In Deutschland beklagt man sich über die geringe Geburtenrate. Im Jahr 2011 lag diese bei 1,37 Kinder pro Frau. Trotz eines leichten Anstiegs, kann der Bevölkerungsschwund nicht gebremst werden, dafür wären mindestens 1,6 Kinder pro Frau nötig. So schreitet der demographische Wandel weiter voran, doch welche Faktoren bewirken die geringe Geburtenrate?
In einer Forsa-Studie, wurde in einem Zeitraum vom 17. November bis 3. Dezember 2010, 1.012 Personen befragt. Ganze 66% äußerten den Wunsch "auf jeden Fall" oder "vielleich" Kinder zu bekommen. Der Kinderwunsch ist also bei der Mehrheit noch existent. Dann stellt sich aber die Frage, wieso sie diesen Wunsch nicht umsetzen.
Bei 44% fehlt dazu einfach noch der passende Partner und über 60% begründen die geringe Geburtenrate aufgrund der zurückgegangenen Haltbarkeit von Partnerschaften und Ehen. Somit spielt die Instabilität von Partnerschaften beim demografischen Wandel eine wichtige Rolle.
Inhaltsverzeichnis
1 Problemstellung
2 Daten und Fakten zu Partnerschaften in Deutschland
3 Überblick über Einflussfaktoren für die Stabilität von Partnerschaften
3.1 Miterlebte Scheidungen
3.2 Gemeinsamkeiten als wichtiger Faktor
3.3 Arbeitsteilung
3.4 Gewohnheit oder Ritual?
3.5 Untreue
4 Einfluss der Persönlichkeit auf die Stabilität von Partnerschaften
4.1 Big Five
4.2 Die vier Liebestypen
5 Einfluss des Konfliktverhaltens auf die Stabilität von Partnerschaften
5.1 Konflikte konstruktiv bewältigen
5.2 Prozess des Verzeihens
6 Belastungen des Alltags als Gefährdung von Partnerschaften
6.1 Der Job als Beziehungskiller
6.2 Der Alltagsstress
7 Unterstützungssysteme für gefährdete Partnerschaften
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die zentralen Faktoren, die zur Instabilität moderner Partnerschaften führen, und analysiert, welche Rahmenbedingungen und persönlichen Verhaltensweisen eine Beziehung stabilisieren oder gefährden können. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, welche Faktoren entscheidend dafür sind, ob eine heutige Partnerschaft stabil oder instabil bleibt.
- Soziologische und ökonomische Rahmenbedingungen für Partnerschaften
- Einfluss von Persönlichkeitsstrukturen und Bindungstypen
- Konfliktbewältigungsstrategien und die Bedeutung von Verzeihen
- Belastungsfaktoren im Alltag wie Berufsstress und Erreichbarkeit
- Präventionsmöglichkeiten und Unterstützung durch Paartherapie
Auszug aus dem Buch
3.4 Gewohnheit oder Ritual?
In einer Partnerschaft kann es vorkommen, dass der Partner als Selbstverständlichkeit angesehen wird. Man ist das Leben mit ihm gewohnt und schenkt ihm keine besondere Aufmerksamkeit mehr. Berührungen und Zärtlichkeiten passieren nur noch nebenbei, man sitzt zusammen vor dem Fernseher und aus Gewohnheit streichelt man seine Hand, ohne große Bedeutung. Kosenamen wie "Schatz" oder "Liebling" verlieren an Bedeutung, sie werden nur aus Gewohnheit geäußert.27
Um die Beziehung nun zu retten besteht die Möglichkeit Rituale zu entwickeln, denn sie geben den Partnern Sicherheit und Beständigkeit. Zudem strukturieren sie auch das Zusammenleben. Manche setzten Rituale mit Gewohnheiten gleich, jedoch fehlt den Gewohnheiten die Inszenierung, die symbolische Bedeutung. Ein Ritual soll etwas symbolisieren und soll Gefühle ausdrücken. Wenn man seine Gedanken und Gefühle nicht in Worten fassen kann, so können Rituale hilfreich sein, denn mit ihnen kann man sehr viel mehr aussagen.28 Jeden Sonntag morgen ein Ei zu essen, ist noch kein Ritual. Wenn aber jeden Sonntag morgen der Frühstückstisch schön gedeckt wird, Blumen auf dem Tisch stehen und dann liebevoll ein Ei serviert wird, ist das ein Ritual. Denn der schön gedeckte Tisch und das liebevolle servieren symbolisiert "Ich will dir eine Freude machen."29
Psychologische Studien bewiesen, dass ein Paar umso zufriedener ist, je mehr Rituale sie in ihrem Alltag mit ein bauen.30 Denn diese bewirken ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl. Rituale ermöglichen den Paaren Zeit und Raum für Zweisamkeit. Sie grenzen sich eine zeit lang von der Außenwelt ab, dies bewirkt dass sie ungestört kommunizieren können und Ruhe finden von der Hektik des Alltags.31
Zusammenfassung der Kapitel
1 Problemstellung: Beleuchtet den demografischen Wandel und die Auswirkungen des Scheidungsrechts auf die finanzielle Stabilität von Partnern.
