... Nicht nur weil die protestantische Kirche die größte Glaubensrichtung der Zwischenkriegszeit war, ist ihre Position zur Demokratie durchaus von einer hohen Bedeutung. Immerhin waren 2 von 3 laut Volkszählung von 1925 evangelisch. ...
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
1. Fragestellung
2. Forschungsstand
3. Methode
II. Die Rolle der Kirche gemäß der Verfassung des deutschen Reichs
III. Rolle der Einzelnen Landeskirchen (zwei Beispiele)
1. Landeskirche Waldeck-Pyrmont
2. Landeskirche Bremen
IV. Die Rolle der ev. Kirche im Bereich Rundfunk
V. Die Rolle der Kirche im Sozialwesen
VI. Ziele der Kirche im Bereich Bildung
VII. Veränderung innerhalb der Kirche zur Republik
1. Kirchentag 1919 in Dresden
2. Kirchentag 1927 in Königsberg
VIII. Zusammenfassung zur Rolle der Kirche in der Weimarer Republik
IX. Kurze Skizzierung der Gegenwart
X. Entwicklung
XI. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Rolle der evangelischen Kirche während der Weimarer Republik, um herauszufinden, ob und wie ihr gesellschaftlicher Einfluss die demokratische Entwicklung dieser Zeit beeinflusste. Dabei wird sowohl die verfassungsrechtliche Stellung als auch die praktische Arbeit in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen beleuchtet.
- Verfassungsrechtliche Stellung der Kirche in der Weimarer Republik
- Die Rolle der Kirche im Rundfunkwesen
- Engagement der Kirche im Sozialwesen und der Diakonie
- Einfluss der Kirche auf das Bildungswesen
- Wandel der kirchlichen Haltung zur Republik anhand der Kirchentage 1919 und 1927
Auszug aus dem Buch
IV. Die Rolle der ev. Kirche im Bereich Rundfunk
Die Initiative zur Mitarbeit am Rundfunk ergriffen auf evangelischer Seite einzelne Pfarrer. Es gab dafür keinen offiziellen kirchlichen Auftrag. Als erster im Rundfunk sprach Pfarrer Georg Siebert aus Berlin-Neukölln.
Der evangelische Pressedienst unternahm die ersten Versuche, die Rundfunkarbeit zu organisieren. Mitstreiter des E.P.D. waren alle Organisationen, die sich bereits vor Start des Rundfunks mit Medienarbeit beschäftigt hatten.
Ohne vorheriges Konzept und Zielsetzungen wollte man sich an der neuen Sache beteiligen, wollte mitmachen, beeinflussen. Man wollte als Kirche immer dort wo es möglich war präsent sein.
Die offizielle Seite der Kirche hielt sich mit Stellungnahmen zurück. Es könnte damit in einen Zusammenhang stehen, dass der E.P.D. sehr schnell an die Sache Rundfunk heranging. Nach und nach wurden an fast allen Sendern ev. Arbeitsgemeinschaften für Rundfunk gegründet und Vertrauensleute in den Sendern installiert.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Bedeutung der Weimarer Republik ein und betont die Relevanz der protestantischen Kirche als größte Glaubensrichtung der Zwischenkriegszeit für die gesellschaftliche Entwicklung.
II. Die Rolle der Kirche gemäß der Verfassung des deutschen Reichs: Dieses Kapitel erläutert die verfassungsrechtliche Stellung der Kirche, ihre Autonomie sowie ihre Rechte und Pflichten innerhalb der Weimarer Verfassung.
III. Rolle der Einzelnen Landeskirchen (zwei Beispiele): Hier wird anhand der Landeskirchen Waldeck-Pyrmont und Bremen beispielhaft gezeigt, wie unterschiedlich die Haltung der Kirche gegenüber der jungen Demokratie in ländlichen und städtischen Räumen ausgeprägt war.
IV. Die Rolle der ev. Kirche im Bereich Rundfunk: Das Kapitel behandelt die unkonzeptionelle, aber aktive Beteiligung der Kirche am damals neuen Medium Rundfunk und die zunehmende Etablierung kirchlicher Strukturen in diesem Bereich.
V. Die Rolle der Kirche im Sozialwesen: Hier wird die wichtige Rolle der evangelischen Kirche im dualen Sozialwesen und der Diakonie in der Weimarer Republik analysiert.
VI. Ziele der Kirche im Bereich Bildung: Dieses Kapitel beleuchtet das Bestreben der Kirche, ihren Einfluss auf den Religionsunterricht und die moralische Erziehung zu sichern.
