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Reiz des Unterirdischen. Höhlenerkundungen in der Frühen Neuzeit

Title: Reiz des Unterirdischen. Höhlenerkundungen in der Frühen Neuzeit

Bachelor Thesis , 2013 , 52 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Franziska Völkel (Author)

Cultural Studies - European Studies

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Summary Excerpt Details

In dieser Bachelorarbeit werden die kulturellen Wahrnehmungs- und Deutungsmuster über das Subterrane in der Frühen Neuzeit am Beispiel ausgewählter Höhlen im Harz untersucht. Die Arbeit versteht sich als eine historisch-anthropologische Studie, die sich konzeptuell im Kontext der Forschungen über Naturphänomene in der Frühen Neuzeit sowie über historische Reisekultur verortet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kulturelle Entwicklung des Reisens

3. Quellenkorpus

4. Motivationen zur Erkundung von Höhlen

4.1 Motivationskomplex

4.2 „Curiositas“: Neugierde und Schaulust

5. Erkundung des subterranen Raums

5.1 Befahrungsmodalitäten

5.1.1 Widrigkeiten der Höhlenexkursion

5.1.2 Bedeutung der Lichtverhältnisse

5.2 Befahrungsbefindlichkeiten: „delightful horror“

5.2.1 Geisterglaube

5.2.2 Naturgefühl und Schauder

6. Fazit

7. Quellen- und Literaturverzeichnis

7.1 Primärliteratur

7.2 Sekundärliteratur

8. Anhang

8.1 Abbildungen

8.2 Chronologische Übersicht zur Primärliteratur

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht in einer diachronen Betrachtung die kulturellen Vorstellungswelten über das Subterrane im Harz vom späten 16. bis zum frühen 19. Jahrhundert. Ziel ist es, die Wandlungen in den Wahrnehmungs- und Deutungsschemata von Höhlen zu analysieren und aufzuzeigen, wie diese Naturphänomene durch damals verfügbare Erkenntnissysteme diskursiv formuliert wurden.

  • Kulturelle Wahrnehmungs- und Deutungsmuster von Höhlen
  • Motivationen für Höhlenbesuche (u.a. Neugierde, „Thrill“, Naturerleben)
  • Befahrungsmodalitäten und physische Herausforderungen
  • Wandel des Naturgefühls von der Frühen Neuzeit bis zur Romantik
  • Frühformen des touristischen Interesses an unterirdischen Naturräumen

Auszug aus dem Buch

5.1.1 Widrigkeiten der Höhlenexkursion

Das Befahren der Höhlen im Harz war am Beginn der Frühen Neuzeit äußerst beschwerlich, wie die Quellen berichten. Erst im Verlauf des 18. Jahrhunderts wurden sie weiter erschlossen und für die Besucher ausgebaut, dennoch musste mit Unannehmlichkeiten gerechnet werden. Die Erkundung dieser unterirdischen Landschaft war dementsprechend im Untersuchungszeitraum durchgehend mit körperlichen Anstrengungen verknüpft. Im Verlauf dieses Abschnitts soll nun auf die Bedingungen der Befahrung und die physischen Befindlichkeiten während eines Höhlenbesuchs eingegangen werden, um nachvollziehen zu können, wie dadurch bestimmte Vorstellungswelten über das Subterrane konstituiert wurden.

In fast allen Quellen werden die Modalitäten vor dem Gang in die Höhle beschrieben. Zunächst war es notwendig, einen Führer auszumachen, der anschließend mit Trinkgeld bezahlt wurde. Die Familie Becker aus Rübeland wurde ab 1668 durch die Obrigkeit privilegiert, Besichtigungen in der Baumannshöhle durchzuführen. Die Höhle wurde ferner mit einer Tür vor Unbefugten verriegelt, sodass das eigenständige Befahren nicht möglich war. In der Einhornhöhle übernahmen Ortsansässige gegen Entlohnung die Führung. Es lässt sich feststellen, dass ein Wegweiser in der unterirdischen Landschaft notwendig war, da er die benötigte Ausrüstung stellte sowie durch seine Kenntnis der Gänge die Besucher auf die richtigen Pfade leitete. Der Topos des „Verirrens“ und die damit einhergehende Angst sind in den Texten sehr häufig zu finden und oft mit dem Motiv des „Labyrinths“ als symbolische Beschreibung für die Höhle verbunden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der diachronen Betrachtung von Höhlenwahrnehmungen ein und definiert das Forschungsziel sowie den zeitlichen und räumlichen Rahmen der Untersuchung.

