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Individuelles Mittelmaß vs. herausragende Leistungen für die Menschheit. Passen Jante-Gesetz und Nobelpreis unter einen kulturellen Hut?

Title: Individuelles Mittelmaß vs. herausragende Leistungen für die Menschheit. Passen Jante-Gesetz und Nobelpreis unter einen kulturellen Hut?

Term Paper , 2011 , 30 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Dorothea Gruß (Author)

Communications - Intercultural Communication

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Einleitung:

Als eine „Insel der Glückseligen“, so habe ich Skandinavien bislang insgeheim bezeichnet – und zwar wegen oder trotz mehrerer Reisen nach Schweden und Norwegen. Gewiss ein einigermaßen undifferenzierter Eindruck, der im Seminar jedoch zunächst verstärkt wurde, sind doch die skandinavischen Länder in vielerlei Hinsicht ein großes Vorbild. Nachdem wir unter anderem das Jante-Gesetz kennengelernt hatten, erschienen nicht nur zahlreiche selbst erlebte und berichtete interkulturelle Erlebnisse mit Skandinaviern im Nachhinein verständlicher, auch begann sich mein Eindruck von allgegenwärtiger skandinavischer Hygge und Harmonie zu relativieren.

Eine Frage jedoch blieb: Die skandinavischen Gesellschaften scheinen einerseits unsichtbar regiert von besagten Jante-Regeln, einer sozialen Verhaltensnorm, die Gleichheit und Bescheidenheit zu zentralen kulturellen Werten erhebt und individuelle, herausragende Leistungen zu ignorieren oder gar zu strafen scheint. Andererseits stiftete ein als genial bezeichneter schwedischer Erfinder und Unternehmer Ende des 19. Jahrhunderts einen Preis, der exzellente Leistungen auszeichnen soll: Der Nobelpreis katapultiert jährlich brillante Köpfe aus fünf Disziplinen ins internationale öffentliche Rampenlicht.

Widersprechen sich nun diese beiden Phänomene und, wenn ja, inwiefern? Wie tritt dies in der Gesellschaft zu Tage, und wie gehen die Skandinavier damit um? Diesen Fragen widmet sich diese Arbeit, indem sie eine ausschnitthafte kulturwissenschaftliche Betrachtung der skandinavischen Länder anzustellen versucht.

Das erste Kapitel führt zunächst kurz in die theoretischen Grundlagen der Arbeit ein. Der zweite Abschnitt geht ausführlich auf das Gesetz von Jante einschließlich seiner kulturellen Hintergründe seiner ambivalenten Beurteilung und inhärenten Widersprüche und weiteren Besonderheiten ein und beschreibt Gegenbewegungen. Das dritte Kapitel widmet sich der Person Alfred Nobels und seinem Preis und thematisiert Kontroversen und Widerstände. Neben einer Würdigung des Renommees des Nobelpreises werden Kritik sowie ergänzende und alternative Preise angeführt. Der Hauptteil dieser Arbeit beschäftigt sich mit der Frage nach dem Zusammenhang zwischen Nobelpreis und Jante-Gesetz und versucht, mögliche Widersprüche und Vereinbarkeiten zu interpretieren und zu erklären. Die Arbeit schließt mit einem Fazit und wagt einen kritischen Ausblick.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Theoretische Grundlagen

2. Das Jante-Gesetz

2.1 Definition und Herkunft

2.2 Kulturelle Charakteristika und Hintergründe

2.3 Beispiele aus dem Alltag

2.4 Ambivalente Beurteilung

2.5 Weitere Besonderheiten und Widersprüche

2.6 Gegenbewegungen

3. Der Nobelpreis

3.1 Leben Alfred Nobels

3.2 Nobels Erbe: Kontroverse und Widerstände

3.3 Renommee und Kritik

3.3.1 Ergänzende und alternative Preise

4. Zusammenhang von Jante-Gesetz und Nobelpreis

4.1 Widersprüche

4.2 Vereinbarkeit

5. Fazit und Ausblick

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen den skandinavischen, durch das Jante-Gesetz geprägten sozialen Normen der Gleichheit und Bescheidenheit und dem konträren Prinzip des Nobelpreises, der exzellente individuelle Leistungen weltweit auszeichnet und ins Rampenlicht rückt.

  • Kulturelle Grundlagen des skandinavischen Jante-Gesetzes
  • Biographische und historische Analyse von Alfred Nobel
  • Die Kontroverse zwischen gesellschaftlicher Nivellierung und individueller Exzellenz
  • Interpretation von Widersprüchen und Vereinbarkeiten beider Phänomene

Auszug aus dem Buch

2.4 Ambivalente Beurteilung

Das Jante-Gesetz äußert sich sowohl in positiver als auch in negativer Weise. Skandinavien gilt gemeinhin als Musterbeispiel für einen erfolgreichen Mittelweg zwischen Kapitalismus und Sozialismus (vgl. Enzensberger 1987, zit. n. Zimmer 2008: 184), nach Foucault sogar als „tatsächlich realisierte Utopie“ (ebd.). Die Jante-Mentalität fördert Zusammenhalt, Frieden und eine stabile Sozialdemokratie. Ein Konkurrenzdenken, das mitunter destruktiven Druck auf den Einzelnen ausübt (vgl. Biro 2009a: 122), sowie soziale Verlierer wie beispielsweise in den USA sind in Skandinavien kaum vorhanden bzw. undenkbar. Enzensberger fragt jedoch auch nach Brüchen in dieser Homogenität und sieht im übergroßen Vertrauen in den bürokratischen Staatsapparat, in einer gewissen Unmündigkeit und im Konformismus den Preis, den der Einzelne in einer so egalitären Gesellschaft zahlen muss (vgl. Enzensberger 1987, zit. n. Zimmer 2008: 184).

