Diese Arbeit soll zunächst einen Überblick über die steuerlichen Verrechnungspreise geben und erläutert dabei neben den Methoden zur Verrechnungspreisbestimmung auch kurz die vorhandenen Dokumentationsvorschriften und eventuelle Sanktionen. Anschließend gehe ich auf die betriebswirtschaftliche Seite der Verrechnungspreise ein. Dabei werde ich zuerst einen kleinen Einblick in die Vielzahl der möglichen Funktionen geben und im Anschluss die verschiedenen Methoden, mit denen die Verrechnungspreise – je nach gewünschter Funktion – bestimmt werden können, aufzeigen. Nachdem man dann einen Überblick über zum einen die steuerlichen und zum anderen die betriebswirtschaftlichen Verrechnungspreise hat, werde ich die steuerlichen Verrechnungspreise betriebswirtschaftlich hinterfragen.
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Inhaltsverzeichnis
1. Problemstellung und Gang der Untersuchung
2. Definition Verrechnungspreise
3. Verrechnungspreise aus steuerlicher Sicht
3.1 Die Erfolgsverlagerung als Funktion steuerlicher Verrechnungspreise
3.2 Gesetzliche Rahmenbedingungen
3.2.1 Grundsatz des Fremdvergleichs
3.2.1.1 Allgemein
3.2.1.2 Tatsächlicher Fremdvergleich
3.2.1.3 Hypothetischer Fremdvergleich
3.2.2 Verdeckte Gewinnausschüttung
3.2.3 Verdeckte Einlage
3.3 Steuerliche Formen der Verrechnungspreisbildung
3.3.1 Funktions- und Risikoanalyse
3.3.2 Wie kommt man zur richtigen Methode
3.3.3 Standardmethoden
3.3.3.1 Preisvergleichsmethode
3.3.3.2 Wiederverkaufspreismethode
3.3.3.3 Kostenaufschlagsmethode
3.3.4 Gewinnorientierte Methode
3.3.4.1 Transaktionsbezogene Netto-Margen-Methode
3.3.4.2 Geschäftsvorfallbezogene Gewinnaufteilungsmethode
3.3.4.3 Gewinnvergleichsmethode
3.3.5 Vergleichbarkeitsanalyse
3.4 Dokumentationsvorschriften
3.5 Sanktionen
3.6 Folgen falscher Verrechnungspreise
3.6.1 Doppelbesteuerung
3.6.2 Verständigungsverfahren
4. Verrechnungspreise aus betriebswirtschaftlicher Sicht
4.1 Allgemein
4.2 Funktionen von Verrechnungspreisen aus betriebswirtschaftlicher Sicht
4.2.1 Hauptfunktionen
4.2.1.1 Erfolgszuweisung und Motivation
4.2.1.2 Lenkung und Koordination
4.2.2 Nebenfunktionen
4.2.2.1 Kalkulations- und Planungsfunktion
4.2.2.2 Kontrollfunktion
4.2.2.3 Weitere externe Funktionen
4.2.3 Zielkonflikte
4.3 Rahmenbedingungen für die Verrechnungspreisfestlegung
4.4 Formen der Verrechnungspreisbildung
4.4.1 Marktorientierte Verrechnungspreise
4.4.2 Kostenorientierte Verrechnungspreise
4.4.3 Verhandlungsbasierte Verrechnungspreise
5. Zielkonflikte der steuerlichen Sicht der Verrechnungspreise
5.1 Allgemein
5.2 Fremdvergleichsgrundsatz
5.3 Synergieeffekte
5.4 Steuerliche Erfolgsermittlungsfunktion versus Koordinationsfunktion
5.5 Lösungsansatz
6. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von Verrechnungspreisen im Kontext internationaler Unternehmensaktivitäten, wobei der Schwerpunkt auf dem Spannungsfeld zwischen steuerlichen Anforderungen und betriebswirtschaftlichen Steuerungszielen liegt.
- Grundlagen und steuerrechtliche Rahmenbedingungen von Verrechnungspreisen
- Analyse steuerlicher Verrechnungspreismethoden nach OECD-Standard
- Dokumentationspflichten und Sanktionsrisiken bei Fehlern
- Betriebswirtschaftliche Funktionen und Zielkonflikte bei der internen Leistungsverrechnung
- Lösungsansätze zur Harmonisierung steuerlicher und betriebswirtschaftlicher Interessen
Auszug aus dem Buch
3.3.1 Funktions- und Risikoanalyse
Die Grundlage der Verrechnungspreisbestimmung bildet die Funktions- und Risikoanalyse. Sie stellt zwar keine eigene Methode zur Verrechnungspreisbestimmung dar, allerdings ist sie eine Grundüberlegung um zu entscheiden, welche der verschiedenen Verrechnungspreismethoden angewandt werden können. Eine Funktion ist eine aus „gleichartigen betrieblichen Aufgaben“ zusammengefasste „Geschäftstätigkeit“ und als „organisatorischer Teil eines Unternehmens“ zu verstehen. Sowohl die Funktions- als auch die Risikoanalyse ist für eine sachgerechte Berechnung des Verrechnungspreises notwendig.
