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Chancen und Risiken von Übertragung und Gegenübertragung im pädagogischen Feld

Title: Chancen und Risiken von Übertragung und Gegenübertragung im pädagogischen Feld

Term Paper (Advanced seminar) , 2009 , 21 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Master of Arts Kathrin Mütze (Author)

Pedagogy - Pedagogic Psychology

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Woran liegt es, dass mir unsere neue Nachbarin unsympathisch ist, obwohl ich sie gar nicht kenne? Wieso fällt scheinbar nur mir auf, dass sie sich sehr merkwürdig verhält? Wie kann es sein, dass ich von diesem Lehrer so grundlegend falsch eingeschätzt werde? Warum sieht er mich völlig anders als ich wirklich bin? Weshalb schätzen wir so oft Menschen falsch ein, ohne ihnen die Gelegenheit zu geben uns vom Gegenteil zu überzeugen?

Diese und ähnliche Fragen habe ich mir schon etliche Male gestellt. Erst als ich im Rahmen des Moduls B3 an einem Seminar teilgenommen habe, in dem es um ,,Interaktionstheorien und ihre Bedeutung für Beratungsprozesse" ging, gelang es mir dieses Verhalten zumindest ansatzweise zu verstehen. Es scheint etwas mit dem Phänomen der Übertragung und Gegenübertragung zu tun zu haben, dass wir einen ,,subjektiven Erwartungsrahmen" ausbilden, der uns ,,Vor- und Parallelerfahrungen auf neue Situationen" übertragen lässt.

Jeder Mensch ist durch seine Erziehung, sein soziales Umfeld und durch die daraus entstehenden Wünsche, Ängste und Hoffnungen geprägt. Besonders die Rolle der des Pädagogen/ der Pädagogin, dem Erzieher/ der Erzieherin, des Sozialarbeiters/ der Sozialarbeiterin, ... empfinde ich in diesem Zusammenhang als höchst interessant, da eben auch diese/r als Mensch nicht frei von Prägungen seiner Vergangenheit ist. Diese werden zwangsläufig in die Arbeit mit dem Klienten eingebracht und können die gegenwärtige Situation verzerren. In diesem Kontext ist wohl auch der Satz ,,Die Wahrnehmung einer Situation wird von der Persönlichkeit des Wahrnehmenden radikal beeinflusst" zu verstehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2. Entdeckung und Bedeutungswandel des Begriffs der Übertragung

2.1. Übertragung nach Sigmund Freud

2.2. Übertragung nach Ralph R. Greenson

3. Entdeckung und Bedeutungswandel des Begriffs der Gegenübertragung

3.1 Sigmund Freud: Gegenübertragung als Beeinträchtigung und das Chirurgen-, Spiegelideal

3.2. Paula Heimann: Gegenübertragung als Schöpfung des Patienten

4. Übertragung / Gegenübertragung und pädagogischer Bezug

4.1. Erscheinungsformen von Übertragung und Gegenübertragung

4.2. Positive / Negative Übertragung und Wiederholungszwang

4.3. Gegenübertragung als komplementäre und konkordante Identifizierung

5. Die Relevanz der reflektierten Gegenübertragung

6. Fazit

7. Anhang

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Das Hauptziel dieser Hausarbeit besteht darin, die Chancen und Risiken der Übertragung und Gegenübertragung im pädagogischen Kontext zu analysieren und aufzuzeigen, wie pädagogische Fachkräfte durch Selbstreflexion verhindern können, dass ihre eigenen unbewussten Konflikte die professionelle Beziehung zum Klienten verzerren.

  • Psychoanalytische Grundlagen der Übertragung und Gegenübertragung
  • Bedeutungswandel dieser Begriffe von Freud bis zur modernen Pädagogik
  • Erscheinungsformen und Auswirkungen von Übertragungsphänomenen im pädagogischen Alltag
  • Risiken der unreflektierten Gegenübertragung und Möglichkeiten der Identifizierung
  • Die zentrale Rolle der Selbstreflexion und Supervision für pädagogisches Handeln

Auszug aus dem Buch

3.2. Paula Heimann: Gegenübertragung als Schöpfung des Patienten

Erst 1950 erwacht die Diskussion um die Gegenübertragung aus ihrem „Dornröschenschlaf“. Anlass dazu bietet Paula Heimanns Aufsatz „On Countertransference“ von 1950, der für ein Umdenken hinsichtlich der Wirkung von Gegenübertragung sorgt. Erstmals seit ihrer Entdeckung 1910 wird Gegenübertragung nicht mehr als Hindernis oder Beeinträchtigung, das es bisher zu bewältigen und unterdrücken galt, gesehen. Heimann gelingt es in einem nur dreieinhalb Seiten langen Text das bisherige Bild des idealen Analytikers auf den Kopf zu stellen. Statt des gefühllosen, mit „gleichschwebender Aufmerksamkeit“ zuhörenden Arztes fordert sie nun einen, der eine „freely roused emotional sensibility“ besitzt.

