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Hintergründe und Ursachen der Pestpogrome im 14. Jahrhundert

Titel: Hintergründe und Ursachen der Pestpogrome im 14. Jahrhundert

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2010 , 37 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Jonathan Haß (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich im Rahmen des Hauptseminars „Geschichte der Juden in Südwestdeutschland“ sowohl mit den allgemeinen Ursachen der spätmittelalterlichen Pestpogrome, als auch mit den jeweiligen Motiven der ausführenden Kräfte. Vor diesem Hintergrund müssen die Basisfaktoren bezüglich der Judenverfolgungen, welche zweifelsohne als die schwerwiegendste jüdische Katastrophe vor dem Holocaust angesehen werden kann, einer differenzierten Analyse unterzogen werden. Zu diesen überregional wirksamen Konstanten, welche für die Gesamtheit der Pestpogrome gelten können, zählen neben den poltischen und ökonomischen Aspekten im Reich auch die Stellung der Juden innerhalb der Gesellschaft. Diesbezüglich gilt es insbesondere das sich im Spätmittelalter konstant verschlechternde Verhältnis zwischen der christlichen Gesellschaft und den Juden zu untersuchen. Die Darstellungen hinsichtlich dieser Aspekte werden eingebettet in den Gesamtrahmen des „Schwarzen Todes“, welcher sowohl die Pesttheorien des Spätmittelalters als auch den tatsächlichen Verlauf der tödlichen Seuche beinhaltet. All jene Faktoren, die in Teilen nur scheinbar peripher mit der Thematik der vorliegenden Arbeit zusammenhängen, sind notwendig, um ein Gesamtbild der Situation in der Mitte des 14. Jahrhunderts zu erhalten.
Der zweite Teil der Arbeit beschäftigt sich mit drei speziell ausgewählten Beispielen, welche einen tieferen Einblick in die Einzelkomponenten der Pestpogrome erlauben. In diesem Kontext wird vornehmlich die Thematik der angeblichen Brunnenvergiftung durch die Juden sowie deren vordergründige Verwendung zur Anklage gegen dieselben näher betrachtet. Auch wenn die exemplarischen Beispiele nur einen Ausschnitt aus dem Gesamtbild der Pestpogrome widergeben können - sind doch die einzelnen Verläufe in aller Regel sehr vielschichtig und komplex, so sollen die Ereignisse der Städte Freiburg im Breisgau, Nürnberg und Straßburg stellvertretend behandelt werden. Der Fokus liegt dabei insbesondere auf den Umbrüchen innerhalb der urbanen Räume, welche sich hauptsächlich in den Machtkämpfen zwischen Patriziern und den sukzessiv in die Räte drängenden Zünften widerspiegelten. Welche Rolle der jüdischen Bevölkerung in diesem Konflikt zukam und inwiefern die zu Beginn angesprochenen fiskalischen Interessen der Gewalttäter als wirkliches Motiv für das Judenmorden angeführt werden können, sollen die Analysen im letzten Teil der Arbeit aufzeigen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Europa am Vorabend der Pest – Das 14. Jahrhundert in der Krise

2.1 Agrarkrise und gesamtwirtschaftliche Rezession

3. Spätmittelalterliche Pesttheorien – Versuche der Deutung und Begründung der Pestilencia Magna

4. Tatsächlicher Ursprung und Verlauf des „Schwarzen Todes“

5. Die Stellung der Juden im Spätmittelalter – Ein Verhältnis der Ausgrenzung

5.1 Gewalttätigkeiten an Juden im Spätmittelalter – Voraussetzung für die Pestpogrome?

5.2 Legenden um Hostienschändung und Ritualmord – Die Vorwände für Gewalttätigkeiten gegen die jüdische Bevölkerung

6. Die angebliche Brunnenvergiftung jüdischer Verschwörer – Die spätmittelalterliche Gesellschaft zwischen Hysterie und Judenhass

7. Die Pestpogrome: Verlauf und Ursache anhand drei exemplarischer Beispiele

7.1 Unrast in den Städten – Das spätmittelalterliche System im Umbruch

7.2 Der Pestpogrom in Freiburg i. Breisgau

7.3 Der Pestpogrom in Nürnberg

7.4 Der Pestpogrom in Straßburg

8. Die Rolle der Geißler im Kontext der Pestpogrome

9. Fazit

10. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die komplexen Ursachen und Motive hinter den Pestpogromen des 14. Jahrhunderts in Südwestdeutschland. Dabei wird hinterfragt, inwieweit die Pest lediglich als Vorwand für machtpolitische und ökonomische Interessen diente, um die jüdische Bevölkerung zu verfolgen und deren Vermögen zu enteignen.

  • Analyse der sozialen und ökonomischen Krisensituation im Spätmittelalter.
  • Untersuchung der Rolle der Pest als Katalysator und Vorwand für antijüdische Gewalt.
  • Vergleichende Untersuchung der Pogrome in Freiburg, Nürnberg und Straßburg.
  • Bewertung der Rolle von Machtstrukturen, Zünften und Herrschaftsträgern.
  • Einordnung der Geißler-Bewegung im Kontext der Judenverfolgungen.

