Im Rahmen dieser Seminararbeit soll das Gewerbeflächenmarketing am Regionalflughafen Zweibrücken untersucht werden. Um die in der Einleitung skizzierte Ausschöpfung zukünftiger Erfolgspotentiale im Non-Aviation Sektor zu realisieren, wurde der Standort Flugplatz Zweibrücken durch ein Vier-Säulen-Konzept entwickelt, das u. a. auf die Vermarktung von Gewerbeflächen abzielt. Da dieses Areal zugleich eine Konversionsfläche darstellt, wird dar-über hinaus die Problematik der Umwandlung militärischer Liegenschaften in die zivile Nutzung und der damit verbundenen Herausforderungen an das Land Rheinland-Pfalz aufgegriffen.
Der Ausarbeitung liegen die nach Scharf und Schubert definierten Phasen (Situationsanalyse, Planung, Umsetzung und Kontrolle) eines typischen Entscheidungsprozesses zu Grunde. In einem ersten Schritt jedoch werden die Besonderheiten der Immobilienwirtschaft analysiert. Ausgehend von dem prozessorientierten Ansatz wird der Fokus im zweiten Teil auf die Situationsanalyse gerichtet. Der folgende Teil umfasst die Planung, die in die dritte Phase, der Um-setzung, überleitet. Dem abschließenden Kapitel sind eine Bilanz sowie ein kurzer Ausblick zu entnehmen. Aufgrund der fehlenden Organisationsstruktur innerhalb des Projektes „Entwicklungsgebiet Flugplatz Zweibrücken“ findet die Kontrolle als abschließende Phase des Entscheidungsmodells nach Scharf und Schubert keine Berücksichtigung.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Vorgehensweise
2 Einführung in die Immobilienwirtschaft
2.1 Immobilienbetriebslehre
2.2 Charakteristik des Wirtschaftsgutes Immobilie
2.3 Begriff des Immobilienmarketing
2.4 Planung der absatzpolitischen Maßnahmen
3 Situationsanalyse
3.1 Ausgangslage
3.2 Geographische Lage
4 Planung
4.1 Konversionsprojekt Flugplatz Zweibrücken
4.2 Verwertungs- und Managementstrukturen
5 Umsetzung
5.1 Nutzungskonzeption
5.2 BBP: Flugplatz Süd / Luftfahrt und Flugplatz Mitte
5.3 BBP: DOZ / Freizeit- und Erlebnisbereich
5.4 BBP: Flugplatz Süd / L700 und Flugplatz Südwest
5.5 Förderung
6 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Gewerbeflächenmarketing am Regionalflughafen Zweibrücken mit dem Ziel, Strategien zur Ausschöpfung von Potenzialen im Non-Aviation-Sektor sowie Ansätze für die zivile Umnutzung ehemaliger militärischer Liegenschaften aufzuzeigen.
- Grundlagen der Immobilienwirtschaft und des Immobilienmarketings
- Situationsanalyse des Konversionsprojekts Flugplatz Zweibrücken
- Umsetzung des Vier-Säulen-Konzepts (Flugbetrieb, Multimedia, Freizeit, Shopping)
- Rolle von Managementstrukturen und Zweckverbänden bei der Standortentwicklung
- Förderinstrumente zur Ansiedlung von Unternehmen auf Konversionsflächen
Auszug aus dem Buch
2.2 Charakteristik des Wirtschaftsgutes Immobilie
Bei näherer Betrachtung weist eine Immobilie Besonderheiten auf, die sowohl für Anbieter als auch Nachfrager von grundlegender Entscheidungsrelevanz sind bezüglich der Vermarktung und der Wahl des geeigneten Standortes:
Ex definition ist die wesentliche Eigenschaft der Immobilie gegenüber anderen Wirtschaftsgütern deren Immobilität. Laut § 94 BGB sind sowohl Grundstück als auch Gebäude an einen Standort gebunden.
Aus dieser Standortgebundenheit ergibt sich zwangsläufig, dass jede am Markt befindliche Immobilie ein Unikat darstellt. Hierbei prägen die geographischen Gegebenheiten wie Land, Region, Stadt oder Gemeinde entscheidend die Einmaligkeit und Heterogenität der Liegenschaft.
Ein weiteres Charakteristikum besteht in der langen Produktionsdauer der Immobilie. Der Zeitraum zwischen Investitionsentscheidung, Fertigstellung und Nutzungsübergabe kann in Abhängigkeit von der Größenordnung des zu realisierenden Projekts zwischen zwei und fünf Jahren betragen. Die Produktionsdauer resultiert insbesondere aus der Dauer des Planungs- und Genehmigungsverfahren und aus der Unabwägbarkeit witterungsbedingter Verzögerungen.
