Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die Entwicklung der E-Bilanz genauer vorzustellen, sowie dieses Projekt kritisch zu analysieren.
Hierzu wird zunächst das Projekt E-Bilanz anhand der mit der Einführung verbundenen Absichten und Zielsetzung sowie des konkreten Ablaufs des Projekts genauer vorgestellt.
Anschließend wird die E-Bilanz einer kritischen Analyse unterzogen. Hierzu wird die E-Bilanz vor allem von Seiten der Forschung, der Finanzverwaltung und der Steuerpflichtigen und deren Beratern genauer beleuchtet und anhand der sich für diese
Gruppen ergebenden Vor- und Nachteile bewertet. Außerdem werden konkrete
Aspekte, mit denen die Einführung der E-Bilanz in Konflikt steht, genauer betrachtet.
Hierzu wird der Frage nach der grundsätzlichen Ermächtigung der Finanzverwaltung zu
den Vorgaben zur E-Bilanz nachgegangen. Außerdem wird die Beziehung von E-Bilanz
und MicroBilG (Kleinstkapitalgesellschaften-Bilanzrechtsänderungsgesetz) sowie EBilanz
und E-Steuererklärung genauer betrachtet.
Vor einem abschließenden Fazit werden alle Vor- und Nachteile gegeneinander
abgewogen und eventuelle Lösungs- und Verbesserungsansätze für bestehende
Problembereiche der E-Bilanz in Deutschland aufgezeigt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Entwicklung der E-Bilanz
2.1 Hintergründe und Absichten der Einführung
2.1.1 Bund-Länder-Vorhaben „KONSENS“
2.1.2 SteuBAG – „Elektronik statt Papier“
2.2 Chronologie der E-Bilanz
3. Aufbau und Inhalte der E-Bilanz
3.1 Anwendungsbereich
3.1.1 Persönlicher Anwendungsbereich
3.1.2 Sachlicher Anwendungsbereich
3.1.3 Besonderer sachlicher Anwendungsbereich
3.1.4 Zeitlicher Anwendungsbereich
3.2 Übermittlungsformat XBRL
3.3 Taxonomie
3.3.1 Kern- und Branchentaxonomien
3.3.2 GCD- und GAAP-Modul
3.3.3 Feldfunktionen
4. Kritische Analyse
4.1 E-Bilanz aus Sicht der Forschung
4.2 E-Bilanz aus Sicht der Finanzverwaltung
4.2.1 Vorteile für die Finanzverwaltung
4.2.1.1 Modernisierung des Besteuerungsverfahrens
4.2.1.2 Administrative Vereinfachungen
4.2.1.3 Ausbau des Risikomanagements
4.2.2 Nachteile für die Finanzverwaltung
4.2.2.1 Nachteilige resultierende Pflichten
4.2.2.2 Fehlender Einfluss auf Datenqualität
4.2.2.3 Kosten der Umstellung
4.3 E-Bilanz aus Sicht der Steuerpflichtigen und Steuerberater
4.3.1 Vorteile für Steuerpflichtige und Steuerberater
4.3.1.1 Chancen durch E-Bilanz
4.3.1.2 Effizienzrenditen durch XBRL und Verbundeffekte
4.3.1.3 Auswirkungen auf Betriebsprüfungen und Steuerfestsetzung
4.3.2 Nachteile für Steuerpflichtige und Steuerberater
4.3.2.1 Lastenüberwälzung auf Steuerpflichtige
4.3.2.2 Fehlende Größenkriterien bei Gliederungsanforderungen
4.3.2.3 Kosten der Umstellung
4.3.2.4 Gliederungstiefe der Taxonomie
4.4 Konfliktpotentiale der E-Bilanz
4.4.1 Zweifel an Ermächtigung der Finanzverwaltung
4.4.2 E-Bilanz und MicroBilG
4.4.3 E-Bilanz und E-Steuererklärung
5. Konklusion
5.1 Abwägung der Vor- und Nachteile
5.2 Mögliche Verbesserungsansätze
6. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die Entwicklung der E-Bilanz detailliert darzustellen und eine kritische Analyse des Projekts vorzunehmen. Dabei wird untersucht, inwieweit die Einführung der E-Bilanz als Instrument zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens dient und welche Auswirkungen sie auf verschiedene Interessengruppen, insbesondere Finanzverwaltung und Steuerpflichtige, hat.
