Am mittelalterlichen Reliquienwesen fasziniert nicht nur der kultische Umgang mit den Gebeinen der Heiligen, sondern zudem ihre Verpackung, also das Reliquiar. Es birgt etwas Geheimnisvolles und Kostbares, was auch in der Erscheinung des Reliquiars zum Ausdruck kommt. Zum Reliquienkult im Mittelalter gehört neben den Geschichten über den Umgang mit den leiblichen Überresten von Heiligen und dem Vollzug mittelalterlicher Frömmigkeit, die Gestaltung der Reliquiare. Denn in der Art der kostbaren Schreine spiegelt sich jeweils auch die spirituelle Bedeutung von Reliquien, politischer Anspruch und Weltanschauung sowie ästhetische Wahrnehmung wider. So hat sich insbesondere der sinnliche Umgang mit den Reliquien während des Hochmittelalters vom Berühren hin zum Schauen verändert, was die kostbare Ausformung der Reliquiare prägte. Der praktische Umgang mit den Reliquien und Grabstätten der Heiligen sowie die Gestaltung der Reliquiare in der mittelalterlichen Zeit vom 11. bis 13 Jahrhundert sind die Themen der hier vorliegenden Arbeit, entstanden als Ausarbeitung des Referats über Reliquienkult im Mittelalter und den Heiligen Rock in Trier im Rahmen des Seminars von Guido Boulboullé “Das irdische Jerusalem. Dome des 11. bis 13. Jahrhunderts” an der Universität Bremen und der Exkursion zu mittelalterlichen Kirchen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Ursprung der Verehrung von Reliquien im Christentum
- Heilige
- Die Heiligen in ihren Reliquien
- Kraft und Macht der Reliquien
- Altar und Kreuz
- Berühren und Schauen
- Die Trierer Heilig-Rock-Reliquie in Zeugnissen und Legenden
- Schluss
- Zeittafel
- Glossar
- Literatur
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Reliquienwesen im Mittelalter, insbesondere mit der Gestaltung von Reliquienbehältern und der Entwicklung des Umgangs mit Reliquien vom 11. bis 13. Jahrhundert. Der Schwerpunkt liegt auf der Rolle von Reliquien im Kontext der mittelalterlichen Architektur und Frömmigkeit. Die Arbeit beleuchtet die Bedeutung von Reliquien für die sakrale Architektur und die Verbindung zum "Himmlischen Jerusalem".
- Der Wandel vom Berühren zum Schauen im Umgang mit Reliquien
- Die Beziehung zwischen Reliquien und Architektur, insbesondere der romanischen Dome
- Die Verbindung von Reliquien zum "Himmlischen Jerusalem" und die Präsenz der Heiligen auf Erden
- Die Bedeutung von Reliquien im Kontext der mittelalterlichen Frömmigkeit
- Kritische Stimmen zum Reliquienkult im Mittelalter
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Diese Einleitung stellt den Gegenstand der Arbeit vor und verdeutlicht die Bedeutung des Reliquienkultes im Mittelalter. Sie skizziert die Themengebiete und die Entstehung der Arbeit im Kontext eines Seminars und einer Exkursion.
- Ursprung der Verehrung von Reliquien im Christentum: Dieses Kapitel beleuchtet die Entstehung des Reliquienkultes im frühen Christentum. Es werden die Ursprünge der Verehrung der Gebeine der Heiligen und ihre Bedeutung für die Glaubensgemeinschaft erläutert.
- Heilige: Hier werden die Heiligen im Kontext des Reliquienkultes näher betrachtet. Es geht um die Bedeutung und Rolle der Heiligen in der mittelalterlichen Gesellschaft und im Glauben.
- Die Heiligen in ihren Reliquien: Dieses Kapitel behandelt die Bedeutung von Reliquien für die Verbindung zwischen der irdischen und der himmlischen Welt. Es untersucht die Vorstellung der Heiligenpräsenz in den Reliquien und die Bedeutung der Reliquiare.
- Kraft und Macht der Reliquien: Dieses Kapitel befasst sich mit der spirituellen und religiösen Bedeutung von Reliquien. Es werden die Kräfte zugeschrieben, die den Reliquien im Mittelalter zugeschrieben wurden.
- Altar und Kreuz: Dieses Kapitel untersucht die Verbindung zwischen Reliquien und der Gestaltung der Kirche. Es geht um die Bedeutung von Reliquien für die Weihe des Altars und den Zusammenhang zum christlichen Glauben.
- Berühren und Schauen: Dieses Kapitel beleuchtet die Entwicklung des Umgangs mit Reliquien im Mittelalter. Es zeigt auf, wie sich die Praxis des Berührens der Reliquien hin zum Schauen hin entwickelte und die Gestaltung der Reliquiare beeinflusste.
- Die Trierer Heilig-Rock-Reliquie in Zeugnissen und Legenden: Dieses Kapitel fokussiert auf die Heilig-Rock-Reliquie in Trier. Es behandelt die Geschichte der Reliquie, ihre Bedeutung für die mittelalterliche Frömmigkeit und die damit verbundenen Wallfahrten.
Schlüsselwörter
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Reliquienkult im Mittelalter, insbesondere der Rolle von Reliquien in der Architektur und der Gestaltung von Reliquienbehältern. Wichtige Themen sind die Heiligenpräsenz, die Verbindung zwischen Erde und Himmel, das "Himmlische Jerusalem", die Heilig-Rock-Reliquie in Trier, die Bedeutung des Berührens und des Schauens, sowie die kritische Auseinandersetzung mit dem Reliquienkult.
Häufig gestellte Fragen
Was ist ein Reliquiar?
Ein Reliquiar ist ein kostbarer Behälter oder Schrein, der zur Aufbewahrung und Verehrung der leiblichen Überreste von Heiligen dient.
Wie veränderte sich der Umgang mit Reliquien im Hochmittelalter?
Die Praxis wandelte sich zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert vom physischen Berühren der Reliquien hin zum andächtigen Schauen, was die Gestaltung der Schreine beeinflusste.
Welche Bedeutung hat der „Heilige Rock“ in Trier?
Er ist eine der bedeutendsten Christus-Reliquien des Abendlandes und war Ziel zahlreicher Wallfahrten und Gegenstand vieler Legenden im Mittelalter.
Was symbolisieren die Reliquiare in der mittelalterlichen Architektur?
Sie spiegeln die spirituelle Bedeutung der Heiligenpräsenz wider und stehen oft im Zusammenhang mit der Vorstellung des „Himmlischen Jerusalems“ in den Domen.
Gab es Kritik am mittelalterlichen Reliquienkult?
Ja, die Arbeit beleuchtet auch kritische Stimmen, die bereits damals die Auswüchse und die Kommerzialisierung der Reliquienverehrung hinterfragten.
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- M.A. Elke Beilfuß (Author), 1999, Bedeutung und Beachtung der Reliquien im christlichen Abendland vom 11. bis 13. Jahrhundert, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/2448