Aufgrund der zunehmenden Zahl von übergewichtigen Kindern und Jugendlichen
entstehen auch neue pädagogische Herausforderungen für die Schule. Der Einfluss
von Umweltfaktoren auf das Körpergewicht beträgt 30%, hierzu zählen u.a.
Essensangebote, Freizeitgestaltung sowie Transportwege. Einen Großteil des Tages
verbringen die Kinder in der Schule, daher stellen sich an die Bildungseinrichtungen
besondere Aufgaben.
Schulen haben deshalb die Aufgabe, besonders auf die Gestaltung des Schulalltags
und den Lebensraum Schule zu achten. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der
„Übergewichtsprävention unter besonderer Berücksichtigung der Aufgabe der Schule“
und versucht, Handlungsmöglichkeiten im Setting Schule zu präsentieren. Zu Beginn
der Arbeit wird zunächst das Hauptthemengebiet theoretisch erklärt. Dazu zählen
neben der Definition und Verbreitung auch die Ursachen und Folgen von Übergewicht,
welche sehr vielschichtig sind. Im Anschluss an die theoretischen Erläuterungen
werden Präventionsmöglichkeiten in der Schule in den Bereichen der Ernährung und
der Bewegung vorgestellt. Ob es in den Schulen bereits eine umfassende Präventionsarbeit gibt und wie diese aussieht, wird in den abschließenden Interviews
mit Lehrern verschiedener Schulformen ausgewertet. Dabei werden auch der
Bildungsstand der Lehrer und mögliche Unterstützungen für die Schulen näher
betrachtet. Eine Zusammenfassung und ein Ausblick schließen die Arbeit ab.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition und Bestimmung von Übergewicht
3. Prävalenz und Inzidenz von Übergewicht
4. Ursachen von Übergewicht
4.1 Genetische Veranlagung
4.2 Fehlernährung
4.3 Bewegungsmangel
4.4 Psychische und psychosoziale Ursachen
5. Folgen von Übergewicht
5.1 Körperliche Folgen
5.2 Psychosoziale Folgen
5.3 Ökonomische Folgen
6. Gesundheitsbildung und Prävention in der Schule
6.1 Übergewichtsprävention und -intervention - eine Aufgabe für die Schule?
6.2 Bewegungsangebote in der Schule
6.2.1 Bewegung als Unterrichtsprinzip
6.2.2 Sportunterricht
6.2.3 Projekt „Schulen in Bewegung“
6.3 Ernährung in der Schule
6.3.1 Ernährungserziehung und -bildung
6.3.2 Elternbeteiligung
6.3.3 Schulverpflegung
6.3.4 Projekt „5 am Tag macht Schule“
7. Praxisteil
7.1 Methodisches Vorgehen
7.1.1 Erstellung und Auswertung des Interviews
7.1.2 Auswahl der Interviewpartner
7.2 Ergebnisse der Interviews
7.2.1 Prävention von Übergewicht als Aufgabe der Schule
7.2.2 Bildungsstand der Lehrer für eine Gesundheitsbildung
7.2.3 Maßnahmen zur Prävention von Übergewicht an Schulen
7.2.4 Unterstützung für Schulen bei Präventionsmaßnahmen
8. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel der Arbeit ist es, die Rolle der Schule bei der Prävention von Übergewicht im Kindes- und Jugendalter zu analysieren und praktische Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen, um den gesundheitlichen Herausforderungen durch Bewegungsmangel und Fehlernährung im Setting Schule zu begegnen.
- Theoretische Grundlagen zu Ursachen und Folgen von Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen.
- Analyse präventiver Ansätze in den Bereichen Bewegung und Ernährung innerhalb des Schulalltags.
- Untersuchung von Schulentwicklungsprogrammen als Interventionsstrategien.
- Qualitative Befragung von Lehrkräften zur aktuellen schulischen Praxis und zum Bildungsbedarf.
- Diskussion über die Einbeziehung der Eltern und externer Unterstützungssysteme.
Auszug aus dem Buch
4.2 Fehlernährung
Neben den genetischen Faktoren spielen auch Ernährungsgewohnheiten eine entscheidende Rolle für die Entstehung von Übergewicht. Viele verschiedene externe und interne Einflüsse müssen bei der Analyse der Nahrungsaufnahme berücksichtigt werden.
Mathematisch lässt sich die Ursache von Übergewicht und zugleich auch Adipositas durch das Missverhältnis von zugeführter Energie mittels Nahrung und verbrauchter Energie durch Bewegung erklären. Halten sich die Energieaufnahme und –abgabe die Waage, so bleibt auch das Körpergewicht konstant. Bei übergewichtigen Menschen hingegen ist häufig die Energieaufnahme größer als die Energieabgabe- es kommt zu einer positiven Energiebilanz. Die überschüssige Nahrungsenergie wandelt der gesunde Organismus in körpereigenes Fett um und speichert sie im Unterhautfettgewebe. Wird diese positive Energiebilanz über einen längeren Zeitraum gehalten, so entstehen die typischen „Speckfalten“ oder „Rettungsringe“ (Schröder, 1999, S.18 f).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Zunahme von Volkskrankheiten bei Kindern durch Bewegungsmangel und Fehlernährung und definiert den Forschungsauftrag der Schule bezüglich der Prävention von Übergewicht.