- Historische Entwicklung und Hintergründe des Bund-Länder-Vorhabens „KONSENS“.
- Aufbau und technische Funktionsweise der E-Bilanz sowie des Übermittlungsformats XBRL.
- Analyse der Vor- und Nachteile für die Finanzverwaltung sowie Steuerpflichtige und Steuerberater.
- Kritische Würdigung der Lastenverteilung und der Gliederungstiefe der Taxonomie.
- Diskussion von Konfliktpotentialen und rechtliche Aspekte im Zusammenhang mit der Einführung.
Auszug aus dem Buch
3.3.3 Feldfunktionen
Innerhalb der Taxonomien lassen sich verschiedene Feldfunktionen für die einzelnen anzugebenden Positionen unterscheiden.
Zum einen gibt es die so genannten „Mussfelder“. Felder mit dieser Bezeichnung stellen den Mindestumfang bei der Datenübermittlung an die Finanzverwaltung dar und sind somit zwingend mit Werten zu befüllen. Sollte ein Mussfeld tatsächlich nicht mit einem Wert zu belegen sein, so kann die Position mit einem „NIL-Wert“ (Not in List-Wert) beschrieben werden, um die technische Übermittlung zu ermöglichen. Ein Mussfeld kann dann nicht mit einem Wert befüllt werden, wenn sich für die jeweilige Position kein konkreter Wert aus der individuellen Buchführung ableiten lässt. „Ableitbar“ bedeutet im Sinne der Finanzverwaltung, dass sich der Wert aus dem Hauptbuch der Buchführung ableiten lässt.
Eine weitere Feldfunktion haben die „Mussfelder, Kontennachweis erwünscht“. Grundsätzlich gilt für diese Positionen dasselbe wie für die Mussfelder. Zusätzlich ist es bei diesen Positionen allerdings erwünscht, einen Auszug aus der Summen- und Saldenliste im XBRL-Format zu übermitteln.
Eine weitere Form der Mussfelder ist das so genannte „Summenmussfeld“. Dies sind Felder, die hierarchisch über rechnerisch verknüpften Mussfeldern stehen. Die darunter stehenden Mussfelder werden also durch das Summenmussfeld in eine rechnerische Oberposition verknüpft.
Zudem gibt es die Feldfunktion „Rechnerisch notwendig, soweit vorhanden“. Diese Bezeichnung trifft auf Felder zu, die auf derselben Ebene wie rechnerisch verknüpfte Mussfelder liegen. Ist die Summe der zur gleichen Ebene gehörenden Mussfelder eine andere, als die sich ergebende Oberposition der gleichen Ebene, so sind die Felder „Rechnerisch notwendig, soweit vorhanden“ zwingend mit Werten zu befüllen. Denn nur dann kann eine rechnerisch richtige Verknüpfung mit der Oberposition sichergestellt werden. Die Felder „Rechnerisch notwendig, soweit vorhanden“ werden daher auch als „Quasi-Mussfelder“ bezeichnet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Digitalisierung als Treiber für das SteuBAG und das Projekt E-Bilanz vor und definiert das Ziel, die Entwicklung kritisch zu analysieren.
2. Entwicklung der E-Bilanz: Dieses Kapitel erläutert die Hintergründe wie das Vorhaben „KONSENS“ sowie das SteuBAG und zeichnet die zeitliche Chronologie der Einführung nach.
3. Aufbau und Inhalte der E-Bilanz: Hier werden der Anwendungsbereich, das technische Übermittlungsformat XBRL sowie die Struktur der Taxonomie und die verschiedenen Feldfunktionen detailliert erklärt.
