Hausarbeiten logo
Shop
Shop
Tutorials
De En
Shop
Tutorials
  • How to find your topic
  • How to research effectively
  • How to structure an academic paper
  • How to cite correctly
  • How to format in Word
Trends
FAQ
Go to shop › Law - Civil / Private / Industrial / Labour

Zugang einer Kündigungserklärung an den Arbeitnehmer

Title: Zugang einer Kündigungserklärung an den Arbeitnehmer

Examination Thesis , 2012 , 36 Pages , Grade: 15,5 Punkte

Autor:in: Antje Lhotzky (Author)

Law - Civil / Private / Industrial / Labour

Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Das häufigste Problem im Arbeitsrecht ist die Frage, wie die Kündigungserklärung seitens des Arbeitgebers am einfachsten, schnellsten und sichersten zugestellt werden kann. Bei einer Kündigung seitens des Arbeitgebers handelt es sich, da es sich hierbei um eine private Willensäußerung mit dem Ziel der Bewirkung einer Rechtsfolge in der Gestalt der Beendigung des Arbeitsverhältnisses handelt, um eine einseitig empfangsbedürftige rechtsgestaltende Willenserklärung1. Die Kündigungserklärung unterliegt daher den allgemeinen Vorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuchs (§§ 104-185 BGB2) und entfaltet ihre Rechtswirkung erst dann, wenn sie dem Arbeitnehmer gemäß § 130 I zugegangen ist. Der Zeitpunkt, zu welchem das Kündigungsschreiben dem Arbeitnehmer zugeht, ist von entscheidender Bedeutung für den Bestand der Kündigung und die daran anknüpfenden weiteren Fristen. Dabei ist der Zugang sowohl für die Rechtzeitigkeit der Klageerhebung nach § 4 KSchG als auch für den Lauf der Kündigungsfristen nach § 622, sowie für den Lauf von Folgeansprüchen, wie etwa Arbeitslosengeld, ferner auch für die Tatsachenlage des § 1 KSchG, von Bedeutung. Der Zugangszeitpunkt ist auch dort für den Arbeitgeber von Relevanz, wo es um die Einhaltung von Ausschlussfristen, zum Beispiel § 626 II, oder bestehender öffentlich-rechtlicher Beschränkungen, wie etwa das Mutterschutzgesetz, geht. Das Recht des Zugangs von Willenserklärungen schafft Rechtssicherheit dadurch, dass die Risiken angemessen auf die Parteien verteilt werden. Durch Typisierung und Aufteilung nach Sphären von Einfluss und Verantwortung im Bereich des privaten Rechtsverkehrs3 kann eine solche Rechtssicherheit erst bewirkt werden, wobei die Risikoverteilung in einem Wechselspiel zur Rechtssicherheit steht. Dabei ist im Folgenden zunächst einmal zu klären, was genau unter dem Begriff des Zugangs nach § 130 I zu verstehen ist. Darauf aufbauend muss geprüft werden, ob von den entwickelten Grundsätzen unter Umständen, etwa wegen der urlaubsbedingten Abwesenheit des Arbeitnehmers oder seinen mangelnden Sprachkenntnissen, abgewichen werden kann. Gleichsam bedarf die Risikoverteilung dort einer näheren Betrachtung, wo das Handeln oder Unterlassen einer Handlung des Arbeitnehmers zu einer Verzögerung oder Verhinderung des Zugangs der Erklärung führt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A. Einleitung

B. Zugang

I. Zugangsbegriff

II. Zugang unter Abwesenden

1. Brief

2. Einschreiben

a) Übergabe-Einschreiben

b) Einwurf-Einschreiben

3. Übermittlung auf anderem Wege

4. Übergabe an Dritte

5. Geschäftsunfähige

6. Abwesenheit des Arbeitnehmers

7. Vereinbarung einer Zugangsfiktion

III. Zugang unter Anwesenden

IV. Zugangsverzögerung und Zugangsvereitelung

1. Fehlende Empfangseinrichtung

2. Berechtigte Annahmeverweigerung

3. Unberechtigte Zugangsvereitelung

4. Sprachrisiko

V. Darlegungs- und Beweislast

C. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die rechtlichen Rahmenbedingungen und Probleme bei der Zustellung einer Kündigungserklärung des Arbeitgebers an den Arbeitnehmer. Ziel ist es, unter Berücksichtigung der Risikoverteilung zwischen den Arbeitsvertragsparteien zu klären, unter welchen Umständen der Zugang einer solchen empfangsbedürftigen Willenserklärung als wirksam anzusehen ist, insbesondere bei Abwesenheit des Arbeitnehmers oder sprachlichen Barrieren.

  • Kriterien für den Zugang von Kündigungserklärungen nach § 130 BGB.
  • Differenzierung zwischen verschiedenen Zustellungsarten wie Brief und Einschreiben.
  • Rechtliche Folgen von Zugangsverzögerungen und vereiteltem Zugang.
  • Verteilung des Risikos bei Abwesenheit oder Sprachunkundigkeit des Arbeitnehmers.

Auszug aus dem Buch

I. Zugangsbegriff

Zunächst wäre daher zu klären, was genau unter dem Zugangsbegriff in § 130 I zu verstehen ist. Der Ausdruck „zugehen“ kann insoweit verstanden werden, dass die Erklärung zum Adressaten gelangt, wie weit die Erklärung gehen muss, lässt sich aber daraus nicht entnehmen4. Daher bedarf es einer näheren Konkretisierung der Voraussetzungen des Zugangs einer Willenserklärung.

