Das Ziel der Arbeit ist es, anhand gängiger facheinschlägiger Literatur theoretisch das Thema Konfliktmanagement mit all seinen Facetten – Verlauf, Eskalation, Behandlung und Prävention - in kleinen Projekten mit der Laufzeit von ein paar Monaten (ca. 6 Monate) genauer zu betrachten und hier Konfliktlösungsansätze im Projektteam bzw. mit dem / der AuftraggeberIn aufzuzeigen. Anschließend soll ein Vergleich zum Projektpraktikum, welches sich über zwei Semester erstreckt, hergestellt werden und hier die Konflikte aufgezeigt und deren Lösungen beschrieben werden.
Ein wichtiger Aspekt in dieser Arbeit ist die Rolle des Auftraggebers / der Auftraggeberin. Aus diesem Grund wird auf einzelnen Rollen im Projekt und deren Aufgaben und Verantwortlichkeiten laut PM-Standards eingegangen.
Schon anhand der verschiedenen Rollenbeschreibungen kann man aufgrund der unterschiedlichen Interessen ein entsprechendes Konfliktpotential entdecken.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Themenstellung und Relevanz der Themenstellung
1.2 Formulierung der Forschungsfragen
1.3 Methodische Vorgehensweise
1.4 Aufbau der Arbeit
1.5 Stand der Literatur
2 Konflikt
2.1 Konfliktmanagementdefinition
2.2 Konfliktdefinition und Konfliktformen
2.3 Verlauf von Konflikten und Konflikteskalation
3 Konfliktursachen
3.1 Projektrollen
3.1.1 Projektauftraggeber
3.1.2 Projektmanager
3.1.3 Projektteammitglied
3.2 Projektumwelten
3.3 Projektdefinition und Projektziele
3.4 Projektdauer
3.5 Gesprächsführung und Kommunikation
3.6 Interne Transparenz
4 Konfliktprävention und Konfliktbehandlung
4.1 Konfliktprävention
4.2 Strategien der Konfliktlösungen
4.3 Konfliktvermittlung
4.3.1 Mediation
4.3.2 Moderation
5 Reflexion des Projekts
5.1 Analyse der Konflikte
5.2 Vorgehen bei Konflikten
5.3 Verbesserungsvorschläge
6 Conclusio
7 Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert das Thema Konfliktmanagement in kleinen Projekten mit einer Laufzeit von ca. sechs Monaten. Das primäre Ziel ist es, anhand theoretischer Literatur und der Reflexion eines zweisemestrigen Projektpraktikums aufzuzeigen, wie Konflikte entstehen, welche Rollen der Auftraggeber dabei spielt und wie Konflikte präventiv vermieden oder gelöst werden können, um die Arbeitsfähigkeit des Teams zu sichern.
- Grundlagen des Konfliktmanagements und Eskalationsstufen nach Glasl.
- Ursachen für Konflikte unter besonderer Berücksichtigung der verschiedenen Projektrollen.
- Methoden der Konfliktprävention, wie "Ich-Botschaften" und Konsensfindungen.
- Strategien zur Konfliktbehandlung und Vermittlung (Mediation/Moderation).
- Reflexion praktischer Projekterfahrungen und Ableitung von Verbesserungsvorschlägen.
Auszug aus dem Buch
Verlauf von Konflikten und Konflikteskalation
In Kapitel 2.2 wurden einige Formen und Arten von Konflikten erläutert. Der nächste Schritt bei der genaueren Betrachtung von Konfliktmanagement ist die Beschreibung des Verlaufs von Konflikten. An dieser Stelle wird eines der wichtigsten Modelle in der Literatur, das Modell des österreichischen Ökonomen, Organisationsberaters und Konfliktforschers Hr. Dr. Friedrich Glasl, vorgestellt.
Die Verlaufseinteilung laut dem genannten Modell erfolgt in drei Eskalationsschwellen und neun Eskalationsstufen, welche von einem Konflikt durchlaufen werden können. Nicht jeder Konflikt durchläuft jede Stufe und nicht jeder Konflikt beginnt auf der ersten Stufe. Interessant erscheint die Diktion, dass ein Konflikt nicht auf die höchste Stufe steigt, sondern das es mit einem Konflikt bergab geht. Die Eskalationsstufen sind in drei Teile geteilt. Bei den Stufen 1-3 spricht man von einer win-win Situation, bei den Stufen 4-6 von einer win-lose Situation und bei den letzten drei Stufen 7-9 spricht man von einer loose-loose Situation. Nachfolgend die Erläuterung des 9-stufigen Modells von Dr. Friedrich Glasl:
Eins: Verhärtung
Die erste Stufe unterscheidet sich kaum vom alltäglichen Umgang mit Meinungsunterschieden. Mit Zeitablauf verhärten sich die Standpunkte und es kommt zur möglichen Verkrampfung zwischen den beiden Parteien. Es bilden sich rasch erste Gruppen die dem globalen Gedanken einer Konfliktpartei zu stimmen. Eine feste Lagerbildung ist nicht zu beobachten. Die Kooperation ist in dieser Phase noch größer als das Konkurrenzdenken.