2 Daten und Fakten zu Partnerschaften in Deutschland: Analysiert Statistiken zu Eheschließungen, Geburtenraten und der Partnerschaftszufriedenheit basierend auf der Pairfam-Studie.
3 Überblick über Einflussfaktoren für die Stabilität von Partnerschaften: Untersucht äußere und innere Faktoren wie Scheidungserfahrungen des Elternhauses, Gemeinsamkeiten, Arbeitsteilung, Rituale und Untreue.
4 Einfluss der Persönlichkeit auf die Stabilität von Partnerschaften: Erörtert das Fünf-Faktoren-Modell (Big Five) und die von Helene Fisher entwickelten vier Liebestypen in Bezug auf die Beziehungsstabilität.
5 Einfluss des Konfliktverhaltens auf die Stabilität von Partnerschaften: Analysiert verschiedene Arten der Streitkultur und die essenzielle Bedeutung des Verzeihens für den Fortbestand einer Partnerschaft.
6 Belastungen des Alltags als Gefährdung von Partnerschaften: Betrachtet den Einfluss von beruflichem Stress, ständiger Erreichbarkeit und allgemeinem Alltagsstress auf die eheliche Zufriedenheit.
7 Unterstützungssysteme für gefährdete Partnerschaften: Beschreibt therapeutische Ansätze wie die kognitive Verhaltens- und Systemische Paartherapie als Mittel zur Krisenbewältigung.
Schlüsselwörter
Partnerschaft, Scheidung, Stabilität, Konfliktbewältigung, Rituale, Persönlichkeit, Big Five, Liebestypen, Alltagsstress, Paartherapie, Kommunikation, Verzeihen, Beziehungszufriedenheit, Erwerbstätigkeit, Familienförderung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Instabilität moderner Partnerschaften und den vielfältigen Faktoren, die den Erfolg oder das Scheitern einer Beziehung beeinflussen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf soziologischen Einflüssen, Persönlichkeitsmodellen, der Dynamik von Konflikten, alltagsbedingten Belastungen sowie therapeutischen Unterstützungssystemen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, wissenschaftlich fundiert zu analysieren, welche Faktoren darüber entscheiden, ob eine heutige Partnerschaft stabil bleibt oder instabil wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die aktuelle Studien wie die "Pairfam"-Studie und psychologische Fachliteratur zur Paartherapie und Persönlichkeitsforschung auswertet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Einflussfaktoren (Scheidung, Kinder, Arbeitsteilung), die Rolle der Persönlichkeit, das Konfliktverhalten, Stressfaktoren durch den Beruf sowie Hilfsangebote für Paare.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Partnerschaftsstabilität, Konfliktmanagement, Paartherapie, Persönlichkeit, Beziehungszufriedenheit und psychologische Resilienz.
Welchen Einfluss haben Kinder auf die Stabilität einer Partnerschaft?
Kinder wirken kurzfristig oft als "Nähekiller", da sie Aufmerksamkeit binden, können aber langfristig eine stabilisierende Wirkung haben, da sie das Zusammengehörigkeitsgefühl stärken.
Warum ist das Verzeihen wissenschaftlich relevant für Partnerschaften?
Verzeihen verhindert emotionale Erschöpfung und körperliche Stresssymptome bei den Partnern und ist eine erlernbare Kompetenz, um festgefahrene Teufelskreise aus Vorwürfen zu durchbrechen.
Welche Rolle spielt die ständige Erreichbarkeit im Job?
Ständige Erreichbarkeit außerhalb der Arbeitszeiten wirkt sich bei rund einem Viertel der Betroffenen negativ auf die Beziehungsqualität aus, da die notwendige Ruhephase für das Paar gestört wird.
Wann ist eine Trennung laut Autor ein Therapieerfolg?
Eine Trennung kann als Erfolg gewertet werden, wenn sie eine bewusste Entscheidung beider Partner darstellt, um die individuelle Lebenszufriedenheit zu erhöhen, anstatt in einer destruktiven Beziehung zu verharren.
- Quote paper
- Filloreta Elezi (Author), 2013, Instabilität von Partnerschaften, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/263256