Moeller (2004: 26) merkt an, dass Jante zwar der Missgunst entstamme, jedoch für ein friedliches gesellschaftliches Miteinander gesorgt habe. Nach Bertrand Russell (zit. n. Biro 2009a: 86) war Neid sogar eine treibende Kraft hinter der Demokratiebewegung, und es sei wichtig, ihn zu ertragen, um ein gerechteres soziales System zu schaffen. Der „königliche Neid der Schweden“ (Strubel 2008: 149) wird jedoch mindestens ebenso oft als negatives Nebenprodukt der Jante-Regeln gesehen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage zur Vereinbarkeit von Jante-Gesetz und Nobelpreis sowie kurzer Überblick über den methodischen Aufbau der kulturwissenschaftlichen Arbeit.

1. Theoretische Grundlagen: Erläuterung der verwendeten Literaturquellen und Definition des räumlichen Fokus auf Dänemark, Norwegen und Schweden.

2. Das Jante-Gesetz: Detaillierte Betrachtung der Definition, kulturellen Hintergründe, Auswirkungen auf den Alltag und der kritischen Debatte um diese soziale Verhaltensnorm.

3. Der Nobelpreis: Analyse der Biografie Alfred Nobels sowie der Entstehung, Kontroversen und der weltweiten Bedeutung seines Vermächtnisses.

4. Zusammenhang von Jante-Gesetz und Nobelpreis: Synthese beider Phänomene zur Untersuchung von Widersprüchen sowie Suche nach Ansätzen einer möglichen kulturellen Vereinbarkeit.

5. Fazit und Ausblick: Kritische Zusammenfassung der Ergebnisse und Reflexion über die Rolle von Individualität innerhalb kollektiver Strukturen in Skandinavien.

Schlüsselwörter

Jante-Gesetz, Skandinavien, Nobelpreis, Alfred Nobel, Egalitarismus, Soziale Normen, Kollektives Selbstverständnis, Interkulturelle Wirtschaftskommunikation, Individuelle Leistung, Gesellschaftliche Nivellierung, Konformismus, Sozialdemokratie, Schweden, Kulturgeschichte, Selbstironie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit primär?

Die Arbeit untersucht das kulturelle Spannungsfeld in Skandinavien zwischen den sozialen Normen der Gleichheit (Jante-Gesetz) und der Förderung von Höchstleistungen durch den Nobelpreis.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Analyse des sogenannten Jante-Gesetzes, die Biografie und das Vermächtnis von Alfred Nobel sowie die gesellschaftliche Dynamik in den skandinavischen Ländern.

Welche Forschungsfrage verfolgt die Autorin?

Die zentrale Frage ist, ob sich das Jante-Gesetz und der Nobelpreis als kulturelle Phänomene widersprechen oder ob eine Vereinbarkeit in der skandinavischen Gesellschaft besteht.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autorin wählt eine kulturwissenschaftliche Betrachtungsweise, die Literaturanalysen, die Auswertung von Biografien sowie die Untersuchung von gesellschaftlichen Diskursen umfasst.

Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil widmet sich der theoretischen Einbettung der Jante-Mentalität, der Person Alfred Nobels und der anschließenden Interpretation, wie beide Gegensätze interpretiert und erklärt werden können.

Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Jante-Gesetz, Nobelpreis, Egalitarismus, Skandinavien, soziale Kontrolle, individuelle Leistung und kulturelle Identität.

Wie reagieren Skandinavier laut der Arbeit auf den Nobelpreis?

Die Arbeit legt nahe, dass der Nobelpreis mit einer Mischung aus Stolz, einer gewissen Pragmatik und einer typisch skandinavischen Selbstironie betrachtet wird, um den Widerspruch zum Jante-Gesetz zu überbrücken.

Warum ist das Jante-Gesetz für Immigranten besonders herausfordernd?

Die starke Konformität und die soziale Nivellierung in skandinavischen Ländern erschweren es Einwanderern, sich gesellschaftlich zu integrieren und eine interkulturelle Ebene aufzubauen, da abweichendes Verhalten oft skeptisch gesehen wird.

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Details

Title
Individuelles Mittelmaß vs. herausragende Leistungen für die Menschheit. Passen Jante-Gesetz und Nobelpreis unter einen kulturellen Hut?
College
http://www.uni-jena.de/  (Interkulturelle Wirtschaftskommunikation)
Course
Kulturspezifisches Wissen und Handeln - Skandinavien: Sehnsucht und Realität
Grade
1,0
Author
Dorothea Gruß (Author)
Publication Year
2011
Pages
30
Catalog Number
V262677
ISBN (eBook)
9783656510536
ISBN (Book)
9783656510826
Language
German
Tags
Jante janteloven jantelagen Skandinavien Norwegen Schweden Dänemark Nobelpreis Alfred Nobel Kultur Kulturwissenschaft Jante-Gesetz Hygge Verhaltensnorm soziale Norm Gleichheit Egalität Bescheidenheit Understatement Konformität Individualität Multikollektivität kollektives Bewusstsein Höchstleistung Individuum Gemeinschaft Egalitarismus Rationalismus Funktionalismus protestantische Arbeitsethik kulturelle Werte Homogenität soziale Kontrolle Selbstironie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dorothea Gruß (Author), 2011, Individuelles Mittelmaß vs. herausragende Leistungen für die Menschheit. Passen Jante-Gesetz und Nobelpreis unter einen kulturellen Hut?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/262677
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