Zwei: Debatte, Polemik
Bei der zweiten Stufe verhärten sich die Fronten zusehends und das Vertreten des eigenen Standpunktes wird zur Prestigesache. Die eigenen Interessen rücken in den Vordergrund und das gemeinsame Ziel geht verloren. Man scheut auch eine harte verbale Konfrontation nicht und versucht Gruppen zu polarisieren die sicher der eigenen Meinung anschließen. Durch gegenseitige Abwertung werden die Fronten verhärtet. Das Konkurrenzdenken ist nun gleich gewichtet wie das Kooperationsverhalten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel stellt die Themenstellung, die Forschungsfragen und die methodische Vorgehensweise vor, um einen Leitfaden für künftige Projektpraktika zu entwickeln.
2 Konflikt: Es werden der Begriff Konfliktmanagement sowie Definitionen und Arten von Konflikten erläutert und das 9-stufige Eskalationsmodell nach Friedrich Glasl vorgestellt.
3 Konfliktursachen: Dieses Kapitel analysiert verschiedene Ursachen wie Projektrollen, Umwelten und Kommunikation, die in Projekten zu Konflikten führen können.
4 Konfliktprävention und Konfliktbehandlung: Es werden präventive Maßnahmen und verschiedene Strategien zur Konfliktlösung sowie Methoden wie Mediation und Moderation beschrieben.
5 Reflexion des Projekts: Dieses Kapitel reflektiert ein konkretes Projekt anhand von sechs identifizierten Konflikten und leitet daraus konkrete Verbesserungsvorschläge ab.
6 Conclusio: Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass professionelles Konfliktmanagement auch bei kleinen Projekten essenziell ist und Konfliktprävention der Schlüssel zum Erfolg bleibt.
7 Literaturverzeichnis: Hier sind sämtliche im Text verwendete Quellen und Fachliteratur aufgelistet.
Schlüsselwörter
Konfliktmanagement, Projektmanagement, Konflikteskalation, Friedrich Glasl, Projektrollen, Konfliktprävention, Projektpraktikum, Mediation, Moderation, Projektumwelten, Kommunikation, Konfliktursachen, Problemlösung, Projektteam, Stakeholder
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse von Konfliktmanagement in kleinen Projekten und untersucht, wie Konflikte durch verschiedene Projektrollen entstehen und präventiv vermieden werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Kernbereichen gehören die Definition von Konflikten, die Analyse von Konfliktursachen in Projekten, Eskalationsstufen, Präventionsstrategien sowie verschiedene Methoden der Konfliktbehandlung wie Mediation und Moderation.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die zentrale Frage ist, ob der Projektauftraggeber prinzipiell ein potenzieller Auslöser für Konflikte ist und ob professionelles Konfliktmanagement in kleinen Teams mit kurzer Laufzeit sinnvoll durchführbar ist.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturrecherche und der inhaltlichen Analyse von Primärquellen, kombiniert mit der Reflexion und Dokumentation eines realen zweisemestrigen Projektpraktikums.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Konflikten, die detaillierte Beschreibung von Konfliktursachen (Rollen, Kommunikation etc.), Strategien zur Prävention und Behandlung sowie eine Fallstudie (Reflexion) eines realen Projekts.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe umfassen Konfliktmanagement, Konflikteskalation nach Glasl, Projektrollen, Projektpraktikum, Mediation und präventive Projektführung.
Warum ist die Rolle des Auftraggebers laut Autor besonders kritisch?
Der Auftraggeber hat laut Arbeit häufig eine differenzierte, teils asynchrone Sicht auf Erfolgsfaktoren wie Zeit und Ressourcen im Vergleich zum Projektteam, was bei unklarer Kommunikation zu Konflikten führen kann.
Was zeigt die Reflexion des Projekts "Sales Star"?
Sie zeigt, dass selbst bei kleinen Projekten fehlende Infrastruktur, mangelnder direkter Kontakt zum Auftraggeber und ungeklärte Termine (Kick-Off) erhebliches Konfliktpotenzial bergen, das die Motivation des Teams mindert.
Welche Erkenntnis zieht der Autor aus dem 9-stufigen Eskalationsmodell?
Der Autor betont, dass man durch die Kenntnis des Modells frühe Warnsignale erkennen und durch präventive Maßnahmen gegensteuern kann, um die "Abwärtsspirale" der Eskalation zu vermeiden.
Warum empfiehlt der Autor die frühzeitige Festlegung von Regeln?
Um informelle Konflikte durch ungeschriebene Regeln oder Unklarheiten in Rollenkompetenzen zu vermeiden, sollten Projektregeln schriftlich dokumentiert und transparent kommuniziert werden.
- Arbeit zitieren
- Reinhard Feigl (Autor:in), 2013, Konflikte in Projekten, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/233118