Die vorliegende Arbeit befasst sich mit einem sehr speziellen Thema. Die Verwendung des Wortspiels als Stilmittel. Zunächst werden grundlegende Definitionen und Erklärungen häufiger Wortspiele gegeben. Danach wird auf einige Formen der Anwendung dieses Stilmittels eingegangen, wobei zunächst Wortspiele in der Werbung und in Lokalitäten aufgezeigt und erklärt werden.
Im weiteren Verlauf der Arbeit wird dann die konkrete Anwendung von Wortspielen in der Komik im Fokus der Betrachtung liegen. Dafür ist ein Vertreter dieses Fachs gleichsam prädestiniert: Willy Astor. Einer seiner bekanntesten Sketche soll auf Wortspiele hin überprüft und dieselben anschließend erklärt werden.
Das Wortspiel gehört zu den ältesten Figuren der Rhetorik. Die zahlreichen Verwendungsebenen können mit vier Schlagworten zusammengefasst werden. Man verwendet das Wortspiel in der Komik, zur Persuasion, zur Argumentation und in der Poetik. Im Laufe der Arbeit wird auf einige dieser Grundfunktionen eingegangen, vor allem wird die persuasive Funktion des Wortspiels in der Werbung Betrachtung finden, woraufhin im Hauptteil die eigentliche Beheimatung des Wortspiels in der Komik näher beschrieben werden soll. Denn in welchem Bereich man auch diese rhetorische Figur verwendet, meistens hat sie eine komische Wirkung. Zur Definition des Wortspiels lassen sich auch das Lexikon der Sprachwissenschaft Hadumod Bußmanns sowie das Metzler Lexikon Sprache, welches von Helmut Glück herausgegeben wurde, heranziehen. Unter dem Lemma „Wortspiel“ heißt es bei Bußmann, das Wortspiel sei ein „Sammelbegriff für verschiedene Formen beabsichtigter, »spielerischer« Veränderung oder Kombination sprachlichen Materials.“ Es werden drei Verfahren genannt, nämlich „die Umstellung von Lauten oder Silben“, die „morphologische und semantische Umdeutung von Wörtern“ und sogenannte „lexikalische Kontaminationen“. Weiterhin gäbe es „syntaktische, phraseologische und intertextuelle Verfahren“ sowie „Rhetorische Figuren“. Verwendung finde das Wortspiel vor allem in „manieristischer Literatur und in persuasiver Funktion.“ Das Metzler Lexikon ergänzt dazu noch, dass häufig homophone, homonyme und homographe Wörter oder Ausdrücke benutzt würden, was gerade in dem zu analysierenden Sketch Willy Astors mit dem Titel Länderspiele häufig Verwendung findet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Wortspiel als Stilmittel
2.1. Definition des Wortspiels
2.2. Wortspiele in der Werbung
2.3. Wortspiele in Lokalitäten
3. Wortspiele in der Komik
3.1. Beispiel I: Willy Astor – Länderspiele
4. Schluss
5. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Wortspiel als rhetorisches Stilmittel und analysiert dessen persuasive und komische Funktionen in unterschiedlichen Kontexten, mit einem besonderen Schwerpunkt auf den Sketchen des Komikers Willy Astor.
- Grundlegende Definition und theoretische Einordnung des Wortspiels
- Einsatz von Wortspielen in der Werbekommunikation
- Kreative Namensgebung bei Lokalitäten und Unternehmen
- Analyse sprachlicher Mechanismen in der Komik am Beispiel von Willy Astors "Länderspiele"
Auszug aus dem Buch
3.1. Beispiel: Willy Astor – Länderspiele
An Willy Astor soll nun im Folgenden die Form des Wortspiels beschäftigen, die mit Lautähnlichkeiten spielt. Als Basis dafür sei hier nun ein Transcript des ersten Tracks seiner Best of CD Irreal Ultra eingeschaltet. Der Titel dieses Tracks lautet Länderspiele I und beinhaltet somit schon hier ein Wortspiel. Einerseits assoziiert man gemeinhin mit dem Wort Länderspiel eine sportliche Veranstaltung, bei der mehrere Nationen gegeneinander antreten. In diesem Fall bedeutet es allerdings, dass Astor eine Geschichte erzählt und immer wieder zwischendurch Länder-, Städtenamen etc. einbaut. Im folgenden Transcript dieses Sketches sind nun diese kursiv hervorgehoben. Der bayrische Dialekt, der besonders wichtig ist für seine Witze, soll ebenfalls wiederzugeben versucht werden, wobei jedoch auf die Verwendung des IPAs verzichtet wird.
