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Beiträge zur Entwicklung der Lerneinstellung im Rahmen des Praxislernens als besondere Organisationsform des Dualen Lernens

Durchführung als Sozialpraktikum

Title: Beiträge zur Entwicklung der Lerneinstellung im Rahmen des Praxislernens als besondere Organisationsform des Dualen Lernens

Examination Thesis , 2012 , 49 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Andrea Eid (Author)

Pedagogy - Job Education, Further Education

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Summary Excerpt Details

Unterricht in der 9e: 14 Schüler zw. 15 u. 16 Jahren. Pubertätsgetrieben, ein heftiger Hieb in die Seite des Sitznachbarn. Ein lauter Aufschrei. Hormongesteuertes Gebaren. Unterrichtseifer – nicht vorhanden. Ein Zwischenruf – ein Beitrag? Abwertende Kommentare, lautes Gelächter. Respektlosigkeit. Ein Schluck aus der Flasche – jetzt drückt die Blase. Letzter Biss vom Pausenbrot. Gang zum Mülleimer, „körperliche Entlastung“. Zerknüllte Arbeitsbögen neben dem Mülleimer. Leseschwäche? Rechtschreibschwäche in jedem Fall. Mündliche Mitarbeit: Privatgespräche. Gähnen und Strecken, Räkeln und Ermatten. Kopf entspannt auf dem Tisch, Basecap verhängt das Gesicht. Desinteresse und Lustlosigkeit bis hin zur Arbeitsverweigerung. Mangelndes Konzentrationsvermögen oder Disziplinprobleme? Anspruchsniveau zu hoch? Zu niedrig? Oder fehlende Lerneinstellung?

Ich vermisste Interesse am Neuen u. Unbekannten, in Bereichen, die für meine Schüler schon in naher Zukunft eine bedeutende Rolle spielen würden, bezüglich Problemen und Fragestellungen, mit denen sie, wenn sie aus der Schule entlassen werden, konfrontiert werden. Mir war klar, dass ich mit einer Zunahme an Lehrerdominanz keine Veränderung ihres Lernverhaltens herbeiführen würde. Es war an der Zeit, die Trennung von Schule und Leben aufzuheben und der fehlenden Sinnhaftigkeit der Lerninhalte entgegenzutreten. In der Praxis kommen Wissen und Handeln zusammen. Dabei soll das Wissen nicht nur das Tun anleiten, sondern das Handeln auch auf das Denken zurückwirken. Mein Ziel war es, sie an die Übernahme von Verantwortung für ihr eigenes Handeln, nicht zuletzt für das eigene Lernen, heranzuführen, dem ganzheitlichen Lernen ein Stück näherzukommen, sie am Leben teilhaben zu lassen. Ich entschied ich mich schließlich, vier Schüler dieser Lerngruppe in ein Sozialpraktikum zu schicken.
Die folgenden Leitfragen führen durch die Betrachtung Projekts, das einen Beitrag zur Veränderung der Lerneinstellung leisten soll: Werden durch das Sozialpraktikum Voraussetzungen geschaffen, die sich positiv auf die Lerneinstellung auswirken? Verändert sich das Selbstbild der Schüler im Rahmen des Sozialpraktikums derart, dass es sie in ihrer Lerneinstellung positiv beeinflusst? Zusammenfassend: Kann die Durchführung eines Sozialpraktikums einen Beitrag zur Entwicklung von Lerneinstellung leisten?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffserklärung – Duales Lernen

2.1. Die besonderen Organisationsformen des Dualen Lernens

2.2. Bezug zum Rahmenlehrplan

2.3. Rechtliche Grundlagen

2.3.1. Auftrag der Schule – Das Schulgesetz

2.3.2. Bestimmungen zum Schutz des Schülers

3. Gegebenheiten vor Ort

3.1. Die Schule

3.2. Die Lerngruppe

4. Theoretische Gedanken zur Entwicklung von Lerneinstellung

4.1. Warum ausgerechnet ein Sozialpraktikum?

4.2. Lerneinstellung

4.2.1. Abgrenzung zur Motivation

4.2.2. Was ist Lerneinstellung?

4.3. Wie können sich die vom Schüler während des Sozialpraktikums erworbenen Fähigkeiten positiv auf die Lerneinstellung auswirken?

