„In keinem anderen Land beeinflusst das Preisniveau die Wahl von Händlern und Produkten so stark wie in Deutschland. Preiserhöhungen können hierzulande folglich viel stärkere Marktanteils- und Sortimentsstrukturverschiebungen nach sich ziehen […]“
Pricing-Aktivitäten nehmen laut einer Studie der UNICconsult Strategieentwicklung GmbH in Zusammenarbeit mit der PFH Private University of Applied Sciences Göttingen/Stade zum Thema „Pricing – Wertschöpfungspotenzial für die Zukunft?“ trotzdem nur bei 55 von 377 Befragten einen sehr hohen Stellenwert ein. Ein Viertel der Befragten sehen darin sogar nur einen mittleren Stellenwert. Eine Nachfrage zu Methoden der Preisfindung ergab, dass u.a. 83% der Befragten Ihre Preise über Kostenanalysen intern bestimmten, 70% über Wettbewerbsanalysen und nur 36% für Kundenbefragungen.
Laut dem Ergebnis der fünften OC&C- Preisstudie der OC&C Strategy Consultants würden bei einer Preiserhöhung 29% der Befragten dem Unternehmen treubleiben und ein günstigeres Produkt aus der Produktpalette, wenn vorhanden, wählen. 27% der Befragten würden jedoch zu einem anderen Anbieter im Wettbewerb wechseln.
Aber wo soll der optimale Preis angesiedelt werden, der hoch genug ist um eigene Kosten zu decken und Gewinne zu erwirtschaften, zugleich aber niedrig genug, die Preisbereitschaft der Kunden zu maximieren? Die vorliegende wissenschaftliche Arbeit hat das Ziel, diese Frage zu beantworten.
Dazu werden in Kapitel 2 die Grundlagen des Preismanagements aufgearbeitet und strategische Entscheidungen zur Preisbildung näher durchleuchtet. In Kapitel 3 werden dann zunächst verschiedene Methoden zur Preisbildung vorgestellt. Im weiteren Verlauf werden Kriterien zur Beurteilung evaluiert und in einem Scoring-Modell analysiert, um eine für den Handel optimale Preisfindungsmethode empfehlen zu können.
Inhaltsverzeichnis
1 Problemstellung
2 Grundlagen des Preismanagements
2.1 Begriffserklärung
2.2 Preismanagement als Teil des Marketing-Mix
2.3 Aufgaben und Ziele des Preismanagement
2.4 Bedeutung des Preismanagements im Handel
2.5 Strategische Entscheidungen zur Preisfindung
2.5.1 Preispositionierung
2.5.2 Preiswettbewerb
2.5.3 Preisdifferenzierung
3 Untersuchung von Methoden zur Preisfindung
3.1 Relevante Methoden zur gewinnmaximalen Preisfindung
3.1.1 Konkurrenzorientierte Preisfindung
3.1.2 Kostenorientiere Preisfindung
3.1.3 Nachfrageorientierte Preisfindung
3.2 Evaluation von geeigneten Kriterien zur Bewertung optimaler Preisfindungsmethoden
3.2.1 Entwicklung von geeigneten Kriterien zur Bewertung
3.2.2 Übertragung auf ein Scoring-Modell
4 Fazit und Handlungsempfehlungen
Zielsetzung & Themen
Die wissenschaftliche Arbeit befasst sich mit der Analyse von Methoden zur Ermittlung des optimalen Verkaufspreises im Handel, insbesondere für Handelsunternehmen im Distanzhandel, um das Ziel der Gewinnmaximierung durch eine systematische Preisfindung zu erreichen.
- Grundlagen und strategische Ausrichtung des Preismanagements
- Analyse konkurrenz-, kosten- und nachfrageorientierter Preisfindungsmethoden
- Entwicklung und Anwendung eines Scoring-Modells zur Bewertung der Preisfindungsmethoden
- Vergleich der Methoden hinsichtlich Eignung für Neu- und Bestandsprodukte
- Handlungsempfehlungen für Handelsunternehmen unter Berücksichtigung dynamischer Marktanforderungen
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Konkurrenzorientierte Preisfindung
Bei der konkurrenzorientierten Preisfindung bildet das Unternehmen seine Preise durch Wettbewerbsanalyse und daraus folgende. Hierzu ist es zunächst von Bedeutung, in welcher Marktform sich das angebotene Produkt befindet. Es kann sich um ein Monopol, ein Polypol oder ein Oligopol handeln. Die einzelnen Marktformen haben Einfluss auf bestimmte Faktoren, die eine Preisorientierung an der Konkurrenz ermöglichen. Diese Faktoren werden im Folgenden näher erläutert.
