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Akademikerinnen in prekären Beschäftigungsverhältnissen

Die Zufriedenheit im Berufsleben

Title: Akademikerinnen in prekären Beschäftigungsverhältnissen

Term Paper (Advanced seminar) , 2013 , 24 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Carina Gante (Author)

Sociology - Work, Education, Organisation

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Summary Excerpt Details

Diese Arbeit untersucht die Ausprägung von Akademikerinnen in prekären Beschäftigungsverhältnissen, dies geschieht im Vergleich zu Akademikern und zu geringer qualifizierten Frauen. Die wichtigsten Theorien zu dieser Fragestellung sind die Segmentationstheorie, die Schwelle des Unternehmergeists und das Castelsche Zonenmodell. Die empirische Analyse beruht auf Daten des Sozioökonomischen Panels und stellt den Personengruppen die Variablen Lohn, Employmentstatus, Be- fristung und Zufriedenheit gegenüber. Dies geschieht über Häufigkeitsverteilungen, Mittelwertvergleiche und Kreuztabellen. Die Hypothese, dass Akademikerinnen öfter als Akademiker in prekären Beschäftigungsverhältnissen arbeiten, bestätigt sich wie die Vermutung, dass hochqualifizierte Frauen unzufriedener in einem prekären Beschäftigungsverhältnis sind als geringer qualifizierte Frauen. Ebenso wird die Hypothese zur höheren Beschäftigungsstabilität von hochqualifizierten Frauen bestätigt, eine Falsifizierung der 4. Hypothese zur Lebenszufriedenheit muss jedoch erfolgen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Frauen mit akademischen Abschlüssen häufiger als Akademiker mit prekären Erwerbs- und Lebenssituationen konfrontiert werden und dass der höchst zu erreichende Abschluss in Deutschland nicht ausreicht, um vor Prekarität geschützt zu sein.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Erklärungen und Definitionen

2.1 Normalarbeitsverhältnis

2.2 Prekarität und atypische Beschäftigung

2.3 Segmentationstheorie

2.4 Geschlechtersegregation

2.5 Castelsches Zonenmodell

2.6 Die Schwelle des Unternehmergeists

2.7 Befristung

3. Methoden

3.1 Daten und Datenbasis

3.2 Operationalisierung und univariate Auswertung

3.3 Bivariate Analyse

4. Ergebnisse

5. Schlussfolgerungen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwiefern hochqualifizierte Frauen von prekären Beschäftigungsverhältnissen betroffen sind und inwieweit sich dies auf ihre Lebens- und Arbeitszufriedenheit auswirkt, wobei ein Vergleich zu männlichen Akademikern sowie zu geringer qualifizierten Frauen gezogen wird.

  • Prekäre Beschäftigungsformen bei Akademikerinnen
  • Arbeitsmarktsegmentation und Geschlechtersegregation
  • Einfluss der Qualifikation auf die Arbeitsplatzstabilität
  • Zufriedenheitsdimensionen in atypischen Beschäftigungsverhältnissen
  • Zukunftserwartungen und Prekaritätsrisiken

Auszug aus dem Buch

2.6 Die Schwelle des Unternehmergeists

Die Schwelle des Unternehmergeists sagt aus dass hochqualifizierte Personen durch den Flexibilitätsgewinn, den sie aufgrund geringerer Arbeitsstunden haben, den Autonomiegewinn und den Freizeitgewinn sowie die Selbstentfaltungsmöglichkeiten als durchaus positiv erleben (vgl. Dörre 2007, S.66). Ebenso können neben der Qualifizierung auch das Alter und die Erwartungshaltungen einer Person zur positiven Bewertung der Flexibilität beitragen. Diese Theorie ist das Fundament für die zweite und vierte Hypothese, welche verschiedene Zufriedenheitsdimensionen überprüfen. „Selbstmanager“ können durch ein Polster an monetären, sozialen und Qualifikationsressourcen einem Abstieg in die Zone der Verwundbarkeit ausweichen (vgl. Dörre 2007, S.65). Für die Individuen, die oben benannten Merkmale erfüllen, wäre eine Befristung nicht mit Unsicherheit und Belastung verbunden.

„Das Marktparadigma wird zum individuellen Freiheitsgewinn“ (Dörre 2007, S.66). Akademiker bewerten laut Dörre ihre befristeten Arbeitsverträge nicht als prekäre, sondern als flexible Beschäftigung. Aufgrund ihres Strebens nach Selbstverwirklichung und interessanten Arbeitsinhalten akzeptieren sie die Unsicherheiten und die Instabilität des Beschäftigungsverhältnisses. Dörre (2007, S.66) sagt aber auch, dass die positiven Merkmale der flexiblen Arbeitsverhältnisse nur wertgeschätzt werden, wenn die „materiellen Existenzbedingungen“ dies zulassen. Ansonsten sei auch bei Individuen in Normalarbeitsverhältnissen Angst vor Arbeitslosigkeit und sozialem Abstieg vorhanden. Boltanski und Chiapello (2006, S.134) benennen die Flexibilisierung akademischer Erwerbstätigkeit als „die Freiheit der neuen Welt“, dem entgegen sagt Bröckling (2007), dass Projekttätigkeiten auch als Leben mit Befristungen wahrgenommen werden können. Zu den Faktoren, wie Befristungen von Individuen wahrgenommen werden und wie diese mit den Befristungen umgehen, zählen vor allem die bisher gemachten lebensweltlichen Erfahrungen, die Erwerbsbiografie, individuelle Kompetenzen und das Lebensalter (vgl. Dörre 2007, S. 58).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Problematik prekärer Beschäftigungsverhältnisse und die Relevanz der Untersuchung für hochqualifizierte Frauen im deutschen Arbeitsmarkt.