2. Definition und Bestimmung von Übergewicht: Dieses Kapitel erläutert die fachliche Unterscheidung zwischen Übergewicht und Adipositas sowie die methodische Bestimmung mittels Body-Mass-Index und Perzentilkurven bei Heranwachsenden.
3. Prävalenz und Inzidenz von Übergewicht: Das Kapitel analysiert die zunehmende Häufigkeit von Übergewicht in Deutschland und international sowie die sozial bedingten Risikofaktoren für Kinder und Jugendliche.
4. Ursachen von Übergewicht: Es werden die zentralen Entstehungsfaktoren untersucht, unterteilt in genetische Veranlagung, Fehlernährung, Bewegungsmangel sowie psychische und psychosoziale Ursachen.
5. Folgen von Übergewicht: Dieses Kapitel beschreibt die gravierenden physischen, psychosozialen und ökonomischen Auswirkungen von Übergewicht, die bereits im Kindesalter beginnen können.
6. Gesundheitsbildung und Prävention in der Schule: Es wird diskutiert, wie die Schule durch Bewegungsangebote und Ernährungserziehung aktiv zur Prävention beitragen kann, inklusive der Vorstellung konkreter Projekte.
7. Praxisteil: Der Praxisteil wertet halbstandardisierte Interviews mit Lehrkräften aus, um deren Perspektive auf die schulische Präventionsarbeit und den Bedarf an Unterstützung zu analysieren.
8. Zusammenfassung und Ausblick: Das Abschlusskapitel fasst die theoretischen und empirischen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer Zusammenarbeit aller Instanzen, einschließlich der Lebensmittelindustrie.
Schlüsselwörter
Übergewicht, Adipositas, Prävention, Schule, Bewegungsförderung, Ernährungserziehung, Gesundheitsbildung, Kindheit, Jugend, Körpergewicht, Schulentwicklung, Interventionsstrategien, Bewegungsmangel, Fehlernährung, Elternbeteiligung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht das Thema Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen mit einem speziellen Fokus auf die Möglichkeiten und Aufgaben der Schule als präventiver Lebensraum.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder sind die medizinisch-theoretischen Grundlagen von Übergewicht sowie die praktische Umsetzung von Gesundheitsförderung durch Bewegung und Ernährung in Schulen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Bildungsauftrag der Schule in Bezug auf die Übergewichtsprävention zu klären und zu prüfen, inwieweit Schulen bereits entsprechende Maßnahmen implementieren.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine theoretische Literaturanalyse mit einer ergänzenden qualitativen Untersuchung mittels halbstandardisierter Experteninterviews mit Lehrkräften verschiedener Schulformen durchgeführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte Theorieanalyse der Ursachen und Folgen von Übergewicht sowie die detaillierte Darstellung von Interventionsmöglichkeiten im Setting Schule.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Übergewichtsprävention, Gesundheitsbildung, Schulentwicklung und Ernährungserziehung beschreiben.
Warum ist die Einbeziehung der Eltern bei der Ernährungserziehung so wichtig?
Da die Familie das Ernährungsverhalten maßgeblich steuert und prägt, ist eine Zusammenarbeit mit dem Elternhaus für nachhaltige Erfolge im Rahmen des Bildungsauftrags unabdingbar.
Welche Rolle spielt der Sportunterricht laut den befragten Lehrkräften?
Sportunterricht wird als zentrales Element zur Förderung der Bewegungsfreude gesehen, wobei die Lehrkräfte betonen, dass Spaß und individuelle Motivation wichtiger sind als reiner Leistungsdruck.
Benötigen Schulen Unterstützung von externen Stellen für ihre Präventionsarbeit?
Die Meinungen dazu sind geteilt: Während einige Lehrkräfte Hilfe von Krankenkassen oder externen Fachkräften begrüßen würden, sehen andere das vorhandene Know-how im Lehrerkollegium als ausreichend an.
Welche Besonderheit weist der „Praxisteil“ der Arbeit auf?
Der Praxisteil stützt sich auf Interviews mit Lehrern unterschiedlicher Schulformen, wodurch ein praxisnaher Vergleich zwischen der Theorie der Prävention und dem tatsächlichen Schulalltag ermöglicht wird.
- Quote paper
- Susanne Weiss (Author), 2012, Übergewicht im Kindes- und Jugendalter unter besonderer Berücksichtigung der Aufgabe der Schule, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/231672