Schon in der Entstehungsphase des Bürgerlichen Gesetzbuchs Ende des 19. Jahrhunderts war die Frage umstritten, wann eine Willenserklärung wirksam wird. Dabei wurden verschiedene Theorien vertreten5, von denen sich der damalige Gesetzgeber für die Empfangstheorie entschied. Nach dieser Theorie wird eine Willenserklärung dann wirksam, wenn sie dem Empfänger zugegangen ist. Daran anlehnend auch der Wortlaut des § 130 I. Dabei ist der Zugang dann anzunehmen, wenn die Willenserklärung so in den Machtbereich des Empfängers gelangt, dass damit zu rechnen ist, er könne von ihr Kenntnis nehmen. Auf diese Kriterien baut die heute überwiegende Meinung6 auf und konkretisiert sie dadurch, dass das Merkmal der Kenntnisnahme um das Moment der „gewöhnlichen Verhältnisse“ ergänzt wird. Danach ist eine Willenserklärung dann zugegangen, wenn sie in den Machtbereich des Empfängers gelangt ist, sodass dieser unter gewöhnlichen Umständen vom Inhalt der Erklärung Kenntnis nehmen kann7. Eine tatsächliche Kenntnisnahme wird nicht verlangt, vielmehr muss nur die abstrakte Möglichkeit einer Kenntnisnahme bestehen8. Durch die Abstellung auf die gewöhnlichen Verhältnisse soll eine angemessene Verteilung des Übermittlungsrisikos erreicht werden9. Der Absender soll nur solange das Risiko tragen, bis er alles den Umständen nach Erforderliche getan hat, um dem Empfänger die hinreichende Möglichkeit der Kenntnisnahme zu ermöglichen10.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Einleitung: Das Kapitel thematisiert die Relevanz des Zugangszeitpunkts für die Wirksamkeit einer Kündigung und die Bedeutung der rechtssicheren Risikoverteilung.

B. Zugang: Dieser Hauptteil erläutert den Begriff des Zugangs nach § 130 BGB und detailliert die verschiedenen Szenarien der Zustellung, einschließlich der Risiken bei Abwesenheit oder Sprachbarrieren.

C. Resümee: Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse zusammen, wonach der Zugang bei Erreichen des Machtbereichs unter gewöhnlichen Umständen gegeben ist, wobei Ausnahmen bei arglistiger Vereitelung möglich sind.

Schlüsselwörter

Kündigungserklärung, Zugang, § 130 BGB, Arbeitsrecht, Empfangstheorie, Zugangsvereitelung, Machtbereich, Risikoverteilung, Einwurf-Einschreiben, Übergabe-Einschreiben, Abwesenheit, Sprachrisiko, Beweislast, Kenntnisnahme, Kündigungsschutz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der rechtlichen Problematik des Zugangs von Kündigungserklärungen des Arbeitgebers gegenüber dem Arbeitnehmer und den damit verbundenen Anforderungen an eine wirksame Zustellung.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die Definition des Zugangsbegriffs, die Auswirkungen verschiedener Zustellungsmethoden, der Umgang mit Zugangsverzögerungen und das Risiko bei speziellen Fallkonstellationen wie Abwesenheit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Voraussetzungen für einen wirksamen Zugang einer Kündigung zu präzisieren und eine rechtssichere Lösung für die Risikoverteilung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer bei Zustellungsschwierigkeiten aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit folgt einer rechtswissenschaftlichen Analyse, die auf einer fundierten Auswertung von Gesetzestexten, Literatur und der höchstrichterlichen Rechtsprechung, insbesondere des Bundesarbeitsgerichts, basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Erläuterung des Zugangs bei Abwesenden (unter anderem via Postzustellung), die Sonderformen wie das Einschreiben sowie die Analyse von Zugangsvereitelungen und sprachbedingten Risiken.

Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlüsselwörter umfassen Kündigungserklärung, Zugang, § 130 BGB, Empfangstheorie, Zugangsvereitelung, Risikoverteilung, Einwurf-Einschreiben sowie Kündigungsschutz.

Wie wird das Risiko bei einer urlaubsbedingten Abwesenheit des Arbeitnehmers bewertet?

Die Arbeit kommt zu dem Ergebnis, dass grundsätzlich am objektiven Zugangsbegriff festzuhalten ist, der Arbeitnehmer jedoch vor unzumutbaren Härten zu schützen ist, etwa durch die Möglichkeit einer nachträglichen Klagzulassung.

Welche Bedeutung hat das Einwurf-Einschreiben für die Beweislast?

Das Einwurf-Einschreiben bietet eine breitere Tatsachengrundlage als ein einfacher Brief und dient als starkes Indiz für den tatsächlichen Zugang, wodurch es den Beweis des ersten Anscheins erleichtern kann.

Excerpt out of 36 pages  - scroll top

Details

Title
Zugang einer Kündigungserklärung an den Arbeitnehmer
College
Free University of Berlin  (Fachbereich Rechtswissenschaften)
Course
Schwerpunktbereich Arbeits- und Versicherungsrecht
Grade
15,5 Punkte
Author
Antje Lhotzky (Author)
Publication Year
2012
Pages
36
Catalog Number
V267175
ISBN (Book)
9783656580157
ISBN (eBook)
9783656582250
Language
German
Tags
zugang kündigungserklärung arbeitnehmer
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Antje Lhotzky (Author), 2012, Zugang einer Kündigungserklärung an den Arbeitnehmer, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/267175
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  36  pages
Hausarbeiten logo
  • Facebook
  • Instagram
  • TikTok
  • Shop
  • Tutorials
  • FAQ
  • Payment & Shipping
  • About us
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint