In meiner Arbeit wird zunächst die Entwicklung des Stromverbrauchs in Deutschland beschrieben.
Unser heute hoher Lebensstandard basiert auf einem enorm hohen Energieverbrauch,
der mit unseren Bedürfnissen und Wünschen permanent weiterwächst und mit globalen
Folgeschäden und Kosten verbunden ist. In Kapitel 3 werden die energiepolitischen Ziele
der heutigen Bundesregierung kurz dargestellt, welche in dem Gesetz für Vorrang der
Erneuerbaren Energien (Erneuerbare-Energien-Gesetz, EEG) verankert und für die grundlegende
Modernisierung der Energieversorgung in Deutschland verantwortlich sind. Die Kosten
der einzelnen Technologien zur Stromproduktion werden in Kapitel 4 ermittelt und analysiert.
Auf dieser Grundlage wird dann die Notwendigkeit des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes aufgezeigt
und die Förderung der erneuerbaren Energien begründet. Anschließend wird die
Leipziger Börse betrachtet, wo schließlich der Strompreis bestimmt wird, und analysiert, welchen
Einfluss die politische Förderung der erneuerbaren Energien auf die Preisbildung an der
Börse nimmt. Zum Schluss werden auch die Auswirkungen des EEG auf die Stromkosten der
Endverbraucher, insbesondere der privaten Haushalte, dargestellt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Strukturwandel in der deutschen Stromversorgung
2.1 Strom in unserem Alltag
2.2 Energiequellen der Stromerzeugung
2.3 Nachhaltige Energiepolitik
3 Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)
3.1 Zielsetzung der Bundesregierung
3.2 Rahmenbedingungen und Prinzip des EEG
3.3 Ausnahmeregelung für stromintensive Unterhnemen
4 Stromkosten auf der Erzeuger- und Verbraucherseite
4.1 Kosten der Stromproduktion
4.2 Kosten der Endverbraucher
4.2.1 Haushaltsstrompreis
4.2.2 Industriestrompreis
5 Energiebörse in Deutschland
5.1 Marktbetrachtung und diverse Geschäfte der Börse
5.2 Preisbildung auf dem Spotmarkt
5.3 Grenzerzeugungskosten und Merit-Order
5.4 Merit-Order-Effekt
6 Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) auf die Preisentwicklung im deutschen Strommarkt. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Fokus, wie die staatlich forcierte Umstrukturierung der Energieversorgung durch den Ausbau erneuerbarer Energien einerseits die Börsenpreise beeinflusst und andererseits die Kostenbelastung für Endverbraucher verändert.
- Strukturwandel der deutschen Stromversorgung
- Mechanismen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG)
- Stromerzeugungskosten und Wirtschaftlichkeit
- Preisbildung an der Strombörse und Merit-Order-Effekt
- Entwicklung der Haushalts- und Industriestrompreise
Auszug aus dem Buch
5.2 Preisbildung auf dem Spotmarkt
Auf der Leipziger EEX-Börse werden zahlreiche Angebote und Nachfragen gesammelt. Solche „Gebote“ stellen unterschiedliche Mengen- und Preiswünsche der Aktionäre dar. An der Strombörse handeln nicht nur die vier großen Energieversorger (E.On, RWE, Vattenfall, EnBW), sondern auch industrielle Kunden, kleinere Energieversorger – wie Stadtwerke und Versorgungsunternehmen – aus anderen europäischen Ländern geben ihre Gebote ab. Die eingegangenen Angebote und Nachfragen werden nach dem zugehörigen Preis sortiert und über die einzelnen Stunden aufgetragen. Dadurch entstehen eine treppenförmige steigende Angebotskurve (grau) und eine entgegenlaufende Nachfragekurve (rot). (Abbildung)
Der Schnittpunkt der beiden Kurven liefert den sogenannten Gleichgewichtspreis (Market Clearing-Price, MCP). Zu diesem Preis werden auch die gesamten Geschäfte der Börse auf dem Spotmarkt abgewickelt. Die Anbieterseite bekommt und die Nachfrageseite bezahlt den Clearingpreis, unabhängig von dem früheren Gebot. Alle Angebote, die oberhalb von dem Gleichgewichtspreis liegen, kommen nicht zum Tragen und bleiben dann erfolglos.
