Für den Aufbau eines Vertriebssystems in Deutschland und im europäischen Raum werden in dieser Machbarkeitstudie die Chancen und Risiken der gängigen und neuen Vertriebsmöglichkeiten rechtlich erörtert. Die Frage, welche Chancen und Risiken für die einzelnen Vertriebsformen bestehen, ist sehr individuell und für jeden subjektiv anders. Neben der Frage, welche Arten von Absatzmittlern eingesetzt werden, steht die Problematik, ob ein offenes oder geschlossenes Vertriebssystem präferiert wird.
Es ist abzuwägen, ob ein offenes oder ein geschlossenes Vertriebssystem entstehen soll. Bei einem offenen Vertriebssystem wird an jeden geliefert, der an dem Produkt oder der Dienstleitung Interesse zeigt. Hierbei könnten sich praktische Probleme beim Einsatz von Vertriebsmittlern ergeben. Zudem kannibalisieren sie mit einem offenen Verstriebssystem in der Regel ihre eigenen Vertriebswege. Bei geschlossenen Vertriebssystemen unterliegen sie selbst und/oder Ihre Vertriebsmittler Beschränkungen hinsichtlich des Lieferanten und/oder Abnehmerkreises. Solche geschlossenen Vertriebssysteme sind rechtlich nur im begrenzten Umfang möglich“. Geschlossene Vertriebssysteme bieten für den Unternehmer den Vorteil, der direkte Einflussnahme über den Absatzpreis und Absatzort.
Inhaltsverzeichnis
A. Einleitung
I. Zielstellung der Machbarkeitsstudie
B. Vertriebsformen
I. Indirekte Vertriebsformen
1. Der Handelsvertreter
a) Risiken und Chancen
2. Vertragshändler
a) Risiken und Chancen
3. Kommissionär und Kommissionsagenten
a) Risiken und Chancen
4. Franchisesysteme
a) Risiken und Chancen
5. Network Marketing
II. Kartellrecht
C. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die rechtlichen Rahmenbedingungen und strategischen Erfolgsparameter beim Aufbau verschiedener Vertriebssysteme im deutschen und europäischen Markt, um Unternehmen eine fundierte Entscheidungsgrundlage für ihre Distributionspolitik zu bieten.
- Rechtliche Einordnung und Abgrenzung verschiedener Absatzmittler (Handelsvertreter, Vertragshändler, Kommissionäre, Franchise).
- Analyse der Chancen und Risiken einzelner Vertriebsformen hinsichtlich Kosten, Marktpräsenz und Haftung.
- Rechtliche Grundlagen zur Vermeidung von Scheinselbstständigkeit.
- Berücksichtigung kartellrechtlicher Vorgaben bei der Gestaltung von Wettbewerbsbeschränkungen und Gebietsabsprachen.
- Kriterien für eine erfolgreiche Distributionsentscheidung im Sinne langfristiger Unternehmensziele.
Auszug aus dem Buch
1. Der Handelsvertreter
Handelsvertreter sind selbständige Gewerbetreibende (Kaufmann gem. § 1 HGB), die für einen anderen Unternehmer tätig sind und in dessen Namen und für dessen Rechnung Geschäfte vermitteln oder abschließen; § 84 Abs. 1 HGB. Es gibt zwei Arten von Handelsvertreter, die es zu unterscheiden gilt. Der Vermittlungsvertreter, dessen Aufgabe sich darauf beschränkt, den Unternehmer mit potenziellen Kunden zusammenzuführen. Hierbei handelt der Vertreter aus Verkehrschutzgründen in gewissem Umfang vom Unternehmer ermächtigt, § 91 Abs. 2 S. 1 HGB. Als zweites nennt der Paragraf 84 Abs. 4 HGB den Abschlussvermittler, der als Stellvertreter im Namen des Unternehmers Verträge mit den Kunden abschließt, §§ 54, 55 Abs. 1 HGB. Das 7. Kapitel des Handelsgesetzbuches (HGB) regelt in den Paragrafen 84 bis 92 die Rechtsverhältnisse des Handelsstandes der Handelsvertreter. Die Vereinbarungen zwischen Auftraggeber und dem selbständigen Handelsunternehmer werden im so genannten Handelsvertrag geregelt.
