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Zur Shop-Startseite › Geschichte Deutschlands - Nachkriegszeit, Kalter Krieg

Die politische Rolle des Sports im SED-Staat DDR

Titel: Die politische Rolle des Sports im SED-Staat DDR

Facharbeit (Schule) , 2011 , 46 Seiten

Autor:in: Teddy Seck (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - Nachkriegszeit, Kalter Krieg

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

„Für Sport wurde in der DDR immer viel getan, mehr als in der BRD“, das habe ich von meinen Verwandten oft gehört. Die gesamte Familie meiner Mutter lebt in der ehemaligen DDR und viele sind noch in der DDR zur Schule gegangen oder haben dort studiert. Deswegen haben sich bei gegenseitigen Besuchen Gespräche oft auf die Lebens- und Arbeitsbedingungen in der DDR bezogen. Über das Thema „Sport“ bekam ich einen leichteren Einstieg in das schwierige Thema des anderen „sozialistischen“ Deutschlands, da aktiver Sport zu meinen Hauptinteressen gehört.
In den letzten fünf Jahren gab es auffallend viele Medienberichte über den Leistungssport in der DDR und über die Aufbereitung der allmählich bekannt gewordenen Dopingskandale. Im „Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig“ hat die „Stiftung Haus der Geschichte“ am 25.11.2009 eine interessante Ausstellung zum Thema Sport im geteilten Deutschland unter dem Titel: „Wir gegen uns“ eröffnet. Im Zusammenhang mit dieser eindrucksvoll gestalteten Auseinandersetzung mit der 40-jährigen DDR-Sportgeschichte wurde im Deutschlandfunk am 26.01.2010 eine brisante Diskussion zwischen Opfern und Tätern (Medizinern und Trainern) zum Thema „Doping in der DDR“ übertragen. In dieser Podiumsdiskussion kam auch ein Sportler - selbst Dopingopfer – zu Wort, der vor allem darauf hinwies, dass die meisten einstigen Täter und Mitwisser des DDR-Dopings ihre Taten bis heute nicht eingestanden hätten, auch seien sie kaum zur Verantwortung gezogen worden. Demnach wurden viele der Höchstleistungen von DDR Spitzensportlern nur über ein staatlich verordnetes „Leistungsdoping“ erreicht.
Bei einem zweiten Besuch in Leipzig, im Oktober 2011, hatte ich die Chance, im Zeitgeschichtlichen Forum und im ehemaligen Sportmedizinischen Institut auf dem Gelände des Sportforums Leipzig selbst Gespräche mit Zeitzeugen zu führen, die mir helfen könnten, die Frage zu beantworten, weshalb das SED-Regime in der DDR mit Sport Politik machen wollte – und das mit allen Mitteln. Diese andere Seite der Medaille hat mich stutzig gemacht und dazu veranlasst, diesen Widerspruch zu unter-suchen, auch unter dem Aspekt, welche Rolle der Breitensport dabei spielte.

Leseprobe


Gliederung

1 Einleitung

2 Hauptteil

2.1 Gesellschaftliche Bedingungen für Breitensport und Spitzensport in der DDR

2.2 Konkurrenz zum andern System - Leistungssteigerung durch Doping

2.3 KJS – der Preis für Medaillen

2.4 Wettkämpfe in der DDR

2.4.1 Die Kinder- und Jugendspartakiaden

2.4.2 Weitere Leistungsvergleiche

2.5 Mannschaftssport in der DDR – am Beispiel Fußball

2.6 Bindung ans Sportkollektiv - zwischen VEB und Wohngebiet

2.7 Interviews mit ehemaligen DDR-Bürgern zu ihren Sporterfahrungen

3 Fazit

Was bleibt von der SED-Sportpolitik?

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die politische Instrumentalisierung des Sports in der DDR. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie das SED-Regime den Sport zur Demonstration gesellschaftlicher Überlegenheit nutzte und welche Rolle der Breitensport sowie das staatlich verordnete Doping in diesem System spielten.