Sie! Ich komm gerade Australien. I wois net kenn Sibirien. Bahamas wieder. I mein Sie warn doch bestimmt schon einmal Indonesien. Sie, da hörn Sie den ganzen Tag die Fidschi winseln. Ich bin net immer auf Reisen, ich bin auch schon einmal Dublin. In Asien, Sie, in Asien da gibt es ein Gebiet das besteht aus zwei Teilen Wasser und einem Thailand. Da hat mich mal einer gefragt, ob ich mich mit ihm auf eine Bangkok. Sag i na wegen nam Erdbeben. Sagt er: „Hast Angst?“ Sag i: „Japanisch“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Arbeit ein und skizziert den Aufbau der Untersuchung von der theoretischen Definition bis zur konkreten Analyse in der Komik.
2. Das Wortspiel als Stilmittel: Dieses Kapitel erläutert die rhetorischen Grundlagen des Wortspiels und betrachtet dessen Verwendung in der Werbung sowie bei der Namensgebung von Unternehmen und Lokalen.
3. Wortspiele in der Komik: Das Hauptkapitel untersucht die Funktion von Wortspielen im komischen Kontext und analysiert detailliert das Beispiel "Länderspiele" des Komikers Willy Astor.
4. Schluss: Der Schluss fasst die Erkenntnisse über die Vielseitigkeit des Wortspiels zusammen und reflektiert die Problematik der wissenschaftlichen Analyse von humoristischen Inhalten.
5. Literaturverzeichnis: Hier werden die in der Arbeit verwendeten Quellen, Fachlexika und Internetressourcen aufgelistet.
Schlüsselwörter
Wortspiel, Rhetorik, Komik, Werbung, Persuasion, Willy Astor, Sprachwissenschaft, Dialekt, Länderspiele, Sprachanalyse, Humor, Sprachspiel, Medienübersetzung, Rhetorische Figur, Linguistik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Wortspiel als Stilmittel und untersucht, wie dieses in verschiedenen Bereichen wie der Werbung und der Komik eingesetzt wird.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Definition des Wortspiels, seine persuasive Wirkung in Werbetexten sowie die sprachlichen Mechanismen, die zur Erzeugung von Komik führen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten des Wortspiels aufzuzeigen und insbesondere die sprachliche Technik hinter den Wortspielen in Willy Astors Sketchen wissenschaftlich zu beleuchten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine deskriptive Analyse und sprachwissenschaftliche Einordnung von Beispielen vorgenommen, wobei Transkripte analysiert und die Wirkungsweise der Wortspiele erklärt werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung, eine Untersuchung von Wortspielen in der Werbung sowie eine vertiefende Analyse von Wortspielen in der Komik anhand von Willy Astors "Länderspiele".
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Wortspiel, Persuasion, Komik, Linguistik und Sprachanalyse beschreiben.
Warum ist der bayrische Dialekt für die Analyse so wichtig?
Der Dialekt ist die Basis für viele von Astors Wortspielen, da die lautliche Verschiebung und die spezifische Aussprache erst die Brücke zwischen den Wortbedeutungen schlagen, die den Witz ausmachen.
Warum wird im Fazit erwähnt, dass Erklärungen die Komik zerstören könnten?
Der Autor weist darauf hin, dass die wissenschaftliche Zerlegung eines Witzes das spontane Verblüffungsmoment und damit die humoristische Wirkung mindern kann, was einen klassischen Widerspruch bei der Analyse von Komik darstellt.
- Arbeit zitieren
- B.A. Alexander Batzke (Autor:in), 2010, Das Wortspiel in Werbung und Komik. Willy Astors "Länderspiele", München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/229939