4.4. Auswertung der Zielerfüllung

5. Zur Durchführung des Sozialpraktikums

5.1. Didaktisch-methodische Vorüberlegungen

5.2. Vorbereitungen

5.3. Praktische Umsetzung

5.4. Ausgewählte Ergebnisse

5.4.1. Auszüge aus den Praktikumsheftern

5.4.2. Beobachtungsbögen

5.5. Auswertung

6. Gesamtreflexion und Ausblick

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die Arbeit untersucht, ob die Durchführung eines Sozialpraktikums als besondere Organisationsform des Dualen Lernens einen messbaren Beitrag zur positiven Entwicklung der Lerneinstellung bei Schülern einer 9. Klasse an einer Integrierten Sekundarschule leisten kann.

  • Analyse des Konzepts des Dualen Lernens im Kontext schulischer Rahmenlehrpläne.
  • Theoretische Fundierung der Lerneinstellung im Abgrenzung zur Lernmotivation.
  • Durchführung und Evaluation eines Sozialpraktikums in sozialen Einrichtungen für vier ausgewählte Schüler.
  • Erfassung von Veränderungen durch Praktikumsberichte, Beobachtungsbögen und Verhaltensprotokolle.
  • Reflexion über die Bedeutung von realen Praxiserfahrungen für die Persönlichkeitsentwicklung und den schulischen Erfolg.

Auszug aus dem Buch

4.1. Warum ausgerechnet ein Sozialpraktikum?

Bei einem Sozialpraktikum geht es weniger darum, einen Beruf oder eine spezielle Arbeit zu erlernen, als vielmehr darum, Menschen in anderen Lebenssituationen zu erleben, die Scheu im Umgang mit ihnen zu verlieren und einen offeneren Blick für eine bisher fremde Welt zu bekommen. Viele Schüler berichten, dass das Sozialpraktikum für sie eine der prägendsten Erfahrungen in ihrer Schulzeit war. Sie erzählen, dass vor allem die Dankbarkeit der hilfsbedürftigen Menschen ihnen viel bedeutet habe. Sie seien auch froh gewesen, wieder in den „behüteten“ Schulalltag zurückkehren zu dürfen. Insofern dürfte ein Sozialpraktikum in vielerlei Hinsicht positiv auf die Schüler wirken.

In diesem Halbjahr bot das Thema „Soziale Arbeit in Haushalt und Beruf“ ein Sozialpraktikum geradezu an. „Viele Kinder und Jugendliche haben keine oder falsche Vorstellungen, was es heißt, mit hilfsbedürftigen Menschen umzugehen. Kaum ein Kind erlebt alte oder behinderte Menschen zu Hause. Großeltern, ältere Tanten oder Onkel leben nicht in der Familie, sondern irgendwo allein, oft weit entfernt. Wenn sie sich nicht mehr selbst helfen können, sind es meist Fremde, die ambulant oder stationär die Pflege berufsmäßig übernehmen. Kinder und Jugendliche erfahren so nur noch selten aus persönlicher Anschauung, dass alte und kranke Menschen nicht nur Unterstützung brauchen, sondern im Alltag auch viel geben können, wenn man sich mit ihnen beschäftigt. Und je weniger hilfsbedürftige Menschen sie im Umgang erleben, desto seltener wird ihnen bewusst, dass sie selbst irgendwann einmal auf Hilfe angewiesen sein werden.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Autorin beschreibt die Problemlage einer unmotivierten 9. Klasse und führt das Pilotprojekt Sozialpraktikum als Mittel zur Förderung von Verantwortungsbewusstsein und Lerneinstellung ein.

2. Begriffserklärung – Duales Lernen: Dieses Kapitel erläutert den theoretischen Rahmen des Dualen Lernens, dessen Organisationsformen sowie die rechtlichen Verankerungen im Berliner Schulgesetz.

