Politik und Medien stehen in einer symbiotischen Beziehung zueinander. Die Medien berichten über politische Ereignisse, aktuelle politische Probleme oder sogar über Polit-Skandale im Kollektiv oder eines einzelnen Politikers. Die Politik und die politischen Akteure verwenden gleichzeitig die Macht und den Adressatenkreis der Medien um Aufmerksamkeit und Bekanntheit zu erlangen und die Politikverdrossenheit innerhalb der Gesellschaft zu umgehen. Die vorliegende Hausarbeit wird sich dementsprechend mit dem Verhältnis von Politik und Medien befassen und dabei vor allem den zunehmenden Trend der Amerikanisierung im deutschen Wahlkampf in den Blick nehmen und anhand von Fallbeispielen zu erläutern versuchen. Anhand dieser Überlegungen ergibt sich folgender Titel:
Partein und Politainment - Wahlkampf im Wandel.
Forschungsschwerpunkt der Arbeit bildet die Rolle und die Einflussnahme der Medien in dem Wandlungsprozess des Wahlkampfes. Daraus resultierend ergibt sich folgende Forschungsfrage für die vorliegende Hausarbeit:
Welche Rolle übernehmen die Medien in der modernen Wahlkampfführung und welche Möglichkeiten ergeben sich hieraus für die Parteien?
Bei der Bearbeitung werden zunächst die Begriffe Politainment, Wahlkampf und Medienwahlkampf genauer erläutert und definiert um einen simplen aber gleichzeitig elementaren Einstieg in das Thema zu gewähren. Nach Beendigung des definitorisch-erläuternden Teiles, der quasi einleitenden Charakter besitzt, beginnt der Hauptteil. Im Hauptteil werden die Besonderheiten des amerikanischen Wahlkampfes aufgegriffen und mit dem deutschen verglichen und analytisch gegenüber gestellt. Dabei werden die Strategien des modernen Wahlkampfes (Personalisierung, Privatisierung und negative campaigning“) besonders fokussiert.
Der analytische Teil beschäftigt sich abschließend mit den Wahlkampfjahren 2002, 2005, 2009 und prognostisch mit 2013. Anhand dieser Wahlkämpfe für den deutschen Bundestag soll aufgezeigt werden, in welcher Weise sich der Wahlkampf und die jeweiligen Kampagnen in knapp 10 Jahren entwickelten und wo die Reise eventuell noch hinführen könnte.
In einem abschließenden Fazit werden die Ergebnisse der Arbeit schließlich zusammengefasst und resümiert. Nach Möglichkeit lässt sich die eingangs gestellte Forschungsfrage abschließend beantworten. Eventuelle Prognosen über die zukünftigen Entwicklun
Inhaltsverzeichnis
1.) Einleitung
2.) Politainment
3.) Wahlkampf als Begriff
3.1.) Medienwahlkämpfe
3.2.) Strategien des neuen Wahlkampfes
3.1.1.) Personalisierung
3.1.2.) Privatisierung
3.1.3 Negative Campaigning
4.) Amerikanisierung
5.) Wahlkampfjahre im Vergleich
5.1.) Bundestagswahl 2002
5.2.) Bundestagswahl 2005
5.3.) Bundestagswahl 2009
5.4. Bundestagswahl 2013
6.) Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis von Politik und Medien sowie den zunehmenden Trend zur Amerikanisierung im deutschen Wahlkampf. Dabei wird der Frage nachgegangen, welche Rolle die Medien in der modernen Wahlkampfführung einnehmen und welche Handlungsmöglichkeiten sich daraus für die politischen Akteure ergeben.
- Politainment als prägender Faktor der modernen politischen Kultur
- Wandel vom klassischen Parteienwahlkampf zum modernen Medienwahlkampf
- Analyse der Strategien Personalisierung, Privatisierung und Negative Campaigning
- Vergleich der Bundestagswahlkämpfe 2002, 2005, 2009 und 2013
- Einfluss der Amerikanisierung auf die Professionalisierung deutscher Kampagnen
Auszug aus dem Buch
3.1.1.) Personalisierung
„Schon seit den 50er Jahren gehört Personalisierung zur Strategie bei bundesdeutschen Wahlkämpfen, wird den „Spitzenkandidaten“ ein Potenzial zur Stimmenmaximierung eingeräumt, und zwar durchaus nicht unter ferner liefen“ (Berg 2002: 147).
Die Wahlkämpfe werden dementsprechend heutzutage immer mehr auf einzelne Personen „zugeschnitten“ (Holtz-Bacha 2006: 11ff.). Bei Bundestagswahlen in Deutschland wird neben dem Direktkandidaten, eine Partei gewählt, vertreten durch eine Landesliste von möglichen Abgeordneten. Es ist also, anders als beispielsweise in Amerika, nicht möglich den zukünftigen Regierungschef, direkt zu wählen. Für die Wähler ist es jedoch einfacher, gewisse Politikinhalte und Botschaften mit einem Gesicht zu verbinden, weshalb die Parteien einen Wahlkampf vermehrt auf einen Spitzenkandidaten aufbauen. Bislang war es eher selten, dass das Private im Wahlkampf eine übergeordnete Rolle spielt. Das Publikum wird allerdings immer voyeuristischer und giert geradezu nach Spektakulärem aus dem Privatleben der Politik Prominenz. Bedingt durch diese Entwicklung, ist es für den Spitzenkandidaten notwendig, für den Wähler durchsichtig zu werden, um den Erfolg -die Stimmenmaximierung- zu erreichen.
