Diese Arbeit befasst sich mit ‚Erinnerungsarbeit’ so wie ein Film. Es geht um die Erinnerungen eines nicht mehr Vorhandenen Landes der Deutsch Demokratische Republik – DDR. Die Forschung hat bereits viel geleistet um dieses Thema den kommenden Generationen näher zu bringen. Aufsätze, ganze Bücherreihen handeln von der DDR und ihren Filme. Ich habe mir zu Aufgabe gemacht zwei Filme aus der DDR näher zu betrachten. „Das kalte Herz“ von Paul Verhoeven und „Die Schönste“ von Ernesto Remini. Es gibt kaum zwei unterschiedlichere Filme als diese beiden. Näheres dazu im jeweiligen Kapitel. Ich möchte die Motive und die Handlungen beider Filme versuchen zu erläutern und ihre Bedeutung in der DDR festzulegen. Damit ich dieses Vorhaben beginne müssen zunächst einmal andere Punkte angesprochen werden. Die DEFA? Was hat dieses Unternehmen so geprägt? Die politische Situation im Lande – sowjetische Besatzungszone. Alltag in der DDR. Zensur? Verbotener Film. Wieso? Alles sehr wichtige Fragen ohne die ich keinen der beiden Filme ‚auswerten’ kann. Im Folgenden werden diese Fragen beantwortet und die jeweiligen Filme dargestellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die DEFA
3. „Das kalte Herz“
3.1. Was sagt uns der Film?
3.2. Fakten über den Film
3.3. Kritik
4. Zensur
5. „Die Schönste“
5.1. Fakten über den Film
5.2. Kritik
5.2.1. Kritik an der Urfassung
5.2.2. Kritik an der Zensurfassung
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, mittels einer Analyse zweier ausgewählter DEFA-Filme, „Das kalte Herz“ und „Die Schönste“, eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Erinnerungskultur der DDR sowie den Mechanismen der filmischen Zensur in diesem politischen System zu führen.
- Historische Einordnung des Filmunternehmens DEFA
- Analyse der inhaltlichen und moralischen Aussagen der Filmwerke
- Untersuchung der Zensurpraxis in der DDR anhand konkreter Beispiele
- Gegenüberstellung von Urfassungen und zensierten Filmversionen
- Reflexion über die Bedeutung der Filme als Zeitzeugnisse
Auszug aus dem Buch
3.3. Kritik:
" [...] "Das kalte Herz" zählt zu den international bekanntesten Märchenverfilmungen und den Meilensteinen in der Geschichte des Studios. Dem Streifen kam auch insofern eine solche Bedeutung zu, als es in Deutschland seit der Stummfilmzeit keine herausragenden Produktionen dieses Genres mehr gegeben hatte. Die Adaption greift die wesentlichen Momente des Märchens auf, macht allerdings die Liebesgeschichte, die bei Hauff erst gegen Ende eingeführt wird, zum Handlungsrahmen. In Bildsprache und Spielweise ganz dem Kino der vierziger Jahre, erinnert die Charakterisierung der Protagonisten stark an Stereotype klassischer Rollenfächer des Theaters. Die Konventionalität kommt dem Märchenschema entgegen: Alle Mitwirkenden sind von vornherein auf eine bestimmte Seite festgelegt - nur Peter wechselt vom jugendlichen Helden und Liebhaber zum radikalen Bösewicht, um schließlich als geläuterter Charakter in das kitschig-prächtige Schlussbild hineinzuführen.
Die Typisierung von gut/böse und reich/arm hebt die auch schon bei Hauff immanenten erzieherischen Absichten hervor. So steht das kalte beziehungsweise steinerne Herz symbolhaft und als scheinbare Voraussetzung für wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Erfolg. Auf die christlichen Elemente wird aber verzichtet. [...] Die bis in den Tod getreue Lisbeth behält ihre archetypisch weibliche Rolle als Erlöserin. Als Gattin hilft sie dem von seiner -klassischen Heldenreise- heimkehrenden Peter, zur Einheit von Kopf, Herz und Seele zurückzufinden. Leider geht die eher bieder und breit angelegte Erzählweise über weite Strecken zu Lasten einer temporeicheren Gestaltung. Entschädigend wirken die farbenprächtigen Aufnahmen, die üppige Ausstattung und die hervorragenden schauspielerischen Leistungen von Erwin Geschonneck und Paul Bildt."
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Absicht des Autors, durch die Betrachtung zweier DDR-Filme eine „Erinnerungsarbeit“ an den untergegangenen Staat zu leisten.
2. Die DEFA: Dieses Kapitel skizziert die Gründung der DEFA unter sowjetischer Lizenz und beschreibt deren politische Instrumentalisierung sowie die restriktive Zensurpraxis gegen abweichende filmische Werke.
3. „Das kalte Herz“: Hier wird der Märchenfilm von Paul Verhoeven inhaltlich analysiert, wobei besonders die Moral der Geschichte und seine Rezeption im Kontext der DDR hervorgehoben werden.
4. Zensur: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Zensur allgemein und erläutert die verschiedenen staatlichen Kontrollmechanismen, die im filmischen Kontext zur Anwendung kamen.
5. „Die Schönste“: Der Film wird hinsichtlich seiner Produktion, der Unterschiede zwischen Ur- und Zensurfassung sowie der zeitgenössischen und späteren Kritik intensiv untersucht.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert die unterschiedliche Wahrnehmung der beiden analysierten Filme in Bezug auf ihren historischen Kontext.
Schlüsselwörter
DDR, DEFA, Filmzensur, Das kalte Herz, Die Schönste, Erinnerungsarbeit, Märchenverfilmung, politische Kontrolle, Filmanalyse, Spielfilm, Regie, Zensur, Kinogeschichte, DDR-Alltag, Filmunternehmen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der filmischen Aufarbeitung der Geschichte der DDR durch die Analyse von zwei spezifischen DEFA-Produktionen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit behandelt die Entwicklung der DEFA, die Märchenfilm-Tradition im Osten sowie die Auswirkungen staatlicher Zensur auf künstlerische Werke.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die gesellschaftliche und politische Bedeutung der Filme im Kontext der DDR-Geschichte sowie deren Zensurhintergründe zu erläutern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt die filmwissenschaftliche Analyse und den Vergleich von Produktionsfassungen sowie die kritische Auseinandersetzung mit historischem Quellenmaterial.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der DEFA, die detaillierte Analyse der Filme „Das kalte Herz“ und „Die Schönste“ sowie eine allgemeine theoretische Einordnung des Zensurbegriffs.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie DEFA, DDR, Zensur, Filmgeschichte, Märchenfilm und Erinnerungskultur charakterisieren.
Warum wurde „Das kalte Herz“ als Beispiel gewählt?
Der Film gilt als einer der erfolgreichsten DEFA-Filme und dient als prominentes Beispiel für die Adaption von Märchenstoffen unter gesellschaftlichen Erziehungszielen.
Welche Bedeutung hat der Vergleich der beiden Filme?
Der Vergleich verdeutlicht die unterschiedliche Behandlung und Wahrnehmung von populären und weniger erfolgreichen, teils zensierten Filmstoffen innerhalb der DEFA-Historie.
- Quote paper
- Faik Cocalic (Author), 2013, Film in der DDR, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/262983