4. Kritische Analyse: In diesem Hauptteil wird die E-Bilanz aus den Perspektiven der Forschung, Finanzverwaltung sowie der Steuerpflichtigen und Berater bewertet, wobei auch Konfliktpotentiale wie das MicroBilG und das Verhältnis zur E-Steuererklärung beleuchtet werden.
5. Konklusion: Dieses Kapitel führt eine zusammenfassende Abwägung der Vor- und Nachteile durch und entwickelt mögliche Ansätze zur Verbesserung des Systems.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und stellt fest, dass das Projekt zwar modernisierend wirkt, die Lasten der Umstellung jedoch einseitig zu Lasten der Steuerpflichtigen gehen.
Schlüsselwörter
E-Bilanz, SteuBAG, XBRL, Finanzverwaltung, Taxonomie, Betriebsprüfung, Risikomanagement, Datensicherheit, Buchführung, Gliederungstiefe, Steuerberater, KONSENS, Standardisierung, Steuergerechtigkeit, Digitalisierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Einführung der elektronischen Bilanz (E-Bilanz) in Deutschland, die als zentrales Element zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens im Rahmen des Steuerbürokratieabbaugesetzes (SteuBAG) eingeführt wurde.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen die rechtlichen Hintergründe und die Chronologie der E-Bilanz, ihren technischen Aufbau mittels XBRL und Taxonomien sowie eine kritische Analyse der Vor- und Nachteile für die verschiedenen beteiligten Akteure.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das primäre Ziel ist es, die Entwicklung des Projekts E-Bilanz detailliert darzustellen und eine kritische Auseinandersetzung mit der tatsächlichen Wirksamkeit bezüglich des Bürokratieabbaus zu führen.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?
Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse, die Auswertung von BMF-Schreiben und rechtlichen Grundlagen sowie eine kritische Einordnung von Ergebnissen aus einschlägigen Umfragen und Expertenmeinungen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die E-Bilanz aus drei verschiedenen Perspektiven: der Forschung, der Finanzverwaltung und der Steuerpflichtigen. Dabei werden Themen wie Risikomanagement, Kosten der Umstellung, Gliederungstiefe und Konfliktfelder detailliert erörtert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Die wichtigsten Schlüsselbegriffe sind E-Bilanz, XBRL, Finanzverwaltung, SteuBAG, Taxonomie, Risikomanagement sowie der daraus resultierende Umstellungsaufwand für Unternehmen und Steuerberater.
Welchen Einfluss hat das MicroBilG auf die E-Bilanz?
Das MicroBilG führt zu handelsrechtlichen Erleichterungen für Kleinstkapitalgesellschaften, die jedoch laut der Arbeit durch die starren und umfangreichen Taxonomievorgaben der Finanzverwaltung faktisch unterlaufen oder ausgehebelt werden.
Wie steht es um die Forschungsnutzung der E-Bilanz-Daten?
Die Arbeit stellt fest, dass zwar ein immenser Mikrodatenpool entsteht, es aber aktuell fraglich bleibt, ob die Finanzverwaltung diese Daten der Forschung überhaupt zur Verfügung stellen wird, da konkrete Aussagen dazu fehlen.
Inwiefern ist die Abgrenzung zur E-Steuererklärung problematisch?
Die getrennte Behandlung der beiden Projekte führt nach Ansicht der Autorin zu Inkonsistenzen und Mehrfachabfragen derselben Daten, was die Belastung für den Steuerpflichtigen unnötig erhöht.
Was zeigt der internationale Vergleich mit Österreich?
Der Vergleich zeigt, dass in Österreich eine ähnliche elektronische Übermittlung erfolgreich auf freiwilliger Basis funktioniert, ohne dass der Ausbau eines komplexen Risikomanagements durch die Finanzverwaltung der primäre Fokus ist.
- Quote paper
- Sabrina Rosnitschek (Author), 2013, E-Bilanz. Entwicklung und kritische Analyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/267790