Dem Medienapparat in der Bundesrepublik wird dabei eine besonders tragende Rolle zugesprochen, da somit der Prozess der Wahlkampfführung transparenter und gleichzeitig auch demokratisch kontrollierbar gestaltet wird. Für bestimmte Kandidaten, die den Umgang mit den Medien perfektionieren und eine gewisse Symbiose eingehen, mag diese Entwicklung einen großen Vorteil mit sich bringen. Anders betrachtet bleibt allerdings festzustellen, dass die tatsächliche fachliche Kompetenz eines Kandidaten immer mehr in den Hintergrund rückt und das Wahlverhalten der Bürger beeinflusst wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1.) Einleitung: Einführung in die symbiotische Beziehung von Politik und Medien sowie Darlegung der Forschungsfrage zur Rolle der Medien in modernen Wahlkämpfen.
2.) Politainment: Definition des Begriffs Politainment und Erläuterung der beiden Wirkungsebenen unterhaltende Politik und politische Unterhaltung.
3.) Wahlkampf als Begriff: Einordnung des Begriffs Wahlkampf in der Politikwissenschaft und Erläuterung der Stimmenmaximierung als Primärziel.
3.1.) Medienwahlkämpfe: Analyse der massenmedialen Einflüsse auf die Wahlkampfführung und der Möglichkeiten der Einflussnahme durch Paid und Free Media.
3.2.) Strategien des neuen Wahlkampfes: Einleitung in die neuen, ergänzenden Strategien des modernen Wahlkampfes unter dem Einfluss von Fernsehen, Radio und Internet.
3.1.1.) Personalisierung: Untersuchung der Fokussierung auf Spitzenkandidaten und deren Auswirkungen auf das Wählerverhalten und die Transparenz.
3.1.2.) Privatisierung: Darstellung der Strategie, Politiker nahbarer durch die Einbindung privater Aspekte in die Kampagne zu machen.
3.1.3 Negative Campaigning: Erörterung der Strategie, durch Angriffe auf den politischen Gegner eigenes Vertrauen zu festigen.
4.) Amerikanisierung: Untersuchung des Einflusses amerikanischer Wahlkampfmethoden auf deutsche Kampagnen und der Bedeutung von spin doctors.
5.) Wahlkampfjahre im Vergleich: Einleitende Betrachtung der Kampagnenentwicklung und der Bedeutung von Kampagneninstrumenten.
5.1.) Bundestagswahl 2002: Analyse des Professionalisierungsschubs und der Einführung von TV-Duellen als elementarer Baustein.
5.2.) Bundestagswahl 2005: Untersuchung der Auswirkungen des unerwarteten Wahlkampfs und der Medienrolle bei dem ersten TV-Duell mit Angela Merkel.
5.3.) Bundestagswahl 2009: Darstellung der fehlenden Inszenierung im Vergleich zur Obama-Kampagne und der Bedeutung situativer Faktoren.
5.4. Bundestagswahl 2013: Analyse des Wahlkampfs unter Einbeziehung von Social Media und der Personalisierung auf die Amtsinhaberin.
6.) Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Trends Amerikanisierung, Personalisierung, Privatisierung und Professionalisierung in der deutschen Wahlkampfführung.
Schlüsselwörter
Wahlkampf, Medien, Politik, Politainment, Amerikanisierung, Personalisierung, Privatisierung, Professionalisierung, Stimmenmaximierung, Bundestagswahl, TV-Duell, Kampagne, Spin Doctors, Medienwahlkampf, Imagepolitik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Wandel der Wahlkampfführung in Deutschland und analysiert, wie Medien und moderne Strategien die politische Kommunikation und den Erfolg von Parteien beeinflussen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder sind die Rolle der Medien, das Phänomen Politainment sowie die zunehmende Amerikanisierung deutscher Wahlkämpfe durch Strategien wie Personalisierung und Privatisierung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Die Forschungsfrage lautet: „Welche Rolle übernehmen die Medien in der modernen Wahlkampfführung und welche Möglichkeiten ergeben sich hieraus für die Parteien?“
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine politikwissenschaftliche Analyse und vergleicht verschiedene deutsche Bundestagswahlkämpfe (2002–2013), um die Entwicklung der Kampagnenstrategien zu belegen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu modernen Wahlkampfstrategien und einen analytischen Teil, in dem konkrete Wahljahre auf ihre medialen und strategischen Aspekte hin untersucht werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen neben Wahlkampf und Medien vor allem die Amerikanisierung, das Politainment sowie spezifische Strategien wie das Negative Campaigning.
Welchen Einfluss hatte der US-Wahlkampf 2008 auf Deutschland?
Obwohl nach dem Erfolg Barack Obamas große Erwartungen an eine Amerikanisierung des Wahlkampfs 2009 in Deutschland bestanden, zeigte sich in der Praxis ein Stagnieren der entsprechenden Methoden.
Warum ist ein komplett amerikanisierter Wahlkampf in Deutschland unwahrscheinlich?
Aufgrund des Wahlsystems (keine Direktwahl des Regierungschefs) und der historischen Erfahrungen mit der Fixierung auf einzelne Führungspersönlichkeiten stößt das amerikanische Modell in der deutschen Bevölkerung eher auf Skepsis.
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- Dennis Bleck (Author), 2013, Parteien und Politainment. Die Personalisierung des Wahlkampfes in den Medien, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/268972