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Die Systematik des Ius canonicum religiosorum in der Ecclesia latina

Title: Die Systematik des Ius canonicum religiosorum in der Ecclesia latina

Swiss Diploma Thesis , 2012 , 166 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Stefan Würges (Author)

Theology - Miscellaneous

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Summary Excerpt Details

Im CIC/1917 und CIC/1983 liegen zwei unterschiedliche Modelle für die Systematik der kanonisierten Lebensweisen und Lebensverbände vor. Im Zeitraum zwischen diesen beiden Kodifikationen befinden sich die AK Provida Mater und das Zweite Vatikanische Konzil, mit seiner wirkungsgeschichtlichen Dynamik, die sich im Kodifikationsprozess niedergeschlagen hat, und in der Promulgation des CIC/1983 seinen vorläufigen End-punkt fand.
Im Rahmen dieser Lizentiatsarbeit kann das Ius canonicum religiosorum des CCEO nicht angemessen behandelt werden. Um das „orientalische Recht“ berücksichtigen zu können, müsste das MP Postquam apostolicis litteris, die Arbeiten der CCEO-Kommission und das Schema CICO 1986 in die kritische Darstellung und Behandlung des orientalischen Ius canonicum religiosorum mit den ihm eigenen Besonderheiten einbezogen werden. Dem müsste sich ein systematischer Vergleich anschließen, was Umfang und Anspruch einer Lizentiatsarbeit überschreiten würde, wenn auch eine solche Untersuchung den Vorzug einer kritischen Darstellung des gesamten katholischen Ius canonicum religiosorum hätte.
Im Folgenden werden die Themenfelder innerhalb des Ius canonicum religiosorum über das hinaus, was zur kritischen Untersuchung der Systematik erforderlich ist, nur insofern einbezogen, als sie inhaltlich damit zusammenhängen. Dies gilt für die Normen De capitulis, De bonis temporalibus eorumque administratione, De admissione in novitiatum, De novitiatu et novitiorum institutione, De religiosorum institutione, De separatione sodalium ab instituto, De religiosis ad episcopatum evectis und De conferentiis superiorum maiorum.
Die Constitutiones der verschiedenen Formen der kanonisch geregelten Lebensweisen werden im Folgenden nicht berücksichtigt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Terminologische Vorfragen