  • Gesellschaftliche Rahmenbedingungen für Breiten- und Spitzensport
  • Die staatlich verordnete Leistungssteigerung durch Doping
  • Struktur und Funktion der Kinder- und Jugendsportschulen (KJS)
  • Die politische Mobilisierung durch Spartakiaden und Betriebssportgruppen
  • Das Spannungsfeld zwischen sportlichem Prestige und gesundheitlichen Folgen

Auszug aus dem Buch

2.1 Gesellschaftliche Bedingungen für Breitensport und Spitzensport in der DDR

Bis Mitte der siebziger Jahre wurden die Gebote, die Walter Ulbricht auf dem 5. Parteitag der SED 1958 als die „Zehn Gebote für den neuen sozialistischen Menschen“ in fast christlicher Moral formuliert hatte, vor allem für Sportler, die Vorbilder für die sozialistische Persönlichkeit sein sollten, als Leitlinie vorgegeben. In diesen Geboten heißt es unter anderem: „[...] , der neue sozialistische Mensch solle, [...] das Kollektiv achten, [...] ständig die eigene Leistung verbessern, [...] die Kinder im Geiste des Friedens und des Sozialismus zu allseitig gebildeten, charakterfesten und körperlich gestählten Menschen erziehen [...]“.

Diese Grundsätze müssten eigentlich, richtig befolgt bedeuten, dass Breitensport und Spitzensport gleichermaßen unterstützt und mit anährend gleichen Mitteln gefördert werden sollte, denn ein Grundsatz des Sozialismus ist auch, dass jeder nach seinen Fähigkeiten und Möglichkeiten arbeiten und leben kann. In diesem Sinne beziehen sich zwei Artikel der Verfassung der DDR auf die Förderung des Sports. In Artikel 25, Absatz 3, heißt es: „Zur vollständigen Ausprägung der sozialistischen Persönlichkeit [...] wird die Teilnahme der Bürger am kulturellen Leben, an der Körperkultur und am Sport durch den Staat und die Gesellschaft gefördert.“ Ergänzend heißt es in Artikel 35, Absatz 2, im Zusammenhang mit dem Recht auf Schutz der Gesundheit und Arbeitskraft: „Dieses Recht wird durch die planmäßige Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen […], die Förderung der Körperkultur, des Schul- und Volkssports und der Touristik gewährleistet.“

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Motivation des Autors, sich mit der DDR-Sportgeschichte zu befassen, angeregt durch persönliche familiäre Kontakte und eine kritische Auseinandersetzung mit Dopingskandalen.

2.1 Gesellschaftliche Bedingungen für Breitensport und Spitzensport in der DDR: Dieses Kapitel vergleicht den theoretischen Anspruch der DDR-Verfassung zur Sportförderung mit der Realität der staatlichen Priorisierung des Spitzensports.

2.2 Konkurrenz zum andern System - Leistungssteigerung durch Doping: Hier wird der staatlich verordnete Dopingeinsatz analysiert, der dazu diente, die internationale sportliche Vormachtstellung des Sozialismus zu sichern.

2.3 KJS – der Preis für Medaillen: Das Kapitel untersucht die Rolle der Kinder- und Jugendsportschulen bei der frühen Talentsuche und der Produktion sportlicher Höchstleistungen unter hohem Druck.

2.4 Wettkämpfe in der DDR: Es wird die Bedeutung von Spartakiaden und weiteren Wettbewerben für die politische Mobilisierung und Nachwuchsförderung beschrieben.

2.5 Mannschaftssport in der DDR – am Beispiel Fußball: Dieses Kapitel thematisiert die symbolische Aufladung der einzigen deutsch-deutschen Fußballbegegnung 1974 und die politische Bedeutung des Sports.

2.6 Bindung ans Sportkollektiv - zwischen VEB und Wohngebiet: Hier wird die Integration des Breitensports in den Arbeitsalltag und das Wohnumfeld zur Bindung der Bürger an das sozialistische Kollektiv erläutert.