Im Handelsvertrag können die Aktivitäten örtlich auf ein Vertragsgebiet beschränkt werden, Preise festgesetzt und spezielle Mitteilungspflicht über z.B. allgemeine Marktentwicklung vertraglich vereinbart werden.10 Kartellrechtlich bildet der Handelsvertreter einen Sonderfall.
Zusammenfassung der Kapitel
A. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Wahl eines geeigneten Vertriebssystems ein und erörtert die Relevanz der strategischen Planung von Absatzwegen.
I. Zielstellung der Machbarkeitsstudie: Hier wird der Zweck der Untersuchung definiert, gängige Absatzformen unter Berücksichtigung rechtlicher Rahmenbedingungen und finanzieller Risiken strategisch zu beleuchten.
B. Vertriebsformen: Dieses Hauptkapitel bietet eine detaillierte Übersicht und den Vergleich verschiedener indirekter Vertriebswege wie Handelsvertreter, Vertragshändler, Kommissionäre, Franchisesysteme und Network Marketing.
I. Indirekte Vertriebsformen: In diesem Abschnitt werden die spezifischen rechtlichen Definitionen, Rollen und Vor- bzw. Nachteile der unterschiedlichen Vermittlertypen detailliert analysiert.
II. Kartellrecht: Dieses Kapitel erläutert die Grenzen zulässiger Wettbewerbsbeschränkungen, Preisbindungen und Gebietsabsprachen nach deutschem und europäischem Recht.
C. Fazit: Das Fazit fasst die Notwendigkeit einer einzelfallabhängigen rechtlichen Prüfung zusammen und unterstreicht die langfristige Bedeutung der Distributionsentscheidung für den Unternehmenserfolg.
Schlüsselwörter
Vertriebssysteme, Distributionspolitik, Handelsvertreter, Vertragshändler, Franchising, Kartellrecht, Absatzwege, Rechtssicherheit, Scheinselbstständigkeit, Wettbewerbsbeschränkungen, Provisionsbasis, Kundenstamm, Handelsgesetzbuch, Absatzrisiko, Absatzförderung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit primär?
Die Arbeit befasst sich mit der rechtlichen und strategischen Bewertung verschiedener indirekter Vertriebsformen für Unternehmen im deutschen und europäischen Markt.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der Abgrenzung von Vertriebsmittlern, den rechtlichen Grundlagen der Vertragsgestaltung und der Einhaltung von Kartellrecht.
Was ist das Ziel der Machbarkeitsstudie?
Das Ziel ist es, Herstellern und Unternehmern eine Orientierungshilfe zu geben, um die für sie optimale Absatzform unter Minimierung rechtlicher und finanzieller Risiken zu wählen.
Welche wissenschaftliche Methode liegt zugrunde?
Es handelt sich um eine deskriptive und rechtliche Analyse, die gängige Vertragstypen anhand von Gesetzestexten (HGB, BGB, GWB) und fachspezifischer Literatur untersucht.
Was ist der Inhalt des Hauptteils?
Der Hauptteil analysiert spezifische Vertriebsformen wie den Handelsvertreter, den Vertragshändler und das Franchising sowie die rechtlichen Grenzen, die durch das Kartellrecht gesetzt werden.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Distributionsentscheidung, Selbstständigkeit, Kartellrecht, Handelsvertreter, Franchisesysteme und Absatzrisiko.
Worin unterscheiden sich Handelsvertreter und Vertragshändler rechtlich?
Während Handelsvertreter Geschäfte für den Unternehmer vermitteln oder abschließen, agieren Vertragshändler im eigenen Namen und auf eigene Rechnung, was unterschiedliche rechtliche Haftungs- und Ausgleichsfolgen nach sich zieht.
Warum ist das Kartellrecht bei Vertriebssystemen kritisch?
Das Kartellrecht begrenzt die Möglichkeiten von Herstellern, Preise zu diktieren oder den Wettbewerb durch Gebietsabsprachen zu stark einzuschränken, um den freien Handel zu gewährleisten.
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- Dipl. Kfm (FH) Enrico Moch (Author), 2012, Aufbau eines vertraglichen Vertriebssystems, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/264960