Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Gattung Fabel und einer für die schulische Praxis ausgelegten Möglichkeit der produktiven Auseinandersetzung mit dieser Textart durch die Bearbeitung als Comic.
Besonders die mittelalterliche Literatur und damit auch die mittelhochdeutschen Fabeln waren in den letzten Jahren für den schulischen Gebrauch oftmals sehr umstritten. Erst seit einigen neueren Veröffentlichungen sowohl in der Fachliteratur der Mediävistik als auch in der didaktischen Literatur finden mittelalterliche Fabeln wieder zunehmend Anerkennung. Dieser Entwicklung entsprechend ist die Strickersche Fabel „Der Kater als Freier“ literarische Textgrundlage in dieser Betrachtung.
Zunächst wird das Problemfeld beschrieben, in dem sich die mittelalterliche Literatur gegenüber der Didaktik befindet.
Die Verknüpfung mit der schulischen Praxis verlangt eine stärker auf die praktische Umsetzung ausgerichtete Herangehensweise als eine rein fachwissenschaftliche, sodass im ersten Teil auf die aktuellen Lehrpläne der Grundschulen in NRW verwiesen wird und der Schwerpunkt auf den schulischen Anforderungen an den Gegenstand der mittelalterlichen Fabel im Grundschulunterricht liegt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Aktuelle Positionen
2. Deutschunterricht in der Grundschule
2.1 Bereiche des Lehrplans Deutsch in Bezug auf Fabeln
2.2 Fächerübergreifende Anteile Deutsch/Kunst
2.3 Der Comic im Lehrplan Deutsch
3. Mittelalterlicher Unterrichtsstoff Fabel
3.1 Zum Autor „Der Stricker“
3.2 Die Gattung Fabel
3.3 Positionen zu Fabeln im Unterricht
4. Unterrichtsstoff Comic
4.1 Die Textform Comic
4.2 Positionen zu Comics im Unterricht
5. Didaktik
5.1 Werkauswahl „Der Kater als Freier“
5.2 Unterrichtsentwurf
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Möglichkeiten, mittelalterliche Fabeln, insbesondere das Werk „Der Kater als Freier“ des Dichters Stricker, im Grundschulunterricht durch eine produktive Adaption als Comic didaktisch sinnvoll und ansprechend aufzubereiten.
- Integration mittelalterlicher Literatur in den modernen Grundschulunterricht
- Analyse der didaktischen Potenziale von Fabeln und Comics
- Fächerübergreifende Ansätze zwischen Deutsch- und Kunstunterricht
- Entwicklung eines praxisorientierten Unterrichtsentwurfs
Auszug aus dem Buch
3.1 Zum Autor „Der Stricker“
Im Bereich der mittelalterlichen Kleinepik gilt der Stricker als einer der produktivsten und einflussreichsten Dichter seiner Zeit. Er kann als Begründer der Gattung des kleinepischen Schwankes gelten, zumal er sich im Rahmen dieser Kleinkunst von vorhergegangenen und höfischen Traditionen löste. Im Bereich der mittelhochdeutschen Fabeldichtung ist er damit einer der bedeutendsten Vertreter und für eine Arbeit, die sich mit mittelalterlichem Unterrichtsstoff auseinandersetzt, besonders wichtig.
Die Schaffenszeit des Stricker wird im Allgemeinen etwa auf die Jahre zwischen 1220 und 1250 n.Chr. datiert, der Schwelle zum Spätmittelalter, datiert. Seine Herkunft ist hingegen nicht eindeutig geklärt. Der Name „Der Stricker“ kann auf verschiedene Arten gedeutet werden, zumal sich das Wort von dem mittelhochdeutschen Wort „stricken“ ableiten lässt. Am wahrscheinlichsten deutet es darauf hin, dass es sich bei dem Autor um jemanden handelte, der Geschichten gut entstehen lassen und zusammenfügen konnte oder in der Lage war, seine Zuhörerschaft zu verzaubern/ zu verstricken.
