„Quand vous écoutez une langue étrangère, même si vous ne la comprenez pas, vous en recevez une impression sonore, comme lorsque vous écoutez de la musique.”
(Léon, Monique; Léon, Pierre: La prononciation du français, Paris (Armand Colin) 2004, S. 72.)
Sprache und Musik leben von ihrer auditiven Wahrnehmung und mündlichen Realisierung, zwei Fertigkeiten, die jedes Kind in seiner Muttersprache als allererstes erwirbt und die auch für das Erlernen einer Fremdsprache unerlässlich sind. Doch gerade diese primären Fertigkeiten des Hörens und Sprechens bereiten im Fremdsprachenunterricht (FSU) Französisch germanophonen Lernern einige Schwierigkeiten. Die Nähe von Sprache und Musik bietet eine Möglichkeit, Hör- und Aussprachetraining im FSU Französisch unter Zuhilfenahme des französischen Chansons durchzuführen. Anliegen der vorliegenden Arbeit ist es, die Integration von Musik in den phonetikorientierten FSU Französisch anhand von ausgewählten Problemfeldern und Übungsmethoden aufzuzeigen. Der Schwerpunkt liegt auf der Aneignung, Förderung und Festigung von auditiven und artikulatorischen Fähigkeiten in der Fremdsprache durch Chansons, ohne deren Einsatzmöglichkeiten in weiteren Domänen wie Grammatik- oder Lexikarbeit anzusprechen. Es sollen zu ausgewählten phonetischen, phonologischen und prosodischen Besonderheiten Vorschläge und Empfehlungen für den Lehrenden zur Einbindung von Musik in den FSU gegeben werden. Die vorliegende Arbeit bezieht sich auf den gymnasialen Fremdsprachenunterricht Französisch. Es erfolgt keine Aufgliederung in einzelne Klassen- und Altersstufen an sich, sondern nach den Kompetenzniveaus des Cadre Européen Commun de Référence pour les langues (Gemeinsamer Europäischer Referenzrahmen für Sprachen).
Inhaltsverzeichnis
1. Laissons-nous chanter
2. La phonétique en chantant
2.1 Warum Aussprache im Fremdsprachenunterricht Französisch schulen?
2.2 Welche phonetischen, phonologischen und prosodischen Besonderheiten der französischen Sprache stellen für den germanophonen Lerner Schwierigkeiten dar?
2.3 Warum Aussprache und Aussprachetraining mit Musik durchführen?
2.4. Wie das Chanson im Fremdsprachenunterricht einsetzen?
2.4.1 Rahmenbedingungen und Organisation
2.4.2. Die Nasalvokale [ɛ̃], [ɑ̃] und [ɔ̃]
2.4.2.1 Problemaufriss
2.4.2.2 Übungsmethode
2.4.3. Satzphonetik
2.4.3.1 Problemaufriss
2.4.3.2 Übungsmethode
3. Welche Problemfelder können sich auftun?
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Integration von Musik, insbesondere von Chansons, in den phonetikorientierten Französischunterricht an Gymnasien, um auditive und artikulatorische Fähigkeiten der Lernenden gezielt zu fördern.
- Integration von Musik zur Verbesserung der französischen Aussprache und Intonation.
- Analyse phonetischer und prosodischer Schwierigkeiten für deutschsprachige Lerner.
- Entwicklung didaktischer Übungsmethoden für segmentale und suprasegmentale Phänomene.
- Einsatz von Chansons als motivierendes Medium im Fremdsprachenunterricht.
Auszug aus dem Buch
2.4.3.1 Problemaufriss
„Les mots sont des unités logiques, des unités grammaticales, mais non pas des unités phonétiques. Quelqu’un qui ne sait pas où commencent et où finissent les mots français ne pourrait jamais le deviner en entendant parler.”
Mit dieser Schwierigkeit sieht sich jeder Französischlerner von Anfang an konfrontiert, selbst dann, wenn die eigentlichen Satzelemente keine phonetischen Hürden (wie Nasalvokale, Halbvokale etc.) aufweisen. Daher ist es im FSU ebenso nötig, nicht nur die Artikulation isolierter Laute und Wörter zu betrachten, sondern auch die Ebene der verbundenen Rede, da im Französischen gesprochene Silben über Wortgrenzen hinausgehen. Dieses Phänomen trägt maßgeblich zu jener Melodie bei, die viele Lernende mit der französischen Sprache verbinden, die ihnen jedoch bei der Aneignung der zielsprachengetreuen Aussprache Probleme bereiten kann.
„Französisch sprechen geschieht in einer fest gebundenen chaîne parlée“, sodass Nichtmuttersprachler oft den Eindruck haben, selbst wenn sie bereits solide Wortschatzkenntnisse aufweisen, dass sie nichts verstehen bzw. einen französischen Satz als ein ganzes Wort wahrnehmen. Vor allem germanophone Lerner sind aus der eigenen Muttersprache gewohnt, dass es bestimmte Wortanfangssignale gibt, die die einzelnen Satzelemente eindeutig voneinander abgrenz-, heraushör – und verstehbar machen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Laissons-nous chanter: Einführung in die Thematik und Darlegung der Bedeutung von Musik für das Hör- und Aussprachetraining im Französischunterricht.
2. La phonétique en chantant: Detaillierte Analyse der phonetischen Anforderungen, der Rolle des Lehrplans sowie methodische Vorschläge für den Einsatz von Chansons im Unterricht.
3. Welche Problemfelder können sich auftun?: Erörterung organisatorischer und didaktischer Herausforderungen bei der Planung und Durchführung musikbasierter Phonetikübungen.
Schlüsselwörter
Französischunterricht, Aussprachetraining, Phonetik, Chanson, Nasalvokale, Satzphonetik, Intonation, Hörverständnis, Artikulation, Fremdsprachenerwerb, Didaktik, Prosodie, Liaison, Elision, Sprechkompetenz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Nutzung von Musik und Chansons zur Verbesserung der Aussprache und Intonation im Französischunterricht an Gymnasien.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen die auditiven und artikulatorischen Herausforderungen für deutschsprachige Lerner, die Vermittlung der französischen Phonetik sowie praktische Unterrichtsmethoden.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, praktische Vorschläge und Methoden zu liefern, wie Chansons zur systematischen Schulung der Phonetik effektiv in den Fremdsprachenunterricht integriert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit kombiniert eine theoretische Analyse phonetischer Grundlagen mit didaktischen Empfehlungen und konkreten Unterrichtsmodellen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begründung des Aussprachetrainings, spezifische Übungsansätze für Nasalvokale und Satzphonetik sowie didaktische Rahmenbedingungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Französischunterricht, Phonetik, Aussprachetraining, Chanson, Prosodie und Sprechkompetenz.
Warum ist das Thema "Nasalvokale" so wichtig für deutsche Schüler?
Da die deutsche Sprache keine Nasalvokale kennt, bereitet deren korrekte Artikulation deutschen Lernenden oft Schwierigkeiten, da sie dazu neigen, sie durch nicht-nasale Laute zu ersetzen.
Welche Rolle spielt die Satzphonetik bei der Vermittlung?
Sie ist entscheidend, um den fließenden Sprachfluss des Französischen ("chaîne parlée") zu vermitteln, der durch Phänomene wie Liaison und Elision gekennzeichnet ist.
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- Sindy Hildebrand (Author), 2008, Phonétique en chantant. Aussprache und Aussprachetraining im gymnasialen Fremdsprachenunterricht Französisch mit dem Medium Chanson, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/231437