3 Die Systematik des Ius canonicum religiosorum im CIC/1917

3.1 Die rechtlichen Kennzeichen des status religiosus

3.1.1 Der status religiosus als status

3.1.2 Das Gemeinschaftsleben

3.1.3 Die professio religiosa

3.1.4 Die Anerkennung durch die kirchliche Autorität

3.2 Exkurs: Die verschiedenen Formen der vota im CIC/1917

3.2.1 Öffentliche und private vota

3.2.2 Feierliche und einfache vota

3.2.3 Zuständigkeit zur Dispenserteilung

3.2.4 Persönliche und sachliche vota

3.2.5 Ewige und zeitliche vota

3.2.6 Der Eid als weitere Form der Verpflichtung im CIC/1917

3.3 Formen der Religiones

3.3.1 Die Religio

3.3.2 Ordo

3.3.3 Congregatio (religiosa)

3.3.4 Congregatio monastica

3.3.5 Religio exempta

3.3.6 Rechtsstellung der Religio

3.3.7 Religio clericalis, Religio laicalis

3.4 Societas

3.5 Weitere Formen von kanonische Vereinigungen nach dem CIC/1917

3.6 Zusammenfassung

4 Instituta saecularia

4.1 Die Apostolische Konstitution Provida Mater

4.1.1 Neuordnung des status religiosus

4.1.2 Instituta saecularia als „societas“

4.1.3 Rechtliche Einordnung

4.1.4 Apostolat in saeculo

4.1.5 Die Form der Bindung in den Instituta saecularia

4.1.6 Grade an Zugehörigkeit zum Institutum saeculare

4.2 Das Motu proprio Primo feliciter

4.3 Die Instruktion Cum Sanctissimus

4.4 Zusammenfassung

5 Die Systematik des status perfectionis in den Texten des Zweiten Vatikanischen Konzils

5.1 Die Lehre des Zweiten Vatikanischen Konzils über die rechtliche Einordnung und Systematik des status perfectionis

5.1.1 Die allgemeine Berufung zur Heiligkeit

5.1.2 Bezeichnungen für den status

5.1.3 Das Kapitel De Religiosis

5.1.4 Der status als kanonischer Stand

5.1.5 Der Bezug zu den Ständen in der Kirche

5.2 Die professio consiliorum evangelicorum

5.3 Formen der gemeinsamen, kanonischen geregelten Lebensweisen

5.4 Die konziliare Einteilung

5.4.1 Instituta quae integre ad contemplationem ordinantur

5.4.2 Instituta … variis apostolatus operibus dedita

5.4.3 Institutum venerabile vitae monasticae

5.4.4 Vita religiosa laicalis

5.4.5 Instituta saecularia

5.5 Zusammenfassung

6 Die Systematik des Ius canonicum religiosorum in den Diskussionen zur Kodex Reform

6.1 Das Schema 1977

6.2 Wertung des Entwurfs

6.2.1 Der status religiosus im Schema 1977

6.2.2 Einordnung der Instituta saecularia

6.2.3 Die Form der Bindung

6.2.4 Terminologie und Sprache des Schemas 1977

6.2.5 Regeln und Konstitutionen

6.2.6 Gliederung

6.2.7 Fehlende Materie

6.2.8 Zusammenfassung

6.3 Das Schema 1980

6.3.1 Der Status im Schema 1980

6.3.2 Einordnung der verschiedenen Formen der kanonischen Lebensverbände

6.3.3 Normae communes omnibus Institutis vitae consecratae

6.3.3.1 Rechtsstellung der Instituta vitae consecratae

6.3.3.2 Klerikale und laikale Instituta vitae consecratae

6.3.4 Apostolat

6.3.5 Regeln und Konstitutionen

6.3.6 Sonstige Normen

6.3.7 Terminologie des Schemas 1980

6.3.8 Die Arten der Bindung im Schema 1980

6.3.9 Instituta religiosa

6.3.9.1 Bezeichnungen für die Instituta religiosa

6.3.9.2 Das Verhältnis zum Ordinarius loci

6.3.9.3 Die Bindungsform in den Instituta religiosa

6.3.9.4 Gemeinschaftsleben

6.3.9.5 domus religiosa

6.3.9.6 Provincia

6.3.9.7 Leitung der Instituta religiosa

6.3.9.8 Apostolat der Instituta religiosa

6.3.10 Instituta saecularia

6.3.11 Societates vitae apostolicae

6.3.12 Andere Consociationes von Christgläubigen

6.4 Das Schema 1982

6.4.1 Einordnung der Instituta vitae consecratae und der Societates vitae apostolicae

6.4.2 Terminologie des Schemas 1982

6.4.3 Der status im Schema 1982

6.4.4 Die Arten der Bindung im Schema 1982

6.4.5 Instituta religiosa

6.4.6 Instituta saecularia

6.5 Zusammenfassung

7 Die Systematik des Ius canonicum religiosorum im CIC/1983

7.1 Der status im CIC/1983

7.2 Formen der Instituta vitae consecratae und Societates vitae apostolicae

7.2.1 Rechtsstatus, Exemtion und Autonomie

7.2.2 Klerikale und laikale Instituta vitae consecratae

7.3 Codex fundamentalis seu Constitutiones

7.4 Instituta religiosa

7.5 Monasteria sui iuris

7.6 Die Form der Bindung