2.7 Interviews mit ehemaligen DDR-Bürgern zu ihren Sporterfahrungen: Dieses Kapitel präsentiert subjektive Zeitzeugenberichte, die ein differenziertes Bild von Professionalisierung, Druck und Verdrängung im DDR-Sport zeichnen.

3 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Sportpolitik der SED als ein auf Manipulation basierendes System, das trotz seiner Prestigewirkung menschliche Werte missachtete.

Schlüsselwörter

DDR, Sportpolitik, SED, Spitzensport, Breitensport, Doping, KJS, Spartakiaden, Sozialismus, DDR-Geschichte, Leistungssport, Zeitzeugen, DDR-Verfassung, Sportkollektiv, Propaganda

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Rolle des Sports in der DDR und wie das SED-Regime diesen gezielt zur politischen Selbstdarstellung und als Beweis für die Überlegenheit des sozialistischen Systems einsetzte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die Diskrepanz zwischen Breiten- und Spitzensport, die Rolle der Kinder- und Jugendsportschulen, das staatlich systematisierte Doping sowie die politische Instrumentalisierung von Sportereignissen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, den Widerspruch zwischen dem staatlich propagierten „sozialistischen Menschenbild“ und der rücksichtslosen Praxis der Leistungsmaximierung im DDR-Sport aufzudecken.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse von Quellenmaterialien (Dokumente, Lehrpläne, Medienberichte) sowie die Auswertung von Zeitzeugeninterviews, um ein historisches Bild der SED-Sportpolitik zu zeichnen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der gesellschaftlichen Bedingungen, des Dopingsystems, der Eliteschulen (KJS), sportlicher Wettbewerbe, der politischen Bedeutung des Fußballs und der sozialen Bindung durch Betriebssportgruppen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselwörter sind unter anderem DDR-Sportpolitik, Staatsdoping, KJS, Kollektivsport, SED, sportliche Höchstleistung und internationale Systemkonkurrenz.

Warum war der Breitensport für die SED dennoch von Interesse?

Der Breitensport diente primär dazu, talentierte Nachwuchssportler für den Spitzensport frühzeitig zu identifizieren und die Bürger in der Freizeit enger an das sozialistische Kollektiv zu binden.

Welchen Stellenwert hatten die Kinder- und Jugendsportschulen (KJS)?

Die KJS fungierten als Internatsschulen, die für eine Rundum-Betreuung sorgten, um aus Kindern effiziente Spitzensportler zu „produzieren“ und diese von der Einflussnahme durch das Elternhaus zu isolieren.

Was war das Ergebnis der Interviews mit Zeitzeugen?

Die Interviews zeigen ein gemischtes Bild: Während einige Ehemalige den damaligen Sport als professionell und identitätsstiftend wahrnahmen, äußerten andere scharfe Kritik an der Manipulation und dem hohen Preis, den die Athleten für den Erfolg zahlen mussten.

Welches Fazit zieht der Autor zur SED-Sportpolitik?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass der Sport in der DDR eine „Säule des Sozialismus“ war, die jedoch maßgeblich auf Manipulation, staatlichem Doping und Menschenverachtung basierte und letztlich dazu diente, das politische Überleben des Regimes zu sichern.

Ende der Leseprobe aus 46 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die politische Rolle des Sports im SED-Staat DDR
Autor
Teddy Seck (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
46
Katalognummer
V268891
ISBN (Buch)
9783656598916
ISBN (eBook)
9783656598947
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Doping Staatsdoping DDR Sportsystem DDR SED-Staat Diplomaten im Trainingsanzug Sport im Sozialismus Systematisches Doping DDR Sportgeschichte Sportgeschichte Politik Geschichte
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Teddy Seck (Autor:in), 2011, Die politische Rolle des Sports im SED-Staat DDR, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/268891
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