Eine Funktionsanalyse ist notwendig, um die übernommenen Funktionen und damit den Wertbeitrag an der dem Geschäftsvorfall beteiligten Unternehmen zu der erstellten Leistung zu ermitteln. Dies ist unverzichtbar bei der Beurteilung, ob Unternehmen vergleichbar sind. Die Funktionsanalyse ist zudem notwendig, da sich der Preis bei unabhängigen Unternehmen auch danach bestimmt, wie viel Arbeit das Unternehmen in die Leistung gesteckt hat. Ein Unternehmen kann eine Vielzahl verschiedener Tätigkeiten übernehmen oder auch nur eine einzige. Zudem ist die Funktionsanalyse notwendig um sachgerechte Anpassungsrechnungen durchzuführen. Im Folgenden ein kurzer Überblick über die mögliche Funktionen und damit auch Tätigkeiten, die in einem Unternehmen ausgeübt werden können:
Zusammenfassung der Kapitel
1. Problemstellung und Gang der Untersuchung: Einleitung in die Bedeutung von Verrechnungspreisen angesichts zunehmender globaler Konzernverflechtungen und der damit verbundenen steuerlichen Herausforderungen.
2. Definition Verrechnungspreise: Erläuterung der terminologischen Grundlagen und der wirtschaftlichen Einordnung von Verrechnungspreisen im Konzerngefüge.
3. Verrechnungspreise aus steuerlicher Sicht: Detaillierte Betrachtung der steuerrechtlichen Anforderungen, insbesondere des Fremdvergleichsgrundsatzes und der verschiedenen zugelassenen Methoden zur Bestimmung angemessener Preise.
4. Verrechnungspreise aus betriebswirtschaftlicher Sicht: Untersuchung der internen Steuerungsfunktionen von Verrechnungspreisen sowie deren Bedeutung für Kalkulation, Planung und Kontrolle innerhalb einer dezentralen Organisationsstruktur.
5. Zielkonflikte der steuerlichen Sicht der Verrechnungspreise: Auseinandersetzung mit der Problematik, dass steuerliche Vorgaben und betriebswirtschaftliche Optimierungsziele bei der Preisbildung häufig divergieren.
6. Schlussbetrachtung: Zusammenfassendes Fazit zur Notwendigkeit einer sachgerechten Verrechnungspreisgestaltung unter Berücksichtigung sowohl steuerlicher Risiken als auch betriebswirtschaftlicher Steuerungsbedarfe.
Schlüsselwörter
Verrechnungspreise, Fremdvergleichsgrundsatz, Funktionsanalyse, Risikoanalyse, OECD, Doppelbesteuerung, Betriebswirtschaft, Steuerrecht, Gewinnverlagerung, Verdeckte Gewinnausschüttung, Dokumentationspflicht, Transfer Pricing, Konzernsteuern, Unternehmenssteuerung, Gewinnaufteilungsmethode
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die komplexe Thematik der Verrechnungspreise zwischen verbundenen Unternehmen und beleuchtet diese sowohl aus einer steuerlichen als auch aus einer betriebswirtschaftlichen Perspektive.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen Methoden der Verrechnungspreisbestimmung, die Einhaltung gesetzlicher Dokumentationsvorschriften sowie die Rolle von Verrechnungspreisen bei der internen Unternehmenssteuerung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, einen Überblick über die steuerlichen Verrechnungspreisregeln zu geben und zu untersuchen, wie diese mit den betriebswirtschaftlichen Anforderungen an eine effektive Unternehmenssteuerung harmonieren oder in Konflikt stehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung von Gesetzen, Verwaltungsvorschriften und OECD-Richtlinien basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die steuerrechtliche Analyse der Preisbildungsmethoden und Dokumentationspflichten sowie eine separate betriebswirtschaftliche Betrachtung der Funktionen von Verrechnungspreisen inklusive der auftretenden Zielkonflikte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen gehören Fremdvergleichsgrundsatz, Funktionsanalyse, Doppelbesteuerung, Gewinnverlagerung sowie die verschiedenen Methoden wie die Preisvergleichs- oder die Kostenaufschlagsmethode.
Was ist der Unterschied zwischen internem und externem Fremdvergleich?
Der interne Fremdvergleich nutzt Preise, die das Unternehmen mit unabhängigen Dritten vereinbart hat, während der externe Fremdvergleich auf Daten von Vergleichsunternehmen am Markt zurückgreift.
Warum gibt es Zielkonflikte zwischen Steuer- und Betriebswirtschaftslehre?
Steuerbehörden fordern oft Preise, die den Marktbedingungen entsprechen, während die Unternehmensführung Verrechnungspreise als Instrument zur internen Leistungssteuerung und Motivationsförderung nutzen möchte, was zu unterschiedlichen Preisfindungen führen kann.
Welche Rolle spielt die Funktions- und Risikoanalyse?
Sie dient als Basis für die Auswahl der geeigneten Verrechnungspreismethode, indem sie die Aufgaben und Risiken der beteiligten Unternehmensteile identifiziert und bewertet.
Was sind die Folgen bei Missachtung der Dokumentationspflichten?
Unternehmen riskieren empfindliche Sanktionen, Hinzuschätzungen der Einkünfte durch die Finanzbehörden sowie langwierige Verständigungsverfahren zur Vermeidung von Doppelbesteuerungen.
- Quote paper
- Melanie Gollbach (Author), 2013, Darstellung der verschiedenen Verrechnungspreismethoden und deren kritische Würdigung, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/267683