Die Wissenschaft spricht von zwei unterschiedlichen Betrachtungsweisen. Die einen sehen Unternehmen in einem globalen Wirtschaftsumfeld mit unabhängigem Umweltsystem, welches sie unaufhörlich abnützen und ausbeuten können. Die anderen sehen Unternehmen in einem Umweltsystem, mit tiefgreifenden ökologischen Konsequenzen (Jennings/Zandbergen 1995, S. 1015). Egal welche Betrachtungsweise von Unternehmen ursprünglich angestrebt wurde – die veränderte ökologisch nachhaltige Sensibilität ihrer Anspruchsgruppen lässt ihnen wenig Spielraum. Damit Unternehmen in Zukunft ein nachhaltiges Wachstum verbuchen, müssen sie neben technologisch innovativen Aspekten auch ökologisch nachhaltige Faktoren in ihr Handeln einbeziehen (Tisdell 1991, S. S. 211). Zwanzig Jahre sind seit Tisdell‟s Feststellung vergangen – verändert hat sich am allgemeinen Zuspruch seiner Überlegung wenig. Im Gegenteil, er ist stärker denn je. Unternehmen werden heutzutage durch ökologisch nachhaltige Aspekte öffentlich bewertet, wie das „"Fortune 500“ – Ranking oder das "Imageprofil“ – Ranking der Zeitschrift „"manager magazin“ zeigt. Aufgrund der heutigen Wettbewerbsmärkte sind Unternehmen gezwungen ihr ökologisch nachhaltiges Handeln auch über eine immaterielle und emotionale Ebene an ihre Anspruchsgruppen zu kommunizieren – via Unternehmensimage. Doch wie bilden Unternehmen ein ökologisch nachhaltiges Unternehmensimage? Welche Gestaltungsfaktoren sind dabei zu betrachten? Können Unternehmen ihr Image überhaupt beeinflussen? Und wenn ja, wie ist es aufgebaut und welche Hürden sind dabei zu nehmen? Diese Fragestellungen stellen die Basis folgender Arbeit dar. Dafür werden in Kapitel 2 die theoretischen Grundlagen zum Aufbau einer Imageformation untersucht. Die genauen Einflussfaktoren werden aufgeschlüsselt und deren Feedbackeffekte betrachtet. Kapitel 3 konzentriert sich speziell auf die Herausforderungen und Barrieren der Imagegestaltung von Unternehmen. Dabei ist der Fokus auf eine rein ökologisch nachhaltige Unternehmensimageformation gerichtet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen und Zusammenhänge eines Unternehmensimages
2.1 Aufbau eines Unternehmensimages
2.2 Gestaltungsprozess eines Unternehmensimages
2.2.1 Gestaltungsfaktoren für das Unternehmensimage der internen Anspruchsgruppe Mitarbeiter
2.2.2 Gestaltungsfaktoren für das Unternehmensimage externer Anspruchsgruppen
3. Die ökologisch nachhaltige Imageformation von Unternehmen mit Fokus auf ihre Gestaltungsbarrieren
3.1 Gestaltungsschwierigkeiten einer ökologisch nachhaltigen Unternehmensidentität
3.2 Hindernisse einer ökologischen Strategieimplementierung mit Fokus auf das Unternehmensimage
3.3 Kommunikationspolitik und Markenimage als einflussnehmende Faktoren eines ökologisch nachhaltigen Unternehmensimages
4. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die komplexen Herausforderungen bei der Gestaltung eines ökologisch nachhaltigen Unternehmensimages. Im Fokus steht die Frage, wie Unternehmen trotz interner und externer Barrieren eine konsistente ökologische Identität aufbauen, diese strategisch implementieren und erfolgreich gegenüber ihren Anspruchsgruppen kommunizieren können.
- Wissenschaftliche Grundlagen der Imagebildung und des Gestaltungsprozesses
- Herausforderungen bei der Implementierung ökologischer Strategien
- Bedeutung der Organisationskultur und Mitarbeiteridentifikation
- Rolle der Kommunikationspolitik und Markenführung im ökologischen Kontext
- Analyse von Feedbackeffekten zwischen internen und externen Anspruchsgruppen
Auszug aus dem Buch
Die ökologisch nachhaltige Imageformation von Unternehmen mit Fokus auf ihre Gestaltungsbarrieren
Unternehmen sehen sich mit einer verstärkt ökologisch nachhaltigen Wertevorstellung ihrer Anspruchsgruppen konfrontiert (Schultz et al. 2005, S. 470). Um ihr ethisches Image zu wahren und auszuweiten ist den internen und externen Anspruchsgruppen Gehör zu bieten (Berry/Rondinelli 1998, S. 39). Diese äußern ihre ökologisch nachhaltigen Bedenken und Interessen mittels direktem Handeln, Druck oder Informationsträgern (Henriques/Sadorsky 1999, S. 89). Dabei können drei Äußerungsformen mit direkter und indirekter Wirkung auf Unternehmen unterschieden werden. Das konformitätsbasierte Umweltbewusstsein äußert sich in Gesetzen, Verwaltungsvorschriften und Gerichtsbeschlüssen, welche die ökologische Haltung und nachhaltigen Bedenken der Gesellschaft untermauern (Post/Altman 1994, S. 64).
