Auffallend ist, dass sowohl im öffentlich rechtlichen als auch im privaten Fernsehen Krimiserien seit Jahrzehnten boomen und sich bei Jung und Alt an großer Beliebtheit erfreuen. „Weil der Krimi im Fernsehen so interessant für die Zuschauer ist, muss er es auch für die Wissenschaft sein“ meinte schon Viehoff in seinem Text „Der Krimi im Fernsehen“. Wenn ein Genre über seine inzwischen Jahrhunderte dauernde Gattungsgeschichte hinweg immer wieder diejenigen fasziniert und unterhält, die sich ihm zugewandt haben, dann muss daran etwas zu beobachten sein, was diesen Erfolg erklärt.
Ziel dieser Arbeit ist es, zu zeigen warum Krimiserien rezipiert werden, was den Reiz und vor allem die Faszination dieser Serien ausmacht und ob die vermehrte Rezeption Auswirkungen auf die SeherInnen haben kann.
Als theoretische Basis dienen der Uses-and-Gratifications-Ansatz, die Kultivierungsthese von George Gerbner, sowie das Vielsehersyndrom.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Die Krimiserie aus der Sicht der Fernsehmacher
1.2 Die Krimiserie aus der Sicht der RezipientInnen
2. Theoretische Basis
2.1 Die Krimiserie und ihre Faszination
2.2 Die Nutzung von Krimiserien
2.2.1 Der Uses-and-Gratifications-Ansatz im Bezug auf Krimiserien
2.2.2 Die Krimiserie – Erregung und Entspannung zugleich
2.3 Die Wirkung von Krimiserien
2.3.1 Das Fernsehen als Sündenbock
2.3.2 Die Kultivierungsthese im Kontext der Krimiserie
2.3.3 Vielseher und ihre Welt
3. Empirischer Teil
3.1 Vorstellen der Forschungsfrage zur Krimi-Rezeption
3.2 Erhebungsinstrument
3.3 Forschungsergebnisse
4. Resümee
5. Quellenverzeichnis
5.1 Literaturverzeichnis
5.2 Internetquellen
6. Anhang
6.1 Fragebogen
6.2 Kreuztabellen Einstellungsfragen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Faszination und Wirkung von Krimiserien auf das Fernsehpublikum. Ziel ist es, auf Basis des Uses-and-Gratifications-Ansatzes, der Kultivierungsthese von George Gerbner sowie des Vielsehersyndroms zu analysieren, ob ein verstärkter Konsum von Krimiformaten zu einem ängstlicheren oder pessimistischeren Weltbild bei den RezipientInnen führt.
- Analyse der Beweggründe für die Produktion und Rezeption von Krimiserien.
- Untersuchung der psychologischen Effekte von Spannung und Entspannung beim Krimikonsum.
- Überprüfung der Kultivierungsthese in Bezug auf das spezifische Genre der Krimiserie.
- Empirische Erhebung zur Korrelation zwischen Krimirezeption und Ängstlichkeit der ZuschauerInnen.
Auszug aus dem Buch
2.2.2 Die Krimiserie – Erregung und Entspannung zugleich
Barbara Sichtermann stellt fest, dass der Durchschnittsmensch im Fernsehen Erregung und Entspannung zugleich sucht. Die zwei Emotionen laufen parallel ab und diesen Zwiespalt empfinden die ZuseherInnen meist als Vergnügen.
Spannung kann als Wirkungsform der Dramaturgie gesehen werden, die auf der Verteilung von Wissen und der Aktivierung von Emotionen durch den Plot beruht. Unter „Plot“ wird das verstanden, was der Film oder die Fernsehsendung zeigt. Im Gegensatz dazu steht die „Story“ oder auch „Fabel“ genannt. Unter „Story“ oder „Fabel“ wird die erzählte Geschichte verstanden, die erst im Kopf der ZuschauerInnen entsteht.
Spannung hervorzurufen und sie zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufzulösen ist das Ziel einer jeden Erzählung. Die Grundvoraussetzung dafür ist jedoch, dass das Publikum überhaupt wissen will, wie es weiter geht.
Wuss erklärt diese Einforderung von Informationen mit dem Kontrollbedürfnis des Menschen. Bei der Rezeption einer Krimiserie handelt es sich dabei natürlich nur eine passive Kontrolle. In diesem Fall wird versucht einzuschätzen, wie sich die (filmische) Situation entwickeln wird. Durch Hinweise, die im Verlauf der Handlung gegeben werden, wird eine bestimmte Erwartungshaltung aufgebaut.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die hohe Popularität von Krimiformaten ein und erläutert die Relevanz der Thematik aus Sicht der Fernsehmacher sowie der Zuschauer.
2. Theoretische Basis: Hier werden die medienwissenschaftlichen Grundlagen wie der Uses-and-Gratifications-Ansatz und die Kultivierungsthese detailliert dargelegt, um das Phänomen Krimiserie theoretisch einzuordnen.
3. Empirischer Teil: Dieses Kapitel stellt das Studiendesign vor, beschreibt das eingesetzte Online-Fragebogen-Instrument und präsentiert die erhobenen Daten zur Krimirezeption.
4. Resümee: Hier werden die Ergebnisse der Arbeit zusammengefasst und die theoretischen Erkenntnisse mit den empirischen Daten kritisch reflektiert.
Schlüsselwörter
Krimiserien, Vielseher, Angst, Kultivierungsthese, Krimi-Vielseher, Medienwirkung, Uses-and-Gratifications, Fernsehnutzung, Weltbild, Spannung, Entspannung, Rezeptionsforschung, Genrekonventionen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die medienpsychologische Wirkung von Krimiserien auf die Zuschauer, insbesondere im Hinblick auf das Bedürfnis nach Spannung und die mögliche Entstehung von Ängstlichkeit.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf der Faszination des Krimi-Genres, der Gratifikationssuche durch das Publikum und der wissenschaftlichen Debatte um Kultivierungseffekte durch Medienkonsum.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Es wird untersucht, ob Krimi-Vielseher ängstlicher sind und ein pessimistischeres Weltbild aufweisen als Wenig- oder Nichtseher von Krimiserien.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse sowie eine quantitative Online-Umfrage, um Hypothesen zur Wirkung von Krimikonsum zu überprüfen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine ausführliche Theoriearbeit zu Medienwirkungen (Kultivierung, Nutzungsmotive) und einen empirischen Teil mit der Auswertung von 107 Fragebögen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Die Untersuchung wird maßgeblich durch Begriffe wie Krimiserien, Vielseher, Kultivierungsthese, Angst und Medienwirkung geprägt.
Hat die Studie einen direkten Zusammenhang zwischen Krimikonsum und Angst bestätigt?
Nein, die empirischen Daten zeigten nur minimale Unterschiede zwischen Krimi-Vielsehern und Nicht-Sehern, weshalb die Ausgangshypothese falsifiziert werden musste.
Welche Rolle spielt die "passive Kontrolle" bei der Krimirezeption?
Die Zuschauer nutzen Krimiserien, um in einer fiktiven Umgebung das Gefühl von Vorhersehbarkeit und Kontrolle zu erleben, was zur Entspannung beitragen kann.
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- Danielle Sprengnagel (Author), 2012, Die Krimiserie – Spannung und Entspannung zugleich?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/265063