7.7 Instituta saecularia

7.8 Societates vitae apostolicae

7.9 Form der Bindung

7.10 Vita eremitica seu anachoretica, ordo virginum

7.11 Consociatio fidelium

7.12 Zusammenfassung

8 Zusammenfassung und Ergebnisse

8.1 Die Aufgabe des Gesetzgebers

8.2 Status perfectionis

8.2.1 Der status nach Provida Mater

8.2.2 Der status im CIC/1983

8.2.3 Status perfectionis

8.2.4 Der Öffentlichkeitscharakter des status

8.3 Formen der Bindung

8.4 Systematik

8.4.1 Normae communes

8.4.2 Religio oder Institutum religiosum

8.4.3 Ordo

8.4.4 Congregatio

8.4.5 Societates

8.4.6 Praelatura personalis

8.4.7 Instituta saecularia

8.4.8 Besondere Formen der kanonischen Lebensweisen

8.4.9 Consociationes fidelium

8.5 Zusammenfassung

8.6 Schluss

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Lizentiatsarbeit besteht darin, die Systematik und die rechtliche Entwicklung der kanonisierten Lebensformen und Lebensverbände im Ius canonicum religiosorum vom CIC/1917 bis zum CIC/1983 kritisch zu analysieren. Dabei wird die zentrale Forschungsfrage verfolgt, wie sich das Verständnis dieser Stände durch die Einflüsse des Zweiten Vatikanischen Konzils und der damit verbundenen Kodifikationsprozesse verändert hat.

  • Analyse der Systematik des Ius canonicum religiosorum im CIC/1917.
  • Untersuchung der Entwicklung durch die Apostolische Konstitution Provida Mater und das Zweite Vatikanische Konzil.
  • Bewertung der Konzepte in den Schemata zur Kodex-Reform (1977, 1980, 1982).
  • Darstellung und kritische Einordnung der Systematik im CIC/1983.
  • Diskussion über Terminologie, Bindungsformen und die Unterscheidung der verschiedenen Stände.

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Der status religiosus als status

Status kommt vom lateinischen Wort sistere bzw. stare, was neben anderen Bedeutungen stellen, stehen, feststehen bedeutet. Status meint hier eine dauerhafte Lebensweise unter bleibenden moralischen und juristischen Festlegungen. Der Gesetzgeber definiert mit einer rechtlich-theologischen Erklärung den status religiosus: „Der status religiosus ist jene dauerhafte Weise gemeinschaftlichen Lebens, in der die Gläubigen außer den allgemeinen Geboten auch die Beobachtung der evangelischen Räte durch die Gelübde des Gehorsams, der Keuschheit und der Armut auf sich nehmen. Er ist von allen in Ehren zu halten.“

Die Definition beinhaltet das Charaktermerkmal eines status überhaupt: „Status religiosus seu stabilis [...] vivendi modus“. Es muss sich von der Natur der Sache her um eine dauerhafte (stabilis) Lebensweise handeln.

Die Gesamtheit der Religiosi bildet einen Personenstand (status personarum), wie ihn der Gesetzgeber im CIC/1917 an anderer Stelle nennt. Die Kirche ist als Gemeinschaft mit verschiedenen Ständen von Mitgliedern (societas inaequalis) gemäß göttlichem Recht aus dem Kleriker- und Laienstand konstituiert. Personen beider Stände können dem status religiosus angehören. Der status religiosus ist nicht Teil der kirchlichen Hierarchie, kommt ihr aber sehr nahe und ist ein kirchlicher Stand. Es handelt sich beim status religiosus um einen Stand im Sinn einer Gruppe mit gleichen persönlichen Lebensverhältnissen und gemeinschaftlicher Lebensordnung.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Aufgabe der kirchlichen Autorität bei der Regelung der Lebensweisen nach den evangelischen Räten und skizziert den zeitlichen Rahmen der Untersuchung zwischen CIC/1917 und CIC/1983.

2 Terminologische Vorfragen: Dieses Kapitel thematisiert die kanonistischen Schwierigkeiten bei der Verwendung lateinischer Fachbegriffe in der deutschen Übersetzung und begründet die Beibehaltung der lateinischen Termini.

3 Die Systematik des Ius canonicum religiosorum im CIC/1917: Hier wird der rechtliche Rahmen für Religiones und Societates im CIC/1917, insbesondere die Definition des status religiosus und die Unterscheidung der Gelübdeformen, dargelegt.

4 Instituta saecularia: Dieses Kapitel behandelt die Entstehung und rechtliche Einordnung der Säkularinstitute durch die Apostolische Konstitution Provida Mater.