Das marktgesteuerte und wertegetriebene Umweltbewusstsein stellt ein direktes Handlungsmittel für Anspruchsgruppen dar (Hockerts 2001, S. 8). Durch den verbesserten Informationszugang, sowie neue Medien und einflussreichen Organisationen, wie bspw. NGOs, haben Konsumenten eine neue Sensibilität bezüglich ihrer moralischen Verantwortung entwickelt (Pruzan 2001, S. 51). Bei maximaler Eskalationsstufe können Unternehmen in ihrer ökonomischen Nachhaltigkeit und ihrem imagebeeinflussenden Ansehen durch bspw. boykottierende Kunden, streikende Mitarbeiter und demonstrierende Umweltgruppierungen getroffen werden (Hockerts 2001, S. 8). Angespornt diese Imagekrisen zu verhindern, sowie durch die öffentliche Nachfrage, staatlichen Vorschriften, Imagegestaltungsprozessen und Geschäftsvorteilen implementieren immer mehr Unternehmen ökologisch nachhaltige Regularien in ihr Managementkonzept (Guimaraes/Liska 1995, S. 10). Dabei stellen unterschiedliche Anforderungen von Anspruchsgruppen eine enorme Herausforderung für die Managementgestaltung des Unternehmensimages dar (Dowling 2001, S. 29).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der ökologisch nachhaltigen Imagebildung ein und definiert die zentralen Forschungsfragen der Arbeit.
2. Theoretische Grundlagen und Zusammenhänge eines Unternehmensimages: Das Kapitel erläutert den Aufbau und den Managementprozess von Unternehmensimages sowie die Rolle interner und externer Anspruchsgruppen.
3. Die ökologisch nachhaltige Imageformation von Unternehmen mit Fokus auf ihre Gestaltungsbarrieren: Hier werden die spezifischen Hürden, strategischen Schwierigkeiten und kommunikativen Herausforderungen bei der Umsetzung einer ökologischen Positionierung analysiert.
4. Schlussbetrachtung: Dieses Kapitel fasst die zentralen Ergebnisse zusammen, beleuchtet Limitationen der Arbeit und weist auf zukünftigen Forschungsbedarf hin.
Schlüsselwörter
Unternehmensimage, ökologische Nachhaltigkeit, Imageformation, Anspruchsgruppen, Markenidentität, Umweltmanagement, Organisationskultur, Kommunikationspolitik, Strategieimplementierung, CSR, Unternehmenskommunikation, Stakeholder, Nachhaltigkeitsstrategie, Markenarchitektur, Krisenmanagement
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelor-Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Herausforderung für Unternehmen, ein glaubwürdiges und ökologisch nachhaltiges Unternehmensimage in einem dynamischen Marktumfeld zu gestalten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit verknüpft Theorieansätze des strategischen Managements und der Imagebildung mit den speziellen Erfordernissen ökologischer Nachhaltigkeit und unternehmerischer Verantwortung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Barrieren und Gestaltungsfaktoren für ein nachhaltiges Unternehmensimage zu identifizieren und aufzuzeigen, wie Unternehmen ihre Strategien und Kommunikation anpassen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Es handelt sich um eine theoretisch-konzeptionelle Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und der Auswertung bestehender Management-Modelle basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen des Image-Managements und eine spezifische Analyse der Hürden bei der ökologischen Strategieumsetzung sowie der Bedeutung von Kommunikation und Markenführung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Unternehmensimage, ökologische Nachhaltigkeit, Stakeholder-Management, Markenidentität und proaktive Umweltstrategien charakterisiert.
Inwiefern beeinflussen Mitarbeiter das ökologische Image?
Mitarbeiter fungieren als Identitätsträger und Multiplikatoren; ihre Identifikation mit den gelebten Unternehmenswerten ist entscheidend für ein authentisches, nach außen kommuniziertes ökologisches Image.
Welche Rolle spielt die Krisenkommunikation bei diesem Thema?
Krisen können bei Missmanagement oder falschen Informationen zu massiven Imageschäden führen; daher ist Aufrichtigkeit und Reue im Sinne eines verantwortungsvollen Krisenmanagements essenziell für den Erhalt der Glaubwürdigkeit.
- Arbeit zitieren
- Judith Rathke (Autor:in), 2011, Alles wird grün: Herausforderungen bei der Gestaltung eines ökologisch nachhaltigen Images von Unternehmen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/269032