Bei der Selbstinszenierung in Superlativen handelt es sich tatsächlich um einen Etikettenschwindel, da vermeintlicher Wohlstand und Effektivität nur bedingt und auf gewisse Bereiche und Segmente anwendbar sind, während andere Bereiche ausgeblendet werden. In einem Teilbereich kann man durchaus glänzen, während das gsellschaftliche Gesamtbild eine ganz andere Wirklichkeit enthüllt und eine andere Sprache spricht. Es kommt also auf die Werte und somit die Leistungskriterien an, auf deren Basis Leistung und gesellschaftlicher Wohlstand definiert wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Die Politik der „leeren Schachteln und Flaschen“
2. Demokratie Check: Macht versus Demokratie
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit analysiert die gegenwärtige politische Lage in Deutschland und setzt diese in Bezug zu einer grundlegenden sozialpsychologischen Dilemmalösung zwischen dem Machtprinzip und demokratischen Werten. Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen politischer Rhetorik und gelebter Realität aufzuzeigen sowie Wege zu einer wertekonsistenten und wehrhaften Demokratie zu skizzieren.
- Kritik an der politischen Instrumentalisierung von Wirtschaftszahlen als „Etikettenschwindel“.
- Untersuchung des Macht-Demokratie-Kontinuums als zentrales sozialpsychologisches Spannungsfeld.
- Analyse der kulturellen Identität Deutschlands und der Herausforderungen durch mangelnde gesellschaftliche Integration.
- Diskussion einer „wehrhaften Demokratie“ als Synergieformel zur Integration widerstreitender menschlicher Tendenzen.
- Bewertung des Einflusses von Migration und autoritären Strukturen auf das bestehende demokratische System.
Auszug aus dem Buch
Die Politik der „leeren Schachteln und Flaschen“
Zu Zeiten des Wahlkampfes hört man viele extreme Statements: Elegien über die Leistungen der Noch-Regierung und Ikonoklasmus inbezug auf dieselbe seitens der gegenwärtigen Opposition, die die Regierung der kommenden Legislaturperiode bilden und die Geschicke des Landes nach ihrer Fasson bestimmen möchte: Politisches Wahlkampfverhalten, ein Déjà-Vu, das rituell gegen Ende einer Legislaturperiode inszeniert wird.
Statistiken über die superlativen Leistungen der gegenwärtigen Regierungspartei sind nun die Regel in den Medien. Und was als Superlativ daherkommt, kann, anders kontextualisiert, in ein eklatantes Defizit verkehrt werden. Nur eine Milliarde Neuverschuldung kann als Misswirtschaft dargestellt werden, wenn man es in einer florierenden Wirtschaft kontextualisiert, die mit einer geringeren Neuverschuldung hätte auskommen müssen.
„Deutschland lässt USA und Japan hinter sich.“ Derartige Schlagzeilen kann man heute, gute 14 Tage vor der Wahl, lesen. Gerade jetzt lancieren die Verbündeten der Regierungspartei dieses plakative Statement in der Medienlandschaft, die ihre Tentakeln bis in die letzten Ritzen und Fugen der Nation meinungsmachend hineinstreckt. Unter der Überschrift wird dann auf ein Weltranking im Bereich der wirtschaftlichen Kompetitivität Bezug genommen. Niemand spricht jedoch vom gesellschaftlichen Preis eines derartigen Rankings. Ein Ranking, das andere Messgrößen sozialer Art miteinbeziehen würde, würde die Position des Landes bestimmt ordentlich nach unten korrigieren – hat unser Partner par excellence, Frankreich, nicht seit Jahrzehnten den als SMIC bekannten Mindestlohn, England nicht seit Jahrzehnten eine frei Medizin für jedermann, geschweige dann Skandinavien, das viele internationale Rankings im soziokulturellen Bereich anführt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Die Politik der „leeren Schachteln und Flaschen“: Dieses Kapitel kritisiert die politische Rhetorik der Selbstinszenierung durch Superlative und warnt vor einer rein wirtschaftszentrierten Politik, die gesellschaftliche Werte vernachlässigt.
2. Demokratie Check: Macht versus Demokratie: Der Autor untersucht das grundlegende sozialpsychologische Dilemma zwischen autoritärem Machtstreben und demokratischer Freiheit und fordert eine wehrhafte Demokratie, um Identität und Stabilität zu wahren.
Schlüsselwörter
Demokratie, Machtprinzip, politische Kultur, Sozialpsychologie, Etikettenschwindel, soziale Marktwirtschaft, Wertesystem, Integration, wehrhafte Demokratie, politische Identität, Macht-Demokratie-Kontinuum, gesellschaftliche Verantwortung, Autoritarismus, Migration, politische Führungskraft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der kritischen Analyse der deutschen Politik und dem Spannungsfeld zwischen politischen Machtansprüchen und dem demokratischen Grundverständnis.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die kritische Reflexion des gesellschaftlichen Wohlstandsbegriffs, die Bedeutung christlicher und demokratischer Werte sowie die Integration unterschiedlicher kultureller Einflüsse in Deutschland.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie eine notwendige gesellschaftspolitische Wende durch die Rückbesinnung auf tradierte, wertekonsistente Grundlagen gelingen kann, um Deutschland politisch zu emanzipieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt einen interkulturellen und sozialpsychologischen Ansatz, um gesellschaftliche Muster und politische Verhaltensweisen zu analysieren und theoretisch einzuordnen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die Instrumentalisierung von Statistiken, das Macht-Demokratie-Kontinuum und die Auswirkungen der kulturellen Identitätslosigkeit auf die demokratische Stabilität thematisiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie „wehrhafte Demokratie“, „Etikettenschwindel“, „Machtprinzip“ und „kulturelle Integration“ charakterisiert.
Wie definiert der Autor das „Macht-Demokratie-Kontinuum“?
Es beschreibt ein sozialpsychologisches Dilemma, in dem sich Akteure zwischen eindimensionalen, rein machtbasierten Entscheidungen und einer höher entwickelten demokratischen Integration befinden.
Warum hält der Autor die deutsche Demokratie für gefährdet?
Die Gefahr sieht der Autor in einer fehlenden tiefen Verwurzelung kultureller Identität, die zu einer Verwundbarkeit gegenüber autoritären Mustern und zu einem Machtmissbrauch durch politische Eliten führt.
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- D.E.A./UNIV. PARIS I Gebhard Deißler (Author), 2013, Eine Revision der deutschen Politik, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/233046