Auszug aus dem Buch

Der Pestpogrom in Straßburg

Das letzte exemplarische Beispiel der vorliegenden Arbeit beschäftigt sich mit dem Pestpogrom in Straßburg, welcher am 14. Februar 1349 erfolgte. Auch die Gewalttätigkeiten an den Straßburger Juden stehen in engem Zusammenhang mit dem allgemeinen Judenhass des Spätmittelalters und der hysterischen Angst vor der Pestseuche. Sie sind jedoch auch auf die fragilen Herrschaftsverhältnisse zurückzuführen, welche sich vor allem in dem im vollständigen Umbruch befindlichen Stadtrat der Straßburger manifestierten. Genau wie in Nürnberg führten somit die vielfachen Verflechtungen sozialer, religiöser und machtpolitischer Spannungen zur jüdischen Katastrophe. Hinsichtlich der Täterschaft unterstreicht auch dieses Beispiel die Notwendigkeit, die einzelnen Vorkommnisse gegen die Judengemeinden in der Pestzeit aus einem differenzierten Blickwinkel zu betrachten.

Um die Vorkommnisse zu Beginn des Jahres 1349 in ihrer Gänze verstehen zu können, müssen vorerst die machtpolitischen Herrschaftsverhältnisse in Straßburg kurz skizziert werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Pestpogrome ein und skizziert die Forschungsfrage nach den tieferen Ursachen der Judenverfolgungen ab 1348.

2. Europa am Vorabend der Pest – Das 14. Jahrhundert in der Krise: Dieses Kapitel beschreibt die sozioökonomische Krise und klimatische Veränderungen, die Europa in eine prekäre Lage brachten.

3. Spätmittelalterliche Pesttheorien – Versuche der Deutung und Begründung der Pestilencia Magna: Es werden die verschiedenen, oft religiös geprägten Erklärungsmodelle für das Massensterben dargelegt.

4. Tatsächlicher Ursprung und Verlauf des „Schwarzen Todes“: Hier wird der historische Weg der Seuche von Asien nach Europa anhand zeitgenössischer Chroniken nachgezeichnet.

5. Die Stellung der Juden im Spätmittelalter – Ein Verhältnis der Ausgrenzung: Das Kapitel beleuchtet die gesellschaftliche Isolierung und die wirtschaftliche Sonderrolle der Juden.

6. Die angebliche Brunnenvergiftung jüdischer Verschwörer – Die spätmittelalterliche Gesellschaft zwischen Hysterie und Judenhass: Es wird analysiert, wie die Brunnenvergiftungslegende als gezieltes Instrument der Agitation genutzt wurde.

7. Die Pestpogrome: Verlauf und Ursache anhand drei exemplarischer Beispiele: Ein ausführlicher Vergleich der städtischen Machtkämpfe und Pogromverläufe in Freiburg, Nürnberg und Straßburg.

8. Die Rolle der Geißler im Kontext der Pestpogrome: Dieses Kapitel bewertet den Einfluss der Flagellanten-Bewegung und deren zeitliche Korrelation zur Pest und den Verfolgungen.

9. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Rolle fiskalischer und machtpolitischer Interessen als Hauptursachen der Pogrome.

10. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Pestpogrome, Schwarzer Tod, Judenverfolgung, Spätmittelalter, Brunnenvergiftung, Judenhass, Krisenzeit, Straßburg, Nürnberg, Freiburg, Machtpolitik, Zünfte, Schutzverträge, Geißler, Antisemitismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Hintergründe und Ursachen der antijüdischen Pogrome während der Pestpandemie im 14. Jahrhundert und analysiert die Motive der Täter.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der ökonomischen und politischen Krise des Spätmittelalters, der Rolle des Antisemitismus sowie der Machtinteressen städtischer Eliten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, dass die Pestpogrome keine reinen Ausbrüche von Volkszorn waren, sondern gezielte, politisch motivierte Aktionen zur Enteignung und Verfolgung.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Der Autor nutzt eine historische Analyse von Primärquellen, insbesondere zeitgenössischen Chroniken und städtischen Dokumenten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der allgemeinen Krisensituation, den Pesttheorien, den Judenverfolgungen vor der Pest sowie detaillierten Fallstudien zu Freiburg, Nürnberg und Straßburg.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Pestpogrome, Judenvernichtung, Machtpolitik, Fiskalinteressen und die Rolle der städtischen Eliten.

Warum war der Vorwurf der Brunnenvergiftung so wirksam?

Der Vorwurf diente als greifbares, weltliches Konstrukt, das die verängstigte Bevölkerung hinter sich vereinen konnte, um von den eigentlichen politischen und ökonomischen Motiven abzulenken.

Welche Rolle spielten die Zünfte in Straßburg?

Die Zünfte nutzten den Judenhass als Vorwand, um gegen das etablierte patrizische System zu opponieren und eigene machtpolitische Ziele zu verfolgen.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor bezüglich der Geißler?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Geißler-Bewegung und die Judenpogrome zwar zeitnah auftraten, aber keine direkte ursächliche Verbindung zwischen ihnen belegt werden kann.

Ende der Leseprobe aus 37 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Hintergründe und Ursachen der Pestpogrome im 14. Jahrhundert
Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen  (Institut für geschichtliche Landeskunde und historische Hilfswissenschaften)
Veranstaltung
Geschichte der Juden in Südwestdeutschland
Note
2,0
Autor
Jonathan Haß (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
37
Katalognummer
V263228
ISBN (Buch)
9783656518686
ISBN (eBook)
9783656518839
Sprache
Deutsch
Schlagworte
hintergründe ursachen pestpogrome jahrhundert
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jonathan Haß (Autor:in), 2010, Hintergründe und Ursachen der Pestpogrome im 14. Jahrhundert, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/263228
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Leseprobe aus  37  Seiten
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