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Psychodynamik bei Familien mit einem behinderten Kind

Titel: Psychodynamik bei Familien mit einem behinderten Kind

Hausarbeit , 2009 , 19 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Lena Raubach (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Ich bin gelernte Erzieherin und habe mich während meiner damaligen Ausbildung konsequent zuerst an Kindergärten gehalten und etwas später an Jugendhilfeeinrichtungen.

Danach kam mein Anerkennungsjahr und ich bekam das Angebot in einem Heim für behinderte Kinder zu arbeiten. Zu erst war ich skeptisch, da ich mich damit noch nie befasst hatte und dieser Aspekt in meiner Ausbildung auch erheblich zu kurz kam. Also erklärte ich mich zu einem Hospitationstag bereit, der mir etwas Aufschluss liefern sollte. Dieser Tag verlief ganz angenehm und ich fand die Mitarbeiter nett, also sprang ich ins kalte Wasser.

In den ersten Wochen überlegte ich noch, ob ich einen Fehler gemacht hätte und stellte meine gesamte Ausbildungswahl in Frage, da auf mich hier etwas völlig Neues einstürmte. Es war sehr familiär und die Kinder absolut direkt. Im einen Moment war man der liebste Mensch auf Erden und im nächsten der am meisten gehasste. Und all das direkt, sofort, ohne Umschweife und am Besten noch in der körperlichen Auseinandersetzung. Ich war schockiert!

Dann allerdings sprang ich über meinen Schatten und lernte die originellsten, einmaligsten und stärksten Kinder kennen. Ich machte eine Erfahrung, die ich nie missen möchte und die mich ein ganzes Stück offener, durchsetzungsfähiger und einfühlsamer gemacht hat.

Hinzu kamen die Eltern dieser Kinder. Anfangs kam ich nur ab und an mit ihnen in Kontakt, meist am Telefon, da Ferienzeit war. Dann begann die Zeit, in der einige Kinder auch jedes zweite Wochenende von ihren Eltern abgeholt wurden oder Feste statt fanden, wie zum Beispiel Konfirmationen, bei denen auch die Eltern zugegen waren.

Ich interessierte mich sehr für ihre Situation. Wie ist es, ein behindertes Kind zu bekommen? Wie fühlen sich die Geschwister dabei? Mit welchen Vorurteilen wird man konfrontiert, wenn man mit einem solchen Kind durch die Stadt läuft? Was muss passieren, dass man sich selbst zugestehen kann, das Kind in ein Heim zu geben und wie sieht die Situation aus, wenn das Kind älter wird?

All diese Fragen stellte ich mir und Ihnen und lernte dabei einige sehr offene Menschen kennen, die gerne bereit waren mir Antworten zu geben.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

2 Was ist „geistige Behinderung“?

2.1 Versuche der Definition

2.2 Mögliche Ursachen

3 Eltern- und Umweltreaktionen auf die Geburt eines behinderten Kindes

3.1 5 Phasen der Intensität

3.1.1 Zeit der Ratlosigkeit und des Schocks

3.1.2 Leugnung

3.1.3 Trauer und Zorn

3.1.4 Adaption

3.1.5 Reorganisation

3.2 Unterstützungssysteme

3.3 Enttäuschte Erwartungen

3.4 Spaltungsfamilien

4 Geschwister von Kindern mit Behinderung

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die psychodynamischen Prozesse in Familien, die mit der Geburt und Erziehung eines behinderten Kindes konfrontiert sind. Ziel ist es, die emotionalen Belastungen der Eltern sowie die Auswirkungen auf Geschwisterkinder zu analysieren und Wege der Unterstützung aufzuzeigen, um von einer defektorientierten Sichtweise hin zu einer ressourcenorientierten Betrachtung zu gelangen.

  • Psychodynamik und emotionale Phasen nach der Geburt eines behinderten Kindes
  • Enttäuschte Erwartungen und Identitätsverlust bei Eltern
  • Die systemische Sichtweise auf Familien mit behinderten Kindern
  • Belastungen und Anforderungen an nichtbehinderte Geschwister
  • Bedeutung von Unterstützungssystemen für die familiäre Resilienz

Auszug aus dem Buch

3.1.3 Trauer und Zorn

In dieser dritten Phase empfinden die Eltern vor allem Trauer und/ oder Zorn. Die Eltern können häufig keine Bindung zu ihrem Kind eingehen, aus Angst es zu verlieren, zum Beispiel durch einen frühen Tod. Oft richten die Eltern ihren Zorn aber auch gegen sich selbst oder gegen das Krankenhauspersonal.