Die Entscheidung für eine Immobilieninvestition steht immer im unmittelbaren Zusammenhang mit der Entscheidung für eine relativ hohe Kapitalbindung. Die Kapitalbindungsdauer hängt vom Zeitraum des Immobilieneigentums ab. Im Gegensatz zu einem Zwischeninvestor, der in eine Immobilie zum Zwecke des Verkaufs investiert, ist sie bei einem Endinvestor länger, da er die Immobilie zum Zwecke dauerhafter Vermietung oder Eigennutzung behält.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Beschreibt den Wandel von Flughäfen zu multifunktionalen Zentren und definiert die Relevanz des Non-Aviation-Sektors für die Wettbewerbsfähigkeit.
2 Einführung in die Immobilienwirtschaft: Vermittelt theoretische Grundlagen zur Immobilienbetriebslehre, spezifische Charakteristika von Immobilien sowie Konzepte des Immobilienmarketings.
3 Situationsanalyse: Analysiert die historische Ausgangslage der Konversion des Militärstandorts Zweibrücken sowie dessen geographische Lage.
4 Planung: Beleuchtet das Konversionsprojekt Flugplatz Zweibrücken sowie die dabei eingesetzten Management- und Planungsinstrumente wie das OSGA.
5 Umsetzung: Detailliert die praktische Implementierung des Nutzungskonzepts durch spezifische Bebauungspläne und die verschiedenen Fördermaßnahmen.
6 Fazit und Ausblick: Bewertet den aktuellen Stand der Vermarktung und identifiziert Defizite im Marketing-Controlling bei gleichzeitigem Potenzial für die weitere Standortentwicklung.
Schlüsselwörter
Regionalflughafen, Zweibrücken, Gewerbeflächenmarketing, Konversion, Immobilienmarketing, Non-Aviation, Immobilienwirtschaft, Standortentwicklung, Zweckverband, Wirtschaftsförderung, Luftverkehr, Nutzungsplanung, Infrastruktur, Investition, Bebauungsplan
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das Gewerbeflächenmarketing am Beispiel des ehemaligen Militärstandorts Flugplatz Zweibrücken und analysiert, wie dieser in ein ziviles, multifunktionales Wirtschaftszentrum umgewandelt wird.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder sind die Immobilienwirtschaft, die Herausforderungen der Konversion militärischer Flächen, das Standortmarketing und die Umsetzung komplexer Nutzungskonzepte wie das Vier-Säulen-Konzept.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Entwicklungsprozesse zur Vermarktung von Gewerbeflächen auf einer Konversionsfläche aufzuzeigen und die Herausforderungen bei der Koordination verschiedener Akteure zu beleuchten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit folgt den Phasen eines typischen Entscheidungsprozesses nach Scharf und Schubert, bestehend aus Situationsanalyse, Planung und Umsetzung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst die detaillierte Analyse der Konversionsgeschichte, die Organisation durch den Zweckverband (ZEF), die Vorstellung der verschiedenen Teilprojekte (wie Aircity oder Designer-Outlet) und die Darstellung der landesweiten Förderinstrumente.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind Konversion, Standortmarketing, Gewerbeflächen, Immobilienmanagement und regionale Wirtschaftsförderung.
Warum spielt der "Zweckverband Entwicklungsgebiet Flugplatz Zweibrücken" eine so wichtige Rolle?
Der ZEF ist das übergeordnete Instrument, das alle lokalen Belange bündelt, die Interessen verschiedener Gebietskörperschaften vereint und die gemeinsame Entwicklung auf den unterschiedlichen Gemarkungen erst ermöglicht.
Was sind die "vier Säulen" des Aeroville-Konzepts?
Die vier Säulen, auf denen die Standortentwicklung basiert, sind der Flugbetrieb, der Multimedia-Internet-Park, der Freizeit- und Erlebnisbereich sowie das Designer-Outlet-Center.
Warum wird im Fazit das Fehlen von Marketing-Controlling kritisiert?
Der Autor stellt fest, dass ohne ein systematisches Controlling, wie z.B. die Evaluation von Erfolgs- und Wirkungskontrollen, die Koordination der Vermarktungsmaßnahmen schwierig bleibt und strategische Optimierungen erschwert werden.
- Quote paper
- Dipl.-Hdl., Dipl.-Betrw. Tanja Röhrig (Author), 2005, Gewerbeflächenmarketing an Regionalflughäfen am Beispiel Zweibrücken, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/230125