5 Die Systematik des status perfectionis in den Texten des Zweiten Vatikanischen Konzils: Die Arbeit analysiert hier die lehramtlichen Aussagen des Konzils über den status perfectionis und die Bedeutung der evangelischen Räte.

6 Die Systematik des Ius canonicum religiosorum in den Diskussionen zur Kodex Reform: Ein detaillierter Überblick über die Entwürfe (Schemata 1977, 1980, 1982) und die kanonistische Kritik daran wird hier gegeben.

7 Die Systematik des Ius canonicum religiosorum im CIC/1983: Dieses Kapitel untersucht die endgültige Neuregelung im CIC/1983 und vergleicht sie mit den vorangegangenen Modellen.

8 Zusammenfassung und Ergebnisse: Die abschließenden Kapitel fassen die wesentlichen Erkenntnisse über die Entwicklung der rechtlichen Systematik und der Rolle des Gesetzgebers bei der Anerkennung neuer Lebensformen zusammen.

Schlüsselwörter

Ius canonicum religiosorum, CIC/1917, CIC/1983, status religiosus, status perfectionis, vita consecrata, Religio, Societates, Instituta saecularia, professio religiosa, consilia evangelica, consecratio, Kodex-Reform, kanonische Lebensformen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die rechtliche Systematik und Entwicklung der kanonisierten Lebensformen und -verbände in der katholischen Kirche, ausgehend vom CIC/1917 über die Konzilstexte bis hin zum CIC/1983.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Definition des Ordensstandes (status religiosus/status perfectionis), die Bedeutung der Gelübde und Bindungsformen (professio), die rechtliche Einordnung von Säkularinstituten sowie die Transformation der kirchlichen Gesetzgebung durch das Zweite Vatikanische Konzil.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich die kirchenrechtliche Strukturierung dieser Lebensformen über das 20. Jahrhundert hinweg gewandelt hat und welche Schwierigkeiten bei der rechtlichen Kodifizierung theologischer Konzepte entstanden sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine kirchenrechtliche Untersuchung, die primär quellenanalytisch vorgeht, indem sie die verschiedenen Gesetzesfassungen (CIC/1917, CIC/1983) und die dazwischen liegenden Schemata sowie Dokumente des Konzils systematisch vergleicht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Systematik des Ius canonicum religiosorum in verschiedenen Rechtsmodellen, analysiert die Rolle der Säkularinstitute und kritisiert die terminologischen Unschärfen in den Reformdebatten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe wie "Ius canonicum religiosorum", "status perfectionis", "vita consecrata" und "Kodex-Reform" sind maßgeblich für das Verständnis des Inhalts.

Was bedeutet die "Exemtion" im Kontext der Religiones?

Die Exemtion beschreibt den rechtlichen "Freiheitsbereich", durch den Religiosenverbände der Jurisdiktion des jeweiligen Ortsbischofs entzogen und direkt unter päpstliche Jurisdiktion gestellt wurden.

Warum ist die Unterscheidung zwischen Instituta religiosa und Instituta saecularia rechtlich so bedeutend?

Diese Unterscheidung ist entscheidend, da sie unterschiedliche Rechtsqualitäten und Bindungsformen betrifft; während erstere durch ein strengeres Gemeinschaftsleben und öffentliche Gelübde definiert sind, zeichnen sich letztere durch eine Lebensweise "in der Welt" aus, ohne ein klösterliches Gemeinschaftsleben vorauszusetzen.

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Details

Title
Die Systematik des Ius canonicum religiosorum in der Ecclesia latina
College
University of Augsburg  (Katholisch-theologische Fakultät - Fach Kirchenrecht)
Course
Lizentiatsstudium
Grade
1,0
Author
Stefan Würges (Author)
Publication Year
2012
Pages
166
Catalog Number
V231539
ISBN (eBook)
9783656471165
ISBN (Book)
9783656471516
Language
German
Tags
Kirchenrecht Ordensrecht ius religiosorum
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefan Würges (Author), 2012, Die Systematik des Ius canonicum religiosorum in der Ecclesia latina, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/231539
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