„Der Dichter sah sich als einen Autor, der sein Publikum zu bestricken und zu fesseln, durch seine Erzählungen zu bezaubern verstand.“
Durch den Umstand, dass der Stricker sich in „Die Frauenlehre“ selber beschreibt, herrscht über seinen sozialen Stand relative Einigkeit. Aus der Textstelle wird darauf geschlossen, dass er ein eher mittelloser fahrender Dichter war, dessen Geldgeber, häufig Mäzene, ihn für seine Darbietungen bezahlten, was seinen Unterhalt darstellte.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Arbeit erörtert die didaktische Einbindung mittelalterlicher Fabeln durch ihre produktive Gestaltung als Comic im Grundschulkontext.
2. Deutschunterricht in der Grundschule: Es wird analysiert, wie Fabeln in die aktuellen Lehrpläne und Kompetenzbereiche des Deutschunterrichts in NRW integriert werden können.
3. Mittelalterlicher Unterrichtsstoff Fabel: Dieses Kapitel stellt den Dichter Stricker, die Gattungsmerkmale der Fabel und deren pädagogische Positionen vor.
4. Unterrichtsstoff Comic: Hier werden die Merkmale des Comics als literarische Kunstform sowie deren didaktische Bedeutung und Eignung für den Unterricht dargelegt.
5. Didaktik: Basierend auf der Fabel „Der Kater als Freier“ wird ein Unterrichtsentwurf entwickelt, der eine kreative Auseinandersetzung mittels Comic-Adaption vorschlägt.
6. Fazit: Die Arbeit resümiert, dass die Beschäftigung mit mittelalterlichen Texten durch moderne Methoden einen kulturellen Mehrwert bietet und Ängste vor komplexen Inhalten unbegründet sind.
Schlüsselwörter
Fabel, Stricker, Der Kater als Freier, Comic, Grundschulunterricht, Literaturdidaktik, Mediävistik, Produktives Schreiben, Lehrplan NRW, Mittelalter, Sprachwandel, Ästhetische Bildung, Adaption, Medienkompetenz, Literarisches Lernen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der didaktischen Aufarbeitung mittelalterlicher Fabeln, insbesondere von Strickers „Der Kater als Freier“, für den Einsatz in der Grundschule durch kreative Comic-Adaptionen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder umfassen die mediävistische Fachwissenschaft, die Literaturdidaktik, die aktuellen Lehrplanvorgaben für die Grundschule in NRW sowie die Medienform Comic.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, den Mehrwert mittelalterlicher Literatur für Grundschüler aufzuzeigen und eine Methode zu erarbeiten, wie diese altersgerecht und produktiv durch das Medium Comic im Unterricht behandelt werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse sowie den Abgleich fachdidaktischer Positionen mit den geltenden Lehrplänen, um daraus einen praktischen Unterrichtsentwurf abzuleiten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der theoretischen Begründung der Fabel im Unterricht, der Analyse der Textform Comic und der Verknüpfung beider Bereiche zu einem konkreten pädagogischen Konzept.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Fabel, Stricker, Comic, Grundschule, Literaturdidaktik, Medienkompetenz und produktives Lernen.
Warum wird gerade „Der Kater als Freier“ als Textgrundlage gewählt?
Diese Fabel ist aufgrund ihrer klaren, linearen Struktur, ihrer dialogischen Erzählweise und der zugänglichen dramaturgischen Höhepunkte besonders gut für eine Comic-Adaption durch Grundschüler geeignet.
Wie unterstützt die Comic-Form das Verständnis der mittelalterlichen Fabel?
Die Adaption als Comic zwingt die Schüler dazu, die narrative Struktur der Fabel zu durchdringen, sich mit den Charaktermerkmalen der Figuren auseinanderzusetzen und die Bild-Sprache-Relation aktiv zu gestalten, was ein tieferes Verständnis fördert.
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- Friederike Harling (Author), 2012, Eine Fabel des Stricker im Grundschulunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/230377