„Wieder zuhause lasse ich meinem Ärger freien Lauf. All die ungelebten Gefühle der vergangenen Wochen und Tage, ungeweinten Tränen angesichts solch eines Schicksals entladen sich im Hass gegenüber der Medizin.“ (Dreyer 1993, S. 18) beschreibt Dreyer damals die Zeit als ihr Kind im Krankenhaus die gesicherte Diagnose bekam.

Sie konfrontierte sich zudem sehr stark mit existentiellen Fragen. „Wer bin ich, wenn ich vor Wut und Hass überfließe, vollgestopft mit Vorteilen, mein Kind nicht annehmen kann, es verstecken möchte und mir nichts sehnlicher wünsche als niemals Mutter geworden zu sein?“ (ebd., S. 24).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einführung: Die Autorin reflektiert ihre persönliche Motivation und berufliche Erfahrung, die ihr Interesse am Thema der Psychodynamik bei Familien mit einem behinderten Kind weckten.

2 Was ist „geistige Behinderung“?: Dieses Kapitel beleuchtet verschiedene Definitionsansätze geistiger Behinderung sowie die medizinischen und sozialen Ursachenfaktoren.

3 Eltern- und Umweltreaktionen auf die Geburt eines behinderten Kindes: Es werden fünf psychologische Phasen der Elternreaktionen beschrieben und die Bedeutung von Unterstützungssystemen sowie die Problematik enttäuschter Erwartungen erörtert.

4 Geschwister von Kindern mit Behinderung: Hier wird die Situation von nichtbehinderten Geschwisterkindern analysiert, die häufig mit einem Spannungsfeld aus Vernachlässigung und Überforderung konfrontiert sind.

5 Fazit: Die Autorin plädiert für einen Paradigmenwechsel weg von der Defektorientierung hin zu einer systemischen, ressourcenorientierten Begleitung der betroffenen Familien.

Schlüsselwörter

Geistige Behinderung, Psychodynamik, Elternreaktionen, Trauerphase, Familienunterstützung, Geschwisterkinder, Systemtheorie, Identitätsverlust, Enttäuschte Erwartungen, Behindertenhilfe, Sozialpädagogik, Bewältigungsstrategien, Ressourcenorientierung, Stress, Inklusion

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der psychischen und emotionalen Situation von Familien, in denen ein behindertes Kind lebt, und den damit verbundenen Herausforderungen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die elterliche Verarbeitung der Diagnose, die Belastungssituation für Geschwister und die Rolle von externen Unterstützungssystemen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, ein Verständnis für die emotionalen Prozesse in den Familien zu schaffen und eine Abkehr von der negativen Defektorientierung zu fördern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse sowie der systemischen Betrachtung von Familienstrukturen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die fünf Phasen elterlicher Reaktionen, die Problematik der Spaltungsfamilien und die spezielle Lebenswelt der Geschwisterkinder.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich vor allem durch Begriffe wie Geistige Behinderung, Psychodynamik, Ressourcenorientierung und Familiensystem charakterisieren.

Warum spielt die Phase "Trauer und Zorn" eine so große Rolle?

Diese Phase markiert einen kritischen Punkt der Verarbeitung, in dem sich Eltern oft mit Existenzfragen und Aggressionen gegen das medizinische System oder sich selbst auseinandersetzen müssen.

Welche besondere Bedeutung haben Geschwisterkinder in dieser Untersuchung?

Die Arbeit betont, dass Geschwister oft als Risikogruppe gelten, da sie ihre eigenen Bedürfnisse hinter das behinderte Kind zurückstellen müssen, was psychische Belastungen fördern kann.

Was bedeutet die Forderung nach einer "systemischen Perspektive"?

Dies bedeutet, die gesamte Familie als Einheit zu betrachten und nicht nur das behinderte Kind als therapiebedürftiges Subjekt zu sehen, sondern die Dynamiken aller Familienmitglieder einzubeziehen.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Psychodynamik bei Familien mit einem behinderten Kind
Hochschule
Hochschule Darmstadt  (Fachbereich für Gesellschaftswissenschaften und Soziale Arbeit)
Veranstaltung
Zur Psychodynamik bei Familien mit einem behinderten Kind
Note
1,7
Autor
Lena Raubach (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
19
Katalognummer
V215201
ISBN (eBook)
9783668123076
ISBN (Buch)
9783668123083
Sprache
Deutsch
Schlagworte
psychodynamik familien kind
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Lena Raubach (Autor:in), 2009, Psychodynamik bei Familien mit einem behinderten Kind, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/215201
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  19  Seiten
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