Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Opfer Täter Beziehung, die am Beispiel des Werkes "La muerte y la doncella" veranschaulicht wird. "La muerte y la doncella" behandelt die Zeit nach der Diktatur Pinochets in Chile.
Inhaltsverzeichnis
1. Das Opfer als Täter. Wechselbeziehungen zwischen Opfern und Tätern in La muerte y la doncella.
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die komplexen Opfer-Täter-Beziehungen im Drama "La muerte y la doncella" von Ariel Dorfman, mit einem speziellen Fokus auf die erste Szene des dritten Aktes, um die psychologische Dynamik zwischen den Hauptfiguren Paulina und Dr. Miranda sowie die Rolle von Gerardo zu dekonstruieren.
- Analyse der Opferrolle von Paulina im Kontext der chilenischen Diktaturgeschichte.
- Untersuchung des Rollenwechsels von Paulina vom Opfer zum Täter.
- Betrachtung der Selbstdarstellung von Dr. Miranda als Opfer des Staates.
- Deutung der Rolle Gerardos als Verräter an seinem eigenen moralischen Anspruch.
- Reflektion über Abhängigkeitsverhältnisse und Kontrolle als konstitutive Elemente dieser Beziehungen.
Auszug aus dem Buch
Das Opfer als Täter. Wechselbeziehungen zwischen Opfern und Tätern in La muerte y la doncella.
Im Folgenden sollen die Opfer-Täter-Beziehungen des, 1991 von Ariel Dorfman verfassten Dramas La muerte y la doncella anhand der ersten Szene des dritten Aktes analysiert werden. Diese Szene eignet sich insofern, als dass in ihr diverse Beziehungen zum Ausdruck kommen. Besondere Bedeutung kommt in diesem Fall den Hauptfiguren Paulina und Dr. Miranda zu, doch auch die Rolle Gerardos unterzieht sich in dieser Szene einem Wandel.
Durch die eingangs eingesetzte Analepse, in der Paulina ihre Erfahrungen aus dem Jahr 1975 berichtet (vgl. Dorfman 1991: 67), wird ihre Rolle als Opfer deutlich. Äußerungen wie „[…] en aquella oscuridad, cuando hace tres días que no comes, cuando tienes el cuerpo hecho tira, cuando …“(ebd.: 69) lassen die Folter, die sie ertragen musste erahnen. Deutlicher wird diese allerdings noch durch das Geständnis des Dr. Miranda. Während seiner Tätigkeit stellte er sich unter anderen Fragen wie „¿Cuánto aguantará ésta? ¿Aguantará más que la otra? ¿Cómo tendrá el sexo? […] ¿Es capaz de tener un orgasmo en estas condiciones?“(ebd.: 71). Weiterhin sagt er, er habe versucht die Leiden zu lindern, um welche Leiden es sich in diesem Fall handelt, wird aber weder von ihm noch von Paulina explizit erwähnt.
Zusammenfassung der Kapitel
Das Opfer als Täter. Wechselbeziehungen zwischen Opfern und Tätern in La muerte y la doncella.: Das Kapitel analysiert die Rollenverteilung und deren Dynamik zwischen den Protagonisten in einer Schlüsselszene des Dramas und arbeitet die Abhängigkeitsverhältnisse sowie die gegenseitigen Machtverschiebungen heraus.
Schlüsselwörter
Ariel Dorfman, La muerte y la doncella, Opfer-Täter-Beziehung, chilenische Diktatur, Trauma, psychologische Kontrolle, Abhängigkeitsverhältnis, Machtdynamik, Paulina, Dr. Miranda, Gerardo, Rollenwandel, Identität, Diskursanalyse, Gerechtigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der psychologischen Analyse der Opfer-Täter-Beziehungen im Drama "La muerte y la doncella" von Ariel Dorfman, insbesondere im Hinblick auf die erste Szene des dritten Aktes.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen sind Machtmissbrauch, die Auswirkungen von Diktaturerfahrungen auf die individuelle Psyche, die Aufarbeitung von Traumata und die fließenden Grenzen zwischen den Rollen von Opfer und Täter.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, die wechselseitigen Abhängigkeiten der Figuren zu entschlüsseln und zu zeigen, wie sich die Identität der Charaktere durch die Machtdynamik in Extremsituationen verändert.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine textanalytische Untersuchung, die primär auf der literaturwissenschaftlichen Interpretation der Dialoge und Handlungsverläufe unter Einbezug relevanter Forschungsliteratur basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil wird der Wandel der Rollen von Paulina, Dr. Miranda und Gerardo detailliert analysiert, wobei besonders die Sprache und die Diskursstrukturen als Mittel der Machtausübung untersucht werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die zentralen Begriffe sind Machtdynamik, Opfer-Täter-Dichotomie, Traumaverarbeitung, Abhängigkeit und die politische Dimension des Dramas.
Wie verändert sich Paulinas Rolle im Verlauf der untersuchten Szene?
Paulina wandelt sich vom erlittenen Opfer der Folter hin zum Täter, indem sie nun ihrerseits Dr. Miranda mit Drohungen und psychologischem Druck kontrolliert.
Welche Rolle spielt Gerardo im Kontext der untersuchten Szene?
Gerardo fungiert zunächst als Richter, entpuppt sich jedoch als Verräter an seiner Frau Paulina, da er durch ein falsches Geständnis von Dr. Miranda das Vertrauen seiner Ehefrau missbraucht.
Warum wird Dr. Miranda sowohl als Täter als auch als Opfer dargestellt?
Dr. Miranda ist einerseits der Peiniger Paulinas, stellt sich jedoch in einer Verteidigungsstrategie als Opfer der totalitären Staatsstruktur und von Fremdsteuerung dar.
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- Janike Kyritz (Author), 2013, Das Opfer als Täter. Wechselbeziehungen zwischen Opfern und Tätern in "La muerte y la doncella", Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/262407