Durch die Kombination von Mundart und Hochsprache in seinen Stücken erreicht Polt sein gesamtes, auch nicht baierisch-sprechendes Publikum, aus welchem sich niemand von Polts oft heftigen Schimpfreden persönlich angegriffen fühlen muss, da der Künstler durch den Dialekt in die Rolle des kleinen Bayern schlüpft, der liebenswürdig und findig zugleich seine Meinung kundtut.
Inhaltsverzeichnis
1. Ausverkaufte Auftritte von Polt
2. Kurze Biografie von Gerhard Polt
3. Der baierische Dialekt
4. Sprachwissenschaftliche Analyse von „Drecksbagage“
4.1 Lexik
4.1.1 Definition
4.1.2 Typisch baierische Lexik
4.1.3 Lexik bei Polt
4.1.3.1 Verwendung typisch baierischer Ausdrücke
4.1.3.2 Verwendung von Fremdwörtern, Fachvokabular und fremdsprachlichen Begriffen
4.1.3.3 Fazit
4.2 Syntax
4.2.1 Definition
4.2.2 Typisch baierische Syntax
4.2.3 Syntax bei Polt
4.2.3.1 Weil-Konstrukt
4.2.3.2 Unterbrochene Satzstrukturen
4.2.3.3 Fazit
4.3 Morphologie
4.3.1 Definition
4.3.2 Typisch baierische Morphologie
4.3.3 Morphologie bei Polt
4.3.3.1 Häufiger Artikelgebrauch
4.3.3.2 Inkonsequente Zeitenverwendung
4.3.3.3 Fazit
5. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den spezifischen Sprachgebrauch des Kabarettisten Gerhard Polt in seinem Buch „Drecksbagage“. Dabei steht die wissenschaftliche Analyse seiner sprachlichen Gestaltungsmittel aus dialektaler Sicht im Fokus, um aufzuzeigen, wie Polt durch die bewusste Verwendung baierischer Elemente gezielt humoristische und kritische Effekte bei seinem Publikum erzielt.
- Lexikalische Besonderheiten und die Verwendung von Dialektismen bei Gerhard Polt.
- Syntax und parataktische Strukturen als Mittel zur Charakterisierung.
- Morphologische Eigenheiten im Kontext des baierischen Sprachgebrauchs.
- Die Funktion von Dialekt als humoristisches und kritisches Ausdrucksmittel im Kabarett.
- Untersuchung der Gratwanderung zwischen Hochsprache und Dialekt.
Auszug aus dem Buch
4.2.3.1 Weil-Konstrukt
Was bei Gerhard Polts Satzstellung dem Leser schon beim ersten Lesen ins Auge springt und deswegen auch näher zu erläuternder Punkt für diese Seminararbeit ausgewählt wurde, ist die Verwendung der Konjunktion weil. Polt verwendet diese Konjunktion selten als Einleitung einer Hypotaxe, wie es im Hochdeutschen üblich ist, sondern führt seinen Satz dann mit einem parataktischen Satzbau weiter:
„Ich wollte mal so einen privat engagieren, weil, ich bin durchaus ein Besserverdiener [Herv. d. d. Verf.] [...]“
„Er ist auf den Balken hinaus, weil, da hat er ein Bierdepot gehabt [Herv. d. d. Verf.].“
Auch verwendet Polt weil zuweilen direkt am Satzanfang, obwohl es sich eigentlich um eine unterordnende Konjunktion handelt:
„Weil [Herv. d. d. Verf.], da sieht man ja nicht, was drin ist.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Ausverkaufte Auftritte von Polt: Einführung in die Relevanz von Gerhard Polts Werk und Erläuterung der Motivation, seine Texte unter sprachwissenschaftlichen Gesichtspunkten zu betrachten.
2. Kurze Biografie von Gerhard Polt: Ein Überblick über den Lebensweg und die Karriere des Kabarettisten, um seine Verbindung zur bayerischen Heimat zu verdeutlichen.
3. Der baierische Dialekt: Theoretische Abgrenzung und Definition des baierischen Sprachraums sowie Erläuterung typischer Merkmale, die den Dialekt von der Hochsprache unterscheiden.
4. Sprachwissenschaftliche Analyse von „Drecksbagage“: Der Hauptteil, in dem Lexik, Syntax und Morphologie detailliert analysiert und auf ihre spezifische Anwendung bei Polt geprüft werden.
5. Zusammenfassung: Abschlussbetrachtung, die resümiert, wie Polt den Dialekt als bewusstes Stilmittel einsetzt, um sein Publikum zu unterhalten und gesellschaftliche Kritik zu üben.
Schlüsselwörter
Gerhard Polt, Drecksbagage, Baierischer Dialekt, Sprachwissenschaft, Lexik, Syntax, Morphologie, Kabarett, Sprachgebrauch, Mundart, Hochsprache, Sprachanalyse, Parataxe, Humor.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den Sprachgebrauch von Gerhard Polt in seinem Buch „Drecksbagage“ aus einer linguistischen Perspektive.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Untersuchung?
Die zentralen Themen sind die Lexik, die Syntax und die Morphologie des Baierischen, wie sie sich in Polts geschriebenen Texten widerspiegeln.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Polt durch die gezielte Mischung von Dialekt und Hochsprache seine kabarettistischen Charaktere formt und gesellschaftliche Botschaften transportiert.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine deskriptive, linguistische Analyse, die verschiedene sprachliche Merkmale anhand von Beispielen aus dem Originalwerk kategorisiert und interpretiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die drei Bereiche Lexik (Wortschatz), Syntax (Satzbau) und Morphologie (Formenlehre), wobei jeweils zuerst die allgemeinen dialektalen Regeln und anschließend die Anwendung bei Polt untersucht werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Zu den Kernbegriffen gehören Gerhard Polt, Baierischer Dialekt, Sprachanalyse, Humor und Kabarett.
Wie geht Polt mit dem „Weil-Konstrukt“ in seinen Texten um?
Polt verwendet die Konjunktion „weil“ häufig parataktisch statt hypotaktisch, indem er den Nebensatz als Hauptsatz weiterführt oder die Konjunktion sogar an den Satzanfang stellt.
Welche Rolle spielt der Fremdwortgebrauch bei Polt?
Polt nutzt Fremdwörter oft, um einen Kontrast zwischen den Figuren und ihrem Bildungsanspruch zu erzeugen, was häufig eine Form von Spott gegenüber dem bildungsbürgerlichen Sprachgebrauch darstellt.
Warum verwendet Polt inkonsequente Zeitenformen?
Diese Inkonsequenz dient dazu, das Erzähltempo und die Unmittelbarkeit der gesprochenen Sprache zu imitieren und das Bild eines „simplen Menschen“ zu unterstützen, der sich in der Erzählung verstrickt.
Welchen Effekt hat die Verwendung des Dialekts bei Polt?
Der Dialekt ermöglicht es Polt, sowohl Dialektsprecher als auch Nicht-Dialektsprecher anzusprechen, die Emotionen seiner Charaktere zu verstärken und seine gesellschaftskritischen Botschaften wirkungsvoll zu vermitteln.
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- Natascha Hendel (Author), 2011, Sprachwissenschaftliche Analyse des Mundsprachewerkes "Drecksbagage" von Gerhard Polt, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/270387