Anhand von mehreren Mären werden Moral, Sinnhaftigkeit und Ausage behandelt und auswertend rezetionistische Fragen behandelt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Inhaltsangabe “Das Häslein”
2.1. Verwandschaft “Das Häslein” und “Der Sperber”
3. Erzählformat der Märe “Das Häslein”
4. Abgrenzung im Vergleich zu anderen Mären
5. Handlung, Aussage und Systematik
6. Auswertung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den tieferen Sinn und die didaktische Aussage mittelalterlicher Mären, wobei die Märe „Das Häslein“ als primäres Fallbeispiel dient, um die Übergänge zwischen unterhaltendem Schwank und moralischer Lehre zu analysieren.
- Analyse des Erzählformats und der Koda (Aussage) in „Das Häslein“
- Vergleich der thematischen Struktur mit anderen Mären wie „Der Sperber“ oder „Die drei Wünsche“
- Untersuchung von moralischen Verhaltensregeln und Lebenshilfe in der Märenliteratur
- Systematisierung von Mären basierend auf ihrem Aussagegehalt
- Diskussion über die Rolle von Zufall und psychologischer Wahrheit im mittelalterlichen Erzählen
Auszug aus dem Buch
3.Erzählformat der Märe “Das Häslein”
Das Koda (Die Aussage) der Märe, oder Epimythion, das bereits am Anfang der Märe wortwörtlich anklingt ist “Es kommt, wie es kommen muss”.
Die in Mären üblicherweise vorhandene Affinität zu Tabubrüchen bzw. Normverstößen und Absonderlichen verhalten wird durch die seltsame Auffassung des Mädchens bestätigt, die Minne könne gleich einer Ware getauscht bzw. erworben werden und im Anschluss auch wieder umgetauscht bzw. zurückgegeben werden. Üblicherweise wird auch aus dem intellektuellen Defizit, das mit der Auffasung des Mädchens einergeht, ein wenig ins Lächerliche gezogen und erzeugt die Komik und das schwankhafte der Märe bis zu diesem Punkt. Auch die für Mären üblichen List – und Betrugshandlungen finden statt, indem der Ritter dem Mädchen die wahre Natur der Unschuld vornthält und die Situation schamlos zu seinen eigenen Gunsten schamlos ausnutzt. Es ist allerdigs zu sagen, das dies noch eine relativ harmlose List ist, die allein im Schweigen des Ritters besteht.
Ein weiteres für Mären übliches Merkmal, welches auch “Das Häslein” auszeichnet, ist der Sieg einer zunächst unterlegenen Figur, der vielfach die Sympathie des Erzählers gilt.
Es bleibt allerdings nicht bei dem Schwank und dem alleinigen komödienhaften Erzählen der Geschichte einer gestohlenen Minne.
Der weitere Verlauf der Geschichte wendet sich ab von dem schwankhaften und wendet sich thematisch dem Thema Treue zu. Durch die Heirat, die scheitert, die Enthüllung der wahren Natur der neuen Frau des Ritters und schliesslich der Rückkehr des Ritters zu der ersten Frau entsteht die Aussage “Es kommt, wie es kommen muss” als Kernaussage der Märe, die das reine Erzählen der Komik überwiegt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in den schwankhaften Charakter mittelalterlicher Mären ein und formuliert das Ziel, den tieferen Sinn hinter der Erzählung „Das Häslein“ zu ergründen.
2. Inhaltsangabe “Das Häslein”: Dieses Kapitel bietet eine Zusammenfassung der Handlung der Märe und beleuchtet die inhaltlichen Parallelen zur Märe „Der Sperber“.
3. Erzählformat der Märe “Das Häslein”: Hier wird das Erzählformat analysiert, wobei besonders der Übergang von schwankhafter Komik zur moralischen Kernaussage im Fokus steht.
4. Abgrenzung im Vergleich zu anderen Mären: Der Autor vergleicht verschiedene Mären, um deren unterschiedliche moralische Aussagen und didaktische Ansätze voneinander abzugrenzen.
5. Handlung, Aussage und Systematik: In diesem Teil wird eine Systematik entwickelt, die verschiedene Mären anhand ihrer erzählerischen Intention und ihrer moralischen Schlussfolgerungen in Kategorien einteilt.
6. Auswertung: Das abschließende Kapitel fasst die Erkenntnisse zusammen und bestätigt, dass Mären über ihre Unterhaltungsfunktion hinaus als Mittel zur Vermittlung von Lebenshilfe fungieren können.
Schlüsselwörter
Märendichtung, Das Häslein, Der Sperber, Mittelalter, Epimythion, Koda, Schwank, Minne, Normverstoß, Treue, Didaktik, Höfische Gesellschaft, Erzählformat, Moral, Literaturwissenschaft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse mittelalterlicher Mären, insbesondere der Erzählung „Das Häslein“, um den Übergang von rein schwankhaften Elementen zu einer tieferen, moralischen Aussage zu untersuchen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die Untersuchung des Erzählformats, die Funktion von Tabubrüchen, das Verständnis von Minne sowie die didaktische Absicht der Erzähler.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den tieferen Sinn oder die moralische „Aussage“ (Koda) von Mären zu identifizieren und zu zeigen, dass diese Geschichten oft als Ratgeber für normgerechtes Verhalten dienen.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Der Autor nutzt eine textanalytische Herangehensweise, vergleicht verwandte Mären miteinander und erstellt ein systematisches Kategorisierungsschema für Mären auf Basis ihres Aussagegehalts.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Inhaltsangabe von „Das Häslein“, die Analyse des Erzählformats, Vergleiche mit anderen Mären (wie „Der Sperber“ und „Die drei Wünsche“) sowie die Aufstellung einer thematischen Systematik.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Besonders prägend sind die Begriffe Märendichtung, Epimythion, Schwank, Minne, Treue und didaktische Funktion.
Warum spielt die Märe „Der Sperber“ eine wichtige Rolle im Vergleich?
„Der Sperber“ dient als Vergleichsobjekt, da die Handlung der von „Das Häslein“ sehr ähnlich ist, jedoch die moralische Schlussfolgerung (Koda) eine andere Gewichtung aufweist.
Welche Rolle spielt der „Zufall“ in der Interpretation des Autors?
Der Autor diskutiert, wie der Zufall in den Mären genutzt wird, um logische und psychologische Entwicklungen zu ersetzen, was zur Komik und zum schwankhaften Charakter der Erzählungen beiträgt.
- Quote paper
- Christian Köller (Author), 2012, Aussagen mittelalterlicher Novellistik und Mären, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/215877