Heimann versteht unter dem Begriff Gegenübertragung alle Gefühle des Analytikers gegenüber seinem Patienten. Erstmals stellen diese Gefühle den Schlüssel zur erfolgreichen therapeutischen Behandlung dar. Der Therapeut habe gelernt mit seinen aufkommenden Gefühlen umzugehen und sie nicht willkürlich auszuleben, wie es der Analysand tut. Im Gegensatz zu diesem könne der Therapeut aus ihnen eine analytische Erkenntnis gewinnen. Es sei nun Aufgabe des Arztes, sein Unbewusstes mit dem Unbewussten des Patienten zu verbinden, um aus dieser unbewussten Ebene heraus Gefühle an die Oberfläche zu bringen. Der Analytiker müsse die erweckten Gefühle in sich aufnehmen und beobachten, was sie in ihm auslösen. Dann könne er einen tiefen Einblick in die „seelischen Vorgänge des Patienten“ erhalten. Heimann hält zusammenfassend fest, dass die Gegenübertragung eine „Schöpfung des Patienten“ ist. Im Original klingt das folgendermaßen: „ (…) the analyst’s counter-transference (…) is the patient’s creation, it is a part of the patient’s personality”.

Zusammenfassung der Kapitel

1.Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema ein, indem sie alltägliche Wahrnehmungsphänomene beschreibt und die Relevanz der Übertragungs- und Gegenübertragungsbegriffe für pädagogische Kontexte begründet.

2. Entdeckung und Bedeutungswandel des Begriffs der Übertragung: Dieses Kapitel erläutert die Ursprünge der Übertragung bei Sigmund Freud und ihre erweiterte Definition durch Ralph R. Greenson.

3. Entdeckung und Bedeutungswandel des Begriffs der Gegenübertragung: Es wird die kontroverse Entwicklung des Begriffs Gegenübertragung dargestellt, wobei Freuds ambivalente Sichtweise der von Paula Heimann gegenübergestellt wird.

4. Übertragung / Gegenübertragung und pädagogischer Bezug: Hier wird der Transfer der psychoanalytischen Konzepte in die Pädagogik vollzogen, wobei Erscheinungsformen, die Dynamik von Wiederholungszwängen und die Unterscheidung in konkordante und komplementäre Identifizierung analysiert werden.

5. Die Relevanz der reflektierten Gegenübertragung: Das Kapitel betont die Notwendigkeit von ständiger Selbstreflexion und Selbstanalyse für Fachkräfte, um emotionale Verstrickungen im pädagogischen Prozess zu vermeiden.

6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht, dass die reflektierte Gegenübertragung ein unverzichtbares Instrument für das professionelle Verständnis von Klienten ist.

7. Anhang: Der Anhang enthält das Literaturverzeichnis der verwendeten wissenschaftlichen Quellen.

Schlüsselwörter

Übertragung, Gegenübertragung, Psychoanalytische Pädagogik, Selbstreflexion, Supervision, Wiederholungszwang, konkordante Identifizierung, komplementäre Identifizierung, pädagogische Beziehung, Unbewusstes, Fallarbeit, Traumatisierung, professionelles Handeln, Gefühlsarbeit, Psychologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Übertragungs- und Gegenübertragungsphänomene, die ursprünglich aus der Psychoanalyse stammen, in pädagogischen Arbeitsfeldern wirken und welche Rolle sie in der Interaktion zwischen Fachkräften und Klienten spielen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen sind die historische Entwicklung der Begriffe Übertragung und Gegenübertragung, ihre Anwendung in der Pädagogik sowie die Bedeutung der professionellen Selbstreflexion für den Umgang mit diesen Prozessen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, Chancen und Risiken dieser psychologischen Prozesse für Sozialarbeiter, Erzieher und Lehrer aufzuzeigen und zu klären, wie durch Vorkehrungen sichergestellt werden kann, dass nicht unbewusste Konflikte der Fachkraft, sondern das Anliegen des Klienten im Mittelpunkt der Arbeit steht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse, in der psychoanalytische Konzepte aufgearbeitet, auf pädagogische Fallbeispiele angewandt und durch ergänzende Reflexionen aus der Erziehungswissenschaft verknüpft werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der theoretischen Begriffsgeschichte (Freud, Greenson, Heimann), die Übertragung dieser Konzepte auf pädagogische Settings und eine detaillierte Auseinandersetzung mit Erscheinungsformen und Identifizierungsprozessen in der Interaktion.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch Begriffe wie Übertragung, Gegenübertragung, Selbstreflexion, psychoanalytische Pädagogik und professionelle Beziehungsgestaltung charakterisieren.

Warum unterscheidet die Autorin zwischen komplementärer und konkordanter Identifizierung?

Diese Unterscheidung ist zentral, um zu verstehen, wie eine Fachkraft reagieren kann: Während sie sich bei der komplementären Identifizierung unbewusst in eine vom Klienten zugewiesene Rolle drängen lässt, dient die konkordante Identifizierung dem unbewussten Nachvollziehen der Klientengefühle, um diese besser verstehen zu können.

Welchen Stellenwert nimmt die Selbstanalyse für den Pädagogen ein?

Die Autorin erachtet Selbstanalyse und Supervision als unverzichtbar, da Pädagogen nur durch die Bewusstmachung eigener unbewusster Konflikte verhindern können, dass sie die Realität ihrer Klienten verzerren.

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Details

Title
Chancen und Risiken von Übertragung und Gegenübertragung im pädagogischen Feld
College
University of Marburg
Grade
1,0
Author
Master of Arts Kathrin Mütze (Author)
Publication Year
2009
Pages
21
Catalog Number
V268534
ISBN (Book)
9783656595908
ISBN (eBook)
9783656596004
Language
German
Tags
chancen risiken übertragung gegenübertragung feld
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Master of Arts Kathrin Mütze (Author), 2009, Chancen und Risiken von Übertragung und Gegenübertragung im pädagogischen Feld, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/268534
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