VII. Veränderung innerhalb der Kirche zur Republik: Dieses Kapitel zeigt anhand der Kirchentage von 1919 und 1927 den Wandel der kirchlichen Haltung von der nostalgischen Orientierung an alten Staatsformen hin zu einer allmählichen Akzeptanz der Republik.
VIII. Zusammenfassung zur Rolle der Kirche in der Weimarer Republik: Dieses Kapitel fasst die gewonnenen Erkenntnisse über die Rolle der autonomen Landeskirchen und ihr Wirken in verschiedenen gesellschaftlichen Feldern zusammen.
IX. Kurze Skizzierung der Gegenwart: Hier werden aktuelle Bezüge zur heutigen Situation der Kirche, ihrer Autonomie und ihrem Wirken im Vergleich zur Zeit der Weimarer Republik hergestellt.
X. Entwicklung: Dieses Kapitel reflektiert die langfristige Entwicklung der Kirche, ihre schwindende Mitgliederzahl und die veränderten Rahmenbedingungen in der heutigen Mediengesellschaft.
XI. Fazit: Das Fazit bewertet, inwieweit die Eingangsthese zum Einfluss der Kirche auf die Demokratie bestätigt werden konnte, und mahnt angesichts des Mitgliederschwunds zu strukturellen Reformen.
Schlüsselwörter
Weimarer Republik, evangelische Kirche, Landeskirchen, Kirchenverfassung, Diakonie, Sozialwesen, Religionsunterricht, Rundfunk, Kirchentag, Demokratie, Christentum, gesellschaftlicher Einfluss, Mitgliederschwund, Protestantismus, Säkularisierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die historische Rolle und den Einfluss der evangelischen Kirche innerhalb der Weimarer Republik unter Berücksichtigung ihrer Aktivitäten in Politik, Gesellschaft und Medien.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder umfassen die verfassungsrechtliche Stellung der Kirche, ihr Engagement in Rundfunk, Sozialwesen und Bildung sowie ihre veränderte Haltung zur Staatsform der Republik.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit verfolgt die Fragestellung, welche Rolle die evangelische Kirche in der Weimarer Republik spielte, und prüft die These, ob ein stärkerer Einfluss der Kirche in der Gesellschaft auch einen höheren Einfluss auf die Stabilität der Demokratie bedeutete.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Es handelt sich um eine strukturgeschichtliche Arbeit, die auf der Auswertung von Fachliteratur, Aufsätzen und Quelleneditionen basiert und diese zu einem Gesamtbild zusammenführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die rechtlichen Rahmenbedingungen, vergleicht spezifische Landeskirchen, untersucht die Medien- und Sozialarbeit der Kirche und beleuchtet den Wandel ihrer politischen Einstellung anhand der großen Kirchentage.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Weimarer Republik, evangelische Kirche, Kirchenverfassung, Diakonie, Sozialwesen, Religionsunterricht und gesellschaftlicher Einfluss.
Wie unterschied sich die Haltung der Landeskirchen zur Republik?
Der Vergleich zwischen der eher ländlich-konservativen Landeskirche Waldeck-Pyrmont und der städtisch geprägten Landeskirche Bremen illustriert, dass die Kirche keineswegs einheitlich agierte und unterschiedliche Grade an Offenheit gegenüber der Demokratie aufwies.
Welche Bedeutung hatte das „Forschungsstand“-Kapitel für die Arbeit?
Es verdeutlicht, dass es keine monolithische "deutsche protestantische Kirche" gab, sondern ein Geflecht autonomer Landeskirchen, was die kirchenhistorische Forschung stark mit Regionalgeschichte verknüpft.
Was lässt sich über die langfristige Entwicklung der Kirche feststellen?
Die Arbeit stellt fest, dass die Kirche über die Jahrzehnte kontinuierlich an gesellschaftlichem Einfluss verloren hat, was sich in sinkenden Mitgliederzahlen widerspiegelt, während die strukturelle Autonomie der Landeskirchen in Teilen erhalten blieb.
Zu welchem Schluss kommt der Autor hinsichtlich der Eingangsthese?
Der Autor bezweifelt, dass die Eingangsthese uneingeschränkt bestätigt werden kann, da die Kirche zwar moralisch und sozialpolitisch wirkte, aber keinen maßgeblichen, direkten Einfluss auf die Stabilität der Weimarer Demokratie ausübte.
- Quote paper
- Christoph Deichert (Author), 2011, Die Rolle der evangelischen Kirche in der Weimarer Republik, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/231793