2. Theoretische Erklärungen und Definitionen: Darstellung der zentralen Theorien wie der Segmentationstheorie, dem Castelschen Zonenmodell und dem Konzept der Schwelle des Unternehmergeists zur Einordnung von Prekarität.

3. Methoden: Erläuterung der empirischen Vorgehensweise auf Basis des Sozioökonomischen Panels (SOEP) und der Operationalisierung von Prekaritätsmerkmalen wie Stundenlohn und Befristung.

4. Ergebnisse: Präsentation der Analyseergebnisse, die zeigen, dass Akademikerinnen häufiger prekär beschäftigt sind und eine geringere Zufriedenheit als geringer qualifizierte Frauen aufweisen.

5. Schlussfolgerungen: Zusammenführende Diskussion der Ergebnisse, die bestätigt, dass akademische Bildung keinen vollständigen Schutz vor Prekarität bietet und politische Interventionen erforderlich sind.

Schlüsselwörter

Akademikerinnen, Prekarität, Arbeitsmarktsegmentation, atypische Beschäftigung, Normalarbeitsverhältnis, Sozioökonomisches Panel, Befristung, Geschlechtersegregation, Lebenszufriedenheit, Arbeitsplatzstabilität, Unternehmergeist, Prekarisierungsforschung, Beschäftigungsrisiken, Lohndifferenz, Arbeitsmarktflexibilisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Situation von Akademikerinnen in prekären Beschäftigungsverhältnissen und untersucht, wie sich dieser Status auf deren Zufriedenheit und Lebensplanung auswirkt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Abkehr vom Normalarbeitsverhältnis, die Arbeitsmarktsegmentation nach Geschlechtern und der Vergleich zwischen hoch- und geringqualifizierten Erwerbspersonen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu überprüfen, ob Prekarisierung auch in hochqualifizierte Bildungsschichten eingedrungen ist und welche geschlechtsspezifischen Unterschiede dabei bestehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine quantitative empirische Analyse, die auf Sekundärdaten des Sozioökonomischen Panels (SOEP) aus dem Jahr 2011 basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil umfasst die theoretische Fundierung, die methodische Operationalisierung der Prekaritätsvariablen sowie die statistische Auswertung der Hypothesen mittels Häufigkeitsverteilungen und t-Tests.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Akademikerinnen, Prekarität, Arbeitsmarktsegmentation, atypische Beschäftigung und Beschäftigungsstabilität.

Bestätigt die Arbeit die Hypothese, dass Akademikerinnen unzufriedener sind als geringer qualifizierte Frauen?

Ja, die Analyse zeigt, dass Akademikerinnen in prekären Verhältnissen mit ihrem Lohn und ihrer Arbeit signifikant unzufriedener sind als geringer qualifizierte Frauen in vergleichbaren Lagen.

Wie bewerten Akademikerinnen laut der Studie ihre befristeten Verträge?

Die Studie greift auf die Theorie des „Unternehmergeists“ zurück: Akademiker sehen Befristungen oft eher als flexible Beschäftigungsform zur Selbstverwirklichung, solange die materiellen Existenzbedingungen dies erlauben.

Wie sehen die Zukunftserwartungen von Akademikerinnen in prekären Verhältnissen aus?

Entgegen der ursprünglichen Hypothese einer sinkenden Lebenszufriedenheit zeigt sich eine leichte Tendenz zur Verbesserung, was auf die Hoffnung der Betroffenen hindeutet, in der Zukunft von der Flexibilität profitieren zu können.

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Details

Title
Akademikerinnen in prekären Beschäftigungsverhältnissen
Subtitle
Die Zufriedenheit im Berufsleben
College
University of Hamburg  (Sozialökonomie)
Course
Empirisches Praktikum Wirtschaft/Arbeit
Grade
2,3
Author
Carina Gante (Author)
Publication Year
2013
Pages
24
Catalog Number
V270284
ISBN (Book)
9783656615965
ISBN (eBook)
9783656616054
Language
German
Tags
akademikerinnen beschäftigungsverhältnissen zufriedenheit berufsleben
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Carina Gante (Author), 2013, Akademikerinnen in prekären Beschäftigungsverhältnissen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/270284
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