Im Folgenden wird zuerst das Land Ghana und sein Bildungssystem erklärt. Somit hat der Leser ein besseres Verständnis, wie der Bildungsweg eines ghanaischen Kindes aussieht. Darauffolgend wird mit Hilfe von meinen Erfahrungen in zwei ghanaischen Einrichtungen ein Vergleich zwischen der Kinderarmut in Ghana und der Kinderarmut in Deutschland gezogen
Inhaltsverzeichnis der Studienarbeit
1. Ghana und sein Bildungssystem
2. Kinderarmut im Vergleich
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, einen vergleichenden Blick auf das Phänomen Kinderarmut in Ghana und Deutschland zu werfen. Dabei soll auf Basis der theoretischen Unterscheidung zwischen relativer und absoluter Armut sowie durch die Einbeziehung eigener Erfahrungen in ghanaischen Einrichtungen erörtert werden, wie sich die Lebensrealitäten und die Wahrnehmung von Armut in diesen zwei unterschiedlichen Kontexten unterscheiden.
- Einführung in das ghanaische Bildungssystem und gesellschaftliche Rahmenbedingungen
- Differenzierung zwischen relativer und absoluter Armut
- Vergleich des Ausmaßes und der Sichtbarkeit von Armut in Industrienationen versus Schwellenländern
- Analyse des psychischen Erlebens von Armut bei Kindern und Jugendlichen
- Die Rolle sozialer Ausgrenzung in wohlhabenden Konsumgesellschaften
Auszug aus dem Buch
Kinderarmut im Vergleich
Die erste ghanaische Einrichtung, in der ich arbeiten durfte, ist ein Waisenhaus. Es wird durch Spenden und den Einkünften durch eine Hühnerfarm finanziert. In diesem Waisenhaus leben ungefähr 25 bis 45 Kinder im Alter von 2,5 bis 13 Jahren. Die zweite Einrichtung ist eine „reiche“ Schule (Semesterbeitrag = 100 €). Diese kennzeichnete sich durch europäische Standardmöbel, Spielsachen und technische Geräte aus. Der Unterschied zwischen dem Waisenhaus und der Schule war gravierend, worauf jedoch später noch näher eingegangen werden soll.
Zu Beginn soll zwischen relativer und absoluter Armut unterschieden werden. In relativer Armut lebt „eine Familie die weniger als 40% des Durchschnittseinkommens im Monat zur Verfügung“ hat (Schneider, D. 2012: o.S.). Unter absoluter Armut dagegen wird verstanden, dass ein Individuum über wenig Nahrung verfügt und dadurch seine Gesundheit sowie sein Leben gefährdet (vgl. Schneider, D. 2012, o.S.). Die relative Armut ist in Deutschland sehr stark verbreitet, während die absolute Armut vielmehr dem Land Ghana zuzuordnen ist (vgl. World Vision Institut für Forschung und Innovation 2008, o.S.). Anzumerken ist hier, dass Ghana im Vergleich zu anderen afrikanischen Ländern durchaus ein reiches Land ist (vgl. Orphan Aid Africa o.J.). Jedoch im Verhältnis zum Industriestaat Deutschland eben nicht: Hier beträgt das Durchschnittseinkommen pro Jahr 23.400 €, in Ghana sind dies dagegen 354 € (vgl. charity-label.com o.J.).
Zusammenfassung der Kapitel
Ghana und sein Bildungssystem: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die geografische und politische Situation Ghanas und erläutert detailliert den strukturellen Aufbau des dortigen Bildungswesens von der Vorschule bis zur Secondary Education.
Kinderarmut im Vergleich: Hier erfolgt eine direkte Gegenüberstellung der Lebensbedingungen von Kindern in Ghana und Deutschland, wobei insbesondere die verschiedenen Armutsformen, das psychische Erleben und die Auswirkungen auf den Alltag und die soziale Teilhabe analysiert werden.
Schlüsselwörter
Kinderarmut, Ghana, Deutschland, Bildungsungleichheit, Relative Armut, Absolute Armut, Soziale Ungleichheit, Entwicklungszusammenarbeit, Schulpflicht, Konsumgesellschaft, Sozialhilfe, Lebensbedingungen, Kindheit, Waisenhaus, Bildungszugang
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Studienarbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht das Thema Kinderarmut und stellt dabei die Situation in Ghana derjenigen in Deutschland gegenüber, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Wahrnehmung und den Folgen aufzuzeigen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Themen sind das ghanaische Bildungssystem, die sozioökonomische Differenzierung von Armut und die psychologischen Belastungen für Kinder in unterschiedlichen gesellschaftlichen Umfeldern.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Es wird untersucht, wie sich die Kinderarmut in zwei so grundlegend verschiedenen Ländern wie Ghana und Deutschland vergleicht und ob die Auswirkungen für betroffene Kinder unterschiedlich wahrgenommen werden.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin nutzt eine Kombination aus theoretischer Literaturanalyse und einem praktischen Erfahrungsbericht aus der Arbeit in ghanaischen Einrichtungen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der Definition von Armutsbegriffen, dem Vergleich der Lebensumstände von Kindern in Waisenhäusern versus wohlhabenderen Bildungsstrukturen und der Reflexion über soziale Ausgrenzung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Die Arbeit lässt sich vor allem mit den Begriffen Kinderarmut, soziale Ungleichheit, Bildungszugang und dem Vergleich zwischen Entwicklungs- und Industriestaaten charakterisieren.
Wie unterscheidet sich der Armutsbegriff in Ghana von dem in Deutschland?
Während Ghana stärker mit der absoluten Armut, also dem Mangel an Grundbedürfnissen wie Nahrung, assoziiert wird, ist in Deutschland primär die relative Armut im Vergleich zum Durchschnittseinkommen prägend.
Warum kann die Armut in Deutschland laut der Autorin als besonders "deprimierend" empfunden werden?
Aufgrund des hohen allgemeinen Wohlstandsniveaus und des ausgeprägten Konsumdrucks durch Medien und soziale Vergleiche wird das "Anderssein" und der Ausschluss von Teilhabe in Deutschland oft psychisch schwerer gewichtet als in einem Umfeld, in dem Armut eher kollektiv geteilt wird.
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- Alisa Mareen Kuptz (Author), 2013, Kinderarmut im Vergleich. Ghana vs. Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/265563