In der Abbildung 4 ist zu erkennen, dass die Angebotskurve relativ preiselastisch ist, da eine Erhöhung der Strombedarfs zu einem relativ stark steigenden Marktpreis führt. Auf der anderen Seite verhält sich die Nachfrage „unelastisch“ und die Kurve der Nachfragefunktion verläuft sehr steil. Eine Erhöhung des Preises von 30 auf 60 €/MWh führt zu einer Verringerung des Strombedarfs um lediglich etwa zehn Prozent. Der Verbrauch an Strom ist auf dem Spotmarkt demnach beinahe von dem Preis unabhängig. Es lässt sich damit begründen, dass es nur wenige Unternehmen und private Haushalte gibt, die ihren Stromverbrauch nach dem Strompreis richten. Der Strom wird auch gekauft, wenn er sehr teuer ist, da unsere Gesellschaft von Stromlieferungen extrem abhängig ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Relevanz des EEG für die deutsche Energiepolitik und stellt die Zielsetzung der Arbeit sowie die zu untersuchenden Forschungsfragen vor.
2 Strukturwandel in der deutschen Stromversorgung: Dieses Kapitel beschreibt die Bedeutung von Strom in der heutigen Gesellschaft und analysiert die historische Entwicklung der Energiequellen in Deutschland.
3 Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG): Hier werden die politischen Zielsetzungen, die Funktionsweise des Gesetzes und die besonderen Ausnahmeregelungen für die energieintensive Industrie dargestellt.
4 Stromkosten auf der Erzeuger- und Verbraucherseite: Dieses Kapitel analysiert die spezifischen Stromerzeugungskosten verschiedener Technologien und untersucht die Zusammensetzung der Strompreise für Haushalte und Industrie.
5 Energiebörse in Deutschland: Das Kapitel erklärt die Liberalisierung des Strommarktes, die Preisbildung an der EEX sowie das Konzept der Grenzerzeugungskosten und den Merit-Order-Effekt.
6 Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Auswirkungen des EEG auf die Strompreise sowie die zukünftigen Herausforderungen der Energiewende.
Schlüsselwörter
Strommarkt, Erneuerbare-Energien-Gesetz, EEG, Strompreis, Stromerzeugung, Energiepolitik, Merit-Order-Effekt, EEX, Börsenpreis, Haushaltsstrompreis, Energiewende, Grenzerzeugungskosten, Stromgestehungskosten, Nachhaltigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) auf die deutsche Stromversorgung und die damit einhergehende Preisentwicklung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt den Strukturwandel der Stromversorgung, die gesetzlichen Rahmenbedingungen des EEG, die Kostenstruktur der Stromerzeugung sowie die Preisbildungsmechanismen an der Strombörse.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, die ökonomischen Folgen der staatlichen Förderung erneuerbarer Energien zu durchleuchten und aufzuzeigen, wie diese sich auf die Strompreise für unterschiedliche Akteure auswirken.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine deskriptive und analytische Vorgehensweise gewählt, die auf der Auswertung von Strompreisdaten, regulatorischen Vorgaben und ökonomischen Theorien zur Grenzkostenanalyse basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Analyse der Stromerzeugungskosten, der Funktionsweise der Energiebörse und dem Einfluss des Merit-Order-Effekts auf die Marktpreise.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind EEG, Merit-Order-Effekt, Strompreisbildung, Erneuerbare Energien und Stromgestehungskosten.
Warum steigen die Strompreise für Privathaushalte trotz sinkender Börsenpreise?
Dies liegt daran, dass sinkende Einkaufspreise an der Börse nicht direkt an die Verbraucher weitergegeben werden, während gleichzeitig die durch das EEG induzierten Kosten (EEG-Umlage) stetig ansteigen.
Was besagt die Härtefallregelung für Unternehmen?
Diese Regelung entlastet stromintensive Unternehmen von der vollen EEG-Umlage, um deren Wettbewerbsfähigkeit auf dem internationalen Markt zu sichern.
Wie funktioniert der Merit-Order-Effekt?
Der Effekt beschreibt, wie die Einspeisung von Strom mit niedrigen Grenzkosten (erneuerbare Energien) teurere Kraftwerke aus dem Markt verdrängt, was theoretisch zu einer Senkung des Börsenstrompreises führen kann.
- Quote paper
- Victor Lotz (Author), 2011, Auswirkungen des EEG auf die Preisentwicklung im deutschen Strommarkt, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/264441