist.
Es ist immer wieder erstaunlich zu sehen, dass karibische Inseln wie Jamaica und Kuba bestimmte Sportarten komplett dominieren, obwohl sie verglichen mit Deutschland dreieinhalb Mal kleiner sind, nur ein Achtel der Einwohnerzahl haben und zu den Entwicklungsländern zählen. Die finanziellen Mittel müssten daher viel geringer sein und trotzdem sind Kuba und Jamaica im ewigen Medaillenspiegel der Olympischen Spiele in den Sportarten Leichtathletik und Boxen an der Weltspitze.
Deshalb untersucht die folgende Facharbeit am Beispiel Kubas die Aspekte sportliche Entwicklung des Landes, Doping und genetische Vorteile der Sportler auf die Frage hin, ob diese für den sportlichen Erfolg mit verantwortlich gemacht werden können.
Im ersten Teil der Facharbeit geht es um die Entwicklung des kubanischen Sportes durch die kubanische Revolution und darum, ob die dadurch entstandenen Veränderungen als Begründung für den sportlichen Erfolg herangezogen werden können.
Im weiteren Verlauf wird geklärt, ob die Verabreichung illegaler, leistungssteigernder Substanzen mit dazu beigetragen haben könnte, dass Kuba von Jahr zu Jahr besser bei olympischen Spielen und anderen Wettbewerben abschneidet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung in das Thema der Facharbeit
2. Sportarten auf Kuba
2.1. Situation vor der Kubanischen Revolution
2.2. Situation nach der Revolution
2.3. Staatliche Förderungen des Sportes
3. Illegale Dopingmethoden als Erfolgsrezept?
4. Genetische Veranlagung
4.1. Natürliche Selektion
4.2. Künstliche Selektion und Trainingsgegebenheiten
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Facharbeit untersucht die Gründe für den bemerkenswerten Erfolg kubanischer Sportler im internationalen Vergleich, indem sie das Zusammenspiel von staatlicher Sportförderung, möglichen Dopingpraktiken und genetischen Voraussetzungen analysiert.
- Entwicklung des kubanischen Sports nach der Revolution
- Strukturen und Effekte der staatlichen Sportförderung
- Kritische Auseinandersetzung mit staatlich finanzierten Dopingkontrollen
- Einfluss genetischer Faktoren wie Muskelfaserverteilung und Körperbau
- Rolle der künstlichen Selektion durch das Trainingssystem
Auszug aus dem Buch
4.1. Natürliche Selektion
Betrachtet man das Erbgut der karibischen bzw. kubanischen Sportler, entdeckt man ein Gen, dass für die Produktion des Proteins Actinen A zuständig ist. Dieses Protein bremst die Ansammlung von Milchsäure, die normalerweise schnell in ermüdeten und unterversorgten Muskeln entsteht. Durch die verlangsamte Ansammlung der Milchsäure in den Muskeln kann der Läufer der Erschöpfung länger wiederstehen.
Karibische Sportler können mit gleicher Sauerstoffmenge etwa zehn Prozent weiter laufen als Europäer weil sie mehr dieser leistungssteigernden Proteine besitzen. 17
Da sich dieses Protein als Vorteil für die Bewohner der karibischen Inseln erwiesen hat, wurde dieses Gen von Generation zu Generation weitervererbt. Aufgrund der geographischen Begebenheit, dass Kuba eine Insel ist, wurde der Genpool der Bewohner von außen kaum negativ beeinflusst. Weil sportlicher Erfolg auf Kuba seit Beginn an eines der wichtigsten Möglichkeiten ist, um gesellschaftliche Akzeptanz zu bekommen, wird das beste Erbgut mit hoher Wahrscheinlichkeit weitervererbt.
Auf Kuba könnte man aufgrund dieser Tatsachen von einer natürlichen, gerichteten Selektion sprechen, da das Erbgut des sportlich Erfolgreichsten weitergegeben wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung in das Thema der Facharbeit: Hier wird die Forschungsfrage dargelegt, warum Kuba trotz geringer finanzieller Mittel im Weltsport so erfolgreich ist, und der methodische Aufbau der Arbeit erläutert.
2. Sportarten auf Kuba: Dieses Kapitel beschreibt die historische Entwicklung des Sports auf Kuba von vor der Revolution bis zur Etablierung moderner, staatlich gelenkter Strukturen.
3. Illegale Dopingmethoden als Erfolgsrezept?: Der Abschnitt befasst sich kritisch mit der Frage, ob staatlich finanzierte Dopingkontrollen tatsächlich unabhängig sind oder zur Vertuschung von Leistungssteigerung dienen.
4. Genetische Veranlagung: Hier werden physiologische und genetische Faktoren analysiert, die karibische Sportler im Vergleich zu Europäern bei bestimmten Disziplinen bevorteilen könnten.
5. Fazit: Die Arbeit resümiert, dass der sportliche Erfolg Kubas ein Resultat aus systematischer Förderung, genetischer Begabung und fragwürdigen Dopingpraktiken ist.
Schlüsselwörter
Kuba, Sportförderung, Leistungssport, Olympische Spiele, Doping, Genetik, Natürliche Selektion, INDER, Sportgeschichte, Körperbau, Trainingsintensität, Leistungsfähigkeit, Sportnation, Boxen, Leichtathletik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Ursachen für die internationale Dominanz Kubas in verschiedenen Sportarten und hinterfragt, ob dies auf natürliche Vorteile oder staatliche Lenkung zurückzuführen ist.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themenfelder umfassen die historische Entwicklung des kubanischen Sports, staatliche Investitionen, die Problematik von Doping im staatlichen Kontext sowie genetische Aspekte.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu analysieren, ob der sportliche Erfolg Kubas auf legitime staatliche Förderung, den Einsatz illegaler Substanzen oder genetische Vorteile der Athleten zurückzuführen ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse und den Vergleich historischer sowie sportwissenschaftlicher Daten, um die Erfolgsparameter des kubanischen Sports zu identifizieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Entwicklung, die staatliche Förderung, die kritische Betrachtung des Doping-Labors und die wissenschaftliche Auswertung genetischer Faktoren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kuba, Leistungssport, Sportförderung, Dopingkontrolle, Genetik, Natürliche Selektion und internationale Wettbewerbsfähigkeit.
Wie bewertet der Autor die Rolle des Staates bei Dopingkontrollen?
Der Autor steht den staatlichen Dopingkontrollen skeptisch gegenüber, da das Anti-Doping-Labor vollständig von der Regierung finanziert wird, was ein hohes Risiko für Interessenkonflikte und Vertuschungen birgt.
Welche Rolle spielt der "höhere Körperschwerpunkt" laut der Studie?
Er wird als ambivalentes Merkmal beschrieben: Er bietet Vorteile im Laufsport durch physikalische Schwerpunktsverlagerung, wirkt sich jedoch nachteilig auf die Schwimmgeschwindigkeit aus.
Wie wird die "Ghetto Theorie" im Text erklärt?
Sie beschreibt den Sport als einen der wenigen Wege für Menschen aus armen Verhältnissen auf Kuba, um gesellschaftlichen und finanziellen Aufstieg zu erreichen, was zu extremem Trainingsehrgeiz führt.
- Quote paper
- Max Waier (Author), 2013, Kubanische Sportler. Erfolg durch staatliche Förderung, Doping oder genetische Vorteile, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/270634