Unter Preiselastizität wird die Abhängigkeit der Nachfrage, im Handel also die Veränderung der abgesetzten Menge, von einer Veränderung des Angebots-preises verstanden. Wird der Preis eines Produktes erhöht, die Nachfrage-veränderung ist jedoch nur marginal, so wird in der Literatur von einer von einer unelastischen Nachfrage gesprochen. Bei einer Preisvariation und einer gleichzeitig hohen Veränderung der Nachfrage, wird von einer elastischen Nachfrage gesprochen.
Preiselastizität der Nachfrage = Veränderung der nachgefragten Menge (in %) / Preisänderung (in %)
Die oben gezeigte Formel determiniert die Berechnung der Preiselastizität. Erhöht z.B. ein Unternehmen seinen Preis von 20€ um 5% auf 21€ und setzt als Folge statt 200 nur noch 160 Produkte ab, bedeutet das eine Mengenveränderung von -20 und somit eine Preiselastizität der Nachfrage von -4. Beträgt die Mengenveränderung nur -10%, ergibt sich auch nur eine Preiselastizität von -2; die Nachfrage wäre hier nicht so stark vom Preis abhängig wie im ersten Fall.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Problemstellung: Dieses Kapitel führt in die Relevanz des Preismanagements ein und definiert das Ziel der Arbeit, optimale Preisfindungsmethoden für den Handel zu identifizieren.
2 Grundlagen des Preismanagements: Hier werden zentrale Begriffe, die Einordnung in den Marketing-Mix, Ziele sowie die strategische Bedeutung des Preismanagements im Handel erläutert.
3 Untersuchung von Methoden zur Preisfindung: Dieses Kapitel analysiert detailliert konkurrenz-, kosten- und nachfrageorientierte Verfahren und evaluiert diese anhand eines entwickelten Scoring-Modells.
4 Fazit und Handlungsempfehlungen: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse des Scoring-Modells zusammen und gibt Handlungsempfehlungen für die Praxis im Distanzhandel.
Schlüsselwörter
Preismanagement, Preisfindung, Handel, Preisstrategie, Konkurrenzanalyse, Kostenorientierte Preisfindung, Nachfrageorientierte Preisfindung, Preis-Absatz-Funktion, Scoring-Modell, Distanzhandel, Preispositionierung, Preiselastizität, Preiswettbewerb, Preisdifferenzierung, Gewinnmaximierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert verschiedene wissenschaftliche Methoden zur Ermittlung optimaler Verkaufspreise im Handel, um Unternehmen dabei zu unterstützen, ihre Preispolitik effizienter zu gestalten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen die Grundlagen des Preismanagements, die Untersuchung konkurrenz-, kosten- und nachfrageorientierter Preisfindungsverfahren sowie deren Bewertung in einem Scoring-Modell.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, eine für den Handel – insbesondere für den Distanzhandel – optimale Preisfindungsmethode zu empfehlen, die Kosten deckt und zugleich die Preisbereitschaft der Kunden maximiert.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Die Arbeit nutzt ein Scoring-Modell (Nutzwertanalyse), um verschiedene Preisfindungsmethoden anhand definierter Kriterien wie Kosten, Umsetzbarkeit, Validität und Anwendbarkeit zu bewerten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung der Grundlagen des Preismanagements sowie eine detaillierte Untersuchung und anschließende Evaluation der Preisfindungsmethoden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Preismanagement, Preisfindung, Distanzhandel, Preis-Absatz-Funktion, Scoring-Modell und Gewinnmaximierung charakterisiert.
Warum spielt die Unterscheidung zwischen Vollkosten- und Teilkostenrechnung eine Rolle?
Die Unterscheidung ist für die kostenorientierte Preisfindung kritisch, da sie bestimmt, wie Fixkosten bei der Preisbildung berücksichtigt werden und welches Risiko für die Rentabilität besteht.
Welche Rolle spielt der Van Westendorp Preisbereitschaftstest?
Er dient als empirische nachfrageorientierte Methode, um mittels Kundenbefragungen Preisober- und untergrenzen zu ermitteln und so den Optimal Price Point für Produkte zu finden.
- Quote paper
- Philip Kehela (Author), 2012, Analyse von Methoden zur Ermittlung des optimalen Verkaufspreises für den Handel, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/231781