2. Kulturelle Entwicklung des Reisens: Dieses Kapitel skizziert die historische Entwicklung des Reisens, insbesondere im Harz, und setzt den Kontext für die spätere Entstehung eines touristischen Interesses an Höhlen.

3. Quellenkorpus: Hier erfolgt eine methodische Vorstellung und Quellenkritik des verwendeten Materials aus dem Zeitraum von 1600 bis 1800.

4. Motivationen zur Erkundung von Höhlen: Dieses Kapitel analysiert die Beweggründe für den Höhlenbesuch, angefangen beim allgemeinen Motiv der Neugierde bis hin zu spezifischen Erwartungen an Wissensgewinn und Unterhaltung.

5. Erkundung des subterranen Raums: Im Hauptteil werden die konkreten Bedingungen der Befahrung, die Rolle der Beleuchtung sowie die mentalen Befindlichkeiten wie das Streben nach „Thrill“ und Schauder untersucht.

6. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse über den Wandel der kulturellen Deutungsmuster von Höhlen zusammen und bestätigt die These, dass Höhlenbesichtigungen bereits früh als touristisches Moment verstanden werden können.

Schlüsselwörter

Höhlen, Harz, Frühe Neuzeit, Reisekultur, Curiositas, Neugierde, Naturgefühl, Schauder, Baumannshöhle, Einhornhöhle, Höhlenbefahrung, Tourismus, Wahrnehmungsmuster, Naturphänomene, Wissensgeschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie sich die menschliche Wahrnehmung und Deutung von Höhlen im Harz vom späten 16. bis zum frühen 19. Jahrhundert gewandelt hat.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Fokus stehen die kulturellen Wahrnehmungsmuster von Naturräumen, die historische Entwicklung des Reisens und der Wandel von der wissenschaftlich-rationalen bis zur ästhetisch-empfindsamen Betrachtung der Unterwelt.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Es soll herausgefunden werden, welche Vorstellungswelten Menschen von Höhlen ausbildeten und inwiefern sie diese Naturgegebenheiten mit ihren jeweiligen Erkenntnissystemen erschlossen und diskursiv formten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt einen kulturwissenschaftlichen Ansatz, insbesondere texthermeneutische Verfahren zur diachronen Analyse von historischen Quellenberichten und Befahrungsberichten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die konkreten Motivationen für Höhlenbesuche, die physischen Befahrungsmodalitäten wie Ausrüstung und Lichtverhältnisse sowie die emotionalen Befindlichkeiten wie Ehrfurcht, Grusel und Schauder.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird wesentlich durch Begriffe wie „Curiositas“, „Tourismus“, „Naturgefühl“, „Harz“ und „Subterrane“ definiert.

Warum spielt die Baumannshöhle eine so wichtige Rolle?

Sie gilt als eine der frühesten erschlossenen Schauhöhlen und liefert durch die Vielzahl an erhaltenen Befahrungsberichten eine exzellente Quellenlage zur Analyse des frühen Tourismus.

Was ist mit dem Begriff „delightful horror“ gemeint?

Dieser Begriff beschreibt die ästhetische Erfahrung eines „lustvollen Schauders“, bei dem Besucher Gefahr und Angst in einer kontrollierten Umgebung als spannungsvollen, unterhaltsamen Reiz empfinden.

Welche Bedeutung hatte das Licht bei der Höhlenerkundung?

Licht war entscheidend für die Wahrnehmung des Raumes; die Art der Beleuchtung – von Fackeln bis zu Grubenlampen – beeinflusste sowohl die Sichtbarkeit der Formationen als auch das mentale Befinden der Reisenden.

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Details

Title
Reiz des Unterirdischen. Höhlenerkundungen in der Frühen Neuzeit
College
University of Göttingen
Course
Kulturanthropologie/ Europäische Ethnologie
Grade
1,0
Author
Franziska Völkel (Author)
Publication Year
2013
Pages
52
Catalog Number
V266106
ISBN (eBook)
9783656568513
ISBN (Book)
9783656568575
Language
German
Tags
reiz unterirdischen diachrone betrachtung vorstellungswelten subterrane beispiel höhlen harz
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Franziska Völkel (Author), 2013, Reiz des Unterirdischen. Höhlenerkundungen in der Frühen Neuzeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/266106
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