Justinians Ämterlaufbahn findet ihren vorläufigen Höhepunkt im Jahre 521 n. Chr. durch sein erstes Konsulat. Ob es für ihn ein realer Machtzuwachs ist oder nur Prestigegewinn, soll in dieser Arbeit im Fokus stehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Bedeutung des Konsulates in der Spätantike
3. Justinians erstes Konsulat
3.1. Vorgeschichte und Amtseinführung in den Quellen
3.2. Das Konsulat Justinians in der Fachliteratur
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das erste Konsulat Justinians im Jahr 521 n. Chr., um zu analysieren, inwiefern dieses Ereignis als bloßer Prestigegewinn zu werten ist oder ob es einen realen, machtpolitischen Aufstieg innerhalb des byzantinischen Reiches darstellte.
- Historische Bedeutung und Entwicklung des spätantiken Konsulats
- Quellenkritische Analyse der Amtseinführung und Finanzierung
- Einfluss des Konsulats auf die Stellung gegenüber dem Volk und den Senatoren
- Bewertung der Rolle von Justin I. und der Nachfolgeplanung
- Einordnung der Ereignisse in die politische Karriere Justinians
Auszug aus dem Buch
3.1. Vorgeschichte und Amtseinführung in den Quellen
Die Amtseinführung Justinians in das Amt des Konsuls wird von Prokop nicht überliefert. Er berichtet über den Tod Vitalians im Kaiserpalast (Prok. An. 7, 26-28), der dieses Amt zuvor bekleidete. Vor allem lässt er in seinen Ausführungen keinen Zweifel daran, dass Justinian für das Ableben Vitalians mitverantwortlich sei. Von dem Tod profitierten vor allem Justin I., der sich so einen unliebsamen Konkurrenten vom Hals schaffte und Justinian, da das Amt des Konsuls vakant war.
Die Amtseinführungsfeier Justinians wird von Marcellinus Comes auf den 1. September 520 datiert. Sie wird in seiner Chronik besonders detailreich beschrieben:
„The consul Justinian made this consulship the most famous of all eastern ones by being considerably more generous in his largesses. For two hundred and eighty-eight thousand solidi were distributed to the people or spent on spectacles or on their properties. He exhibited simultaneously in the amphitheatre twenty lions and thirty panthers, not counting other wild beasts. Above all, after already donating the chariots, he provided caparisoned horses in the hippodrome, one final race being the only thing denied the clamouring populace.”
Die Beschreibung von Marcellinus lässt die unvorstellbaren Ausmaße, die dieses Fest annahm, gut erahnen und gibt einen Überblick über die Kosten dieses Spektakels. Der pekuniäre Aspekt findet sich auch in der Darstellung des Chronisten Johannes Malalas, der über die Großzügigkeit Justinians schreibt:
„Eben dieser Justinian erteilte die Spenden anläßlich seiner Konsulatsübernahme in der sechsten Indiktion, im Monat Januar, und er ließ so viel Geld unter die Menge werfen, wie kein anderer Kaiser bei einer Konsulatsfeier.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Ausgangslage ein, skizziert den Aufstieg Justinians und definiert die zentrale Forschungsfrage nach dem Prestige- bzw. Machtzuwachs durch sein erstes Konsulat.
2. Die Bedeutung des Konsulates in der Spätantike: Dieses Kapitel erläutert die historische Entwicklung und Funktion des Konsulats, insbesondere die Rolle der Eponymität und die Bedeutung der prunkvollen Amtsantrittsfeiern für die Selbstdarstellung der Elite.
3. Justinians erstes Konsulat: Der Hauptteil analysiert die Quellenlage zur Amtseinführung, diskutiert die immensen Finanzierungskosten und bewertet die Einschätzungen der Fachliteratur bezüglich Justinians politischer Etablierung.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass das Konsulat sowohl einen enormen Prestigegewinn als auch einen signifikanten machtpolitischen Aufstieg für Justinian bedeutete.
Schlüsselwörter
Justinian I., Konsulat, Spätantike, Ostrom, cursus honorum, Eponymität, Prokop, Marcellinus Comes, Johannes Malalas, Machtpolitik, Prestige, Konstantinopel, Justin I., Senatoren, Ämterlaufbahn
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem ersten Konsulat des späteren byzantinischen Kaisers Justinian im Jahr 521 n. Chr. und untersucht dessen politische und symbolische Bedeutung für seinen weiteren Aufstieg.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf der Rolle des Konsulats in der Spätantike, der quellenkritischen Aufarbeitung der Amtsantrittsfeierlichkeiten sowie der Frage, wie Justinian dieses Amt nutzte, um sein Ansehen bei Volk und Senat zu steigern.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es zu klären, ob der Erwerb des Konsulats für Justinian lediglich ein Mittel zur Prestigeerhöhung darstellte oder ob er damit aktiv seine Machtbasis als zukünftiger Kaiser festigte.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Untersuchung angewandt?
Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse antiker Quellen (Prokop, Marcellinus Comes, Johannes Malalas) im Vergleich mit moderner Fachliteratur, um ein fundiertes Bild der historischen Ereignisse zu rekonstruieren.
Welche Inhalte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Konsulats im historischen Kontext, eine detaillierte Auswertung der Quellen zur Amtseinführung und eine vergleichende Betrachtung verschiedener moderner Forschungsmeinungen.
Durch welche Schlagworte lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie spätantikes Konsulat, politische Selbstdarstellung, byzantinische Geschichte, Machtzuwachs und Prestige in der Spätantike beschreiben.
Welche Rolle spielte der Tod Vitalians für Justinians Konsulat?
Dem Text zufolge schaltete Justinian durch den Tod Vitalians einen starken Konkurrenten aus, wodurch das Konsulatsamt vakant wurde und Justinian den Weg für seine eigene Karriere ebnen konnte.
Warum war die Finanzierung der Festspiele für Justinian so entscheidend?
Die prunkvollen Spiele dienten als Demonstration von Großzügigkeit, um die Gunst des Volkes zu gewinnen und sich als bedeutende Figur innerhalb der aristokratischen Oberschicht von Konstantinopel zu etablieren.
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- Christoph Grave (Author), 2013, Justinians erstes Konsulat. Vorgeschichte, Darstellung in der Fachliteratur und Bedeutung des Konsulats in der Spätantike, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/268798