3. Gegebenheiten vor Ort: Hier werden die spezifischen Rahmenbedingungen der Integrierten Sekundarschule in Lichtenberg sowie die problematische Lern- und Arbeitshaltung der betroffenen Lerngruppe skizziert.

4. Theoretische Gedanken zur Entwicklung von Lerneinstellung: Es erfolgt eine theoretische Abgrenzung der Lerneinstellung von der Motivation und die Darlegung, wie reale Praxiserfahrungen durch Soft Skills das Selbstbild und den Habitus von Schülern beeinflussen können.

5. Zur Durchführung des Sozialpraktikums: Dieser Teil dokumentiert die methodische Planung, die Vorbereitung der Schüler, die Durchführung in den sozialen Einrichtungen und die Analyse der Ergebnisse anhand von Berichten und Beobachtungsbögen.

6. Gesamtreflexion und Ausblick: Die Arbeit schließt mit einer kritischen Reflexion der Ergebnisse, der Einsicht in die Grenzen des kurzen Zeitrahmens und einem Plädoyer für ein langfristiges, unterrichtsbegleitendes Sozialpraktikum.

Schlüsselwörter

Duales Lernen, Sozialpraktikum, Lerneinstellung, Schulpädagogik, Integrierte Sekundarschule, Arbeitslehre, Praxislernen, Soft Skills, Persönlichkeitsentwicklung, Motivation, Schülerverhalten, Berufsorientierung, Handlungsfähigkeit, Habitus, Schulentwicklung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Nutzen eines siebenwöchigen Sozialpraktikums als Instrument zur positiven Beeinflussung der Lerneinstellung von Schülern einer 9. Klasse.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind das Konzept des Dualen Lernens, die theoretische Herleitung der Lerneinstellung, die Bedeutung von Sozialpraktika für Jugendliche sowie die pädagogische Reflexion über die eigene Unterrichtspraxis.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet, ob durch ein Sozialpraktikum Voraussetzungen geschaffen werden können, die sich positiv auf die Lerneinstellung und das Selbstbild der Schüler auswirken.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen praxisorientierten Ansatz mit der Auswertung von Schülerdokumenten (Praktikumshefter, Protokolle) und einer begleitenden Beobachtung durch Kompetenzraster.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil umfasst die theoretische Einbettung, die Beschreibung des Pilotprojekts, die detaillierte Ausgestaltung der Arbeitsaufträge für die Schüler sowie die Auswertung der beobachteten Verhaltensänderungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Sozialpraktikum, Lerneinstellung, Duales Lernen, Praxislernen, Soft Skills und Persönlichkeitsentwicklung.

Warum wird speziell das Sozialpraktikum für diese Schülergruppe gewählt?

Da die Schüler deutliche Defizite im theoretischen Unterricht zeigten und abwehrend reagierten, sollte das Praktikum als reales, handlungsorientiertes Lernfeld dienen, um neue Motivation und Selbstvertrauen zu gewinnen.

Zu welchem Schluss kommt die Autorin bezüglich der Wirksamkeit?

Die Autorin resümiert, dass ein kurzer Zeitraum von sieben Wochen als "Tropfen auf den heißen Stein" nur einen geringen Effekt hat und plädiert daher für eine langfristige, unterrichtsbegleitende Integration solcher Praktika.

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Details

Title
Beiträge zur Entwicklung der Lerneinstellung im Rahmen des Praxislernens als besondere Organisationsform des Dualen Lernens
Subtitle
Durchführung als Sozialpraktikum
Course
2. Staatsexamen Arbeitslehre, WAT, Berufsvorbereitung, Berufsorientierung
Grade
1,0
Author
Andrea Eid (Author)
Publication Year
2012
Pages
49
Catalog Number
V264148
ISBN (Book)
9783656581154
ISBN (eBook)
9783656582519
Language
German
Tags
beiträge entwicklung lerneinstellung rahmen praxislernens organisationsform dualen lernens sozialpraktikum
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andrea Eid (Author), 2012, Beiträge zur Entwicklung der Lerneinstellung im Rahmen des Praxislernens als besondere Organisationsform des Dualen Lernens, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/264148
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